02.04.2025, 10:17
Das ging mir ähnlich.
Ich habe dann hier in Berlin nach Stellen für "geprüfte Rechtskandidaten" gesucht, und wurde auch sofort zum Vorstellungsgespräch eingeladen und dann auch schließlich eingestellt.
Es war zwar nur eine E9b-Stelle, aber war mir immer noch lieber als gar nicht zu arbeiten
Ich habe dann hier in Berlin nach Stellen für "geprüfte Rechtskandidaten" gesucht, und wurde auch sofort zum Vorstellungsgespräch eingeladen und dann auch schließlich eingestellt.
Es war zwar nur eine E9b-Stelle, aber war mir immer noch lieber als gar nicht zu arbeiten
02.04.2025, 11:03
Ich bedanke mich für eure Nachrichten. Die Sache ist, dass ich mich sowohl auf den jeweiligen Plattformen bewerbe und auch selber durch die Stadt schlendere und persönlich Kanzleien (I.d.R. Kleine Kanzleien) anspreche. Zum Thema Geld sage ich auch immer, dass mir das nicht „so wichtig“ ist, sondern dass ich vor allem Berufserfahrung sammeln will. Mir wird im persönlichen Gespräch (noch kein Vorstellungsgespräch) dann immer Hoffnungen gemacht und dass sie sich bei mir melden werden. Darauffolgend hagelt es jedoch eine Absage, verstehe auch diese „falsche Nettigkeit“ nicht, dass die einen „geil“ machen und man gibt seine ganzen Unterlagen ab in der Hoffnung wenigstens für Mindestlohn(!!!) Erfahrungen zu sammeln, was die Kanzleien dennoch nicht wollen. Wenn man sogar mit einem der höchsten Abschlüsse in Deutschland nicht einmal zum Mindestlohn im Kanzleibüro mitarbeiten kann, dann läuft in diesem Land GEWALTIG was schief. Nun plagen einen auch der Gedanke, dass man wohl komplett umsonst studiert hat. Hätte ich mal lieber irgendwas mit Ingenieurswissenschaften studiert, dann hätte ich mich eventuell hier verpissen können.
02.04.2025, 14:05
(02.04.2025, 11:03)Franky1996 schrieb: Ich bedanke mich für eure Nachrichten. Die Sache ist, dass ich mich sowohl auf den jeweiligen Plattformen bewerbe und auch selber durch die Stadt schlendere und persönlich Kanzleien (I.d.R. Kleine Kanzleien) anspreche. Zum Thema Geld sage ich auch immer, dass mir das nicht „so wichtig“ ist, sondern dass ich vor allem Berufserfahrung sammeln will. Mir wird im persönlichen Gespräch (noch kein Vorstellungsgespräch) dann immer Hoffnungen gemacht und dass sie sich bei mir melden werden. Darauffolgend hagelt es jedoch eine Absage, verstehe auch diese „falsche Nettigkeit“ nicht, dass die einen „geil“ machen und man gibt seine ganzen Unterlagen ab in der Hoffnung wenigstens für Mindestlohn(!!!) Erfahrungen zu sammeln, was die Kanzleien dennoch nicht wollen. Wenn man sogar mit einem der höchsten Abschlüsse in Deutschland nicht einmal zum Mindestlohn im Kanzleibüro mitarbeiten kann, dann läuft in diesem Land GEWALTIG was schief. Nun plagen einen auch der Gedanke, dass man wohl komplett umsonst studiert hat. Hätte ich mal lieber irgendwas mit Ingenieurswissenschaften studiert, dann hätte ich mich eventuell hier verpissen können.Der letzte Punkt verfolgt mich tatsächlich auch. Ich habe mich damals zu Beginn des Studiums sowas gar nicht gefragt und dachte "mit Jura kann man alles machen...In der Realität ist das jedoch bei weitem nicht so, zumal man sehr an Deutschland gebunden ist als Standort.. Selbst wenn man es schafft eine Kanzlei bspw. in Spanien von sich zu überzeugen, dann stellen diese ja einen nicht für den deutschen Lohn ein, sodass ein Leben dort auch weniger attraktiv wird wenn dort dann schlecht verdient.
02.04.2025, 14:50
(02.04.2025, 14:05)ForumBenutzer schrieb:(02.04.2025, 11:03)Franky1996 schrieb: Ich bedanke mich für eure Nachrichten. Die Sache ist, dass ich mich sowohl auf den jeweiligen Plattformen bewerbe und auch selber durch die Stadt schlendere und persönlich Kanzleien (I.d.R. Kleine Kanzleien) anspreche. Zum Thema Geld sage ich auch immer, dass mir das nicht „so wichtig“ ist, sondern dass ich vor allem Berufserfahrung sammeln will. Mir wird im persönlichen Gespräch (noch kein Vorstellungsgespräch) dann immer Hoffnungen gemacht und dass sie sich bei mir melden werden. Darauffolgend hagelt es jedoch eine Absage, verstehe auch diese „falsche Nettigkeit“ nicht, dass die einen „geil“ machen und man gibt seine ganzen Unterlagen ab in der Hoffnung wenigstens für Mindestlohn(!!!) Erfahrungen zu sammeln, was die Kanzleien dennoch nicht wollen. Wenn man sogar mit einem der höchsten Abschlüsse in Deutschland nicht einmal zum Mindestlohn im Kanzleibüro mitarbeiten kann, dann läuft in diesem Land GEWALTIG was schief. Nun plagen einen auch der Gedanke, dass man wohl komplett umsonst studiert hat. Hätte ich mal lieber irgendwas mit Ingenieurswissenschaften studiert, dann hätte ich mich eventuell hier verpissen können.Der letzte Punkt verfolgt mich tatsächlich auch. Ich habe mich damals zu Beginn des Studiums sowas gar nicht gefragt und dachte "mit Jura kann man alles machen...In der Realität ist das jedoch bei weitem nicht so, zumal man sehr an Deutschland gebunden ist als Standort.. Selbst wenn man es schafft eine Kanzlei bspw. in Spanien von sich zu überzeugen, dann stellen diese ja einen nicht für den deutschen Lohn ein, sodass ein Leben dort auch weniger attraktiv wird wenn dort dann schlecht verdient.
Wenn du zB nach Spanien gehst verdienst du generell weniger als in Deutschland. Dafür muss man nicht Jurist sein.Dies ist auch dann der Fall wenn du Ingenieur oder Mediziner bist.
Man verdient eigentlich nur in der Schweiz, den USA oder Kanada mehr als hier.
02.04.2025, 15:49
(02.04.2025, 14:50)REF.NRW schrieb:(02.04.2025, 14:05)ForumBenutzer schrieb:(02.04.2025, 11:03)Franky1996 schrieb: Ich bedanke mich für eure Nachrichten. Die Sache ist, dass ich mich sowohl auf den jeweiligen Plattformen bewerbe und auch selber durch die Stadt schlendere und persönlich Kanzleien (I.d.R. Kleine Kanzleien) anspreche. Zum Thema Geld sage ich auch immer, dass mir das nicht „so wichtig“ ist, sondern dass ich vor allem Berufserfahrung sammeln will. Mir wird im persönlichen Gespräch (noch kein Vorstellungsgespräch) dann immer Hoffnungen gemacht und dass sie sich bei mir melden werden. Darauffolgend hagelt es jedoch eine Absage, verstehe auch diese „falsche Nettigkeit“ nicht, dass die einen „geil“ machen und man gibt seine ganzen Unterlagen ab in der Hoffnung wenigstens für Mindestlohn(!!!) Erfahrungen zu sammeln, was die Kanzleien dennoch nicht wollen. Wenn man sogar mit einem der höchsten Abschlüsse in Deutschland nicht einmal zum Mindestlohn im Kanzleibüro mitarbeiten kann, dann läuft in diesem Land GEWALTIG was schief. Nun plagen einen auch der Gedanke, dass man wohl komplett umsonst studiert hat. Hätte ich mal lieber irgendwas mit Ingenieurswissenschaften studiert, dann hätte ich mich eventuell hier verpissen können.Der letzte Punkt verfolgt mich tatsächlich auch. Ich habe mich damals zu Beginn des Studiums sowas gar nicht gefragt und dachte "mit Jura kann man alles machen...In der Realität ist das jedoch bei weitem nicht so, zumal man sehr an Deutschland gebunden ist als Standort.. Selbst wenn man es schafft eine Kanzlei bspw. in Spanien von sich zu überzeugen, dann stellen diese ja einen nicht für den deutschen Lohn ein, sodass ein Leben dort auch weniger attraktiv wird wenn dort dann schlecht verdient.
Wenn du zB nach Spanien gehst verdienst du generell weniger als in Deutschland. Dafür muss man nicht Jurist sein.Dies ist auch dann der Fall wenn du Ingenieur oder Mediziner bist.
Man verdient eigentlich nur in der Schweiz, den USA oder Kanada mehr als hier.
Es soll noch andere als unmittelbar finanzielle Gründe für eine Auswanderung geben. Hätte ich bei Studienbeginn geahnt wie sich die politische, gesellschaftliche und Abgabenlasttechnische Situation im Land hin entwickelt, hätte ich auch etwas anderes studiert. Aber jetzt sitzt man als Jurist da und ist so abhängig vom Standort Deutschland wie kaum ein anderer Berufsstand.
03.04.2025, 00:30
(02.04.2025, 11:03)Franky1996 schrieb: Ich bedanke mich für eure Nachrichten. Die Sache ist, dass ich mich sowohl auf den jeweiligen Plattformen bewerbe und auch selber durch die Stadt schlendere und persönlich Kanzleien (I.d.R. Kleine Kanzleien) anspreche. Zum Thema Geld sage ich auch immer, dass mir das nicht „so wichtig“ ist, sondern dass ich vor allem Berufserfahrung sammeln will. Mir wird im persönlichen Gespräch (noch kein Vorstellungsgespräch) dann immer Hoffnungen gemacht und dass sie sich bei mir melden werden. Darauffolgend hagelt es jedoch eine Absage, verstehe auch diese „falsche Nettigkeit“ nicht, dass die einen „geil“ machen und man gibt seine ganzen Unterlagen ab in der Hoffnung wenigstens für Mindestlohn(!!!) Erfahrungen zu sammeln, was die Kanzleien dennoch nicht wollen. Wenn man sogar mit einem der höchsten Abschlüsse in Deutschland nicht einmal zum Mindestlohn im Kanzleibüro mitarbeiten kann, dann läuft in diesem Land GEWALTIG was schief. Nun plagen einen auch der Gedanke, dass man wohl komplett umsonst studiert hat. Hätte ich mal lieber irgendwas mit Ingenieurswissenschaften studiert, dann hätte ich mich eventuell hier verpissen können.
Am Ende muss es wirtschaftlich Sinn machen dich einzustellen. Und jemanden einzuarbeiten, nur damit er wieder geht, wenn er eingearbeitet ist, ist halt nicht das beste Geschäftsmodell.
Du musst auch keine "Berufserfahrung" sammeln vor dem Ref. Das Ref bietet mit seinen Stationen genug Möglichkeiten die Praxis kennenzulernen.
03.04.2025, 05:29
(03.04.2025, 00:30)Paul Klee schrieb:(02.04.2025, 11:03)Franky1996 schrieb: Ich bedanke mich für eure Nachrichten. Die Sache ist, dass ich mich sowohl auf den jeweiligen Plattformen bewerbe und auch selber durch die Stadt schlendere und persönlich Kanzleien (I.d.R. Kleine Kanzleien) anspreche. Zum Thema Geld sage ich auch immer, dass mir das nicht „so wichtig“ ist, sondern dass ich vor allem Berufserfahrung sammeln will. Mir wird im persönlichen Gespräch (noch kein Vorstellungsgespräch) dann immer Hoffnungen gemacht und dass sie sich bei mir melden werden. Darauffolgend hagelt es jedoch eine Absage, verstehe auch diese „falsche Nettigkeit“ nicht, dass die einen „geil“ machen und man gibt seine ganzen Unterlagen ab in der Hoffnung wenigstens für Mindestlohn(!!!) Erfahrungen zu sammeln, was die Kanzleien dennoch nicht wollen. Wenn man sogar mit einem der höchsten Abschlüsse in Deutschland nicht einmal zum Mindestlohn im Kanzleibüro mitarbeiten kann, dann läuft in diesem Land GEWALTIG was schief. Nun plagen einen auch der Gedanke, dass man wohl komplett umsonst studiert hat. Hätte ich mal lieber irgendwas mit Ingenieurswissenschaften studiert, dann hätte ich mich eventuell hier verpissen können.
Am Ende muss es wirtschaftlich Sinn machen dich einzustellen. Und jemanden einzuarbeiten, nur damit er wieder geht, wenn er eingearbeitet ist, ist halt nicht das beste Geschäftsmodell.
Du musst auch keine "Berufserfahrung" sammeln vor dem Ref. Das Ref bietet mit seinen Stationen genug Möglichkeiten die Praxis kennenzulernen.
Und das erste juristische Examen ist auch nicht "einer der höchsten Abschlüsse in Deutschland", sondern die Eingangsprüfung zum Referendariat. Ohne zweites Examen ist man gerade noch keine Fachkraft, sondern nur eine Hilfskraft. Die kann zwar auch eingelernt werden, aber aus Sicht des Arbeitgebers: warum, für so kurze Zeit? Wenn er stattdessen einen Referendar in der Station nimmt, ist der ein halbes Jahr weiter und kostet ihn gar nichts.
03.04.2025, 06:38
(03.04.2025, 05:29)Praktiker schrieb:1. Mit dem ersten Examen ist man Fachkraft. Das ist man immer wenn man einen Hochschulabschluss erworben hat. Man kann mit dem ersten Examen zum Beispiel im gehobenen Dienst anfangen ohne eine weitere zusätzliche Ausbildung zu durchlaufen.(03.04.2025, 00:30)Paul Klee schrieb:(02.04.2025, 11:03)Franky1996 schrieb: Ich bedanke mich für eure Nachrichten. Die Sache ist, dass ich mich sowohl auf den jeweiligen Plattformen bewerbe und auch selber durch die Stadt schlendere und persönlich Kanzleien (I.d.R. Kleine Kanzleien) anspreche. Zum Thema Geld sage ich auch immer, dass mir das nicht „so wichtig“ ist, sondern dass ich vor allem Berufserfahrung sammeln will. Mir wird im persönlichen Gespräch (noch kein Vorstellungsgespräch) dann immer Hoffnungen gemacht und dass sie sich bei mir melden werden. Darauffolgend hagelt es jedoch eine Absage, verstehe auch diese „falsche Nettigkeit“ nicht, dass die einen „geil“ machen und man gibt seine ganzen Unterlagen ab in der Hoffnung wenigstens für Mindestlohn(!!!) Erfahrungen zu sammeln, was die Kanzleien dennoch nicht wollen. Wenn man sogar mit einem der höchsten Abschlüsse in Deutschland nicht einmal zum Mindestlohn im Kanzleibüro mitarbeiten kann, dann läuft in diesem Land GEWALTIG was schief. Nun plagen einen auch der Gedanke, dass man wohl komplett umsonst studiert hat. Hätte ich mal lieber irgendwas mit Ingenieurswissenschaften studiert, dann hätte ich mich eventuell hier verpissen können.
Am Ende muss es wirtschaftlich Sinn machen dich einzustellen. Und jemanden einzuarbeiten, nur damit er wieder geht, wenn er eingearbeitet ist, ist halt nicht das beste Geschäftsmodell.
Du musst auch keine "Berufserfahrung" sammeln vor dem Ref. Das Ref bietet mit seinen Stationen genug Möglichkeiten die Praxis kennenzulernen.
Und das erste juristische Examen ist auch nicht "einer der höchsten Abschlüsse in Deutschland", sondern die Eingangsprüfung zum Referendariat. Ohne zweites Examen ist man gerade noch keine Fachkraft, sondern nur eine Hilfskraft. Die kann zwar auch eingelernt werden, aber aus Sicht des Arbeitgebers: warum, für so kurze Zeit? Wenn er stattdessen einen Referendar in der Station nimmt, ist der ein halbes Jahr weiter und kostet ihn gar nichts.
2. Ich kenn eigentlich keine Referendare, die dazu bereit wären ohne Bezahlung in einer Kanzlei ernsthaft mitzuarbeiten.
03.04.2025, 07:39
(02.04.2025, 15:49)Sesselpupser schrieb:(02.04.2025, 14:50)REF.NRW schrieb:(02.04.2025, 14:05)ForumBenutzer schrieb:(02.04.2025, 11:03)Franky1996 schrieb: Ich bedanke mich für eure Nachrichten. Die Sache ist, dass ich mich sowohl auf den jeweiligen Plattformen bewerbe und auch selber durch die Stadt schlendere und persönlich Kanzleien (I.d.R. Kleine Kanzleien) anspreche. Zum Thema Geld sage ich auch immer, dass mir das nicht „so wichtig“ ist, sondern dass ich vor allem Berufserfahrung sammeln will. Mir wird im persönlichen Gespräch (noch kein Vorstellungsgespräch) dann immer Hoffnungen gemacht und dass sie sich bei mir melden werden. Darauffolgend hagelt es jedoch eine Absage, verstehe auch diese „falsche Nettigkeit“ nicht, dass die einen „geil“ machen und man gibt seine ganzen Unterlagen ab in der Hoffnung wenigstens für Mindestlohn(!!!) Erfahrungen zu sammeln, was die Kanzleien dennoch nicht wollen. Wenn man sogar mit einem der höchsten Abschlüsse in Deutschland nicht einmal zum Mindestlohn im Kanzleibüro mitarbeiten kann, dann läuft in diesem Land GEWALTIG was schief. Nun plagen einen auch der Gedanke, dass man wohl komplett umsonst studiert hat. Hätte ich mal lieber irgendwas mit Ingenieurswissenschaften studiert, dann hätte ich mich eventuell hier verpissen können.Der letzte Punkt verfolgt mich tatsächlich auch. Ich habe mich damals zu Beginn des Studiums sowas gar nicht gefragt und dachte "mit Jura kann man alles machen...In der Realität ist das jedoch bei weitem nicht so, zumal man sehr an Deutschland gebunden ist als Standort.. Selbst wenn man es schafft eine Kanzlei bspw. in Spanien von sich zu überzeugen, dann stellen diese ja einen nicht für den deutschen Lohn ein, sodass ein Leben dort auch weniger attraktiv wird wenn dort dann schlecht verdient.
Wenn du zB nach Spanien gehst verdienst du generell weniger als in Deutschland. Dafür muss man nicht Jurist sein.Dies ist auch dann der Fall wenn du Ingenieur oder Mediziner bist.
Man verdient eigentlich nur in der Schweiz, den USA oder Kanada mehr als hier.
Es soll noch andere als unmittelbar finanzielle Gründe für eine Auswanderung geben. Hätte ich bei Studienbeginn geahnt wie sich die politische, gesellschaftliche und Abgabenlasttechnische Situation im Land hin entwickelt, hätte ich auch etwas anderes studiert. Aber jetzt sitzt man als Jurist da und ist so abhängig vom Standort Deutschland wie kaum ein anderer Berufsstand.
Ich lese so oft von der Standortbezogenheit, dabei ist es mEn schlichtweg falsch. Wo ein Wille, da ein Weg.
Folgende beispielhafte Aufzählung, mit der Möglichkeiten im Ausland zu arbeiten:
1. Als deutscher Jurist mit deutscher Zulassung im/ aus dem Ausland beraten.
2. Per Anerekennungsverfahren die Zulassung in einem Staat der EU, des EWR oder der Schweiz bekommen.
3. Einen LL.M. in England machen und sich dort zulassen lassen.
4. Einen LL.M. in den USA machen und sich dort zulassen lassen.
5. Einen LL.M. in Australien machen und sich dort zulassen lassen.
6. In die freie Wirtschaft gehen und auf Auslandstellen bewerben.
7. Als Repetitor aus dem Ausland unterrichten.
8. Rechts-, Fortbildungsseminare anbieten.
9. IHK.
10. Als Autor, Journalist arbeiten.
11. International tätige Hilfsorganisationen.
12. Diplomat.
13. Inhousekarriere bei international tätigem Unternehmen.
14. Für die europäische Union arbeiten.
15. Für die europäische Staatsanwaltschaft arbeiten.
16. In die Schiedsgerichtbarkeit gehen.
Das sind lediglich Punkte die mir spontan einfallen, ich bin mir sicher man kann da noch viele Punkte ergänzen. Wieso wird das deutsche Staatsexamen regelmäßig als Last in Bezug auf einen internationalen Berufsweg deklariert?
03.04.2025, 09:44
zum Thema 1. Examen: es wird mit dem Bachelor gleichgestellt, d.h. jeder Wirtschaftsrechtler mit Master hat hier den Vorteil, idR auch jeder LLBler (abgesehen von WisMit-Positionen in der Kanzleiwelt), da das Wirtschaftsrechtstudium mit seinen Schwerpunkten (Wirtschaftsrecht, Betriebswirtschaft) natürlich im Vergleich zum klassischen Jurastudium deutlich praxisrelevanter ist. Keinen AG interessiert die bereicherungsrechtliche Rückabwicklung von durch unerkannt Geisteskranke abgeschlossene Verträge, das Abhandenkommen beim Besitzdiener oder das Rederecht des Abgeordneten (jajaja, es geht hier um das Grundverständnis der Materie, strukturiertes Denken, Abstraktion, Schärfung des Judiz bzw Problembewusstsein, Lernen am Fall usw blabla schon klar)