07.12.2020, 01:31
Hello, ich stehe vor dem Berufseinstieg und klar man hat im Ref Erfahrung gesammelt, aber die Arbeit als RA ist dann doch nochmal anders.
1) Also: Ist es in den üblichen GKs (soweit man das pauschalisieren kann) möglich das Rechtsgebiet nach einem halben Jahr / Jahr nochmal zu ändern, wenn man merkt, dass wird nichts? Also klar, die Regel wird es nicht sein, aber kennt ihr solche Fälle oder sogar entsprechende Kommunikation?
2) Gerade vor dem Hintergrund: Ich gehe in die GK um mir ein gescheites Profil für ein Unternehmen oder eine kleine Einheit in 2-3 Jahren zu verschaffen ( deshalb auch der hohe Einstieg). Wenn ich jetzt aber nach einiger Zeit merke "Ne, hier kloppe ich nur stumpf Schriftsätze zusammen oder behandel ständig dasselbe" ob wie kann man dann gegensteuern?
Hoffe man versteht das Problem ( letztlich 2 Fragen).
Meine Einstiegskanzleien sind wohl die üblichen Verdächtigen, die hier als "T1" laufen.
1) Also: Ist es in den üblichen GKs (soweit man das pauschalisieren kann) möglich das Rechtsgebiet nach einem halben Jahr / Jahr nochmal zu ändern, wenn man merkt, dass wird nichts? Also klar, die Regel wird es nicht sein, aber kennt ihr solche Fälle oder sogar entsprechende Kommunikation?
2) Gerade vor dem Hintergrund: Ich gehe in die GK um mir ein gescheites Profil für ein Unternehmen oder eine kleine Einheit in 2-3 Jahren zu verschaffen ( deshalb auch der hohe Einstieg). Wenn ich jetzt aber nach einiger Zeit merke "Ne, hier kloppe ich nur stumpf Schriftsätze zusammen oder behandel ständig dasselbe" ob wie kann man dann gegensteuern?
Hoffe man versteht das Problem ( letztlich 2 Fragen).
Meine Einstiegskanzleien sind wohl die üblichen Verdächtigen, die hier als "T1" laufen.
07.12.2020, 09:56
Wechsel innerhalb der Kanzlei kann schwierig sein. Das hängt vermutlich überwiegend von der Einstellung der Partner ab. Wenn du dich früh entscheidest würde ich das einfach offen Ansprechen oder einfach die Kanzlei wechseln.
Alternativen könnten sein
Bei Hengeler rotiert man als Berufseinsteiger durch die Praxisgruppen. Bei Cleary Gottlieb kann man einsteigen ohne eine bestimmte Praxisgruppe zu wählen, sodass man auch rotiert im weiteren Sinne. Alternativ kann man zu Beginn auch zwei unterschiedliche Gruppen wählen, denen man zugewiesen wird.
Alternativen könnten sein
Bei Hengeler rotiert man als Berufseinsteiger durch die Praxisgruppen. Bei Cleary Gottlieb kann man einsteigen ohne eine bestimmte Praxisgruppe zu wählen, sodass man auch rotiert im weiteren Sinne. Alternativ kann man zu Beginn auch zwei unterschiedliche Gruppen wählen, denen man zugewiesen wird.
07.12.2020, 11:58
Also Wechsel innerhalb der GK ist selten, was einen recht einfachen Grund hat: Es herrscht fast immer Associate-Mangel. Ein Partner hat also wenig Lust nun einen seiner Associates an eine andere PG abzugeben. Insbesondere weil es in jeder GK nette und weniger nette Partner gibt. Wenn publik wird, dass man von einem stressigen Partner relativ unproblematisch zu einem weniger stressigen Partner wechseln könnte, wäre das für einige Partner sehr doof.
So etwas klappt dann nur, wenn man mit Kündigung droht und die GK sagt, ok, lieber ein interner Wechsel als den Associate zu verlieren. Aber es ist wirklich selten. War an einem 100 Berufsträger Standort und in vier Jahren gab es einen internen PG-Wechsel (wobei es da auch zwei Storys gab, die eine vorteilhafter die andere weniger vorteilhaft für den Associate) und einen PG-Wechsel bei dem gleichzeitig der Standort gewechselt wurde. Ein weiterer hat noch seine Tätigkeit von 100% für eine PG auf 50/50 auf eine weitere PG geteilt bekommen.
So etwas klappt dann nur, wenn man mit Kündigung droht und die GK sagt, ok, lieber ein interner Wechsel als den Associate zu verlieren. Aber es ist wirklich selten. War an einem 100 Berufsträger Standort und in vier Jahren gab es einen internen PG-Wechsel (wobei es da auch zwei Storys gab, die eine vorteilhafter die andere weniger vorteilhaft für den Associate) und einen PG-Wechsel bei dem gleichzeitig der Standort gewechselt wurde. Ein weiterer hat noch seine Tätigkeit von 100% für eine PG auf 50/50 auf eine weitere PG geteilt bekommen.
07.12.2020, 11:59
TE hier
ja, das deckt sich grob mit meinen bisherigen Erfahrungen. Ich finde es eben extrem schwierig direkt zum Start zu Entscheiden, was man so ziemlich den Rest seines Lebens machen soll. Und da habe ich gut Respekt vor. Wenn ich jetzt in die Prozessführung gehe und in 5 Jahren aber in Richtung Unternehmen möchte ( und nichts mit meinen bisherigen "einschlägigen Berufserfahrungen") habe ich ein Problem.
Ich denke ich werde tatsächlich versuchen mir irgendwas hybridiges zu suchen bzw. von Anfang an zu x % einer anderen Abteilung anzugehören, um das halbwegs steuern zu können...
Auf HM hab ich persönlich nämlich leider keine Lust auch wenn so ein System super ist.
ja, das deckt sich grob mit meinen bisherigen Erfahrungen. Ich finde es eben extrem schwierig direkt zum Start zu Entscheiden, was man so ziemlich den Rest seines Lebens machen soll. Und da habe ich gut Respekt vor. Wenn ich jetzt in die Prozessführung gehe und in 5 Jahren aber in Richtung Unternehmen möchte ( und nichts mit meinen bisherigen "einschlägigen Berufserfahrungen") habe ich ein Problem.
Ich denke ich werde tatsächlich versuchen mir irgendwas hybridiges zu suchen bzw. von Anfang an zu x % einer anderen Abteilung anzugehören, um das halbwegs steuern zu können...
Auf HM hab ich persönlich nämlich leider keine Lust auch wenn so ein System super ist.
07.12.2020, 12:01
Bekannter von mir ist seit 10 Jahren Volljurist und wechselt seitdem im 1-2 Jahre Takt die Kanzlei. Die Gebiete wechselt er dabei beliebig durch: GesellschaftsR, ArbeitsR, White Collar, MietR, jetzt wieder GesR. Am Ende ist es ne Frage, wie Du Deine Richtungsänderung dann dem jew. neuen ArbG erklärst
07.12.2020, 12:06
(07.12.2020, 11:59)gast1234 te schrieb: Ich denke ich werde tatsächlich versuchen mir irgendwas hybridiges zu suchen bzw. von Anfang an zu x % einer anderen Abteilung anzugehören, um das halbwegs steuern zu können...
Und dann unter zwei Herren dienen? War immer mein absoluter Horror und habe ich vermieden wo es nur geht. Außer die Kanzlei lebt das aktiv und jeder Partner nimmt darauf Rücksicht. Ansonsten wurden (fast) alle Kollegen mit Aufteilungen, sei es 50/50 oder 70/30 usw., aufgerieben. Weil die Arbeitslast in den jeweiligen PGs nie miteinander harmoniert, der Baum nie wechselnd brennt, sondern oft gerne gleichzeitig und kein Partner Bock darauf hatte, jetzt auf "seinen" Associate zu verzichten.
07.12.2020, 12:08
(07.12.2020, 11:59)gast1234 te schrieb: TE hier
ja, das deckt sich grob mit meinen bisherigen Erfahrungen. Ich finde es eben extrem schwierig direkt zum Start zu Entscheiden, was man so ziemlich den Rest seines Lebens machen soll. Und da habe ich gut Respekt vor. Wenn ich jetzt in die Prozessführung gehe und in 5 Jahren aber in Richtung Unternehmen möchte ( und nichts mit meinen bisherigen "einschlägigen Berufserfahrungen") habe ich ein Problem.
Ich denke ich werde tatsächlich versuchen mir irgendwas hybridiges zu suchen bzw. von Anfang an zu x % einer anderen Abteilung anzugehören, um das halbwegs steuern zu können...
Auf HM hab ich persönlich nämlich leider keine Lust auch wenn so ein System super ist.
Kann man denn wirklich für verschiedene Bereiche gleichzeitig arbeiten in der GK? Bei den meisten Associates steht doch immer nur ein Bereich dabei.. Finde diese Entscheidung nämlich genau so schwierig wie du!
07.12.2020, 14:08
aber gerade wenn überall Mangel herrscht, wieso sorgt man nicht dafür die Ass zufrieden sind und lässt sie wechseln / routieren etc? Weil die kündigen dann doch schlicht, wenn sie kein Bock mehr haben?
Wer in der GK anfängt, der braucht nicht dringend ein job?
Wer in der GK anfängt, der braucht nicht dringend ein job?
07.12.2020, 14:15
Als Ergänzung noch: bei Latham gibt es das Modell, dass man nicht direkt einen Partner zugewiesen ist, sondern dass man in so einer Art Pool von Associates ist. da bildet sich dann tendenziell eher informell heraus, mit wem man dann die meiste Zeit zusammen arbeitet. Sicher auch kein Idealmodell.
Bei FBD ist man einen Partner oder Team konkret zugewiesen, da ist ein Wechsel dann schon schwieriger, aber es gibt auch Fälle, wo dies stattfindet.
Bei FBD ist man einen Partner oder Team konkret zugewiesen, da ist ein Wechsel dann schon schwieriger, aber es gibt auch Fälle, wo dies stattfindet.
07.12.2020, 14:17
(07.12.2020, 12:06)Gast 123 schrieb:(07.12.2020, 11:59)gast1234 te schrieb: Ich denke ich werde tatsächlich versuchen mir irgendwas hybridiges zu suchen bzw. von Anfang an zu x % einer anderen Abteilung anzugehören, um das halbwegs steuern zu können...
Und dann unter zwei Herren dienen? War immer mein absoluter Horror und habe ich vermieden wo es nur geht. Außer die Kanzlei lebt das aktiv und jeder Partner nimmt darauf Rücksicht. Ansonsten wurden (fast) alle Kollegen mit Aufteilungen, sei es 50/50 oder 70/30 usw., aufgerieben. Weil die Arbeitslast in den jeweiligen PGs nie miteinander harmoniert, der Baum nie wechselnd brennt, sondern oft gerne gleichzeitig und kein Partner Bock darauf hatte, jetzt auf "seinen" Associate zu verzichten.
Stimme zu. Am Ende hast du 100/100. Die werden Null Rücksicht nehmen. Das eigene Zeug muss fertig werden.









