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Neustart mit 41
Gast
Unregistered
 
#1
30.03.2022, 17:35
Hallo
ein Bekannter überlegt mit 41 noch ein Jurastudium zu beginnen. Ist das überhaupt noch einigermaßen
sinnvoll? Mein Bekannter ist rhetorisch sehr gut und glaubt als Anwalt geeignet zu sein.
Mein Bekannter hatte Lehramt Deutsch und Geschichte für Realschule studiert und hatte das Ref
abgebrochen, da er von den Seminarlehrern gemobbt wurde und arbeitete dann als Journalist.
Ist es sinnvoll im mittleren Erwachsenenalter noch ein Studium zu beginnen, wenn man sich sehr
für Jura interessiert? Kommt sowas ab und zu vor, dass das jemand macht?
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Gast
Unregistered
 
#2
30.03.2022, 18:16
Wenn du dafür brennst, spricht nichts dagegen.

hör auf dein Herz
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Praktiker
Posting Freak
*****
Beiträge: 2.269
Themen: 0
Registriert seit: Apr 2021
#3
30.03.2022, 18:56
Er wird sich dann jedenfalls fundiert in die Diskussionen einbringen können, wonach es Lehramtsstudenten so unglaublich viel besser erwischt haben...

Das rhetorische Talent bringt ihm fürs Studium nichts, aber vernünftig schreiben können und Interesse an der Welt ist schon mal nicht schlecht.

Ansonsten gibt es für den Anwaltsberuf keine Altersgrenze, in der Justiz könnte es dagegen schwierig werden.
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Gast
Unregistered
 
#4
30.03.2022, 19:59
Wir hatten einen älteren Kollegen im Jahrgang, der neben seiner Stelle im Staatsdienst (Verwaltung, mehr weiß ich nicht) das erste Examen absolviert hat. Der ist in Regelstudienzeit durch. War schwer beeindruckt.
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Matilda91
Junior Member
**
Beiträge: 32
Themen: 1
Registriert seit: Aug 2020
#5
30.03.2022, 20:40
Alles möglich! Hatte in meinem Jahrgang auch zwei deutlich ältere Studenten. Aber man darf nicht vergessen, dass es bis zum Ende der Ausbildung auch gerne mal 7-8 Jahre dauern kann… und dann muss man schon gut durchkommen. Das muss man im Hinterkopf behalten. Und finanzieren muss man insbesondere das Studium auch noch. Aber so rein theoretisch… alles möglich!
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Gast
Unregistered
 
#6
31.03.2022, 13:42
Es ist möglich, allerdings muss man die zeitliche und finanzielle Komponente im Hinterkopf behalten.

Wenn er mit 41 Jahren mit dem Studium anfängt, dauert es gut und gerne 8 Jahre, bis das zweite Examen fertig ist. Klar geht es auch schneller, insbesondere wenn man den Freischuss mitnimmt. Nur die wenigsten schaffen es aber, schon nach 8 Semestern ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen. Realistisch dürften 10 Semester sein (ist ja mittlerweile auch die Regelstudienzeit). Dazu kommt dann je nach Ausbildungsstandort noch eine gewisse Wartezeit bis zum Ref. Vielleicht macht man auch erstmal ne Pause zwischen Studium und Ref oder arbeitet ein bisschen um runterzukommen etc. etc. Würde daher durchschnittlich ein Jahr Pause zwischen Studium und Ref veranschlagen. Mit den 2 Jahren Ref die dann noch dazu kommen, liegt man bei 8 Jahren und da ist noch nicht einmal ein Verbesserungsversuch eingerechnet.

Dein Bekannter wäre demnach fast 50, bis er dem Arbeitsmarkt voll zur Verfügung steht. Die Zeit bis dahin muss er irgendwie finanziell stemmen können.

Zusätzlich könnte ich mir vorstellen, dass das Alter zumindest zu Anfang im Berufsleben für zwischenmenschliche Reibungen sorgen könnte. Dein Bekannter ist auf dem Ausbildungsstand eines 27-jährigen Anwalts, jedoch faktisch 20 Jahre älter. Dennoch ist er in der Hierarchie nicht höher gestellt als der junge Kollege, der im gleichen Büro arbeitet.

Insgesamt würde ich sagen, dass ein Neustart mit 41 durchaus möglich ist. Man muss sich aber über die oben genannten "Einschränkungen" im Klaren sein.
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HerrKules
Posting Freak
*****
Beiträge: 1.104
Themen: 7
Registriert seit: Mar 2021
#7
31.03.2022, 15:04
Theoretisch geht das natürlich, aber wozu? Dann ist er fast 50, wenn er fertig ist. Was will der dann werden? Richter/Beamter dürfte ausscheiden. Angestellter Anwalt? Großkanzlei dürfte da sicher ausscheiden. Kleine Kanzlei? Lohnt sich finanziell kaum. Selbstständig? Einen Mandantenstamm aufbauen, nur für 15 Jahre Tätigkeit? Geht bestimmt, aber hartes Brot. Das dauert ein paar Jahre, in den Jahren zahlst du (weiterhin) nichts für die Rente/Versorgungswerk ein.

Finanziell wird sich das sicher nicht lohnen, insbesondere im Hinblick auf die Altersvorsorge. Unter Anwälten wird teils auch mit harten Bandagen gekämpft, so bzgl. Mobbing.

Wenn, dann würde ich das irgendwie mit dem Journalismus verbinden.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31.03.2022, 15:05 von HerrKules.)
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guga
Unregistered
 
#8
31.03.2022, 15:53
Beamter und Richter scheitert an der Altersgrenze. Anwalt geht immer. Kenne Kollegen, die mit 50 erst Anwalt wurden. Wenn man vorher eine gute Karriere hatte, gut vernetzt ist oder sonstige Expertise mitbringt, dann kann man da noch sehr gut Geld verdienen.

Wenn er als ehemaliger Journalist gute Kontakte zu Zeitung, Presse oder Geschäftsführer hat, dann wird er keinerlei Probleme haben und sehr schnell Partner werden.
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Gast
Unregistered
 
#9
31.03.2022, 17:27
Gibt's die Altersgrenze fürs Referendariat nicht mehr?
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Gast
Unregistered
 
#10
31.03.2022, 18:02
Die Tätigkeit als Anwalt setzt Belastbarkeit voraus. Wer sich von irgendwelchen Lehrerern im Erwachsenenalter mobben läßt, ist möglicherweise den Belastungen des Anwaltsdaseins nicht gewachsen.

Die Anfrage läßt auch keine intrinsische Motivation hinsichtlich Jura erkennen. Rhetorisch begabt, nun denn...

Der Bekannte des TE sollte sich zunächsteinmal mit seinen eigenen Fähigkeiten, Schwachpunkten und Zielen auseinandersetzen, bevor er sich an ein Jurastudium heranwagt.

Auch müsster der Lebensunterhalt für die (lange) Dauer der Ausbildung gesichert sein.

Im Hinblick auf die lange Ausbildungsdauer und die berufliche "Restlaufzeit" halte ich die Idee ohne weitere Angaben für nicht so gut.
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