31.03.2025, 13:59
Wie kann es sein, dass im Falle von Fachkräftemangel es dennoch nur Absagen gibt. Ich habe ein befriedigendes Examen und bekomme dennoch kein Job bis zum Beginn des Referendariats. Von meinen Kollegen, die sogar bessere Noten haben als ich, ist es nicht viel anders, denn da hagelt es auch nur Absagen. Wie soll man denn Berufserfahrung sammeln, was alle Arbeitgeber wollen, ohne aber die Möglichkeit zu bekommen, sich überhaupt zu beweisen? Es ist ein Teufelskreis.
31.03.2025, 14:08
Vllt gibt es keinen Fachkräftmangel in deinem Bereich

31.03.2025, 14:28
Wie kann es denn keinen Fachkräftemangel in meinem Bereich geben, wenn ich eh gerade Generalist bin und kein Rechtsgebiet ausschließen würde?
31.03.2025, 14:45
Vielleicht gibt generell keinen Fachkräftemangel…
Ernsthaft jetzt, ohne näheres wird dir hier keiner verraten können, woran es liegt. Schlechte Bewerbungsunterlagen, falsche Stellenauswahl, Sympathie im VG…
Ernsthaft jetzt, ohne näheres wird dir hier keiner verraten können, woran es liegt. Schlechte Bewerbungsunterlagen, falsche Stellenauswahl, Sympathie im VG…
31.03.2025, 14:49
Einen generellen Fachkräftemangel gibt es in Deutschland derzeit nicht.
Juristen mit einem Examen, die die Wartezeit für einen Refplatz überbrücken wollen, lohnen sich für Arbeitgeber leider nicht wirklich. Die müssen erst einmal eingearbeitet werden und sind schon nach sechs Monaten wieder weg.
Wie viele Bewerbungen hast du denn schon geschrieben?
Juristen mit einem Examen, die die Wartezeit für einen Refplatz überbrücken wollen, lohnen sich für Arbeitgeber leider nicht wirklich. Die müssen erst einmal eingearbeitet werden und sind schon nach sechs Monaten wieder weg.
Wie viele Bewerbungen hast du denn schon geschrieben?
31.03.2025, 15:28
Ich habe 40 Bewerbungen abgeschickt. Bisher nicht ein Vorstellungsgespräch gehabt. Langsam habe ich da kein Bock mehr drauf und werde wahrscheinlich bis Refbeginn im Bürgergeld bleiben und bisschen materielles Rexht wiederholen. Sehe es nicht ein, fachfremd arbeiten zu gehen.
31.03.2025, 16:18
(31.03.2025, 15:28)Franky1996 schrieb: Ich habe 40 Bewerbungen abgeschickt. Bisher nicht ein Vorstellungsgespräch gehabt. Langsam habe ich da kein Bock mehr drauf und werde wahrscheinlich bis Refbeginn im Bürgergeld bleiben und bisschen materielles Rexht wiederholen. Sehe es nicht ein, fachfremd arbeiten zu gehen.Moin Franky,
ich kann verstehen, dass das frustrierend ist.
In welchem Bereich suchst du denn? Und in welcher Stadt? Gibt es einen Anknüpfungspunkt aus dem universitären Schwerpunkt oder Lebenslauf?
Der deutschen Wirtschaft gehts so lala und was andere hier gesagt haben ("nach 6 Monaten biste wieder weg") stimmt auch.
Für wie viele Wochenarbeitstage bewirbst du dich denn? Bei Freunden, die sich auch mit "befriedigend" bewerben in Frankfurt sieht es leider ähnlich aus.
Ich empfehle dir, dich für mindestens 4 Tage die Woche zu bewerben.
Liebe Grüße
Joko
31.03.2025, 16:25
Bewerbe mich hier in NRW. Ich habe immer explizit dazugeschrieben, dass ich auch Vollzeit machen kann bzw. So viel wie Bedarf besteht. Daran kann es auch schonmal nicht liieren. Wie gesagt bewerbe mich zwar weiter aber habe damit abgeschlossen und werde mein Hartzerleben genießen und materielles Recht wiederholen.
31.03.2025, 19:20
1. "Fachkräftemangel" oder "Pensionierungswelle" gibt es nicht bei Juristen bzw jedenfalls nicht annähernd in dem Umfang, der einem im Studium oder auf Szeneseiten mantraartig wiederholt wird.
2. Wirtschaftlich geht es vielen Branchen schlecht. Und am wirtschaftlichen Erfolg hängt ein guter Teil der Rechtsdienstleistung akzessorisch nun einmal mit dran (nehmen wir mal Bau- und Architektenrecht als plakatives Beispiel). Wobei es natürlich auch einige Rechtsbereiche gibt, die von einer positiven wirtschaftlichen Dynamik unabhängig sind, bspw Arbeitsrecht oder Insolvenzrecht/Restrukturierung.
3. KI macht große und schnelle Fortschritte. Klassische Recherche und Entwurfserstellung o.ä. kann mehr und mehr ohne Hilfe von WisMits/Refs durchgeführt werden. Falls tatsächlich Bedarf bestehen sollte, dann können entsprechende Stellen günstiger durch Refs besetzt werden.
4. Befriedigend ist nun einmal die Note, die die meisten Absolventen erreichen. Außerdem gibt es natürlich einen Unterschied zwischen "Befriedigend" mit 6,5 Pkt und 8,9 Pkt und auch, wie sich die Note in concreto zusammensetzt (Staatsteil und SP).
Versuch es Mal abseits der "vom Markt bekannten" Sozietäten. Ich weiß, bei Karrieretagungen wird einem Honig ums Maul geschmiert, weshalb dann in der tatsächlichen Bewerbungsphase die Ernüchterung besonders groß ist. Deshalb nicht nur Sozietäten anschreiben, die auf indeed/stepstone/lto/Beck usw Stellen inserieren, sondern auch diejenigen im Blick haben, die - bspw aus kostengründen - nur auf der eigenen HP Stellenangebote veröffentlichen. Stellenangebote auf den genannten Plattformen sind idR nicht günstig, sodass eine ganze Reihe an Sozietäten dort gar nicht offeriert.
2. Wirtschaftlich geht es vielen Branchen schlecht. Und am wirtschaftlichen Erfolg hängt ein guter Teil der Rechtsdienstleistung akzessorisch nun einmal mit dran (nehmen wir mal Bau- und Architektenrecht als plakatives Beispiel). Wobei es natürlich auch einige Rechtsbereiche gibt, die von einer positiven wirtschaftlichen Dynamik unabhängig sind, bspw Arbeitsrecht oder Insolvenzrecht/Restrukturierung.
3. KI macht große und schnelle Fortschritte. Klassische Recherche und Entwurfserstellung o.ä. kann mehr und mehr ohne Hilfe von WisMits/Refs durchgeführt werden. Falls tatsächlich Bedarf bestehen sollte, dann können entsprechende Stellen günstiger durch Refs besetzt werden.
4. Befriedigend ist nun einmal die Note, die die meisten Absolventen erreichen. Außerdem gibt es natürlich einen Unterschied zwischen "Befriedigend" mit 6,5 Pkt und 8,9 Pkt und auch, wie sich die Note in concreto zusammensetzt (Staatsteil und SP).
Versuch es Mal abseits der "vom Markt bekannten" Sozietäten. Ich weiß, bei Karrieretagungen wird einem Honig ums Maul geschmiert, weshalb dann in der tatsächlichen Bewerbungsphase die Ernüchterung besonders groß ist. Deshalb nicht nur Sozietäten anschreiben, die auf indeed/stepstone/lto/Beck usw Stellen inserieren, sondern auch diejenigen im Blick haben, die - bspw aus kostengründen - nur auf der eigenen HP Stellenangebote veröffentlichen. Stellenangebote auf den genannten Plattformen sind idR nicht günstig, sodass eine ganze Reihe an Sozietäten dort gar nicht offeriert.
02.04.2025, 09:20
(31.03.2025, 13:59)Franky1996 schrieb: Wie kann es sein, dass im Falle von Fachkräftemangel es dennoch nur Absagen gibt. Ich habe ein befriedigendes Examen und bekomme dennoch kein Job bis zum Beginn des Referendariats. Von meinen Kollegen, die sogar bessere Noten haben als ich, ist es nicht viel anders, denn da hagelt es auch nur Absagen. Wie soll man denn Berufserfahrung sammeln, was alle Arbeitgeber wollen, ohne aber die Möglichkeit zu bekommen, sich überhaupt zu beweisen? Es ist ein Teufelskreis.Hi!
Ich habe ebenfalls nur ein (hohes) Befriedigend geschafft, daher kann ich vielleicht etwas dazu sagen:
Meines Erachtens bekommt man durch die Karrieretage etc. leider einen falschen Eindruck hinsichtlich der „Einstellungschancen“ als WiMi. Ich habe im Jahr 2023 (vor der ganzen Wartezeit-Krise in NRW) nach einer Wimi-Stelle gesucht und selbst damals war es schwer. Ich habe mich bei 10 Kanzleien beworben und nur (teils auch echt fiese) Absagen bekommen. Letztendlich hat es aber doch in einer MC-Kanzlei geklappt. Es kann daher dauern, aber nur Mut! Hast Du es denn nur „oben“ probiert? Käme auch ein Job in einer Behörde in Betracht (manchmal werden solche Jobs zur Vertretung ausgeschrieben? Oder eine kleinere Kanzlei?
LG