01.05.2026, 17:43
Hi! „Lohnt“ sich in der Justiz eine Promotion? Inwiefern? Wird man eher befördert? Wird man anders wahrgenommen? Könnte man nicht auch als „Theoretiker“ abgetan werden?
Erste Infos zum Bewerbungsverfahren für den Justizdienst findest Du auf den Richter-Infoseiten von Juristenkoffer.de:
https://www.juristenkoffer.de/richter/
Darüber hinaus sollte man sich dann mit dem Karriere-Dossier über die Einstellungschancen und Bewerbungsvoraussetzungen informieren. Optional besteht zudem die Möglichkeit, auf die vielen hunderten Erfahrungsberichte anderer Juristen zuzugreifen, die bereits das Bewerbungsverfahren erfolgreich absolviert haben:
https://www.juristenkoffer.de/richter/karriere-dossier-richter-staatsanwalt-werden.php
https://www.juristenkoffer.de/richter/
Darüber hinaus sollte man sich dann mit dem Karriere-Dossier über die Einstellungschancen und Bewerbungsvoraussetzungen informieren. Optional besteht zudem die Möglichkeit, auf die vielen hunderten Erfahrungsberichte anderer Juristen zuzugreifen, die bereits das Bewerbungsverfahren erfolgreich absolviert haben:
https://www.juristenkoffer.de/richter/karriere-dossier-richter-staatsanwalt-werden.php
02.05.2026, 13:55
Kurzantwort: Nein, lohnt sich nicht.
Jedenfalls nicht für die "Karriere" in der Justiz. An den meisten Justizstandorten rennen ziemlich viele promovierte Leute durch die Gegend, "oben" besonders auffallen wirst du dadurch nicht. Dafür bist du älter beim Berufseinstieg und kannst tendenziell alle potenziellen Karriereschritte, wie die Erprobungsabordnung, auch erst später gehen, als jemand, der mit 25 eingestiegen ist.
Manchmal gibt es auch Ausnahmen von der Regel. Am LG Zwickau etwa gibt es genau einen Dr. iur. Dürfte dann Glückssache sein, an was für Leute du dort so gerätst. Ich habe leider die Erfahrung machen müssen, dass es durchaus sehr missgünstige Leute gibt, die nur darauf warten, dass "der Doktor" auch mal einen Fehler macht.
Jedenfalls nicht für die "Karriere" in der Justiz. An den meisten Justizstandorten rennen ziemlich viele promovierte Leute durch die Gegend, "oben" besonders auffallen wirst du dadurch nicht. Dafür bist du älter beim Berufseinstieg und kannst tendenziell alle potenziellen Karriereschritte, wie die Erprobungsabordnung, auch erst später gehen, als jemand, der mit 25 eingestiegen ist.
Manchmal gibt es auch Ausnahmen von der Regel. Am LG Zwickau etwa gibt es genau einen Dr. iur. Dürfte dann Glückssache sein, an was für Leute du dort so gerätst. Ich habe leider die Erfahrung machen müssen, dass es durchaus sehr missgünstige Leute gibt, die nur darauf warten, dass "der Doktor" auch mal einen Fehler macht.
28.06.2026, 15:29
(02.05.2026, 13:55)Burchard von Worms schrieb: Kurzantwort: Nein, lohnt sich nicht.
Jedenfalls nicht für die "Karriere" in der Justiz. An den meisten Justizstandorten rennen ziemlich viele promovierte Leute durch die Gegend, "oben" besonders auffallen wirst du dadurch nicht. Dafür bist du älter beim Berufseinstieg und kannst tendenziell alle potenziellen Karriereschritte, wie die Erprobungsabordnung, auch erst später gehen, als jemand, der mit 25 eingestiegen ist.
Manchmal gibt es auch Ausnahmen von der Regel. Am LG Zwickau etwa gibt es genau einen Dr. iur. Dürfte dann Glückssache sein, an was für Leute du dort so gerätst. Ich habe leider die Erfahrung machen müssen, dass es durchaus sehr missgünstige Leute gibt, die nur darauf warten, dass "der Doktor" auch mal einen Fehler macht.
An den Bundesgerichten, z.B. BVerfG hat soweit ich weiß, fast jeder ein Doktortitel. Ich denke man, wenn man dahin will, ist eine Promotion sinnvoll. Aber ansonsten eher weniger lohnenswert, wobei für die Einstellung selbst wird eine Promotion auch berücksichtigt, also kann dir die notwendige Einstellung bringen, wenn die Note nicht ganz ausreicht. Steht doch bei RLP als Beispiel dabei 🤔
29.06.2026, 21:25
(28.06.2026, 15:29)JurisRef schrieb:(02.05.2026, 13:55)Burchard von Worms schrieb: Kurzantwort: Nein, lohnt sich nicht.
Jedenfalls nicht für die "Karriere" in der Justiz. An den meisten Justizstandorten rennen ziemlich viele promovierte Leute durch die Gegend, "oben" besonders auffallen wirst du dadurch nicht. Dafür bist du älter beim Berufseinstieg und kannst tendenziell alle potenziellen Karriereschritte, wie die Erprobungsabordnung, auch erst später gehen, als jemand, der mit 25 eingestiegen ist.
Manchmal gibt es auch Ausnahmen von der Regel. Am LG Zwickau etwa gibt es genau einen Dr. iur. Dürfte dann Glückssache sein, an was für Leute du dort so gerätst. Ich habe leider die Erfahrung machen müssen, dass es durchaus sehr missgünstige Leute gibt, die nur darauf warten, dass "der Doktor" auch mal einen Fehler macht.
An den Bundesgerichten, z.B. BVerfG hat soweit ich weiß, fast jeder ein Doktortitel. Ich denke man, wenn man dahin will, ist eine Promotion sinnvoll. Aber ansonsten eher weniger lohnenswert, wobei für die Einstellung selbst wird eine Promotion auch berücksichtigt, also kann dir die notwendige Einstellung bringen, wenn die Note nicht ganz ausreicht. Steht doch bei RLP als Beispiel dabei 🤔
Hinsichtlich der Doktorendichte an Bundesgerichten würde ich eher auf Korrelation als auf Kausalität tippen. Dort tummeln sich halt viele ehrgeizige und motivierte Leute.
Und ja, dass der Titel in einigen Bundesländern ein Stück weit bei der Einstellung berücksichtigungsfähig ist, sei unbestritten. Ich hatte OP aber so verstanden, dass die Frage darauf abzielt, wie sich der Dr. innerhalb der Justiz auswirkt, also wenn man bereits drin ist. Und allein darauf zielte meine Antwort ab.
10.07.2026, 10:35
Nein, bringt nichts. Die Dichte an Promovierten ist so hoch, dass es keinen Unterschied macht. In unserem Senat und in manch anderen an unserem Gericht sind zB alle promoviert.
14.07.2026, 09:28
(10.07.2026, 10:35)Pontifex Maximus schrieb: Nein, bringt nichts. Die Dichte an Promovierten ist so hoch, dass es keinen Unterschied macht. In unserem Senat und in manch anderen an unserem Gericht sind zB alle promoviert.
Das würde doch eher für den Mehrwert der Promotion sprechen. Es ist soziologisch gut untersucht, dass Menschen Nachfolger einstellen, die ihnen ähnlich sind (siehe zB die Forschung von Michael Hartmann). Klingt danach als würde der Doktortitel in dieser Welt zum Stallgeruch zumindest beitragen.
16.07.2026, 13:35
(14.07.2026, 09:28)Gast4321x schrieb:(10.07.2026, 10:35)Pontifex Maximus schrieb: Nein, bringt nichts. Die Dichte an Promovierten ist so hoch, dass es keinen Unterschied macht. In unserem Senat und in manch anderen an unserem Gericht sind zB alle promoviert.
Das würde doch eher für den Mehrwert der Promotion sprechen. Es ist soziologisch gut untersucht, dass Menschen Nachfolger einstellen, die ihnen ähnlich sind (siehe zB die Forschung von Michael Hartmann). Klingt danach als würde der Doktortitel in dieser Welt zum Stallgeruch zumindest beitragen.
Die Senate stellen keine Leute ein. Hausleitung und Personaldezernat sind hier nicht promoviert.










