08.11.2022, 18:22
Das Thema GK und Privatleben gab es hier schon:
Wie seht ihr das Thema Justiz und Privatleben? Sind die im Vergleich zur Anwaltschaft niedrigen Gehälter ein Nachteil bei der Partnersuche (speziell für M?) Habt ihr als (Probe-)Richter oder Beamter in der Verwaltung eine/n Partner/in gefunden oder die Beziehung noch aus der Ref-/Studienzeit "geerbt"?
Irgendwie kenne ich in meinem Umfeld (Großstadt, sehr viele GKs) keinen Richter, der nach seinem 2. Examen eine Frau gefunden hat. Wenn, dann kannten die sich schon vorher.
Wie seht ihr das Thema Justiz und Privatleben? Sind die im Vergleich zur Anwaltschaft niedrigen Gehälter ein Nachteil bei der Partnersuche (speziell für M?) Habt ihr als (Probe-)Richter oder Beamter in der Verwaltung eine/n Partner/in gefunden oder die Beziehung noch aus der Ref-/Studienzeit "geerbt"?
Irgendwie kenne ich in meinem Umfeld (Großstadt, sehr viele GKs) keinen Richter, der nach seinem 2. Examen eine Frau gefunden hat. Wenn, dann kannten die sich schon vorher.
Wer Richter auf Probe bzw. Staatsanwalt werden möchte, sollte sich mit dem Karriere-Dossier über die Einstellungschancen und Bewerbungsvoraussetzungen informieren. Das Karriere-Dossier ist als Print-Buch sowie als E-Book für alle 16 Bundesländer erhältlich:
https://www.juristenkoffer.de/richter/karriere-dossier-richter-staatsanwalt-werden.php
Und zur Vorbereitung auf das alles entscheidende Vorstellungsgespräch sollte man auf die vielen hunderten Erfahrungsberichte anderer Juristen zugreifen, die bereits das Bewerbungsverfahren erfolgreich absolviert haben.
https://www.juristenkoffer.de/richter/karriere-dossier-richter-staatsanwalt-werden.php
Und zur Vorbereitung auf das alles entscheidende Vorstellungsgespräch sollte man auf die vielen hunderten Erfahrungsberichte anderer Juristen zugreifen, die bereits das Bewerbungsverfahren erfolgreich absolviert haben.
08.11.2022, 19:56
Richter ist ein in der Gesellschaft angesehener Beruf. Warum sollte so jemand keine Frau finden?
Beamte haben eher einen schlechten Ruf, aber trotzdem findet man sicherlich eine Frau. Nicht alle Frauen schauen nur auf das Geld.
Ich verdiene mein eigenes Geld und habe in meiner Zeit als Single ein paar Mal downgedatet. Das war ok, solange ein Mann genug Selbstbewusstsein hatte, sich neben mir nicht selbst klein zu machen und mich für meinen Beruf zu bewundern. Ja, solche Männer gibt es und ich finde es maximal unattraktiv, denn ich habe einen Mann gesucht und keinen Schoßhund. Dagegen hat mich der Beruf oder der noch vorhandene Studentenstatus derjenigen weniger gestört.
Wenn ich an meinen Ausbilder in der Verwaltungsstation zurückdenke, ordne ich den definitiv in die Kategorie "attraktiv" ein.
Beamte haben eher einen schlechten Ruf, aber trotzdem findet man sicherlich eine Frau. Nicht alle Frauen schauen nur auf das Geld.
Ich verdiene mein eigenes Geld und habe in meiner Zeit als Single ein paar Mal downgedatet. Das war ok, solange ein Mann genug Selbstbewusstsein hatte, sich neben mir nicht selbst klein zu machen und mich für meinen Beruf zu bewundern. Ja, solche Männer gibt es und ich finde es maximal unattraktiv, denn ich habe einen Mann gesucht und keinen Schoßhund. Dagegen hat mich der Beruf oder der noch vorhandene Studentenstatus derjenigen weniger gestört.
Wenn ich an meinen Ausbilder in der Verwaltungsstation zurückdenke, ordne ich den definitiv in die Kategorie "attraktiv" ein.
08.11.2022, 20:12
Vorab: Ich selber bin kein Richter, aber kenne mehrere Menschen, die Richter sind.
Ich kenne nur Richter, die verheiratet sind. Allerdings ist die Work/Life Balance teils schlechter als erwartet, aber insgesamt Ordnung. In der Realität sitzt man nunmal schon oft in seinem Zimmer bei Gericht.
Vielleicht zum Gehalt: Wenn man Richter mal nicht mit den Großkanzlei-Anwälten und Ärzten vergleicht, dann wird einem klar, dass das Gehalt echt nicht übel ist. Selbst die meisten Akademiker verdienen weniger. Und da sind Dinge wie die absolute Sicherheit des Amtes, Pensionsansprüche und die Beihilfe nicht eingerechnet.
Ich kenne nur Richter, die verheiratet sind. Allerdings ist die Work/Life Balance teils schlechter als erwartet, aber insgesamt Ordnung. In der Realität sitzt man nunmal schon oft in seinem Zimmer bei Gericht.
Vielleicht zum Gehalt: Wenn man Richter mal nicht mit den Großkanzlei-Anwälten und Ärzten vergleicht, dann wird einem klar, dass das Gehalt echt nicht übel ist. Selbst die meisten Akademiker verdienen weniger. Und da sind Dinge wie die absolute Sicherheit des Amtes, Pensionsansprüche und die Beihilfe nicht eingerechnet.
08.11.2022, 20:28
(08.11.2022, 20:12)HLLM schrieb: Vorab: Ich selber bin kein Richter, aber kenne mehrere Menschen, die Richter sind.
Ich kenne nur Richter, die verheiratet sind. Allerdings ist die Work/Life Balance teils schlechter als erwartet, aber insgesamt Ordnung. In der Realität sitzt man nunmal schon oft in seinem Zimmer bei Gericht.
Vielleicht zum Gehalt: Wenn man Richter mal nicht mit den Großkanzlei-Anwälten und Ärzten vergleicht, dann wird einem klar, dass das Gehalt echt nicht übel ist. Selbst die meisten Akademiker verdienen weniger. Und da sind Dinge wie die absolute Sicherheit des Amtes, Pensionsansprüche und die Beihilfe nicht eingerechnet.
Das Problem ist halt in meinen Augen, dass es die meisten Richterstellen nun mal in Großstädten gibt und diese recht teuer sind. Mag ja sein, dass man mit (im Schnitt so) 3200-3400 Euro netto in Fulda oder Detmold der King ist, aber die größten LGs sind nun mal in Frankfurt, Düsseldorf, Köln etc....
Und was hat es mit der Beihilfe auf sich? Dass der Staat als ArbG 50% der Kosten der PKV trägt? Ist doch bei Angestellten, die in die PKV können, genauso...
09.11.2022, 09:31
Also dass ein Arbeitgeber dir in der freiem Wirtschaft 50 % der PKV zahlt ist keinesfalls automatisch so. Zudem erhöht sich der Satz bei Beamten ja auch wenn bspw Kinder da sind.
Und zum Ausgangsthema zurück: ich glaube kaum, dass Richter/Beamte nur wegen ihres Gehalts Probleme haben bei der Partnersuche. Wenn man mal diese Jura-Bubble verlässt, merkt man erst mal, wie viel weniger in so vielen - auch akademischen - berufen verdient wird. Ich habe viel mit Nicht-Juristen zu tun, und da merke ich so deutliche Unterschiede. Die sind immer total neidisch auf meine Verbeamtung und das Gehalt. Jemand aus der GK juckt weder das eine, noch das andere. Man sollte sich nur bewusst machen, dass nicht jeder Mensch in einer GK arbeitet.
Sollte ein Richter keinen Partner finden, liegt es vielleicht einfach an ihm selbst. Und wenn etwa eine Person sagt, sie wolle keinen Richter Daten wegen des Gehalts, dann sagt das ja auch genug über sie selbst aus.
Und zum Ausgangsthema zurück: ich glaube kaum, dass Richter/Beamte nur wegen ihres Gehalts Probleme haben bei der Partnersuche. Wenn man mal diese Jura-Bubble verlässt, merkt man erst mal, wie viel weniger in so vielen - auch akademischen - berufen verdient wird. Ich habe viel mit Nicht-Juristen zu tun, und da merke ich so deutliche Unterschiede. Die sind immer total neidisch auf meine Verbeamtung und das Gehalt. Jemand aus der GK juckt weder das eine, noch das andere. Man sollte sich nur bewusst machen, dass nicht jeder Mensch in einer GK arbeitet.
Sollte ein Richter keinen Partner finden, liegt es vielleicht einfach an ihm selbst. Und wenn etwa eine Person sagt, sie wolle keinen Richter Daten wegen des Gehalts, dann sagt das ja auch genug über sie selbst aus.
09.11.2022, 09:43
Ich liebe dich*
*ab 4k netto
*ab 4k netto
09.11.2022, 10:13
Ich habe nie ein Problem bei der Partnersuche gehabt. Sowohl vor als auch nach "Dienstantritt" nicht.
Ist aber auch so, dass ich meinen Job - so oder so - nicht an die erste Stelle rücke und damit schon beim ersten Kennenlernen hausieren gehe. Wenn jemand nur wegen des Jobs, des Geldes oder des sog. sozialen Prestiges mit jemanden zusammen ist, dann liegt eh einiges im Argen und über kurz oder Lang kracht es an anderer Stelle. Wenn man sich selbst sehr über den Beruf definiert, braucht man möglicherweise auch einen Partner, den man als ebenbürtig oder würdig empfindet.
Ich finde den Konnex Partnersuche und Job irgendwie schräg. Würde mir nie in den Sinn kommen, jemanden als Partner auszuschließen, alleine weil der Job nicht "passt". Bei mir war vom "kleinen Angestellten" bis hin zum Akademiker schon alles dabei. Kann auch an meiner Sichtweise liegen, aber der Beruf und das Einkommen des Partners sind mir ehrlichgesagt ziemlich egal, solange der andere mit den Dingen, die er tut glücklich ist und man eine gute gemeinsame Basis hat. Dann strahlt das auch auf die Beziehung ab. Anderseits fände ich es auch ziemlich schräg, wenn jemand nur deswegen besonders gerne mit mir zusammen ist, weil ich Richter bin.
Es muss halt einfach menschlich passen und wenn man ein Kribbeln im Bauch verspürt und einem warm ums Herz wird, dann ist alles andere doch ziemlich wurscht.
Ist aber auch so, dass ich meinen Job - so oder so - nicht an die erste Stelle rücke und damit schon beim ersten Kennenlernen hausieren gehe. Wenn jemand nur wegen des Jobs, des Geldes oder des sog. sozialen Prestiges mit jemanden zusammen ist, dann liegt eh einiges im Argen und über kurz oder Lang kracht es an anderer Stelle. Wenn man sich selbst sehr über den Beruf definiert, braucht man möglicherweise auch einen Partner, den man als ebenbürtig oder würdig empfindet.
Ich finde den Konnex Partnersuche und Job irgendwie schräg. Würde mir nie in den Sinn kommen, jemanden als Partner auszuschließen, alleine weil der Job nicht "passt". Bei mir war vom "kleinen Angestellten" bis hin zum Akademiker schon alles dabei. Kann auch an meiner Sichtweise liegen, aber der Beruf und das Einkommen des Partners sind mir ehrlichgesagt ziemlich egal, solange der andere mit den Dingen, die er tut glücklich ist und man eine gute gemeinsame Basis hat. Dann strahlt das auch auf die Beziehung ab. Anderseits fände ich es auch ziemlich schräg, wenn jemand nur deswegen besonders gerne mit mir zusammen ist, weil ich Richter bin.
Es muss halt einfach menschlich passen und wenn man ein Kribbeln im Bauch verspürt und einem warm ums Herz wird, dann ist alles andere doch ziemlich wurscht.
09.11.2022, 13:31
Das Problem ist glaub ich nicht die Stellung aus Richter als solche, sondern vielmehr die hohe Arbeitsbelastung und die Arbeitszeiten. Niemand möchte einen Partner haben, der regelmäßig 50h Stunden kloppen muss und dann nervlich am Ende ist
09.11.2022, 15:05
(09.11.2022, 13:31)Rechthaben16 schrieb: Das Problem ist glaub ich nicht die Stellung aus Richter als solche, sondern vielmehr die hohe Arbeitsbelastung und die Arbeitszeiten. Niemand möchte einen Partner haben, der regelmäßig 50h Stunden kloppen muss und dann nervlich am Ende ist
Ich kenne persönlich kaum einen Richter, der - vielleicht außer in der Assessorenzeit - 50 Stunden pro Woche arbeiten muss. Und von den vielen vielen Kollegen, die ich kenne, ist keiner tatsächlich "nervlich am Ende".
Falls das tatsächlich der Fall ist, setzt derjenige entweder seine Schwerpunkte falsch oder es besteht (was aber selten ist) ein strukturelles Problem.
Selbst am Landgericht kommt man, wenn man sich gut organisiert, mit 40 Stunden in jedem Fall gut hin. Ich spreche hier ausdrücklich von der Arbeitszeit. Wer zwei- bis dreimal täglich ausgiebige Kaffeepausen macht und viel mit Kollegen privat redet, muss vielleicht tatsächlich bis 18/19 Uhr anwesend sein. Auch hier sollte man sich kritisch hinterfragen, wo man vielleicht unnötig Zeit vertrödelt.
09.11.2022, 23:08
(09.11.2022, 15:05)MrJudgeBW schrieb:(09.11.2022, 13:31)Rechthaben16 schrieb: Das Problem ist glaub ich nicht die Stellung aus Richter als solche, sondern vielmehr die hohe Arbeitsbelastung und die Arbeitszeiten. Niemand möchte einen Partner haben, der regelmäßig 50h Stunden kloppen muss und dann nervlich am Ende ist
Ich kenne persönlich kaum einen Richter, der - vielleicht außer in der Assessorenzeit - 50 Stunden pro Woche arbeiten muss. Und von den vielen vielen Kollegen, die ich kenne, ist keiner tatsächlich "nervlich am Ende".
Falls das tatsächlich der Fall ist, setzt derjenige entweder seine Schwerpunkte falsch oder es besteht (was aber selten ist) ein strukturelles Problem.
Selbst am Landgericht kommt man, wenn man sich gut organisiert, mit 40 Stunden in jedem Fall gut hin. Ich spreche hier ausdrücklich von der Arbeitszeit. Wer zwei- bis dreimal täglich ausgiebige Kaffeepausen macht und viel mit Kollegen privat redet, muss vielleicht tatsächlich bis 18/19 Uhr anwesend sein. Auch hier sollte man sich kritisch hinterfragen, wo man vielleicht unnötig Zeit vertrödelt.
Ich bin seit einem Jahr dabei und bei stabilen 40h angekommen, mit seltenen Ausnahmen nach oben und unten.
Denke ab 16 Uhr immer an die armen RAe, die für ihre 2k netto mehr dann bis 20 uhr noch im backoffice ballern und stress wegen billables schieben, wenn ich daheim ankomme.
aber so ist das game
*bevor einer fragt: konsequent von 8 bis 16 uhr am zutrag dran
übrigens ist msn mit R1 bei den oberen 20-15% der verdiener dabei. der partner, dem das nicht genug ist, ist ein goldgräber.










