05.03.2023, 18:29
Ich könnte mir vorstellen, dass eine KI die Geschäftsstellen im kombination mit der e-Akte ablöst oder den typischen massen sachverhalt in einen strafbefehl packt. grade in der amtsanwaltschaft wird bereits viel mit einer art lückentext als konkretum gearbeitet, z.b. bei 316 stgb. die e-akte wird dann analysiert und fertig ausgespuckt.
aber bis es mal soweit ist...
aber bis es mal soweit ist...
05.03.2023, 18:51
(05.03.2023, 18:29)Sky schrieb: Ich könnte mir vorstellen, dass eine KI die Geschäftsstellen im kombination mit der e-Akte ablöst oder den typischen massen sachverhalt in einen strafbefehl packt. grade in der amtsanwaltschaft wird bereits viel mit einer art lückentext als konkretum gearbeitet, z.b. bei 316 stgb. die e-akte wird dann analysiert und fertig ausgespuckt.
aber bis es mal soweit ist...
Das klingt natürlich recht sinnvoll…Ich denke, dass es vor allem die nervigen Aspekte des Jobs vereinfachen wird und es besser möglich ist, sich auf die wichtigen Punkte zu konzentrieren.
Und selbst wenn, muss am Ende immer noch ein Mensch über die automatisierten Sachen drüberschauen…
05.03.2023, 19:10
Wie häufig bei technischen Innovationen werden bestimmte Tätigkeiten obsolet und neue kommen hinzu. Bei absoluten Masse- bzw. Standardsachen dürften jedenfalls mittelfristig Stellen wegfallen. Bei hochspezialierten Bereichen und wenn man "nah am Mensch ist", dürfte der Nutzen geringer sein.
Das Problem an Recherche-KI ist mMn, dass sie vom Nutzer richtig gefüttert, kontrolliert und ggf. die Ergebnisse korrigiert werden müssen. Denn KI kann Vorurteile verstärken und ggf. veraltete Rechtslagen bevorzugen. Mit guter Nutzerkompetenz glaube ich aber, dass man spätestens mittelfristig profitiert, weil man z.B. mehr Zeit auf die Kommunikation der Ergebnisse und eine individuelle Betreuung der Mandanten legen kann.
Das Problem an Recherche-KI ist mMn, dass sie vom Nutzer richtig gefüttert, kontrolliert und ggf. die Ergebnisse korrigiert werden müssen. Denn KI kann Vorurteile verstärken und ggf. veraltete Rechtslagen bevorzugen. Mit guter Nutzerkompetenz glaube ich aber, dass man spätestens mittelfristig profitiert, weil man z.B. mehr Zeit auf die Kommunikation der Ergebnisse und eine individuelle Betreuung der Mandanten legen kann.
05.03.2023, 19:24
(05.03.2023, 15:33)Anon schrieb:(05.03.2023, 01:40)Eyelashes schrieb: Ich würde weiterhin normal schlafen.
ChatGPT unterscheidet sich nicht von den anderen Suchmaschinen bzw. hat dieselbe Fehlerquellen.
Und was soll das mit dem Wandel?
Die aktuelle ChatGPT-Version wurde weder mit juristischen Datenbanken trainiert noch hat es Zugriff auf das Internet.
Wenn du dieselbe Frage bei ChatGPT und bei Google eingibst, müssten dir erhebliche Übereinstimmungen auffallen. Auch von den Wortlaut her war es bei mir mit den ersten Google links identisch.
05.03.2023, 20:11
Eine gute KI Alternative zu Juris oder Beck wäre nice. Die Suchfunktion und das abzockerische Abomodell sind nicht so geil.
05.03.2023, 20:25
(05.03.2023, 20:11)guga schrieb: Eine gute KI Alternative zu Juris oder Beck wäre nice. Die Suchfunktion und das abzockerische Abomodell sind nicht so geil.
Naja ich vermute es wird eher darauf hinauslaufen, dass Beck die Open Ai ki (oder vergleichbare von der Konkurrenz) lizenziert und dann das System mit dem eigenen Datensatz trainiert . Natürlich unter Beibehaltung des Abzocker abo Modells.
Die Fremdlizenz Vergabe an special interest Dateninhaber (beck et. Al) soll ja einer der großen Umsatzbringer der machine learning ansätze werden.
Wer Richter auf Probe bzw. Staatsanwalt werden möchte, sollte sich mit dem Karriere-Dossier über die Einstellungschancen und Bewerbungsvoraussetzungen informieren. Das Karriere-Dossier ist als Print-Buch sowie als E-Book für alle 16 Bundesländer erhältlich:
https://www.juristenkoffer.de/richter/karriere-dossier-richter-staatsanwalt-werden.php
Und zur Vorbereitung auf das alles entscheidende Vorstellungsgespräch sollte man auf die vielen hunderten Erfahrungsberichte anderer Juristen zugreifen, die bereits das Bewerbungsverfahren erfolgreich absolviert haben.
https://www.juristenkoffer.de/richter/karriere-dossier-richter-staatsanwalt-werden.php
Und zur Vorbereitung auf das alles entscheidende Vorstellungsgespräch sollte man auf die vielen hunderten Erfahrungsberichte anderer Juristen zugreifen, die bereits das Bewerbungsverfahren erfolgreich absolviert haben.
05.03.2023, 20:37
(05.03.2023, 20:25)wacaffe schrieb:(05.03.2023, 20:11)guga schrieb: Eine gute KI Alternative zu Juris oder Beck wäre nice. Die Suchfunktion und das abzockerische Abomodell sind nicht so geil.
Naja ich vermute es wird eher darauf hinauslaufen, dass Beck die Open Ai ki (oder vergleichbare von der Konkurrenz) lizenziert und dann das System mit dem eigenen Datensatz trainiert . Natürlich unter Beibehaltung des Abzocker abo Modells.
Die Fremdlizenz Vergabe an special interest Dateninhaber (beck et. Al) soll ja einer der großen Umsatzbringer der machine learning ansätze werden.
Ich befürchte auch, dass wir diese Abzocker in absehbarer Zeit nicht loswerden. Ich erinnere nur an die letzte Ziegler-Tremel-Ergänzungslieferung in Bayern, die genauso viel wie ein komplett neuer Band gekostet hat…
05.03.2023, 22:07
06.03.2023, 10:57
Also wenn in den nächsten Jahren die Boomer alle in Rente gehen, ist das nur zu begrüßen, weil dann sich der Konkurrenzmarkt wieder etwas entspannt. Die Zahlen der Studierenden und derer, die ein zweites Examen machen, ist stagnierend bis rückläufig, immer mehr machen "nur" 1 Examen.
Solange es den Anwaltszwang vor Gerichten gibt, gibt es für Anwälte auch was zu tun.
Sicherlich darf man den technischen Wandel nicht verschlafen oder irgnorieren, sondern sollte ihn nach möglichkeit aktiv nutzen und ggf. mitgestalten. D.h. wie kann man selbst legal tech nutzen, was an legal tech macht überhaupt sinn? Sicher, Verträge können in Zukunft auch von KI gemacht werden. Aber der Mietvertrag aus dem Schreibwarenladen hat die Mietstreitigkeit auch auch nicht beendet, eher im Gegenteil.
Ein Vertragsgenerator macht letztendlich nichts anderes, als ein Muster aus der Schublade zu ziehen. Das ist genauso "individuell" wie ein Muster, dass ich mir aus dem Internet besorge.
Mag sein, dass die anwaltliche Tätigkeit sich durch legal tech ändert, aber sie wird nicht verschwinden. Wenn man mal ehrlich ist, geht es beim Anwaltsberuf auch nicht immer, oder vielleicht sogar eher selten, darum das Recht korrekt anzuwenden, sondern so anzuwenden, dass es dem Mandanten zum Vorteil gereicht. Man kann Fälle gewinnen, in denen man rechtlich keine Chance hat, wenn man taktisch klug und ja, manchmal auch etwas verschlagen, vorgeht. Dass das eine KI in absehbarer Zeit kann, sehe ich derzeit noch nicht. Und wenn sie es doch kann, haben wir sowieso andere Probleme. Gernerell, immer wenn eine Wertungs- oder Abwägungsfrage im Spiel ist, sind derzeit eigentlich alle KI und Legal-Tech-Anwendungen aus dem Spiel.
Tatsächlich sehe ich KI / Legal Tech weniger als Vorteil für den Verbraucher, sondern eher für den Rechtsanwalt selbst.
Und der Mensch ist von Natur aus misstrauisch. Von daher denke ich nicht, dass in absehbarer Zeit jeder Rechtssuchende sich nur auf eine Maschine verlassen wird. Das Zwischenmenschliche im Mandatsverhältnis wird nach wie vor von den KI-Verfechtern unterschätzt. Und letztlich kauft man sich mit dem Anwalt ja auch externe Haftung ein. Spätestens wenn man mal auf eine KI vertraut hat, die es verkackt hat und man den Betreiber nicht haftbar machen kann, wird sich derjenige das nächste mal gut überlegen, ob der noch mal auf eine KI setzt.
Abgesehen davon, neue Zeiten bringen neue Rechtsgebiete und neue Rechtsfragen, die geklärt werden wollen.
Richter wird es auch immer geben, allein schon wegen des verfassungsmäßigen Rechts auf den gesetzlichen Richter und rechtliches Gehör.
Solange es den Anwaltszwang vor Gerichten gibt, gibt es für Anwälte auch was zu tun.
Sicherlich darf man den technischen Wandel nicht verschlafen oder irgnorieren, sondern sollte ihn nach möglichkeit aktiv nutzen und ggf. mitgestalten. D.h. wie kann man selbst legal tech nutzen, was an legal tech macht überhaupt sinn? Sicher, Verträge können in Zukunft auch von KI gemacht werden. Aber der Mietvertrag aus dem Schreibwarenladen hat die Mietstreitigkeit auch auch nicht beendet, eher im Gegenteil.
Ein Vertragsgenerator macht letztendlich nichts anderes, als ein Muster aus der Schublade zu ziehen. Das ist genauso "individuell" wie ein Muster, dass ich mir aus dem Internet besorge.
Mag sein, dass die anwaltliche Tätigkeit sich durch legal tech ändert, aber sie wird nicht verschwinden. Wenn man mal ehrlich ist, geht es beim Anwaltsberuf auch nicht immer, oder vielleicht sogar eher selten, darum das Recht korrekt anzuwenden, sondern so anzuwenden, dass es dem Mandanten zum Vorteil gereicht. Man kann Fälle gewinnen, in denen man rechtlich keine Chance hat, wenn man taktisch klug und ja, manchmal auch etwas verschlagen, vorgeht. Dass das eine KI in absehbarer Zeit kann, sehe ich derzeit noch nicht. Und wenn sie es doch kann, haben wir sowieso andere Probleme. Gernerell, immer wenn eine Wertungs- oder Abwägungsfrage im Spiel ist, sind derzeit eigentlich alle KI und Legal-Tech-Anwendungen aus dem Spiel.
Tatsächlich sehe ich KI / Legal Tech weniger als Vorteil für den Verbraucher, sondern eher für den Rechtsanwalt selbst.
Und der Mensch ist von Natur aus misstrauisch. Von daher denke ich nicht, dass in absehbarer Zeit jeder Rechtssuchende sich nur auf eine Maschine verlassen wird. Das Zwischenmenschliche im Mandatsverhältnis wird nach wie vor von den KI-Verfechtern unterschätzt. Und letztlich kauft man sich mit dem Anwalt ja auch externe Haftung ein. Spätestens wenn man mal auf eine KI vertraut hat, die es verkackt hat und man den Betreiber nicht haftbar machen kann, wird sich derjenige das nächste mal gut überlegen, ob der noch mal auf eine KI setzt.
Abgesehen davon, neue Zeiten bringen neue Rechtsgebiete und neue Rechtsfragen, die geklärt werden wollen.
Richter wird es auch immer geben, allein schon wegen des verfassungsmäßigen Rechts auf den gesetzlichen Richter und rechtliches Gehör.
06.03.2023, 16:25
Ich sehe KI eher im Bereich Recherche als Game Changer. Wenn man das was Google macht ansatzweise für eine juristische Datenbank erreichen könnte, hätte ich vieles im Nu gelöst.
Es bräuchte da vermutlich einen Haufen sehr guter Juristen, um diese KI anzulernen, aber ich denke das würde sich lohnen.
Beck und Juris sind meistens toll wenn man eh ungefähr weiß wonach man sucht. Halt leider alternativlos derzeit.
Und natürlich wird man noch andere Bereiche sehr gut automatisieren können. Das ist am Ende aber auch nix anderes als ein Programm mit Textbausteinen. Und Textbausteinen hatten pfiffige Anwälte seit es Textbausteine im Computer gibt:).
Um alles andere mache ich mir wie mein Vorredner wenig Gedanken. Sobald eine KI Wertungen wie ein Anwalt / Richter vornehmen kann steht wohl eh die ganze Welt Kopf erst mal.
Es bräuchte da vermutlich einen Haufen sehr guter Juristen, um diese KI anzulernen, aber ich denke das würde sich lohnen.
Beck und Juris sind meistens toll wenn man eh ungefähr weiß wonach man sucht. Halt leider alternativlos derzeit.
Und natürlich wird man noch andere Bereiche sehr gut automatisieren können. Das ist am Ende aber auch nix anderes als ein Programm mit Textbausteinen. Und Textbausteinen hatten pfiffige Anwälte seit es Textbausteine im Computer gibt:).
Um alles andere mache ich mir wie mein Vorredner wenig Gedanken. Sobald eine KI Wertungen wie ein Anwalt / Richter vornehmen kann steht wohl eh die ganze Welt Kopf erst mal.