01.10.2021, 14:01
Es war keine GK, sondern ein Großunternehmen, das wohl viele Zweitgespräche geführt hat.
01.10.2021, 14:33
(30.09.2021, 14:46)Gast schrieb: Absage bei GK nach dem 2. Gespräch, nachdem ich gesagt habe, dass ich ein Angebot hätte in die Justiz zu gehen. Ich hatte deutlich gemacht, dass ich mich zwischen den beiden Optionen entscheiden würde und da hat man mir die Entscheidung abgenommen. Schade eigentlich, denn hätten sie mir ein Angebot gemacht, hätte ich wohl zugesagt.
Hab im Moment allerdings nicht das Gefühl, dass die GKen gerade so super viele Bewerber haben.
Ich meine das nicht böse, aber ich hätte dich als GK auch abgelehnt, wenn du erwähnt hast, dass du eine Zusage von der Justiz hast. Denn allein, dass du dich da beworben hast zeigt, dass du es dir gut vorstellen kannst und es ist nun mal eine komplett andere Arbeit als in der GK. Wenn der Bewerber jetzt schon sagt, dass er das auch als Option für sich erachtet, würde ich als GK davon ausgehen, dass er sowieso nach einigen Jahren Geld verdienen schon planmäßig in die Justiz gehen wird.
Ich wette, wenn du gesagt hättest dass du ein anderes Angebot von einer GK hast: dann hätten sie dir auch zugesagt. Aber mit Justiz als anderen potentiellen Arbeitgeber so offen kommuniziert: wundert mich ehrlich gesagt nicht, dass sie dich dann nicht nehmen.
01.10.2021, 14:35
Bei uns (GK) genauso: - kommt auch mal vor, dass jemand nach dem zweiten Gespräch eine Absage bekommt.
Ein Grund dafür (oben beschrieben): keine richtige Orientierung.
Die Arbeit in der GK muss man zumindest auch anstreben. Wenn jemand direkt äußert mit der Justiz zu liebäugeln, zeigt die Person, dass es ihr eigentlich egal ist wie die Arbeit (inhaltlich) ausschaut und man vielleicht auch langfristig nicht so viel Arbeit haben möchte. Daher kommt die Absage.
Ein Grund dafür (oben beschrieben): keine richtige Orientierung.
Die Arbeit in der GK muss man zumindest auch anstreben. Wenn jemand direkt äußert mit der Justiz zu liebäugeln, zeigt die Person, dass es ihr eigentlich egal ist wie die Arbeit (inhaltlich) ausschaut und man vielleicht auch langfristig nicht so viel Arbeit haben möchte. Daher kommt die Absage.
01.10.2021, 15:52
Eigentlich traurig, dass alle lieber angelogen werden wollen. Dann muss der Berufseinsteiger halt erzählen, dass er schon immer nur M&A machen wollte und in Kanzleibettwäsche geschlafen hat.
Klar gibt es solche Leute und die meisten Absolventen haben auch eine Vorstellung, was sie in 20 Jahren machen wollen. Trotzdem hat man nach dem 2. Examen noch lange nicht alles kennen gelernt und kann seine Vorlieben und Prioritäten auch noch ändern. Vielseitiges Interesse würde ich außerdem auch als Pluspunkt sehen (natürlich solange man nicht sprunghaft ist) im Gegensatz zu: "ich mach nur das, ich wollte schon immer nur das und den Rest schau ich nicht mal an". Außerdem kann auch so eine Person dann von Spezialkanzlei 1 zu Spezialkanzlei 2 gehen. Das ist für Spezialkanzlei 1 auch nicht besser als ein Wechsel in die Justiz.
Mal ein Kontrapunkt: ich habe meiner Kanzlei (MK) im ersten Gespräch gesagt, dass ich mich auch bei der Justiz beworben habe. Sie wollten mich aber in jedem Fall und die ehrliche Kommunikation wird in beide Richtungen auch wertgeschätzt.
Klar gibt es solche Leute und die meisten Absolventen haben auch eine Vorstellung, was sie in 20 Jahren machen wollen. Trotzdem hat man nach dem 2. Examen noch lange nicht alles kennen gelernt und kann seine Vorlieben und Prioritäten auch noch ändern. Vielseitiges Interesse würde ich außerdem auch als Pluspunkt sehen (natürlich solange man nicht sprunghaft ist) im Gegensatz zu: "ich mach nur das, ich wollte schon immer nur das und den Rest schau ich nicht mal an". Außerdem kann auch so eine Person dann von Spezialkanzlei 1 zu Spezialkanzlei 2 gehen. Das ist für Spezialkanzlei 1 auch nicht besser als ein Wechsel in die Justiz.
Mal ein Kontrapunkt: ich habe meiner Kanzlei (MK) im ersten Gespräch gesagt, dass ich mich auch bei der Justiz beworben habe. Sie wollten mich aber in jedem Fall und die ehrliche Kommunikation wird in beide Richtungen auch wertgeschätzt.
01.10.2021, 16:05
(30.09.2021, 13:23)Gast schrieb: Wem ist das auch schon mal passiert?
Umgekehrt ist es dagegen ein recht erhabenes Gefühl, Kanzeleien abzusagen, (natürlich) nach der 2. Runde, wenn man sie und die Kollegen etwas besser kennen gelernt hat. Ich hab gestern einer für den Rechtsbereich recht bekannten und starken Kanzlei abgesagt und die waren etwas perplex, dass einer mal nicht zu ihnen will... Kam eine etwas angefasste Reaktion, was mich noch mal bestärkt hat, dass es die richtige Entscheidung war.
01.10.2021, 16:52
(01.10.2021, 15:52)Gast schrieb: Eigentlich traurig, dass alle lieber angelogen werden wollen. Dann muss der Berufseinsteiger halt erzählen, dass er schon immer nur M&A machen wollte und in Kanzleibettwäsche geschlafen hat.
Klar gibt es solche Leute und die meisten Absolventen haben auch eine Vorstellung, was sie in 20 Jahren machen wollen. Trotzdem hat man nach dem 2. Examen noch lange nicht alles kennen gelernt und kann seine Vorlieben und Prioritäten auch noch ändern. Vielseitiges Interesse würde ich außerdem auch als Pluspunkt sehen (natürlich solange man nicht sprunghaft ist) im Gegensatz zu: "ich mach nur das, ich wollte schon immer nur das und den Rest schau ich nicht mal an". Außerdem kann auch so eine Person dann von Spezialkanzlei 1 zu Spezialkanzlei 2 gehen. Das ist für Spezialkanzlei 1 auch nicht besser als ein Wechsel in die Justiz.
Mal ein Kontrapunkt: ich habe meiner Kanzlei (MK) im ersten Gespräch gesagt, dass ich mich auch bei der Justiz beworben habe. Sie wollten mich aber in jedem Fall und die ehrliche Kommunikation wird in beide Richtungen auch wertgeschätzt.
Niemand in der Kanzlei ist so verblendet, aber wenn man in der Bewerbungsphase zwischen diesen Alternativen schwankt, dann wirft es kein super Licht auf einen (zumindest bei einer Bewerbung in der GK). Ganz schnell ist da der Eindruck verfestigt, dass die Person sich mal für ein bis 2 Jahre mit 120+k bezahlen lassen möchte, um dann doch zur Justiz zu gehen.
01.10.2021, 16:59
(01.10.2021, 16:52)Gast schrieb:(01.10.2021, 15:52)Gast schrieb: Eigentlich traurig, dass alle lieber angelogen werden wollen. Dann muss der Berufseinsteiger halt erzählen, dass er schon immer nur M&A machen wollte und in Kanzleibettwäsche geschlafen hat.
Klar gibt es solche Leute und die meisten Absolventen haben auch eine Vorstellung, was sie in 20 Jahren machen wollen. Trotzdem hat man nach dem 2. Examen noch lange nicht alles kennen gelernt und kann seine Vorlieben und Prioritäten auch noch ändern. Vielseitiges Interesse würde ich außerdem auch als Pluspunkt sehen (natürlich solange man nicht sprunghaft ist) im Gegensatz zu: "ich mach nur das, ich wollte schon immer nur das und den Rest schau ich nicht mal an". Außerdem kann auch so eine Person dann von Spezialkanzlei 1 zu Spezialkanzlei 2 gehen. Das ist für Spezialkanzlei 1 auch nicht besser als ein Wechsel in die Justiz.
Mal ein Kontrapunkt: ich habe meiner Kanzlei (MK) im ersten Gespräch gesagt, dass ich mich auch bei der Justiz beworben habe. Sie wollten mich aber in jedem Fall und die ehrliche Kommunikation wird in beide Richtungen auch wertgeschätzt.
Niemand in der Kanzlei ist so verblendet, aber wenn man in der Bewerbungsphase zwischen diesen Alternativen schwankt, dann wirft es kein super Licht auf einen (zumindest bei einer Bewerbung in der GK). Ganz schnell ist da der Eindruck verfestigt, dass die Person sich mal für ein bis 2 Jahre mit 120+k bezahlen lassen möchte, um dann doch zur Justiz zu gehen.
Wenn man als Kanzlei noch wählen kann, verstehe ich die Perspektive natürlich, dass man lieber den/die Kandidaten/in nimmt, die den Eindruck macht, sich am liebsten bis zur Partnerschaft reinzuhängen. Aber so ist der Markt ja nicht mehr... Und man muss auch ehrlich sagen, dass die Kanzleien selbst dieses "paar-Jahre-dann-bitte-der-nächste" jahrelang so gehandhabt haben.* Wenn sich die Bewerber perspektivisch daran dann anpassen, ist es also auch wieder nicht recht...
*) Bei Azur zu Freshfields steht das ziemlich deutlich, dass es noch immer so gelebt wird, immerhin mit 4 statt "nur" 2 Jahren: "Für sehr viele ist die Kanzlei eine attraktive Adresse für den Start in den Anwaltsberuf. Mit ausgezeichneter Bezahlung, guter Ausbildung und der Mitarbeit an hochkarätigen Mandaten im Rücken wechseln viele junge Juristen nach ein paar Jahren bei Freshfields in eine andere Kanzlei oder in ein Unternehmen. Einer der Gründe dafür ist, dass Freshfields nur wenigen eine Partnerperspektive bieten kann. Nach etwa vier Jahren steigen Nachwuchsanwälte zum Principal Associate auf – oder sie verlassen in aller Regel die Kanzlei, denn dieser Titel ist eine erste Weichenstellung auf dem Karriereweg."
https://www.azur-online.de/artikel/fresh...beitgeber/
01.10.2021, 17:16
(01.10.2021, 15:52)Gast schrieb: Eigentlich traurig, dass alle lieber angelogen werden wollen. Dann muss der Berufseinsteiger halt erzählen, dass er schon immer nur M&A machen wollte und in Kanzleibettwäsche geschlafen hat.
Klar gibt es solche Leute und die meisten Absolventen haben auch eine Vorstellung, was sie in 20 Jahren machen wollen. Trotzdem hat man nach dem 2. Examen noch lange nicht alles kennen gelernt und kann seine Vorlieben und Prioritäten auch noch ändern. Vielseitiges Interesse würde ich außerdem auch als Pluspunkt sehen (natürlich solange man nicht sprunghaft ist) im Gegensatz zu: "ich mach nur das, ich wollte schon immer nur das und den Rest schau ich nicht mal an". Außerdem kann auch so eine Person dann von Spezialkanzlei 1 zu Spezialkanzlei 2 gehen. Das ist für Spezialkanzlei 1 auch nicht besser als ein Wechsel in die Justiz.
Mal ein Kontrapunkt: ich habe meiner Kanzlei (MK) im ersten Gespräch gesagt, dass ich mich auch bei der Justiz beworben habe. Sie wollten mich aber in jedem Fall und die ehrliche Kommunikation wird in beide Richtungen auch wertgeschätzt.
Naja, das ist aber in der Justiz/ÖD ja nicht anders: wenn du da im AC sagst, dass du dir auch GK vorstellen kannst und nochmal überlegst, wo du zusagst, dann bist du da auch raus - denn da musst du halt auch raushängen lassen, dass du schon mit dem Aufsaugen der Muttermilch wusstest, dass du nur das machen willst.
Das kenne ich von Freunden aus anderen Fachbereichen übrigens nicht anders und es ist ja am Ende auch eine Frage sich (taktisch klug und gut) zu verkaufen. Auch das will gelernt sein. Jeder Arbeitgeber möchte gerne hören, dass man unbedingt zu ihm will…als Bewerber doch nicht anders: du willst doch auch hören, dass man dich möchte und nicht ein “joah, also wenn Sie wollen, aber hmmm nen anderen könnten wir auch nehmen.”
05.10.2021, 16:46
Ich hab mal bei einem Konzern nach dem vierten (!) Gespräch eine Absage bekommen. Einmal komplett durchgereicht worden - Recruiterin, Leiter Rechtsabteilung, Prokurist, Geschäftsführer. Alles Einzelgespräche von einer Stunde.
Erst hab ich mich über die verschwendete Lebenszeit geärgert, aber wie hier schon jemand schrieb: Es kann nur einen geben. Und letztlich ist jedes Bewerbungsgespräch auch ein Training.
Paar Monate später bei anderem Konzern in der Branche angefangen und jetzt sehr zufrieden.
Erst hab ich mich über die verschwendete Lebenszeit geärgert, aber wie hier schon jemand schrieb: Es kann nur einen geben. Und letztlich ist jedes Bewerbungsgespräch auch ein Training.
Paar Monate später bei anderem Konzern in der Branche angefangen und jetzt sehr zufrieden.
05.10.2021, 18:57
Gab es eine Begründung?










