29.07.2025, 15:38
(29.07.2025, 14:54)Ex-GK schrieb:(29.07.2025, 12:17)Hallo123. schrieb: ch finde diese ganzen Beiträge zur „Gen Z“ einfach nur ermüdend und oft ziemlich überheblich. Nur weil man jung ist, heißt das noch lange nicht, dass man grundsätzlich keine Lust hat zu arbeiten oder sich nicht in die Gesellschaft einbringen will. Dieses Klischee ist nicht nur pauschalierend, sondern auch schlicht falsch.
Unsere Generation hat in vielerlei Hinsicht ein anderes Bewusstsein – sei es in Bezug auf mentale Gesundheit, Nachhaltigkeit, Work-Life-Balance oder den Umgang mit Autoritäten. Das ist weder besser noch schlechter als das, was frühere Generationen vertreten haben – es ist einfach anders. Und genau das sollte man auch als legitime Entwicklung verstehen, nicht als Abweichung von einem vermeintlich „richtigen“ Weg.
Solange uns pauschal Faulheit, Anspruchsdenken oder mangelnde Belastbarkeit vorgeworfen werden, braucht man sich auch nicht wundern, wenn viele junge Menschen den Respekt gegenüber solchen pauschalisierenden Haltungen verlieren. Respekt muss immer in beide Richtungen funktionieren – über Generationen hinweg.
Eigentlich möchten die Meisten, die schon etwas länger im Job sind (jedenfalls verstehe ich die Beiträge so) Euch eher ermutigen, jetzt nicht zu verzweifeln, wenn man gerade nicht seinen Traumjob bekommt - das Arbeitsleben ist lang genug und die Wenigsten arbeiten heutzutage ihr Leben lang im gleichen Job. Es ist daher absolut keine Schande, erstmal etwas zu nehmen, was man vielleicht nur ok findet und erstmal ein paar Jahre Erfahrung sammelt.
Das und der zusätzliche Hinweis, dass der vermeintliche Traumjob häufig kein Traumjob im idealisierten Sinne sein wird. Wer das Glück hat, den tatsächlich zu finden: herzlichen Glückwunsch. Erfahrungsgemäß wird aber nicht alles rosig und häufig auch anders sein, als man sich das am Anfang so vorgestellt hat. Damit wird man dann umgehen müssen.
29.07.2025, 16:18
Hier GenY.
Man hat uns genau das gleiche vorgeworfen, wie heute der GenZ.
Ich kann jeden verstehen, dem eine gute WLB wichtig ist und der nicht für einen Kanzleipartner malochen will, der meint, Mitarbeiter anschreien sei ein akzeptabler Führungsstil. Wenn mich einzelne(!) Persönlichkeiten aus der GenZ nerven, sind es Leute, wie die Dame, die viral ging, als sie bei Instagram oder TikTok aus dem Weinen nicht mehr herauskam, weil sie 8 Stunden am Tag arbeiten soll und "nur" 30 Tage Urlaub hat. Und auch da rolle ich nicht mit den Augen, weil ich GenY bin, sondern weil ich seit einigen Jahren Mutter bin und bei diesem Video daran denken musste, wie viel Zeit ich im Nachhinein gesehen als arbeitender, kinderloser Single oder in unserer Zeit als DINK hatte. Ich gehe aber nicht davon aus, dass die gesamte GenZ wie diese Dame denkt, denn ich habe einige junge Kolleg/innen, auf die solche Zuschreibungen ganz und gar nicht zutreffen.
Man hat uns genau das gleiche vorgeworfen, wie heute der GenZ.
Ich kann jeden verstehen, dem eine gute WLB wichtig ist und der nicht für einen Kanzleipartner malochen will, der meint, Mitarbeiter anschreien sei ein akzeptabler Führungsstil. Wenn mich einzelne(!) Persönlichkeiten aus der GenZ nerven, sind es Leute, wie die Dame, die viral ging, als sie bei Instagram oder TikTok aus dem Weinen nicht mehr herauskam, weil sie 8 Stunden am Tag arbeiten soll und "nur" 30 Tage Urlaub hat. Und auch da rolle ich nicht mit den Augen, weil ich GenY bin, sondern weil ich seit einigen Jahren Mutter bin und bei diesem Video daran denken musste, wie viel Zeit ich im Nachhinein gesehen als arbeitender, kinderloser Single oder in unserer Zeit als DINK hatte. Ich gehe aber nicht davon aus, dass die gesamte GenZ wie diese Dame denkt, denn ich habe einige junge Kolleg/innen, auf die solche Zuschreibungen ganz und gar nicht zutreffen.
29.07.2025, 17:04
Es gehört irgendwie zu jeder guten Internetdiskussion dazu, dass eigentlich niemand irgendwen kritisiert hat, aber dennoch jemand schreiben muss "Ich finde es scheisse, wie ihr uns kritisiert".
Es soll doch jeder mit seiner persönlichen Work-Life-Balance glücklich werden. Nur sollte auch jedem klar sein, dass Spitzeneinstiegsgehälter eben nur schwer mit einer ausgewogenen Work-Life-Balance vereinbar sind.
Es soll doch jeder mit seiner persönlichen Work-Life-Balance glücklich werden. Nur sollte auch jedem klar sein, dass Spitzeneinstiegsgehälter eben nur schwer mit einer ausgewogenen Work-Life-Balance vereinbar sind.
29.07.2025, 17:13
(29.07.2025, 17:04)Patenter Gast schrieb: Nur sollte auch jedem klar sein, dass Spitzeneinstiegsgehälter eben nur schwer mit einer ausgewogenen Work-Life-Balance vereinbar sind.
die ausnahme bildet nur die kleine gruppe der beamten, die mit wenig arbeit und keiner qualitätssicherung sehr gut verdienen
29.07.2025, 17:18
Faszinierend, wie der Threadersteller nach persönlichen Erfahrungen zu seiner Situation gefragt hat und hier schon wieder Diskussionen über Generationen und das Beamtentum geführt werden.
29.07.2025, 17:28
(29.07.2025, 17:18)Schiller schrieb: Faszinierend, wie der Threadersteller nach persönlichen Erfahrungen zu seiner Situation gefragt hat und hier schon wieder Diskussionen über Generationen und das Beamtentum geführt werden.
das hast du auf großkanzlei-niveau messerscharf analysiert. möglicherweise könnte ein zusammenhang zwischen den themen bestehen.
30.07.2025, 06:40
(29.07.2025, 17:13)kumpelanton schrieb:Und welche Beamten sollen das sein? Zumindest als lediger, kinderloser Jurist verdient man bei A13/R1 sicherlich nicht "sehr gut". Wer netto auf Großkanzleiniveau als Jurist beim Staat verdient, z.B. B3, der wird idR auch nicht mehr wenig arbeiten. Weniger als der M&A Associate vllt., aber das eben nicht zum Berufseinstieg.(29.07.2025, 17:04)Patenter Gast schrieb: Nur sollte auch jedem klar sein, dass Spitzeneinstiegsgehälter eben nur schwer mit einer ausgewogenen Work-Life-Balance vereinbar sind.
die ausnahme bildet nur die kleine gruppe der beamten, die mit wenig arbeit und keiner qualitätssicherung sehr gut verdienen
30.07.2025, 07:28
Naja der B3 Beamte darf sich aber jede Überstunde aufschreiben und später abfeiern..
30.07.2025, 09:34
(30.07.2025, 07:28)refsachs schrieb: Naja der B3 Beamte darf sich aber jede Überstunde aufschreiben und später abfeiern..
In der Theorie vielleicht. In der Praxis werden Überstunden in regelmäßigen Abständen über einer bestimmten Grenze gekappt. Wenn es dann kein Lebenszeitkonto gibt (was nicht überall die Regel ist und auf das häufig auch nur anteilig übertragen werden kann), verfallen die Überstunden schlicht und ergreifend.
30.07.2025, 09:57
(30.07.2025, 09:34)Pontifex Maximus schrieb:(30.07.2025, 07:28)refsachs schrieb: Naja der B3 Beamte darf sich aber jede Überstunde aufschreiben und später abfeiern..
In der Theorie vielleicht. In der Praxis werden Überstunden in regelmäßigen Abständen über einer bestimmten Grenze gekappt. Wenn es dann kein Lebenszeitkonto gibt (was nicht überall die Regel ist und auf das häufig auch nur anteilig übertragen werden kann), verfallen die Überstunden schlicht und ergreifend.
Das ist sehr unterschiedlich. Bei mir klappt es, ich kenne aber auch das Gegenteil. Was aber ganz sicher ein Punkt ist: es ist oft nicht planbar, wann man heimkommt, und man muss unter Umständen auch abends, am Wochenende oder im Urlaub mal erreichbar sein. Mich stört das nicht, es hat aber wiederum Auswirkungen auf die Familie. Und viele im öD mögen diese fehlende Planbarkeit nicht haben.