28.01.2026, 10:36
(28.01.2026, 08:29)Riecko schrieb: Also um mal eine positive Note einzubringen:
Bei mir in der Umgebung haben alle Menschen schnell einen Job gefunden (Alle in NRW, alle 2025 oder 2026).
Zwei in einer GK (Deutsche "Tier 1") (allerdings beide bekannt und bewährt und 2x VB; nehme es nur zur Vollständigkeit hier auf)
Eine Bekannte in einer "kleineren GK" durch Initiativbewerbung (VB und 7,XX; 110k)
Ein Bekannter in einer kleinen Kanzlei als Strafverteidiger (Vermittlung durch einen Bekannten) (2x a; allerdings "nur" 45k; Leben eines angestellten Strafverteidigers, da gibt es nicht viel :D)
Einer hat in einem Unternehmen als Syndikus angefangen (B und B, 72K).
Eine ist jetzt Prüfungsassistentin in einer kleinen WP (52K, A und B).
Einer in einer kleinen, aber in ihrer Umgebung renommierten Kanzlei (Stadt mit 50k Einwohnern) (B und VB, 60k "Track" zum Notar).
Zwei in einer Bundesbehörde, A13 (jeweils 2x B).
Das ist wirklich top. Liegt vllt a bissl an NRW (Landesverwaltung, Bundesverwaltung und mit DD und Köln die GKs/MKs), aber trotzdem wirklich gute Quote was begehrte Stellen angeht. Vor allem Bundesbhörde direkt A13 mit 2x B ist 2025/2026 schon richtig nice. Und mit 2xa beim Strafverteidiger unterzukommen ist auch alles andere als einfach.
28.01.2026, 12:57
(27.01.2026, 22:16)ForumBenutzer schrieb:(27.01.2026, 13:35)Bro schrieb:(27.01.2026, 13:27)GKSucher77 schrieb:(27.01.2026, 13:24)Bro schrieb:(27.01.2026, 10:35)nachdenklich schrieb: Wie viel BE hast du denn ungefähr (grobes Intervall)? Hätte nicht gedacht das Big4 Legal solche Gehälter zahlt, auch mit einigen Jahren BE. Wäre hier von 70-80k ausgegangen. Zumal die seit einiger Zeit scheinbar sehr selektiv bei den Einstellungen sind und grundsätzlich hohe Notenanforderungen haben. Zu meiner Ref-Zeit hieß es noch, dass man da mit 2x befrieidgend realistische Chancen hätte; Das ist mit Sicherheit nicht mehr der Fall (Es sei denn 2x befriedigend setzt sich aus 8,5 und 8,5 zusammen, Nischenbereich wie Vergaberecht o.ä.).
Ich habe aber im Allgemeinen das Gefühl, dass größere MKs wie Aderhold, Brandi, , Aulinger, CBH, Grüter, Streitbürger, Spieker, Baker Tilly, Melchers, Lutz Abel, Bender usw sehr sehr selektiv sind, teilweise wird auch Promotion vorausgesetzt bzw "gerne gesehen" (was heutzutage nahezu gleichzusetzen ist).
Hab fast 19 aus zwei Examen, Dr. und ca. 2 Jahre BE. Von den meisten Großkanzleien hagelt es aber Absagen um ehrlich zu sein.
Auf Associate-Stellen mit dem Profil? Echt beunruhigend...
Jap, weitgehend sogar Stellen für Berufseinsteiger. Hab inzwischen ca. 20 Bewerbungen geschrieben. 17 Absagen ohne Einladung zum Interview, von den drei Interviews zwei Absagen und einer Kanzlei (PWC Legal) habe ich selbst abgesagt. Konnte mir zum Ref noch alles aussuchen, hab u.a. ne Station bei Freshfields gemacht. Bin auch sehr erstaunt und überlege mir gerade, wie es weitergehend soll.
So geht es aktuell vielen. Zunächst mal: Unabhängig von der Note gibt es kein Anrecht bei einem gewissen Arbeitgeber (bspw. einer GK) zu arbeiten. Um deiner Vermutung entgegen zu kommen: In der von dir genannten Kanzlei mit dem Bustaben F (Ref Station) gab es Ende 2025 in Frankfurt mehrere Einstellungen. Und ohne zu viel zu spoilern: davon hatte nicht jeder im zweiten ein vb, mehr möchte ich dazu aber nicht sagen. Soll heißen: Vielleicht hat dort deine Nase nicht gefallen, dein Charakter, deine Arbeitsmoral? Denn man stellt lieber einen bekannten Ex-Refi ein oder ehemaligen WisMit, auch wenn ihm ein Punkt fehlt, wenn man diesem zutraut sich in Zukunft reinzufuchsen oder die erfoderlichen Stunden zu kloppen. Was bringt der 2x12 Punkte Kandidat der in der Station dadurch in Erinnerung blieb immer um 18 Uhr gehen zu wollen oder für jede Ausarbeitung zu lange zu brauchen? Nur ein kleiner Denkanstoß. Wünsche Dir trotzdem viel Erfolg weiterhin. Und 20 Bewerbungen sind nicht viel. Melde dich nochmal nach 50 oder 100 wieder :)
Dass man mit "bekannt und bewährt" eher reinkommt, ist schon klar. Dass Freshfields Leute ohne Doppel-VB einstellt, wundert mich da nn doch schon etwas. Aber gut zu hören, dass es sowas gibt. Steuerrecht möchte ichtrotzdem nicht machen
Naja bei mir ist es halt so, dass ich gerne die Kanzlei wechseln möchte, aber auch nicht bereit bin, 50h für 80k zu arbeiten anstatt für 55h dann eigentlich auch 140-160k bekommen zu können. Da gibt es gar nicht mehr so viele Kanzleien, bei denen ich mir vorstellen könnte, zu arbeiten. Deswegen jetzt die Frage, was man in den kleineren Einheiten erwarten kann. Für eine angenehme Stimmung und gute Karrierechancen kannman schon Abstriche machen.
28.01.2026, 19:21
(28.01.2026, 12:57)Bro schrieb:Dein Vergleich hinkt aber doch, da du kein Angebot von einer Kanzlei hast, die dir für 55h 140k zahlt, hast du diese Möglichkeit derzeit gar nicht. Das es solche Jobs gibt sei mal dahingestellt, aber eben zu diesem Zeitpunkt nicht für dich (wenn ich deine bisherigen Posts richtig verstehe). Nur weil eine Kanzlei kleiner ist, heißt es leider noch lange nicht dass die Stimmung gut ist. Das merkst du sowieso immer erst nach einigen Wochen... Ich bin generell aber voll bei dir, der Deal in KK oder MK ist oft nicht sonderlich attraktiv für den Einstieg, da man trotzdem kaum Freizeit hat und deutlich weniger verdient. Ich hatte bspw. ein Angebot von einer MK für 82k jedoch wurden dort billable Vorgaben gemacht und die Arbeitszeit war (mindestens) von 9-19 Uhr, eher länger. Da nehm ich lieber etwas weniger und arbeite nur bis 16 Uhr. Die Zeit bekommt man nie mehr zurück und die große Karriere machen ohnehin die wenigstens Associates in solchen Kanzleien.(27.01.2026, 22:16)ForumBenutzer schrieb:(27.01.2026, 13:35)Bro schrieb:(27.01.2026, 13:27)GKSucher77 schrieb:(27.01.2026, 13:24)Bro schrieb: Hab fast 19 aus zwei Examen, Dr. und ca. 2 Jahre BE. Von den meisten Großkanzleien hagelt es aber Absagen um ehrlich zu sein.
Auf Associate-Stellen mit dem Profil? Echt beunruhigend...
Jap, weitgehend sogar Stellen für Berufseinsteiger. Hab inzwischen ca. 20 Bewerbungen geschrieben. 17 Absagen ohne Einladung zum Interview, von den drei Interviews zwei Absagen und einer Kanzlei (PWC Legal) habe ich selbst abgesagt. Konnte mir zum Ref noch alles aussuchen, hab u.a. ne Station bei Freshfields gemacht. Bin auch sehr erstaunt und überlege mir gerade, wie es weitergehend soll.
So geht es aktuell vielen. Zunächst mal: Unabhängig von der Note gibt es kein Anrecht bei einem gewissen Arbeitgeber (bspw. einer GK) zu arbeiten. Um deiner Vermutung entgegen zu kommen: In der von dir genannten Kanzlei mit dem Bustaben F (Ref Station) gab es Ende 2025 in Frankfurt mehrere Einstellungen. Und ohne zu viel zu spoilern: davon hatte nicht jeder im zweiten ein vb, mehr möchte ich dazu aber nicht sagen. Soll heißen: Vielleicht hat dort deine Nase nicht gefallen, dein Charakter, deine Arbeitsmoral? Denn man stellt lieber einen bekannten Ex-Refi ein oder ehemaligen WisMit, auch wenn ihm ein Punkt fehlt, wenn man diesem zutraut sich in Zukunft reinzufuchsen oder die erfoderlichen Stunden zu kloppen. Was bringt der 2x12 Punkte Kandidat der in der Station dadurch in Erinnerung blieb immer um 18 Uhr gehen zu wollen oder für jede Ausarbeitung zu lange zu brauchen? Nur ein kleiner Denkanstoß. Wünsche Dir trotzdem viel Erfolg weiterhin. Und 20 Bewerbungen sind nicht viel. Melde dich nochmal nach 50 oder 100 wieder :)
Dass man mit "bekannt und bewährt" eher reinkommt, ist schon klar. Dass Freshfields Leute ohne Doppel-VB einstellt, wundert mich da nn doch schon etwas. Aber gut zu hören, dass es sowas gibt. Steuerrecht möchte ichtrotzdem nicht machen![]()
Naja bei mir ist es halt so, dass ich gerne die Kanzlei wechseln möchte, aber auch nicht bereit bin, 50h für 80k zu arbeiten anstatt für 55h dann eigentlich auch 140-160k bekommen zu können. Da gibt es gar nicht mehr so viele Kanzleien, bei denen ich mir vorstellen könnte, zu arbeiten. Deswegen jetzt die Frage, was man in den kleineren Einheiten erwarten kann. Für eine angenehme Stimmung und gute Karrierechancen kannman schon Abstriche machen.
28.01.2026, 22:14
Ich zahle für 20 Stunden pro Woche 2800 EUR pro Monat zzgl Firmenwagen und andere Sachbezüge. Derzeit ausschließlich Homeoffice und später möglicherweise eine Anwesenheit in Präsenz. Die Gesamtpunktzahl meiner Angestellten ist weniger als 13 Punkte.
29.01.2026, 17:25
(28.01.2026, 22:14)mittelmäßig25 schrieb: Ich zahle für 20 Stunden pro Woche 2800 EUR pro Monat zzgl Firmenwagen und andere Sachbezüge. Derzeit ausschließlich Homeoffice und später möglicherweise eine Anwesenheit in Präsenz. Die Gesamtpunktzahl meiner Angestellten ist weniger als 13 Punkte.
Dafür wahrscheinlich aber ordentlich BE. Ansonsten ist das wirklich ein sehr ordentliches Gehalt für eine 1/2 Stelle.
29.01.2026, 18:14
(29.01.2026, 17:25)nachdenklich schrieb:(28.01.2026, 22:14)mittelmäßig25 schrieb: Ich zahle für 20 Stunden pro Woche 2800 EUR pro Monat zzgl Firmenwagen und andere Sachbezüge. Derzeit ausschließlich Homeoffice und später möglicherweise eine Anwesenheit in Präsenz. Die Gesamtpunktzahl meiner Angestellten ist weniger als 13 Punkte.
Dafür wahrscheinlich aber ordentlich BE. Ansonsten ist das wirklich ein sehr ordentliches Gehalt für eine 1/2 Stelle.
Also die Angestelltte hat etwa ein halbes Jahr Berufserfahrung. Aber dafür muss sie auch vollständig autonom arbeiten und alles machen. Von Mandantengespräche, Gerichtstermine, Zwangsvollstreckung & Abrechnung. Das war für mich der Deal. Auch glaube ich, dass eine attraktive Vergütung & Homeoffice die Arbeitsmoral erst wirklich steigert. Eine Freundin hat sich beworben, bei welcher die Stellenausschreibung lautete "attraktive Vergütung". Im Gespräch wurden ihr dann 3.800 EUR pM für 40 Stunden pro Woche geboten. Dass das nicht sonderlich interessant ist, dürfte offenkundig sein.
29.01.2026, 18:26
(29.01.2026, 18:14)mittelmäßig25 schrieb:(29.01.2026, 17:25)nachdenklich schrieb:(28.01.2026, 22:14)mittelmäßig25 schrieb: Ich zahle für 20 Stunden pro Woche 2800 EUR pro Monat zzgl Firmenwagen und andere Sachbezüge. Derzeit ausschließlich Homeoffice und später möglicherweise eine Anwesenheit in Präsenz. Die Gesamtpunktzahl meiner Angestellten ist weniger als 13 Punkte.
Dafür wahrscheinlich aber ordentlich BE. Ansonsten ist das wirklich ein sehr ordentliches Gehalt für eine 1/2 Stelle.
Also die Angestelltte hat etwa ein halbes Jahr Berufserfahrung. Aber dafür muss sie auch vollständig autonom arbeiten und alles machen. Von Mandantengespräche, Gerichtstermine, Zwangsvollstreckung & Abrechnung. Das war für mich der Deal. Auch glaube ich, dass eine attraktive Vergütung & Homeoffice die Arbeitsmoral erst wirklich steigert. Eine Freundin hat sich beworben, bei welcher die Stellenausschreibung lautete "attraktive Vergütung". Im Gespräch wurden ihr dann 3.800 EUR pM für 40 Stunden pro Woche geboten. Dass das nicht sonderlich interessant ist, dürfte offenkundig sein.
Respekt, dafür bedarf es wirklich eine ordentliche Portion Eigenverantwortlichkeit und auch selbstbewusstsein.
Hat deine Freundin die Stelle angenommen? Je nach Region ist das halt das übliche Einstiegsgehalt bei kleineren und mittleren Sozietäten :/
29.01.2026, 18:30
(29.01.2026, 18:26)nachdenklich schrieb:(29.01.2026, 18:14)mittelmäßig25 schrieb:(29.01.2026, 17:25)nachdenklich schrieb:(28.01.2026, 22:14)mittelmäßig25 schrieb: Ich zahle für 20 Stunden pro Woche 2800 EUR pro Monat zzgl Firmenwagen und andere Sachbezüge. Derzeit ausschließlich Homeoffice und später möglicherweise eine Anwesenheit in Präsenz. Die Gesamtpunktzahl meiner Angestellten ist weniger als 13 Punkte.
Dafür wahrscheinlich aber ordentlich BE. Ansonsten ist das wirklich ein sehr ordentliches Gehalt für eine 1/2 Stelle.
Also die Angestelltte hat etwa ein halbes Jahr Berufserfahrung. Aber dafür muss sie auch vollständig autonom arbeiten und alles machen. Von Mandantengespräche, Gerichtstermine, Zwangsvollstreckung & Abrechnung. Das war für mich der Deal. Auch glaube ich, dass eine attraktive Vergütung & Homeoffice die Arbeitsmoral erst wirklich steigert. Eine Freundin hat sich beworben, bei welcher die Stellenausschreibung lautete "attraktive Vergütung". Im Gespräch wurden ihr dann 3.800 EUR pM für 40 Stunden pro Woche geboten. Dass das nicht sonderlich interessant ist, dürfte offenkundig sein.
Respekt, dafür bedarf es wirklich eine ordentliche Portion Eigenverantwortlichkeit und auch selbstbewusstsein.
Hat deine Freundin die Stelle angenommen? Je nach Region ist das halt das übliche Einstiegsgehalt bei kleineren und mittleren Sozietäten :/
Nein, sie ist wo anders hin.
Mir ging es eher um die Aussage "attraktive Vergütung". Ich würde frühestens ab 5.000 EUR pM von einer "attraktiven Vergütung" ausgehen.
31.01.2026, 07:42
Meine eigenen Erwartungen wurden im Bewerbungsprozess der letzten Monate radikal zusammengestutzt.
Lektion 1: Die Leute ausblenden, die schon lange Jobs haben und einem Zuversicht zusprechen wollen, das bestimmt bald alles besser wird. Das ist aus vielen Gründen nicht absehbar. Wenn die Leute nicht suchen oder im Personalmanagement stärker eingebunden sind, als hin und wieder ein Bewerbungsgespräch zu führen, haben sie keine Ahnung.
Lektion 2: Die Leute ausblenden, die selber suchen und nur ihrer wachsenden Verzweiflung Luft machen wollen.
Lektion 3: Die Zufällig- und Willkürlichkeiten des Bewerbungsrodeos akzeptieren: Ich habe wirklich wilde Bewerbungsverfahren hinter mir, wobei Ghosting noch das kleinste Übel war. Der mittlerweile fehlende Code of Conduct bei Bewerbungsgesprächen ist auch ein Problem: Bei frühen Gesprächen habe ich zB das Thema Homeoffice früh, freundlich und professionell angesprochen, weil ich dachte, das sei heutzutage normal, und bin massiv angeeckt. Später habe ich mir die Frage dann für Zweit- oder Drittgespräche aufgespart, bis ich bei einem Erstgespräch am Ende fast schon wütend gefragt wurde, worum ich denn nicht nach Gehalt und Homeoffice fragen würde.
Lektion 4: Wir leben wieder in Zeiten in denen man auch bei einem guten Profil froh sein muss, überhaupt etwas zu bekommen. Soll heißen, dass Ansprüche zurückstehen sollten, um erstmal unterzukommen. Man kann sich dann vielleicht hocharbeiten. Es gibt noch immer traumhafte Einstiegsstellen da draußen, die zu bekommen setzt aber auch sehr glückliches Timing voraus.
Lektion 5: Überbrückungstätigkeit erwägen. Das gibt Selbstvertrauen und hilft im Bewerbungsprozess, solange man sich nicht zu fest bindet.
Letztlich bin ich nun bei einer MK in einer mittelgroßen Stadt untergekommen und werde im ersten Jahr bei fast null Homeoffice und viel Arbeit 80k verdienen (um auch auf den Titel zurückzukommen). Ursprünglich hatte ich mir sehr viel Arbeit, moderat Homeoffice und min. 140k vorgestellt. Das Austarieren der Work-Life-Balance zu realistischen Aufstiegschancen wird die Herausforderung des nächsten Jahres.
Lektion 1: Die Leute ausblenden, die schon lange Jobs haben und einem Zuversicht zusprechen wollen, das bestimmt bald alles besser wird. Das ist aus vielen Gründen nicht absehbar. Wenn die Leute nicht suchen oder im Personalmanagement stärker eingebunden sind, als hin und wieder ein Bewerbungsgespräch zu führen, haben sie keine Ahnung.
Lektion 2: Die Leute ausblenden, die selber suchen und nur ihrer wachsenden Verzweiflung Luft machen wollen.
Lektion 3: Die Zufällig- und Willkürlichkeiten des Bewerbungsrodeos akzeptieren: Ich habe wirklich wilde Bewerbungsverfahren hinter mir, wobei Ghosting noch das kleinste Übel war. Der mittlerweile fehlende Code of Conduct bei Bewerbungsgesprächen ist auch ein Problem: Bei frühen Gesprächen habe ich zB das Thema Homeoffice früh, freundlich und professionell angesprochen, weil ich dachte, das sei heutzutage normal, und bin massiv angeeckt. Später habe ich mir die Frage dann für Zweit- oder Drittgespräche aufgespart, bis ich bei einem Erstgespräch am Ende fast schon wütend gefragt wurde, worum ich denn nicht nach Gehalt und Homeoffice fragen würde.
Lektion 4: Wir leben wieder in Zeiten in denen man auch bei einem guten Profil froh sein muss, überhaupt etwas zu bekommen. Soll heißen, dass Ansprüche zurückstehen sollten, um erstmal unterzukommen. Man kann sich dann vielleicht hocharbeiten. Es gibt noch immer traumhafte Einstiegsstellen da draußen, die zu bekommen setzt aber auch sehr glückliches Timing voraus.
Lektion 5: Überbrückungstätigkeit erwägen. Das gibt Selbstvertrauen und hilft im Bewerbungsprozess, solange man sich nicht zu fest bindet.
Letztlich bin ich nun bei einer MK in einer mittelgroßen Stadt untergekommen und werde im ersten Jahr bei fast null Homeoffice und viel Arbeit 80k verdienen (um auch auf den Titel zurückzukommen). Ursprünglich hatte ich mir sehr viel Arbeit, moderat Homeoffice und min. 140k vorgestellt. Das Austarieren der Work-Life-Balance zu realistischen Aufstiegschancen wird die Herausforderung des nächsten Jahres.
31.01.2026, 07:48
P.S.: eingesickert ist auch, wie viel Geld mehr als 70k eigentlich sind









