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  5. "Normale" Privatwirtschaft ggü Beamtentum noch kompetitiv?
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"Normale" Privatwirtschaft ggü Beamtentum noch kompetitiv?
HLLM
Member
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Themen: 28
Registriert seit: Aug 2022
#1
13.09.2026, 10:23
Ich bin mit dem Verbesserungsversuch durch und momentan auf Jobsuche. Dabei bewerbe ich mich sowohl auf Jobs in Unternehmen als auch beim öD (Justiz und Verwaltung). Nach der Betrachtung der möglichen Netto-Gehälter frage ich mich ernsthaft: 

"Kann die Privatwirtschaft bei den Gehältern/Vorteilen des Beamtentums noch mithalten?"

Unter Betrachtung des Netto-Einkommens startet man in NRW/beim Bund in A13 bei ca. 4200€ pM und steigt auf 4800€. R1 steigt sogar auf mehr als 5500€ netto. Klar, hier muss noch die PKV abgezogen werden, aber dafür sind Kinderzuschläge, Zulagen und Beförderungen ebenfalls nicht eingerechnet. Dazu kommen Pension, absolute Sicherheit, Möglichkeiten zur Eltern- und Teilzeit, meist 40 Stunden-Wochen, gute Versorgung bei Krankheit (Beihilfe und kein Krankengeld) und die Möglichkeit von Blockteilzeit.

Diese Gehälter muss man (netto) erstmal in der freien Wirtschaft verdienen. Der Großteil der Volljuristen (insbesondere Leute wie ich mit zwei b (8,9/7,9)) dürfte drunter liegen. GK/Boutique-Anwälte lachen über diese Gehälter, aber da hat der Großteil der Volljuristen ja keine Chance. Von den Vorteilen muss ich garnicht erst anfangen, diese gibt es nur in wenigen Unternehmen.
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Praktiker
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Beiträge: 2.300
Themen: 0
Registriert seit: Apr 2021
#2
13.09.2026, 10:46
Spannende Überlegungen. Die hatten wir hier noch nie. Bin gespannt auf die Diskussion.
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Träumchen
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Beiträge: 26
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Registriert seit: Apr 2024
#3
13.09.2026, 11:04
Ich würde zustimmen (auch wenn wir die Diskussion schon mehrmals hatten). 

Mittlerweile konkurriert die Bundesverwaltung aber wieder mit den Großkanzleien. Meist wird min. ein VB gefordert. 

So zB beim BMAS: https://www.bmas.de/DE/Ministerium/Arbei...-bmas.html

Mit 2x B kann man vielleicht noch zum Finanzamt, aber da muss man dann auch eine Führungsposition der Privatwirtschaft vergleichen. Im Großen und Ganzen besorgniserregend, wenn die Privatwirtschaft nichts mehr bieten muss. Der Arbeitsmarkt hat wohl einen echten Meltdown.
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Yjglu
Junior Member
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Beiträge: 24
Themen: 3
Registriert seit: Jun 2024
#4
13.09.2026, 11:38
Das sage ich schon lange. 

Fraglich übrigens, ob man mit 120k (ich weiß es geht noch (deutlich) mehr) über 4500/4700 netto bei 40 Stunden - in der richtigen Verwaltung - entspannter Arbeit wirklich noch lacht, wenn man selbst nicht unter 50 schiebt…?
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Patenter Gast
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Beiträge: 784
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Registriert seit: Oct 2022
#5
13.09.2026, 13:07
Naja, schau dir doch einfach die Threads an, in denen hier die Jung-Beamten ihr Leid klagen. Die Planungssicherheit im Beamtentum, ein großer Vorteil, ist gleichzeitig der oftmals störende Faktor. 

Im Übrigen gilt, es gibt solche und solche Stellen im Beamtentum. Und gleichzeitig gibt es solche und solche Stellen in der freien Wirtschaft. Ich habe auch Kollegen, die sind Legal Team Lead, schicker Dienstwagen, so 120k Gehalt, viel HO und effektiv arbeiten die 4-5 Stunden am Tag und Betriebsrente gibt es auch. 

Ich würde sagen, Privatwirtschaft und Beamtentum sind sehr nahbeieinander und die primäre Frage ist, wo man eben eher arbeiten will.
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advocatus diaboli
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Beiträge: 216
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Registriert seit: May 2023
#6
13.09.2026, 14:02
(13.09.2026, 13:07)Patenter Gast schrieb:  Im Übrigen gilt, es gibt solche und solche Stellen im Beamtentum. Und gleichzeitig gibt es solche und solche Stellen in der freien Wirtschaft. Ich habe auch Kollegen, die sind Legal Team Lead, schicker Dienstwagen, so 120k Gehalt, viel HO und effektiv arbeiten die 4-5 Stunden am Tag und Betriebsrente gibt es auch. 

Ich würde sagen, Privatwirtschaft und Beamtentum sind sehr nahbeieinander und die primäre Frage ist, wo man eben eher arbeiten will.

Derartige Stellen sind in der Privatwirtschaft aber eher die Ausnahme als die Regel. Demgegenüber sind die vom TE beschriebenen Stellen in der Verwaltung schon deutlich eher anzutreffen. Gerade in der Privatwirtschaft sind sich die Arbeitgeber ihrer neu gewonnenen Stärke bewusst. Da wird vom Vorstand die sinkende Mitarbeiterzufriedenheit auch gern mal damit kommentiert, dass das alles nur Nörgler seien und diese sich bitte einen neuen Job suchen sollen. Und dabei bin ich in einer Branche tätig, der es noch ziemlich gut geht.
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Negatives Tatbestandsmerkmal
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Beiträge: 98
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Registriert seit: Aug 2024
#7
13.09.2026, 14:06
(13.09.2026, 10:23)HLLM schrieb:  GK/Boutique-Anwälte lachen über diese Gehälter, aber da hat der Großteil der Volljuristen ja keine Chance.

Dafür lachen die Beamten im hD über die Arbeitszeiten, Arbeitsintensität und den damit einhergehenden Stundenlohn.

Wenn man nicht individuelle Motive verfolgt, ist die Verbeamtung derzeit als Gesamtpaket der mit Abstand beste Deal, den man da draußen bekommen kann.
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RRalf
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Beiträge: 57
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Registriert seit: Sep 2025
#8
13.09.2026, 15:25
(13.09.2026, 10:23)HLLM schrieb:  Diese Gehälter muss man (netto) erstmal in der freien Wirtschaft verdienen. Der Großteil der Volljuristen (insbesondere Leute wie ich mit zwei b (8,9/7,9)) dürfte drunter liegen. GK/Boutique-Anwälte lachen über diese Gehälter, aber da hat der Großteil der Volljuristen ja keine Chance. 

Nur hätte man üblicherweise statt in die Justiz oder ins Ministerium auch in eine GK gehen können, die Notenanforderungen sind ähnlich. 

Bei unbeliebten Behörden konnte man zu den guten Zeiten auch mal mit 12-13 Punkten insgesamt in den hD reinrutschen. Zu diesen Zeiten wärst du mit deinen 8,9/7,9 aber auch in einer lower Tier GK untergekommen. 

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, kann mehr wert sein als 1-2 Punkte. Vor 4 Jahren war die richtige Zeit, heute ist die falsche.
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Egal_
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Registriert seit: Feb 2022
#9
13.09.2026, 16:12
Ehrlich gesagt verstehe ich immer nicht, dass es manchen komplett egal zu sein scheint, wo und wie sie arbeiten. Ich habe letztens erst in einem Thread darauf hingewiesen, dass sich die Arbeitsweisen komplett unterscheiden. Ich selbst würde in einer Behörde niemals glücklich werden, nachdem, was ich mitbekommen habe. Deswegen habe ich mich in einer Bewerbungsphase vor ein paar Jahren, als ich wieder den Arbeitgeber wechselte und zwei konkrete Zusagen hatte, gegen den öD und für die Privatwirtschaft entschieden. Alleine das Bewerbungsverfahren war ein Unterschied wie Tag und Nacht und offenbarte zahlreiche Probleme des öD.

Ist euch das wirklich egal und das Rechtsgebiet auch? Es gibt so große Unterschiede und es geht doch nicht nur ums Geld, dass ich das nicht glauben kann. Es ist viel wichtiger, dass man mit seinem Job zufrieden ist, er nimmt schließlich einen Großteil des Tages ein. Wenn ihr euch dann jeden Tag nur mit Mühe zur Arbeit schleppt und keinen Spaß habt, nützt euch das beste Gehalt nichts. Ich wiederhole mich daher gerne: überlegt, was euch Spaß macht und entscheidet danach.
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Praktiker
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Registriert seit: Apr 2021
#10
13.09.2026, 16:39
(13.09.2026, 16:12)Egal_ schrieb:  Ehrlich gesagt verstehe ich immer nicht, dass es manchen komplett egal zu sein scheint, wo und wie sie arbeiten. Ich habe letztens erst in einem Thread darauf hingewiesen, dass sich die Arbeitsweisen komplett unterscheiden. Ich selbst würde in einer Behörde niemals glücklich werden, nachdem, was ich mitbekommen habe. Deswegen habe ich mich in einer Bewerbungsphase vor ein paar Jahren, als ich wieder den Arbeitgeber wechselte und zwei konkrete Zusagen hatte, gegen den öD und für die Privatwirtschaft entschieden. Alleine das Bewerbungsverfahren war ein Unterschied wie Tag und Nacht und offenbarte zahlreiche Probleme des öD.

Ist euch das wirklich egal und das Rechtsgebiet auch? Es gibt so große Unterschiede und es geht doch nicht nur ums Geld, dass ich das nicht glauben kann. Es ist viel wichtiger, dass man mit seinem Job zufrieden ist, er nimmt schließlich einen Großteil des Tages ein. Wenn ihr euch dann jeden Tag nur mit Mühe zur Arbeit schleppt und keinen Spaß habt, nützt euch das beste Gehalt nichts. Ich wiederhole mich daher gerne: überlegt, was euch Spaß macht und entscheidet danach.

Ich hätte Dich gerne als Kollegin. Du würdest bei uns ziemlich sicher gut ins Team passen, so wie Du ja auch für dieses Forum wertvoll bist. Es gibt auch im öD sehr unterschiedliche Einheiten...
Mit allem anderen hast Du dagegen natürlich vollkommen Recht.
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