03.04.2025, 21:02
Solange es mir persönlich nichts bringt, werde ich aufjedenfall dennoch nicht versuchen irgendwo im Baumarkt arbeiten zu gehen, wenn ich in der Zwischenzeit mich auf mich selbst konzentrieren kann und andere Fähigkeiten ausbauen kann.
03.04.2025, 23:37
(03.04.2025, 21:02)Franky1996 schrieb: Solange es mir persönlich nichts bringt, werde ich aufjedenfall dennoch nicht versuchen irgendwo im Baumarkt arbeiten zu gehen, wenn ich in der Zwischenzeit mich auf mich selbst konzentrieren kann und andere Fähigkeiten ausbauen kann.
du zeigt eine gewisse Grundeinstellung, die ggf ein Teil deines Problems ist
04.04.2025, 06:32
(03.04.2025, 21:02)Franky1996 schrieb: Solange es mir persönlich nichts bringt, werde ich aufjedenfall dennoch nicht versuchen irgendwo im Baumarkt arbeiten zu gehen, wenn ich in der Zwischenzeit mich auf mich selbst konzentrieren kann und andere Fähigkeiten ausbauen kann.
Ich denke hier haben einige bereits eine Fähigkeit gefunden, an der du noch arbeiten könntest

04.04.2025, 08:13
(03.04.2025, 21:02)Franky1996 schrieb: Solange es mir persönlich nichts bringt, werde ich aufjedenfall dennoch nicht versuchen irgendwo im Baumarkt arbeiten zu gehen, wenn ich in der Zwischenzeit mich auf mich selbst konzentrieren kann und andere Fähigkeiten ausbauen kann.Das ist genau das Problem :D
Was hat mir die Baumarktzeit gebracht?
Dankbarkeit. „Nur“ mit dem 1. Examen direkt nach dem Abschluss mehr verdienen im Monat als der Leiter dort mit 10jähriger Berufserfahrung ist doch weder selbstverständlich noch normal.
Du hast doch keinen Anspruch drauf, 1000€ oder mehr pro WAT zu verdienen nur weil du das 1. Examen bestanden hast.
04.04.2025, 09:23
Ich kann verstehen, dass du lieber juristisch arbeiten möchtest, aber du siehst ja, dass frischgebackene Diplomjuristen, die lediglich "was für den Übergang" suchen, nicht unbedingt gesucht sind. Ich habe nach dem ersten Examen wenige Monate im Einzelhandel gearbeitet. Das erdet. Als Jurist findet man sich schnell in einem Elfenbeinturm wieder. Es schadet auch im Hinblick auf spätere berufliche Tätigkeit als Volljurist nicht, sich unter Menschen zu mischen, deren Lebensweg anders aussieht - deren Bildungsweg ein anderer war, die andere Sorgen und Probleme haben. Es schadet auch nicht, zu erleben, wie man als Mitarbeiter im Einzelhandel behandelt wird. Nicht nur juristische Skills bringen dich später weiter, sondern auch zwischenmenschliche.
04.04.2025, 09:34
Also ich kann TE gut verstehen wenn er sagt, dass sich eine nicht-juristische Tätigkeit sich für ihn derzeit nicht lohnt.
Am Ende zählt für die Arbeitgeber nun mal in erster Linie die Note und gerade nicht die Soft Skills die man im Bau- oder Supermarkt erwirbt. Daher ist es durchaus sinnvoll materielles Recht zu wiederholen und sich auch die Basics im
Prozessrecht anzuschauen.
Zudem ist auch nicht unbedingt jeder Baumarkt bereit jemand für ein halbes Jahr ei
einzustellen. Auch die hätten lieber jemand der dort länger tätig ist
Am Ende zählt für die Arbeitgeber nun mal in erster Linie die Note und gerade nicht die Soft Skills die man im Bau- oder Supermarkt erwirbt. Daher ist es durchaus sinnvoll materielles Recht zu wiederholen und sich auch die Basics im
Prozessrecht anzuschauen.
Zudem ist auch nicht unbedingt jeder Baumarkt bereit jemand für ein halbes Jahr ei
einzustellen. Auch die hätten lieber jemand der dort länger tätig ist
04.04.2025, 09:47
(04.04.2025, 09:34)REF.NRW schrieb: Also ich kann TE gut verstehen wenn er sagt, dass sich eine nicht-juristische Tätigkeit sich für ihn derzeit nicht lohnt.
Am Ende zählt für die Arbeitgeber nun mal in erster Linie die Note und gerade nicht die Soft Skills die man im Bau- oder Supermarkt erwirbt. Daher ist es durchaus sinnvoll materielles Recht zu wiederholen und sich auch die Basics im
Prozessrecht anzuschauen.
Zudem ist auch nicht unbedingt jeder Baumarkt bereit jemand für ein halbes Jahr ei
einzustellen. Auch die hätten lieber jemand der dort länger tätig ist
Also allein beim Stellenmarkt des Bundes gibt es zahlreiche Stellen, die für Juristen als Übergang zum Ref ausgeschrieben sind.
Aber so wie sich das Statement des TE liest, will er wahrscheinlich wohnortnah, mit Homeofficeoption und gut bezahlt "arbeiten".
Am Ende suchen Kanzleien nicht primär Leute die Prozessrecht können oder die eine gute Note haben, sondern Leute die arbeiten. Und wenn du dort im Vorstellungsgespräch bei einer GK erklären muss, dass du 6 Monate von Bürgergeld gechillt hast, viel Glück. Antwort wird sein: in der Zeit promovieren andere. Zudem ist dann jede Ausrede weg, wenn das zweite Examen nicht >9 Punkten liegt.
Übrigens: Auch beim Staat wird in der Regel ein lückenloser Lebenslauf erwartet, bei uns relativ humorlos via online-Formular, dass eine Fehlermeldung zeigt, wenn dort ein Zeitraum nicht benannt ist. Die Option "aufs zweite Examen vorbereiten" ist dort übrigens keine Alternative. Die heißt schlicht "arbeitslos".
04.04.2025, 10:38
(04.04.2025, 09:47)Homer S. schrieb:(04.04.2025, 09:34)REF.NRW schrieb: Also ich kann TE gut verstehen wenn er sagt, dass sich eine nicht-juristische Tätigkeit sich für ihn derzeit nicht lohnt.
Am Ende zählt für die Arbeitgeber nun mal in erster Linie die Note und gerade nicht die Soft Skills die man im Bau- oder Supermarkt erwirbt. Daher ist es durchaus sinnvoll materielles Recht zu wiederholen und sich auch die Basics im
Prozessrecht anzuschauen.
Zudem ist auch nicht unbedingt jeder Baumarkt bereit jemand für ein halbes Jahr ei
einzustellen. Auch die hätten lieber jemand der dort länger tätig ist
Also allein beim Stellenmarkt des Bundes gibt es zahlreiche Stellen, die für Juristen als Übergang zum Ref ausgeschrieben sind.
Aber so wie sich das Statement des TE liest, will er wahrscheinlich wohnortnah, mit Homeofficeoption und gut bezahlt "arbeiten".
Am Ende suchen Kanzleien nicht primär Leute die Prozessrecht können oder die eine gute Note haben, sondern Leute die arbeiten. Und wenn du dort im Vorstellungsgespräch bei einer GK erklären muss, dass du 6 Monate von Bürgergeld gechillt hast, viel Glück. Antwort wird sein: in der Zeit promovieren andere. Zudem ist dann jede Ausrede weg, wenn das zweite Examen nicht >9 Punkten liegt.
Übrigens: Auch beim Staat wird in der Regel ein lückenloser Lebenslauf erwartet, bei uns relativ humorlos via online-Formular, dass eine Fehlermeldung zeigt, wenn dort ein Zeitraum nicht benannt ist. Die Option "aufs zweite Examen vorbereiten" ist dort übrigens keine Alternative. Die heißt schlicht "arbeitslos".
Ich hatte auch fast ausschließlich "unjuristische" Jobs während des Studiums und vor dem Ref (Gastro, Einzelhandel) und tatsächlich "nur" die Pflichtpraktika, Stationen im Ref und neben dem Ref eine Klausurkorrekturtätigkeit als juristische Jobs vor dem Berufseinstieg. Man darf nicht unterschätzen, wie viel man in "fachfremden" Jobs auch für den juristischen Beuf mitnimmt. Du verstehst sehr viel besser, wie es Menschen außerhalb der Jurabubble geht, wie der Alltag aussieht etc und Du wirst als Jurist in so gut wie allen Bereichen/Jobs nicht wenig mit Nichtjuristen zu tun haben. Wie auch schon jemand anderes gesagt hat, es ist wahnsinn, wie man teilweise als Servicekraft behandelt wird - meiner Meinung nach merkt man auch oft, wer noch nie in so einem Job gearbeitet hat.
Auch Arbeitgeber interessiert durchaus, was für soft skills man mitbringt und ob man über den Tellerrand geschaut hat. Meine nichtjuristischen Tätigkeiten wurde in Bewerbungsgesprächen oft angesprochen und siehe da - fast jeder (auch Partner in der GK) haben fachfremd gearbeitet um sich etwas dazu zu verdienen. Ich kenne Staatsanwälte, die in Fast Food-Ketten vor dem Ref gearbeitet haben, in Kino (geil, wenn man Spätschicht hat und nebenbei lernen kann, weil wenig los ist).
Was ist denn mit sowas wie Empfang in einer Kanzlei? Das machen super viele zur Übergangszeit und Du kannst wenigstens sehen, wie die Leute in Kanzleien arbeiten. Nein, Du wirst vermutlich in der Position keine juristische Arbeit leisten, aber wenn Du irgendwas hilfreiches dazulernen willst, das "dir etwas persönlich bringt" außer Geld verdienen und kein Bürgergeld zu empfangen, wäre das eine Idee.
04.04.2025, 10:42
(04.04.2025, 09:34)REF.NRW schrieb: Also ich kann TE gut verstehen wenn er sagt, dass sich eine nicht-juristische Tätigkeit sich für ihn derzeit nicht lohnt.
Am Ende zählt für die Arbeitgeber nun mal in erster Linie die Note und gerade nicht die Soft Skills die man im Bau- oder Supermarkt erwirbt. Daher ist es durchaus sinnvoll materielles Recht zu wiederholen und sich auch die Basics im
Prozessrecht anzuschauen.
Zudem ist auch nicht unbedingt jeder Baumarkt bereit jemand für ein halbes Jahr ei
einzustellen. Auch die hätten lieber jemand der dort länger tätig ist
Note ist nicht alles. Sicher GK und die öffentliche Hand haben andere Ansprüche, aber z.B. bei uns im Unternehmen sind es insbesondere die SoftSkills die zählen. In meinem Team haben wir von ausreichend bis hohes VB alle Schattierungen, weil eben die Note bei der Einstellung nicht entscheidend war, sondern wie der Teamfit sein wird, ob jemand in crossfunktionale Projekten arbeiten kann und welche kommunikative Fähigkeiten sie/er hat. Die Erwerbsbiografie ist da durchaus interessant
04.04.2025, 12:36
Also ich finde hier wird viel zu sehr auf den TE eingehackt.
Es ist meines Erachtens keinesfalls ein Malus im Lebenslauf, wenn man zwischen 1. Examen und Referendariat nicht gearbeitet hat, solange der Zeitraum nur ein paar Monate beträgt und nicht 1 Jahr oder noch länger.
Im Gegenteil: Wenn TE sich jetzt drei Monate beim Aldi hinter die Kasse hockt, dann ist diese ,,Berufserfahrung'' für den juristischen Arbeitsmarkt einfach dermaßen irrelevant, dass ich diesen Job in einen Lebenslauf noch nicht einmal aufnehmen würde.
Bei mir waren es zwischen 1. Examen und Referendariat nur 2-3 Monate, aber es hat mich wirklich noch nie irgendwer gefragt, was ich in diesem Zeitraum eigentlich gemacht habe. Nach der Logik müsste man ja auch Rechenschaft darüber ablegen, was man so in den Semesterferien gemacht hat, in denen keine Hausarbeit o.Ä. anstand.
Es ist meines Erachtens keinesfalls ein Malus im Lebenslauf, wenn man zwischen 1. Examen und Referendariat nicht gearbeitet hat, solange der Zeitraum nur ein paar Monate beträgt und nicht 1 Jahr oder noch länger.
Im Gegenteil: Wenn TE sich jetzt drei Monate beim Aldi hinter die Kasse hockt, dann ist diese ,,Berufserfahrung'' für den juristischen Arbeitsmarkt einfach dermaßen irrelevant, dass ich diesen Job in einen Lebenslauf noch nicht einmal aufnehmen würde.
Bei mir waren es zwischen 1. Examen und Referendariat nur 2-3 Monate, aber es hat mich wirklich noch nie irgendwer gefragt, was ich in diesem Zeitraum eigentlich gemacht habe. Nach der Logik müsste man ja auch Rechenschaft darüber ablegen, was man so in den Semesterferien gemacht hat, in denen keine Hausarbeit o.Ä. anstand.