30.07.2025, 05:35
30.07.2025, 07:26
(29.07.2025, 09:28)nachdenklich schrieb: Mich würde es wundern, wenn es sich die Zurückhaltung bei Neueinstellung bzw Entlassungswellen durch einen wirtschaftlichen Aufschwung umkehren lassen. Vielleicht ein Strohfeuer, aber der langfristige Trend wird in vielen Unternehmensbereichen eher im Personalabbau liegen. Dafür kann man bei white collar durch den richtigen/effektiven KI-Einsatz einfach zu stark die Prodkuvität steigern. Die FAZ und das HB haben hier regelmäßig sehr interessante Artikel zum KI-Einsatz in der Unternehmenswelt (und auch immer wieder zur Rechtsdienstleistungsbranche).
Gerade im englischsprachigen Raum gibt es viele seriöse Business- und Law-Zeitschriften, die eine größere Disruption sehen (jedenfalls für Berufseinsteiger). Amerikanische CEOs von großen Unternehmen (Technologie, Versicherungen, Gesundheit, Industrie, Banken und Finanzen, Telekommunikation) sprechen auch ganz offen über die Auswirkungen von KI auf den "white-collar" Markt (zuletzt CEO von Ford und JPMorgan). In den öffentlich übetragenen Hearings zu KI und Copyright bzw Wettlauf mit China gab es bspw im Senat auch immer wieder Nachfragen zur Auswirkung auf den Arbeitsmarkt. Das wird mit Sicherheit bald öfters auf der Agenda stehen.
Und die Pensionierungswelle im ÖD? Diese Karotte wird schon seit langem vor die Nase gehalten. Im Übrigen lassen sich gerade in der Verwaltung viele Stellen einsparen (und man könnte es sicherlich auch heute schon), zumal auch dort peu à peu KI einziehen wird (auch wenn es naturgemäß dort größeren Widerstand geben wird). Des Weiteren bin ich mir ziemlich sicher, dass zukünftig allein aus Kostengründen nur jede zweite Stelle nachbesetzt werden wird. Kostenproblem und die Möglichkeit der Effizienzsteigerung werden auch den ÖD mittelfristig nicht unberührt lassen.
Für NRW wird das teilweise auch gerade umgesetzt. Seit Mai/Juni gibt es für große Teile der Ministerien strenge Sparvorgaben und im Geschäftsbereich sind bei uns aktuell nur 50% Neueinstellungen im Vergleich zu den Neubesetzungen des letzten Jahres vorgesehen.
30.07.2025, 18:57
Gerade überschlagen sich die GKs doch wieder mit Erfolgsmeldungen zu ihrem Geschäftsjahr. Überall Umsatzrekorde. Scheint also gar nicht so schlecht zu laufen.
31.07.2025, 09:30
31.07.2025, 09:59
Also mir geht es momentan genauso. Ich möchte nicht meckern, aber man könnte doch meinen, dass man in Deutschland mit zwei absolvierten Staatsexamen (unabhängig von der Note) leicht einen Job finden müsste! Dem ist allerdings überhaupt nicht so. Es gibt drei Nischen: 1. GK (da möchten die meisten ja nicht hin oder die Noten reichen nicht aus) 2. Unternehmensjuristen (alle möchten FUNDIERTE Arbeitserfahrungen im Wirtschaftsrecht) 3. Selbstständige Rechtsanwälte, die keine Kapazität haben einen Neuling einzuarbeiten und dafür zu zahlen oder vielleicht noch 4. Ämter / Behörden (ebenfalls abhängig von VB)
Wenn man außerhalb der Jura-Welt nach Jobs sucht, beispielsweise im Sozialwesen / Ämtern / HR etc. nehmen diese Unternehmen dann lieber jemanden der beispielsweise Soziale Arbeit oder BWL studiert hat oder die Bezahlung ist unterirdisch.
Ich frage mich echt, warum man sich diese ganzen Jahre abgeschuftet, gelernt und abgerackert hat, wenn man am Ende doch so wenig Möglichkeiten hat. Im Nachhinein hätte mir ein Bachelor / Master Studium so viel Stress erspart und ich wäre auf dem gleichen Stand wie jetzt - nur mit mehr Berufserfahrung, weil man eben nicht bis Ende zwanzig studiert / im Referendariat ist.
Wenn man außerhalb der Jura-Welt nach Jobs sucht, beispielsweise im Sozialwesen / Ämtern / HR etc. nehmen diese Unternehmen dann lieber jemanden der beispielsweise Soziale Arbeit oder BWL studiert hat oder die Bezahlung ist unterirdisch.
Ich frage mich echt, warum man sich diese ganzen Jahre abgeschuftet, gelernt und abgerackert hat, wenn man am Ende doch so wenig Möglichkeiten hat. Im Nachhinein hätte mir ein Bachelor / Master Studium so viel Stress erspart und ich wäre auf dem gleichen Stand wie jetzt - nur mit mehr Berufserfahrung, weil man eben nicht bis Ende zwanzig studiert / im Referendariat ist.
31.07.2025, 10:16
(31.07.2025, 09:59)Berufseinsteiger1024 schrieb: Also mir geht es momentan genauso. Ich möchte nicht meckern, aber man könnte doch meinen, dass man in Deutschland mit zwei absolvierten Staatsexamen (unabhängig von der Note) leicht einen Job finden müsste! Dem ist allerdings überhaupt nicht so. Es gibt drei Nischen: 1. GK (da möchten die meisten ja nicht hin oder die Noten reichen nicht aus) 2. Unternehmensjuristen (alle möchten FUNDIERTE Arbeitserfahrungen im Wirtschaftsrecht) 3. Selbstständige Rechtsanwälte, die keine Kapazität haben einen Neuling einzuarbeiten und dafür zu zahlen oder vielleicht noch 4. Ämter / Behörden (ebenfalls abhängig von VB)
Wenn man außerhalb der Jura-Welt nach Jobs sucht, beispielsweise im Sozialwesen / Ämtern / HR etc. nehmen diese Unternehmen dann lieber jemanden der beispielsweise Soziale Arbeit oder BWL studiert hat oder die Bezahlung ist unterirdisch.
Ich frage mich echt, warum man sich diese ganzen Jahre abgeschuftet, gelernt und abgerackert hat, wenn man am Ende doch so wenig Möglichkeiten hat. Im Nachhinein hätte mir ein Bachelor / Master Studium so viel Stress erspart und ich wäre auf dem gleichen Stand wie jetzt - nur mit mehr Berufserfahrung, weil man eben nicht bis Ende zwanzig studiert / im Referendariat ist.
Ich kann deinen Frust verstehen. Aber versuche es etwas zu relativieren. Die Wirtschaftslage ist einfach schlecht und natürlich hast du keinen Anspruch, direkt nach dem Abschluss überall genommen zu werden. Das ist auch in anderen Berufen nicht anders, ich glaube aber, im juristischen lebt man über Studium und Ref einfach fernab der Realität auf dem Arbeitsmarkt, weil man sich damit oft gar nicht beschäftigt.
Mit Jura kannst du immer noch viele Stellen finden, und jedenfalls auf jeden Fall überdurchschnittlich verdienen. Hab etwas Geduld. Versuche die Zeit, in der du suchst, irgendwie sinnvoll zu nutzen.
Und Behörden nehmen auch Leute ohne VB. Oft reichen bspw. 13 Punkte in beiden.
31.07.2025, 10:20
(31.07.2025, 10:16)E-135 schrieb:(31.07.2025, 09:59)Berufseinsteiger1024 schrieb: Also mir geht es momentan genauso. Ich möchte nicht meckern, aber man könnte doch meinen, dass man in Deutschland mit zwei absolvierten Staatsexamen (unabhängig von der Note) leicht einen Job finden müsste! Dem ist allerdings überhaupt nicht so. Es gibt drei Nischen: 1. GK (da möchten die meisten ja nicht hin oder die Noten reichen nicht aus) 2. Unternehmensjuristen (alle möchten FUNDIERTE Arbeitserfahrungen im Wirtschaftsrecht) 3. Selbstständige Rechtsanwälte, die keine Kapazität haben einen Neuling einzuarbeiten und dafür zu zahlen oder vielleicht noch 4. Ämter / Behörden (ebenfalls abhängig von VB)
Wenn man außerhalb der Jura-Welt nach Jobs sucht, beispielsweise im Sozialwesen / Ämtern / HR etc. nehmen diese Unternehmen dann lieber jemanden der beispielsweise Soziale Arbeit oder BWL studiert hat oder die Bezahlung ist unterirdisch.
Ich frage mich echt, warum man sich diese ganzen Jahre abgeschuftet, gelernt und abgerackert hat, wenn man am Ende doch so wenig Möglichkeiten hat. Im Nachhinein hätte mir ein Bachelor / Master Studium so viel Stress erspart und ich wäre auf dem gleichen Stand wie jetzt - nur mit mehr Berufserfahrung, weil man eben nicht bis Ende zwanzig studiert / im Referendariat ist.
Ich kann deinen Frust verstehen. Aber versuche es etwas zu relativieren. Die Wirtschaftslage ist einfach schlecht und natürlich hast du keinen Anspruch, direkt nach dem Abschluss überall genommen zu werden. Das ist auch in anderen Berufen nicht anders, ich glaube aber, im juristischen lebt man über Studium und Ref einfach fernab der Realität auf dem Arbeitsmarkt, weil man sich damit oft gar nicht beschäftigt.
Mit Jura kannst du immer noch viele Stellen finden, und jedenfalls auf jeden Fall überdurchschnittlich verdienen. Hab etwas Geduld. Versuche die Zeit, in der du suchst, irgendwie sinnvoll zu nutzen.
Und Behörden nehmen auch Leute ohne VB. Oft reichen bspw. 13 Punkte in beiden.
Danke für deine aufbauenden und ermutigenden Worte.. Ja, ich glaube echt man lebt fernab von der beruflichen Realität. Es ist wirklich total frustrierend und man fühlt sich total "nutzlos" und denkt sich, hey ich hab so viel geleistet und finde jetzt nicht mal ein Job. Ich bin aber auch sehr ungeduldig.
31.07.2025, 11:44
Naja, Angebot und Nachfrage. Jura ist mit BWL das beliebteste Studienfach. Die Schwierigkeit eines Studiums ist auch kein Maßstab. Davon können bspw. Mathe- und Physikabsolventen ein Lied von singen. Neben der Schwierigkeit des Studiums kommt dort noch regelmäßig internationale Konkurrenz hinzu. Ich habe in meinem Bekanntenkreis Absolventen der Fahrzeugtechnik und Chemie. Schwere Studiengänge, der Einstieg bzw. die erneute Jobsuche erweist sich allerdings als steinig und kompetitiv.
31.07.2025, 12:56
(31.07.2025, 10:20)Berufseinsteiger1024 schrieb:(31.07.2025, 10:16)E-135 schrieb:(31.07.2025, 09:59)Berufseinsteiger1024 schrieb: Also mir geht es momentan genauso. Ich möchte nicht meckern, aber man könnte doch meinen, dass man in Deutschland mit zwei absolvierten Staatsexamen (unabhängig von der Note) leicht einen Job finden müsste! Dem ist allerdings überhaupt nicht so. Es gibt drei Nischen: 1. GK (da möchten die meisten ja nicht hin oder die Noten reichen nicht aus) 2. Unternehmensjuristen (alle möchten FUNDIERTE Arbeitserfahrungen im Wirtschaftsrecht) 3. Selbstständige Rechtsanwälte, die keine Kapazität haben einen Neuling einzuarbeiten und dafür zu zahlen oder vielleicht noch 4. Ämter / Behörden (ebenfalls abhängig von VB)
Wenn man außerhalb der Jura-Welt nach Jobs sucht, beispielsweise im Sozialwesen / Ämtern / HR etc. nehmen diese Unternehmen dann lieber jemanden der beispielsweise Soziale Arbeit oder BWL studiert hat oder die Bezahlung ist unterirdisch.
Ich frage mich echt, warum man sich diese ganzen Jahre abgeschuftet, gelernt und abgerackert hat, wenn man am Ende doch so wenig Möglichkeiten hat. Im Nachhinein hätte mir ein Bachelor / Master Studium so viel Stress erspart und ich wäre auf dem gleichen Stand wie jetzt - nur mit mehr Berufserfahrung, weil man eben nicht bis Ende zwanzig studiert / im Referendariat ist.
Ich kann deinen Frust verstehen. Aber versuche es etwas zu relativieren. Die Wirtschaftslage ist einfach schlecht und natürlich hast du keinen Anspruch, direkt nach dem Abschluss überall genommen zu werden. Das ist auch in anderen Berufen nicht anders, ich glaube aber, im juristischen lebt man über Studium und Ref einfach fernab der Realität auf dem Arbeitsmarkt, weil man sich damit oft gar nicht beschäftigt.
Mit Jura kannst du immer noch viele Stellen finden, und jedenfalls auf jeden Fall überdurchschnittlich verdienen. Hab etwas Geduld. Versuche die Zeit, in der du suchst, irgendwie sinnvoll zu nutzen.
Und Behörden nehmen auch Leute ohne VB. Oft reichen bspw. 13 Punkte in beiden.
Danke für deine aufbauenden und ermutigenden Worte.. Ja, ich glaube echt man lebt fernab von der beruflichen Realität. Es ist wirklich total frustrierend und man fühlt sich total "nutzlos" und denkt sich, hey ich hab so viel geleistet und finde jetzt nicht mal ein Job. Ich bin aber auch sehr ungeduldig.
ich verstehe den Frust, aber aus meiner Sicht und mit etwas längere Blick auf den Markt, haben wir derzeit nur einen "normalen" Arbeitsmarkt für Juristen. Der Hype der letzten Jahre ist weg.
Als ich in den 00-Jahren fertig geworden bin, war es normal, dass man 50 Bewerbungen direkt nach dem Ref abgesetzt hat und war froh wenn jemand irgendwo in Deutschland dir geantwortet hat. Zum Beginn meines Studiums lief der Rest der Welle der Wiedervereinigung durch das Land und fast jeder konnte bei der Justiz in den neuen Bundesländern einsteigen und der Einheitsboom hat dazu geführt, dass dir überall empfohlen wurde Jura zu studieren
Trotzdem werden die Absolventen, die nun fertig sind, Jobs bekommen. Man wird aber je nach Note Kompromisse eingehen müssen.