02.02.2026, 19:22
(02.02.2026, 18:55)ForumBenutzer schrieb:(02.02.2026, 13:58)Patenter Gast schrieb:Es gibt schlicht wenige Kanzleien die sie so gut bezahlen und dann nicht irgendwie bekannt sind durch Anzeigen oder schlicht durch den Namen, welcher sich rumspricht. Du glaubst gar nicht wie viele ehemalige Refs-/Wismitkollegen oder gar Associates mir damals erzählt haben, dass ja nun Sullivan Cromwall 180k zahlt und Noerr oder Hogan ja nur 140k und dass das ja das non plus ultra wäre dort zu arbeiten und Skaaden den höchsten WAT für Wismits zahlt. Juristen sind da schon sehr eigen... das läuft überwiegend über Mundpropaganda. Ohne jemals bei den Kanzleien gewesen zu sein, weiß man alleine durch sein Netzwerk was dort gezahlt wird und weil es sowieso bei azur steht. Und selbst wenn nicht: wieso sollte sich der ideale Bewerber mit Topnoten die Mühe machen mit der Legal500 Liste, wenn es Azur gibt wo man sogar nach Gehalt sortieren kann.(02.02.2026, 12:27)Die Spitze der Sozialkompetenz schrieb:(02.02.2026, 12:21)Patenter Gast schrieb: Würden die uns dadurch auf einmal finden? Ich wundere mich eben, weil hier im Forum der große Weltuntergang heraufbeschworen wird, vermeintlich >10.000 Bewerbungen pro Jahr bei einer mid-GK, ohne doppel-gut keine Chancen mehr, stattdessen 50k bei irgendeinem kleinen Laden im nirgendwo. Aber bei uns bewirbt sich dann keiner, weil auf der Homepage nicht fett das Einstiegsgehalt steht?
Das dürfte schon ziemlich viel ausmachen. Viele Bewerber machen sich nicht die Mühe, sich auf eine Blackbox zu bewerben. Und das Gehalt ist mit der wichtigste Faktor bei der Jobwahl.
Na dann kann der Markt auch nicht so schlimm für Bewerber sein, wenn man sich deswegen nicht bei uns bewirbt, sondern lieber die x-te Bewerbung an eine GK abschickt. Abgesehen davon dreht sich der ganze Thread doch darum, was man in kleineren Einheiten verdient, die ihre Gehälter nicht offenlegen... und irgendeine Mid-GK soll >10.000 Bewerbungen pro Jahr erhalten, aber wir gerade mal 10, weil unser Gehalt nicht auf Azur steht?
Ich verstehe den Punkt, dass man als Bewerber gerne vorab das Gehalt schon wissen würde, aber so ganz wirkt es auf mich inkonsistent. Wenn einerseits rumgejammert wird, dass es keine Jobs mehr gibt und dann andererseits keine Bewerbungen verschickt werden, wenn die Gehälter nicht offenliegen (was am Rande vollkommen normal ist, ganz viele legen ihre Gehälter nicht offen).
PS: Wenn du eine Bewerbung fertig hast, ist der Aufwand für die Anpassung auf andere Kanzleien vielleicht 30 Minuten pro Bewerbung.
Weil es spezialisierte, kleinere Kanzleien (unter 10 Anwälte) gibt, die zum Einstieg mehr als 100k bei tatsächlichen 40h Arbeitszeit je Woche bieten.
Ich habe in einer solchen Kanzlei 2025 angefangen mit 2x b. Wir werben auf der Website sogar mit ca 80k Gehalt, dennoch rennen uns die Bewerber nicht die Bude ein.
Dafür muss man sich aber auch tatsächlich mit dem Markt in einem konkreten Rechtsgebiet auseinander setzen und auch Interesse an der Arbeit haben statt nur auf Geld oder Benefits zu schielen.
Viele übersehen, dass der größte Marktanteil auf MK oder noch kleinere Einheiten entfällt. In diesem Bereich sind Noten nicht alles und das persönliche Auftreten muss auch im akzeptablen Bereich liegen. An letzterem scheitern leider viele und machen es dann an Noten fest, da man ihnen das im Studium so eingeprügelt hat.
03.02.2026, 01:54
(02.02.2026, 19:17)Die Spitze der Sozialkompetenz schrieb: Von fast allen bekannten Arbeitgebern kursiert das Gehalt irgendwo im Internet. Dann gehen Bewerber doch lieber dort hin, als sich so viel Mühe zu machen, die man sich bei Vorkenntnis hätte sparen können.
Zumal 100.000 EUR eine Zahl sind, die viele Bewerber anziehen wird. Wenn das Gehalt für jeden Bewerber und insbesondere Berufseinsteiger klar vorgegeben ist, kann ich die Geheimniskrämerei nicht nachvollziehen.
Ich persönlich bin damals mit 2x VB zum Staat gegangen, somit ist das Einkommen bei uns jedem bekannt.
Aber ich verstehe schon, warum gerade eine kleine, spezialisierte Kanzlei lieber nicht mit dem Gehalt fischt, sondern sich mit weniger Bewerbern zufrieden gibt, die eher aufgrund des Rechtsgebiets bzw. der Stelle an sich kommen und nicht rein für das Geld.
Vor ein paar Jahren hatten wir im öD weniger und notentechnisch etwas schwächere Bewerber als jetzt, aber in den meisten Gesprächen kam eine nachvollziehbare und authentisch wirkende Motivation rüber. Die Leute hätten mit ihren Noten problemlos andere ähnlich oder besser bezahlte Jobs machen können, haben sich aber bewusst für uns entschieden. Besetzt bekommen haben wir die Stellen trotzdem, ohne unsere Punktegrenze zu senken.
Aufgrund des schlechten Arbeitsmarktes haben sich unsere Bewerberzahlen deutlich erhöht, eine wirklich nachvollziehbare Motivation oder echtes Interesse kann ich jedoch seltener erkennen. Mein Eindruck ist, dass es für viele eher eine Notlösung darstellt. Die GK-Wünsche sind geplatzt, aber erstmal Anwalt in einer kleineren Kanzlei zu sein, ist unter der eigenen Würde. Also wirft man gleich den ganzen Anwaltsberuf weg und geht halt zum Staat, denn so schlecht ist A13 dann doch nicht.
Echtes Interesse sieht für mich anders aus. Da waren mir die Überzeugungstäter persönlich lieber.
03.02.2026, 06:49
(03.02.2026, 01:54)RRalf schrieb:(02.02.2026, 19:17)Die Spitze der Sozialkompetenz schrieb: Von fast allen bekannten Arbeitgebern kursiert das Gehalt irgendwo im Internet. Dann gehen Bewerber doch lieber dort hin, als sich so viel Mühe zu machen, die man sich bei Vorkenntnis hätte sparen können.
Zumal 100.000 EUR eine Zahl sind, die viele Bewerber anziehen wird. Wenn das Gehalt für jeden Bewerber und insbesondere Berufseinsteiger klar vorgegeben ist, kann ich die Geheimniskrämerei nicht nachvollziehen.
Ich persönlich bin damals mit 2x VB zum Staat gegangen, somit ist das Einkommen bei uns jedem bekannt.
Aber ich verstehe schon, warum gerade eine kleine, spezialisierte Kanzlei lieber nicht mit dem Gehalt fischt, sondern sich mit weniger Bewerbern zufrieden gibt, die eher aufgrund des Rechtsgebiets bzw. der Stelle an sich kommen und nicht rein für das Geld.
Vor ein paar Jahren hatten wir im öD weniger und notentechnisch etwas schwächere Bewerber als jetzt, aber in den meisten Gesprächen kam eine nachvollziehbare und authentisch wirkende Motivation rüber. Die Leute hätten mit ihren Noten problemlos andere ähnlich oder besser bezahlte Jobs machen können, haben sich aber bewusst für uns entschieden. Besetzt bekommen haben wir die Stellen trotzdem, ohne unsere Punktegrenze zu senken.
Aufgrund des schlechten Arbeitsmarktes haben sich unsere Bewerberzahlen deutlich erhöht, eine wirklich nachvollziehbare Motivation oder echtes Interesse kann ich jedoch seltener erkennen. Mein Eindruck ist, dass es für viele eher eine Notlösung darstellt. Die GK-Wünsche sind geplatzt, aber erstmal Anwalt in einer kleineren Kanzlei zu sein, ist unter der eigenen Würde. Also wirft man gleich den ganzen Anwaltsberuf weg und geht halt zum Staat, denn so schlecht ist A13 dann doch nicht.
Echtes Interesse sieht für mich anders aus. Da waren mir die Überzeugungstäter persönlich lieber.
Also ich hatte nicht den Eindruck dass im ÖD die Motivation zählt. Die Vorstellungsgespräche sind ja eher wie eine 3. mündliche Prüfung 😅
03.02.2026, 08:34
(03.02.2026, 06:49)JurisRef schrieb:(03.02.2026, 01:54)RRalf schrieb:(02.02.2026, 19:17)Die Spitze der Sozialkompetenz schrieb: Von fast allen bekannten Arbeitgebern kursiert das Gehalt irgendwo im Internet. Dann gehen Bewerber doch lieber dort hin, als sich so viel Mühe zu machen, die man sich bei Vorkenntnis hätte sparen können.
Zumal 100.000 EUR eine Zahl sind, die viele Bewerber anziehen wird. Wenn das Gehalt für jeden Bewerber und insbesondere Berufseinsteiger klar vorgegeben ist, kann ich die Geheimniskrämerei nicht nachvollziehen.
Ich persönlich bin damals mit 2x VB zum Staat gegangen, somit ist das Einkommen bei uns jedem bekannt.
Aber ich verstehe schon, warum gerade eine kleine, spezialisierte Kanzlei lieber nicht mit dem Gehalt fischt, sondern sich mit weniger Bewerbern zufrieden gibt, die eher aufgrund des Rechtsgebiets bzw. der Stelle an sich kommen und nicht rein für das Geld.
Vor ein paar Jahren hatten wir im öD weniger und notentechnisch etwas schwächere Bewerber als jetzt, aber in den meisten Gesprächen kam eine nachvollziehbare und authentisch wirkende Motivation rüber. Die Leute hätten mit ihren Noten problemlos andere ähnlich oder besser bezahlte Jobs machen können, haben sich aber bewusst für uns entschieden. Besetzt bekommen haben wir die Stellen trotzdem, ohne unsere Punktegrenze zu senken.
Aufgrund des schlechten Arbeitsmarktes haben sich unsere Bewerberzahlen deutlich erhöht, eine wirklich nachvollziehbare Motivation oder echtes Interesse kann ich jedoch seltener erkennen. Mein Eindruck ist, dass es für viele eher eine Notlösung darstellt. Die GK-Wünsche sind geplatzt, aber erstmal Anwalt in einer kleineren Kanzlei zu sein, ist unter der eigenen Würde. Also wirft man gleich den ganzen Anwaltsberuf weg und geht halt zum Staat, denn so schlecht ist A13 dann doch nicht.
Echtes Interesse sieht für mich anders aus. Da waren mir die Überzeugungstäter persönlich lieber.
Also ich hatte nicht den Eindruck dass im ÖD die Motivation zählt. Die Vorstellungsgespräche sind ja eher wie eine 3. mündliche Prüfung 😅
Tut sie auch nicht, sonst wäre die Bewerberschwemme irrelevant und man könnte trotzdem die Überzeugungstäter einstellen.
Aufgrund der Bestenauslese werden die notenmäßig besten Bewerber (aktuell liegt die Einladungsgrenze eher über den Anforderungen in der Ausschreibung) eingeladen und anschließend der strukturierte Gesprächsteil sowie das Führungsrollenspiel bewertet.
Sollte sich der Arbeitsmarkt zeitnahe bessern, rechne ich mit erhöhter Fluktuation unter den neuen BaP, die eher als Notlösung zum Staat sind.
03.02.2026, 09:34
(03.02.2026, 08:34)RRalf schrieb:(03.02.2026, 06:49)JurisRef schrieb:(03.02.2026, 01:54)RRalf schrieb:(02.02.2026, 19:17)Die Spitze der Sozialkompetenz schrieb: Von fast allen bekannten Arbeitgebern kursiert das Gehalt irgendwo im Internet. Dann gehen Bewerber doch lieber dort hin, als sich so viel Mühe zu machen, die man sich bei Vorkenntnis hätte sparen können.
Zumal 100.000 EUR eine Zahl sind, die viele Bewerber anziehen wird. Wenn das Gehalt für jeden Bewerber und insbesondere Berufseinsteiger klar vorgegeben ist, kann ich die Geheimniskrämerei nicht nachvollziehen.
Ich persönlich bin damals mit 2x VB zum Staat gegangen, somit ist das Einkommen bei uns jedem bekannt.
Aber ich verstehe schon, warum gerade eine kleine, spezialisierte Kanzlei lieber nicht mit dem Gehalt fischt, sondern sich mit weniger Bewerbern zufrieden gibt, die eher aufgrund des Rechtsgebiets bzw. der Stelle an sich kommen und nicht rein für das Geld.
Vor ein paar Jahren hatten wir im öD weniger und notentechnisch etwas schwächere Bewerber als jetzt, aber in den meisten Gesprächen kam eine nachvollziehbare und authentisch wirkende Motivation rüber. Die Leute hätten mit ihren Noten problemlos andere ähnlich oder besser bezahlte Jobs machen können, haben sich aber bewusst für uns entschieden. Besetzt bekommen haben wir die Stellen trotzdem, ohne unsere Punktegrenze zu senken.
Aufgrund des schlechten Arbeitsmarktes haben sich unsere Bewerberzahlen deutlich erhöht, eine wirklich nachvollziehbare Motivation oder echtes Interesse kann ich jedoch seltener erkennen. Mein Eindruck ist, dass es für viele eher eine Notlösung darstellt. Die GK-Wünsche sind geplatzt, aber erstmal Anwalt in einer kleineren Kanzlei zu sein, ist unter der eigenen Würde. Also wirft man gleich den ganzen Anwaltsberuf weg und geht halt zum Staat, denn so schlecht ist A13 dann doch nicht.
Echtes Interesse sieht für mich anders aus. Da waren mir die Überzeugungstäter persönlich lieber.
Also ich hatte nicht den Eindruck dass im ÖD die Motivation zählt. Die Vorstellungsgespräche sind ja eher wie eine 3. mündliche Prüfung 😅
Tut sie auch nicht, sonst wäre die Bewerberschwemme irrelevant und man könnte trotzdem die Überzeugungstäter einstellen.
Aufgrund der Bestenauslese werden die notenmäßig besten Bewerber (aktuell liegt die Einladungsgrenze eher über den Anforderungen in der Ausschreibung) eingeladen und anschließend der strukturierte Gesprächsteil sowie das Führungsrollenspiel bewertet.
Sollte sich der Arbeitsmarkt zeitnahe bessern, rechne ich mit erhöhter Fluktuation unter den neuen BaP, die eher als Notlösung zum Staat sind.
Das kann man so pauschal alles nicht sagen. Zunächst kommt es darauf an, ob es um Massenverfahren geht, weil Justiz oder Innenverwaltung einstellen - da läuft natürlich alles etwas strukturierter ab was Notenanforderungen angeht, aber keineswegs zwingend mit Assessment Center oder Rollenspiel, sondern abhängig von Dienstherr und Behörde. Und selbst dann kommt es natürlich nicht nur auf die Noten an, sonst könnte man sich ja alles Weitere sparen. Oder ob ein Fachministerium oder eine Kommune eine Stelle mit besonderem fachlichen Profil ausschreibt und zu Jura weitere Kenntnisse oder Interessen gefordert werden. Befähigung und Eignung sind nämlich immer auf die konkreten Anforderungen der Ausschreibung bezogen und nicht pauschal aufs Staatsexamen.
Selbst die Ministerialverwaltung hat Probleme, Juristenstellen zu besetzen, sobald es nicht um die allgemeine Innenverwaltung sondern um spezielle Aufgabenbereiche geht. Nur sind solche Nischen hier nur im Blick - aber es gibt sie und es lohnt sich, etwas abseits vom Mainstream zu suchen.
03.02.2026, 09:50
(03.02.2026, 09:34)Praktiker schrieb:(03.02.2026, 08:34)RRalf schrieb:(03.02.2026, 06:49)JurisRef schrieb:(03.02.2026, 01:54)RRalf schrieb:(02.02.2026, 19:17)Die Spitze der Sozialkompetenz schrieb: Von fast allen bekannten Arbeitgebern kursiert das Gehalt irgendwo im Internet. Dann gehen Bewerber doch lieber dort hin, als sich so viel Mühe zu machen, die man sich bei Vorkenntnis hätte sparen können.
Zumal 100.000 EUR eine Zahl sind, die viele Bewerber anziehen wird. Wenn das Gehalt für jeden Bewerber und insbesondere Berufseinsteiger klar vorgegeben ist, kann ich die Geheimniskrämerei nicht nachvollziehen.
Ich persönlich bin damals mit 2x VB zum Staat gegangen, somit ist das Einkommen bei uns jedem bekannt.
Aber ich verstehe schon, warum gerade eine kleine, spezialisierte Kanzlei lieber nicht mit dem Gehalt fischt, sondern sich mit weniger Bewerbern zufrieden gibt, die eher aufgrund des Rechtsgebiets bzw. der Stelle an sich kommen und nicht rein für das Geld.
Vor ein paar Jahren hatten wir im öD weniger und notentechnisch etwas schwächere Bewerber als jetzt, aber in den meisten Gesprächen kam eine nachvollziehbare und authentisch wirkende Motivation rüber. Die Leute hätten mit ihren Noten problemlos andere ähnlich oder besser bezahlte Jobs machen können, haben sich aber bewusst für uns entschieden. Besetzt bekommen haben wir die Stellen trotzdem, ohne unsere Punktegrenze zu senken.
Aufgrund des schlechten Arbeitsmarktes haben sich unsere Bewerberzahlen deutlich erhöht, eine wirklich nachvollziehbare Motivation oder echtes Interesse kann ich jedoch seltener erkennen. Mein Eindruck ist, dass es für viele eher eine Notlösung darstellt. Die GK-Wünsche sind geplatzt, aber erstmal Anwalt in einer kleineren Kanzlei zu sein, ist unter der eigenen Würde. Also wirft man gleich den ganzen Anwaltsberuf weg und geht halt zum Staat, denn so schlecht ist A13 dann doch nicht.
Echtes Interesse sieht für mich anders aus. Da waren mir die Überzeugungstäter persönlich lieber.
Also ich hatte nicht den Eindruck dass im ÖD die Motivation zählt. Die Vorstellungsgespräche sind ja eher wie eine 3. mündliche Prüfung 😅
Tut sie auch nicht, sonst wäre die Bewerberschwemme irrelevant und man könnte trotzdem die Überzeugungstäter einstellen.
Aufgrund der Bestenauslese werden die notenmäßig besten Bewerber (aktuell liegt die Einladungsgrenze eher über den Anforderungen in der Ausschreibung) eingeladen und anschließend der strukturierte Gesprächsteil sowie das Führungsrollenspiel bewertet.
Sollte sich der Arbeitsmarkt zeitnahe bessern, rechne ich mit erhöhter Fluktuation unter den neuen BaP, die eher als Notlösung zum Staat sind.
Das kann man so pauschal alles nicht sagen. Zunächst kommt es darauf an, ob es um Massenverfahren geht, weil Justiz oder Innenverwaltung einstellen - da läuft natürlich alles etwas strukturierter ab was Notenanforderungen angeht, aber keineswegs zwingend mit Assessment Center oder Rollenspiel, sondern abhängig von Dienstherr und Behörde. Und selbst dann kommt es natürlich nicht nur auf die Noten an, sonst könnte man sich ja alles Weitere sparen. Oder ob ein Fachministerium oder eine Kommune eine Stelle mit besonderem fachlichen Profil ausschreibt und zu Jura weitere Kenntnisse oder Interessen gefordert werden. Befähigung und Eignung sind nämlich immer auf die konkreten Anforderungen der Ausschreibung bezogen und nicht pauschal aufs Staatsexamen.
Selbst die Ministerialverwaltung hat Probleme, Juristenstellen zu besetzen, sobald es nicht um die allgemeine Innenverwaltung sondern um spezielle Aufgabenbereiche geht. Nur sind solche Nischen hier nur im Blick - aber es gibt sie und es lohnt sich, etwas abseits vom Mainstream zu suchen.
Also ich suche nicht nur nach klassischen Behörden. Komme nicht aus Hessen oder NRW. Da scheint es mehr Stellenangebote zu geben 😅 Für Ministerialverwaltung sehe ich nie iwelche Stellenangebote und wenn dann auch mit hoher Konkurrenz, da man im ÖD bei uns besser verdient als als Junganwalt
03.02.2026, 10:31
(02.02.2026, 19:22)KissingSpines schrieb:(02.02.2026, 18:55)ForumBenutzer schrieb:(02.02.2026, 13:58)Patenter Gast schrieb:Es gibt schlicht wenige Kanzleien die sie so gut bezahlen und dann nicht irgendwie bekannt sind durch Anzeigen oder schlicht durch den Namen, welcher sich rumspricht. Du glaubst gar nicht wie viele ehemalige Refs-/Wismitkollegen oder gar Associates mir damals erzählt haben, dass ja nun Sullivan Cromwall 180k zahlt und Noerr oder Hogan ja nur 140k und dass das ja das non plus ultra wäre dort zu arbeiten und Skaaden den höchsten WAT für Wismits zahlt. Juristen sind da schon sehr eigen... das läuft überwiegend über Mundpropaganda. Ohne jemals bei den Kanzleien gewesen zu sein, weiß man alleine durch sein Netzwerk was dort gezahlt wird und weil es sowieso bei azur steht. Und selbst wenn nicht: wieso sollte sich der ideale Bewerber mit Topnoten die Mühe machen mit der Legal500 Liste, wenn es Azur gibt wo man sogar nach Gehalt sortieren kann.(02.02.2026, 12:27)Die Spitze der Sozialkompetenz schrieb:(02.02.2026, 12:21)Patenter Gast schrieb: Würden die uns dadurch auf einmal finden? Ich wundere mich eben, weil hier im Forum der große Weltuntergang heraufbeschworen wird, vermeintlich >10.000 Bewerbungen pro Jahr bei einer mid-GK, ohne doppel-gut keine Chancen mehr, stattdessen 50k bei irgendeinem kleinen Laden im nirgendwo. Aber bei uns bewirbt sich dann keiner, weil auf der Homepage nicht fett das Einstiegsgehalt steht?
Das dürfte schon ziemlich viel ausmachen. Viele Bewerber machen sich nicht die Mühe, sich auf eine Blackbox zu bewerben. Und das Gehalt ist mit der wichtigste Faktor bei der Jobwahl.
Na dann kann der Markt auch nicht so schlimm für Bewerber sein, wenn man sich deswegen nicht bei uns bewirbt, sondern lieber die x-te Bewerbung an eine GK abschickt. Abgesehen davon dreht sich der ganze Thread doch darum, was man in kleineren Einheiten verdient, die ihre Gehälter nicht offenlegen... und irgendeine Mid-GK soll >10.000 Bewerbungen pro Jahr erhalten, aber wir gerade mal 10, weil unser Gehalt nicht auf Azur steht?
Ich verstehe den Punkt, dass man als Bewerber gerne vorab das Gehalt schon wissen würde, aber so ganz wirkt es auf mich inkonsistent. Wenn einerseits rumgejammert wird, dass es keine Jobs mehr gibt und dann andererseits keine Bewerbungen verschickt werden, wenn die Gehälter nicht offenliegen (was am Rande vollkommen normal ist, ganz viele legen ihre Gehälter nicht offen).
PS: Wenn du eine Bewerbung fertig hast, ist der Aufwand für die Anpassung auf andere Kanzleien vielleicht 30 Minuten pro Bewerbung.
Weil es spezialisierte, kleinere Kanzleien (unter 10 Anwälte) gibt, die zum Einstieg mehr als 100k bei tatsächlichen 40h Arbeitszeit je Woche bieten.
Ich habe in einer solchen Kanzlei 2025 angefangen mit 2x b. Wir werben auf der Website sogar mit ca 80k Gehalt, dennoch rennen uns die Bewerber nicht die Bude ein.
Dafür muss man sich aber auch tatsächlich mit dem Markt in einem konkreten Rechtsgebiet auseinander setzen und auch Interesse an der Arbeit haben statt nur auf Geld oder Benefits zu schielen.
Viele übersehen, dass der größte Marktanteil auf MK oder noch kleinere Einheiten entfällt. In diesem Bereich sind Noten nicht alles und das persönliche Auftreten muss auch im akzeptablen Bereich liegen. An letzterem scheitern leider viele und machen es dann an Noten fest, da man ihnen das im Studium so eingeprügelt hat.
+1
Abgesehen davon, die Studis reden über die Spitzengehälter und Großkanzleien. Als ob irgendeiner sagen würde "Du glaubst es nicht, Schmidt Müller zahlt jetzt 100.000 Euro Einstiegsgehalt, die machen öffentliches Vergaberecht."
Du bist in den Gesprächen drin, wenn du die höchsten Gehälter zahlst oder eben weil du den großen Namen hast. Die allermeisten kleinen, spezialisierten Kanzleien kommen auch gar nicht bei Azur rein. Wir hatten letztens ein Angebot von so einer Legal-Karriereplattform, da sollten wir irgendwas um die 15.000 Euro oder mehr zahlen, um mal eine Anzeige schalten zu können, kleines Profil und auf irgendeiner Karrieremesse mit dabei sein zu dürfen. Dafür stellen wir viel zu wenig ein, als dass sich das lohnen würde für uns.
Zitat:wieso sollte sich der ideale Bewerber mit Topnoten die Mühe machen mit der Legal500 Liste, wenn es Azur gibt wo man sogar nach Gehalt sortieren kann.
Ich spreche nicht vom idealen Bewerber. Aber hier jammern doch genug Absolventen mit b+vb und teilweise sogar doppel-vb rum, dass sie keinen Job finden und GKs hunderte oder sogar tausende Bewerbungen erhalten. Dann sage ich, dass wir als spezialisierte Kanzlei so gut wie keine Bewerbung erhalten. Und statt das aufzunehmen, wird rum argumentiert, warum man nicht die Legal500 Liste abarbeitet, sondern auf den ausgetretenen (offensichtlich erfolglosen) Bewerbungspfaden von Azur und Co. bleibt.
Ihr (die Bewerber) müsst das nicht aufnehmen. Ihr könnt auch weiter die Azur Liste hoch und runter abarbeiten. Damit verpasst ihr aber einige sehr gute Kanzleien, die dort eben nicht aktiv sind.
PS: Was ich eben nicht verstehe, da studiert ihr viele Jahre, riesig viel Stress, super viel Aufwand. Aber bei den Bewerbungen wird dann darüber gestöhnt, dass so ein Anschreiben schon 90 Minuten an Zeit kostet. Und die Fahrt zu einem Vorstellungsgespräch erst... ne ne, diesen Aufwand will man sich nicht machen, wenn man nicht vorher alle hard facts kennt. Ernsthaft?! Ihr habt jahrelang Blut und Wasser geschwitzt und jetzt lasst ihr so locker gute Angebote links liegen, weil das mit etwas Zeitaufwand und/oder Unsicherheit verbunden wäre? Da sehe ich schon eine falsche Schwerpunktsetzung. Am Ende ziehen an euch Bewerber vorbei, die im Studium/Ref Monate (vielleicht sogar Jahre) weniger investiert haben, aber bei der Bewerbung bereit sind, ein paar Tage mehr zu investieren...
03.02.2026, 13:39
(03.02.2026, 10:31)Patenter Gast schrieb:(02.02.2026, 19:22)KissingSpines schrieb:(02.02.2026, 18:55)ForumBenutzer schrieb:(02.02.2026, 13:58)Patenter Gast schrieb:Es gibt schlicht wenige Kanzleien die sie so gut bezahlen und dann nicht irgendwie bekannt sind durch Anzeigen oder schlicht durch den Namen, welcher sich rumspricht. Du glaubst gar nicht wie viele ehemalige Refs-/Wismitkollegen oder gar Associates mir damals erzählt haben, dass ja nun Sullivan Cromwall 180k zahlt und Noerr oder Hogan ja nur 140k und dass das ja das non plus ultra wäre dort zu arbeiten und Skaaden den höchsten WAT für Wismits zahlt. Juristen sind da schon sehr eigen... das läuft überwiegend über Mundpropaganda. Ohne jemals bei den Kanzleien gewesen zu sein, weiß man alleine durch sein Netzwerk was dort gezahlt wird und weil es sowieso bei azur steht. Und selbst wenn nicht: wieso sollte sich der ideale Bewerber mit Topnoten die Mühe machen mit der Legal500 Liste, wenn es Azur gibt wo man sogar nach Gehalt sortieren kann.(02.02.2026, 12:27)Die Spitze der Sozialkompetenz schrieb: Das dürfte schon ziemlich viel ausmachen. Viele Bewerber machen sich nicht die Mühe, sich auf eine Blackbox zu bewerben. Und das Gehalt ist mit der wichtigste Faktor bei der Jobwahl.
Na dann kann der Markt auch nicht so schlimm für Bewerber sein, wenn man sich deswegen nicht bei uns bewirbt, sondern lieber die x-te Bewerbung an eine GK abschickt. Abgesehen davon dreht sich der ganze Thread doch darum, was man in kleineren Einheiten verdient, die ihre Gehälter nicht offenlegen... und irgendeine Mid-GK soll >10.000 Bewerbungen pro Jahr erhalten, aber wir gerade mal 10, weil unser Gehalt nicht auf Azur steht?
Ich verstehe den Punkt, dass man als Bewerber gerne vorab das Gehalt schon wissen würde, aber so ganz wirkt es auf mich inkonsistent. Wenn einerseits rumgejammert wird, dass es keine Jobs mehr gibt und dann andererseits keine Bewerbungen verschickt werden, wenn die Gehälter nicht offenliegen (was am Rande vollkommen normal ist, ganz viele legen ihre Gehälter nicht offen).
PS: Wenn du eine Bewerbung fertig hast, ist der Aufwand für die Anpassung auf andere Kanzleien vielleicht 30 Minuten pro Bewerbung.
Weil es spezialisierte, kleinere Kanzleien (unter 10 Anwälte) gibt, die zum Einstieg mehr als 100k bei tatsächlichen 40h Arbeitszeit je Woche bieten.
Ich habe in einer solchen Kanzlei 2025 angefangen mit 2x b. Wir werben auf der Website sogar mit ca 80k Gehalt, dennoch rennen uns die Bewerber nicht die Bude ein.
Dafür muss man sich aber auch tatsächlich mit dem Markt in einem konkreten Rechtsgebiet auseinander setzen und auch Interesse an der Arbeit haben statt nur auf Geld oder Benefits zu schielen.
Viele übersehen, dass der größte Marktanteil auf MK oder noch kleinere Einheiten entfällt. In diesem Bereich sind Noten nicht alles und das persönliche Auftreten muss auch im akzeptablen Bereich liegen. An letzterem scheitern leider viele und machen es dann an Noten fest, da man ihnen das im Studium so eingeprügelt hat.
+1
Abgesehen davon, die Studis reden über die Spitzengehälter und Großkanzleien. Als ob irgendeiner sagen würde "Du glaubst es nicht, Schmidt Müller zahlt jetzt 100.000 Euro Einstiegsgehalt, die machen öffentliches Vergaberecht."
Du bist in den Gesprächen drin, wenn du die höchsten Gehälter zahlst oder eben weil du den großen Namen hast. Die allermeisten kleinen, spezialisierten Kanzleien kommen auch gar nicht bei Azur rein. Wir hatten letztens ein Angebot von so einer Legal-Karriereplattform, da sollten wir irgendwas um die 15.000 Euro oder mehr zahlen, um mal eine Anzeige schalten zu können, kleines Profil und auf irgendeiner Karrieremesse mit dabei sein zu dürfen. Dafür stellen wir viel zu wenig ein, als dass sich das lohnen würde für uns.
Zitat:wieso sollte sich der ideale Bewerber mit Topnoten die Mühe machen mit der Legal500 Liste, wenn es Azur gibt wo man sogar nach Gehalt sortieren kann.
Ich spreche nicht vom idealen Bewerber. Aber hier jammern doch genug Absolventen mit b+vb und teilweise sogar doppel-vb rum, dass sie keinen Job finden und GKs hunderte oder sogar tausende Bewerbungen erhalten. Dann sage ich, dass wir als spezialisierte Kanzlei so gut wie keine Bewerbung erhalten. Und statt das aufzunehmen, wird rum argumentiert, warum man nicht die Legal500 Liste abarbeitet, sondern auf den ausgetretenen (offensichtlich erfolglosen) Bewerbungspfaden von Azur und Co. bleibt.
Ihr (die Bewerber) müsst das nicht aufnehmen. Ihr könnt auch weiter die Azur Liste hoch und runter abarbeiten. Damit verpasst ihr aber einige sehr gute Kanzleien, die dort eben nicht aktiv sind.
PS: Was ich eben nicht verstehe, da studiert ihr viele Jahre, riesig viel Stress, super viel Aufwand. Aber bei den Bewerbungen wird dann darüber gestöhnt, dass so ein Anschreiben schon 90 Minuten an Zeit kostet. Und die Fahrt zu einem Vorstellungsgespräch erst... ne ne, diesen Aufwand will man sich nicht machen, wenn man nicht vorher alle hard facts kennt. Ernsthaft?! Ihr habt jahrelang Blut und Wasser geschwitzt und jetzt lasst ihr so locker gute Angebote links liegen, weil das mit etwas Zeitaufwand und/oder Unsicherheit verbunden wäre? Da sehe ich schon eine falsche Schwerpunktsetzung. Am Ende ziehen an euch Bewerber vorbei, die im Studium/Ref Monate (vielleicht sogar Jahre) weniger investiert haben, aber bei der Bewerbung bereit sind, ein paar Tage mehr zu investieren...
Mir brauchst du das nicht sagen. Ich habe mir diese Arbeit gemacht und habe auch einen Job bei einer hochangesehenen Boutique, die ihr Gehalt übrigens auch nicht öffentlich macht.
Aber: Meine Beschreibung bezieht sich auf die von mir wahrgenommene Marktrealität bei Bewerbern. Klar, die beschweren sich vielleicht dann auch auch zu unrecht, wenn sie sich nicht die Mühe machen.
Genauso könnten aber auch Kanzleien die Mühe machen, bestimmte Parameter öffentlich zu machen und nicht als Blackbox aufzutreten. Dann bekommen sie auch mehr Bewerber. Verstehe auch den Sinn hinter geheimen Gehälter nicht so ganz. Klar, zieht man damit eher die Leute an, die wirklich begeistert sind. Die anderen kann man aber eigentlich doch auch recht gut im Bewerbungsverfahren rausfischen?
Das Thema Blackbox bezieht sich übrigens nicht nur auf das Gehalt. Ich hatte mir viele Kanzleien angeschaut, die einfach total als Blackbox auftreten und die man gar nicht einschätzen kann, wenn ihnen der Ruf nicht vorauseilt oder absehbar ist, woher der Wind wehen wird (bei einem Hengeler-Spinoff weiß man bspw. ja eigentlich auch schon, was einen im Grundsatz erwartet). Da kann man denke ich schon durch gezielte Platzierung viel rausholen.
Ich persönlich würde das eben anders handhaben, wenn ich selbst Partner wäre oder Einfluss hätte.
03.02.2026, 14:08
In klassischen Anwälten steckt das "wir werben nicht" sehr tief drin. So kann ich dir die Diskussionen in unseren Partner-Meetings schildern. Das Gehalt direkt auf die Karriereseite packen, würde doch nur Bewerber anlocken, die vom Geld angelockt werden und nicht wirklich fachlich interessiert sind, und die meisten anderen machen es auch nicht (to be fair, auch bei Freshfields steht nirgendwo auf der Homepage etwas von deren Einstiegsgehältern).
Am Ende ist es nur mein Tipp an die Bewerber hier: Wenn ihr einen guten Deal machen wollt, bewerbt euch mal dort, wo nicht jeder Blinde sofort sieht, dass es ein guter Deal ist. Denn diese Läden sind oft überlaufen und eure Chancen entsprechend niedrig.
Am Ende ist es nur mein Tipp an die Bewerber hier: Wenn ihr einen guten Deal machen wollt, bewerbt euch mal dort, wo nicht jeder Blinde sofort sieht, dass es ein guter Deal ist. Denn diese Läden sind oft überlaufen und eure Chancen entsprechend niedrig.
03.02.2026, 14:47
(03.02.2026, 10:31)Patenter Gast schrieb:(02.02.2026, 19:22)KissingSpines schrieb:(02.02.2026, 18:55)ForumBenutzer schrieb:(02.02.2026, 13:58)Patenter Gast schrieb:Es gibt schlicht wenige Kanzleien die sie so gut bezahlen und dann nicht irgendwie bekannt sind durch Anzeigen oder schlicht durch den Namen, welcher sich rumspricht. Du glaubst gar nicht wie viele ehemalige Refs-/Wismitkollegen oder gar Associates mir damals erzählt haben, dass ja nun Sullivan Cromwall 180k zahlt und Noerr oder Hogan ja nur 140k und dass das ja das non plus ultra wäre dort zu arbeiten und Skaaden den höchsten WAT für Wismits zahlt. Juristen sind da schon sehr eigen... das läuft überwiegend über Mundpropaganda. Ohne jemals bei den Kanzleien gewesen zu sein, weiß man alleine durch sein Netzwerk was dort gezahlt wird und weil es sowieso bei azur steht. Und selbst wenn nicht: wieso sollte sich der ideale Bewerber mit Topnoten die Mühe machen mit der Legal500 Liste, wenn es Azur gibt wo man sogar nach Gehalt sortieren kann.(02.02.2026, 12:27)Die Spitze der Sozialkompetenz schrieb: Das dürfte schon ziemlich viel ausmachen. Viele Bewerber machen sich nicht die Mühe, sich auf eine Blackbox zu bewerben. Und das Gehalt ist mit der wichtigste Faktor bei der Jobwahl.
Na dann kann der Markt auch nicht so schlimm für Bewerber sein, wenn man sich deswegen nicht bei uns bewirbt, sondern lieber die x-te Bewerbung an eine GK abschickt. Abgesehen davon dreht sich der ganze Thread doch darum, was man in kleineren Einheiten verdient, die ihre Gehälter nicht offenlegen... und irgendeine Mid-GK soll >10.000 Bewerbungen pro Jahr erhalten, aber wir gerade mal 10, weil unser Gehalt nicht auf Azur steht?
Ich verstehe den Punkt, dass man als Bewerber gerne vorab das Gehalt schon wissen würde, aber so ganz wirkt es auf mich inkonsistent. Wenn einerseits rumgejammert wird, dass es keine Jobs mehr gibt und dann andererseits keine Bewerbungen verschickt werden, wenn die Gehälter nicht offenliegen (was am Rande vollkommen normal ist, ganz viele legen ihre Gehälter nicht offen).
PS: Wenn du eine Bewerbung fertig hast, ist der Aufwand für die Anpassung auf andere Kanzleien vielleicht 30 Minuten pro Bewerbung.
Weil es spezialisierte, kleinere Kanzleien (unter 10 Anwälte) gibt, die zum Einstieg mehr als 100k bei tatsächlichen 40h Arbeitszeit je Woche bieten.
Ich habe in einer solchen Kanzlei 2025 angefangen mit 2x b. Wir werben auf der Website sogar mit ca 80k Gehalt, dennoch rennen uns die Bewerber nicht die Bude ein.
Dafür muss man sich aber auch tatsächlich mit dem Markt in einem konkreten Rechtsgebiet auseinander setzen und auch Interesse an der Arbeit haben statt nur auf Geld oder Benefits zu schielen.
Viele übersehen, dass der größte Marktanteil auf MK oder noch kleinere Einheiten entfällt. In diesem Bereich sind Noten nicht alles und das persönliche Auftreten muss auch im akzeptablen Bereich liegen. An letzterem scheitern leider viele und machen es dann an Noten fest, da man ihnen das im Studium so eingeprügelt hat.
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Abgesehen davon, die Studis reden über die Spitzengehälter und Großkanzleien. Als ob irgendeiner sagen würde "Du glaubst es nicht, Schmidt Müller zahlt jetzt 100.000 Euro Einstiegsgehalt, die machen öffentliches Vergaberecht."
Du bist in den Gesprächen drin, wenn du die höchsten Gehälter zahlst oder eben weil du den großen Namen hast. Die allermeisten kleinen, spezialisierten Kanzleien kommen auch gar nicht bei Azur rein. Wir hatten letztens ein Angebot von so einer Legal-Karriereplattform, da sollten wir irgendwas um die 15.000 Euro oder mehr zahlen, um mal eine Anzeige schalten zu können, kleines Profil und auf irgendeiner Karrieremesse mit dabei sein zu dürfen. Dafür stellen wir viel zu wenig ein, als dass sich das lohnen würde für uns.
Zitat:wieso sollte sich der ideale Bewerber mit Topnoten die Mühe machen mit der Legal500 Liste, wenn es Azur gibt wo man sogar nach Gehalt sortieren kann.
Ich spreche nicht vom idealen Bewerber. Aber hier jammern doch genug Absolventen mit b+vb und teilweise sogar doppel-vb rum, dass sie keinen Job finden und GKs hunderte oder sogar tausende Bewerbungen erhalten. Dann sage ich, dass wir als spezialisierte Kanzlei so gut wie keine Bewerbung erhalten. Und statt das aufzunehmen, wird rum argumentiert, warum man nicht die Legal500 Liste abarbeitet, sondern auf den ausgetretenen (offensichtlich erfolglosen) Bewerbungspfaden von Azur und Co. bleibt.
Ihr (die Bewerber) müsst das nicht aufnehmen. Ihr könnt auch weiter die Azur Liste hoch und runter abarbeiten. Damit verpasst ihr aber einige sehr gute Kanzleien, die dort eben nicht aktiv sind.
PS: Was ich eben nicht verstehe, da studiert ihr viele Jahre, riesig viel Stress, super viel Aufwand. Aber bei den Bewerbungen wird dann darüber gestöhnt, dass so ein Anschreiben schon 90 Minuten an Zeit kostet. Und die Fahrt zu einem Vorstellungsgespräch erst... ne ne, diesen Aufwand will man sich nicht machen, wenn man nicht vorher alle hard facts kennt. Ernsthaft?! Ihr habt jahrelang Blut und Wasser geschwitzt und jetzt lasst ihr so locker gute Angebote links liegen, weil das mit etwas Zeitaufwand und/oder Unsicherheit verbunden wäre? Da sehe ich schon eine falsche Schwerpunktsetzung. Am Ende ziehen an euch Bewerber vorbei, die im Studium/Ref Monate (vielleicht sogar Jahre) weniger investiert haben, aber bei der Bewerbung bereit sind, ein paar Tage mehr zu investieren...
Naja du musst dich auch in die Leute hineinversetzen, die jetzt mit Doppel-VB o.ä. erfolglos 30+ Bewerbungen rausgeschickt haben. Die Motivation, dann wieder 90 Minuten in ein Anschreiben zu stecken, nimmt stark ab. Außerdem muss man sich schon fragen, was man 2026 überhaupt noch mit einem Anschreiben möchte, wenn man in 98% der Fälle ohnehin nur auf die Noten / den Lebenslauf schaut. Naja. Ich mach das auch nur noch bei wirklichen Wunscharbeitgebern, also bei denen ich eigentlich alle hart facts schon kenne. Der Rest ist es mir nicht wert, zumal ich am Wochenende auch anderes zu tun habe als Bewerbungen zu schreiben.
Die Kanzleien von denen du sprichst, sind halt meistens auch nur in einer einzige Großstadt vertreten. Oder wieviele Standorte habt ihr?









