10.11.2025, 18:07
Hallo,
der Betreff lässt es bereits erahnen, worum es mir in diesem thread gehen soll. Ich habe die Möglichkeit erhalten, extern, also berufsbegleitend zu promovieren. Hier erhoffe ich mir (zumindest teilweise) Synergieeffekte. Allerdings stellen sich mir viele Fragen, da ich selbst keine Erfahrungen bisher gesammelt habe und auch niemanden im näheren Umfeld kenne, der diesen Weg geht gegangen ist.
Daher meine Frage bzw Bitte an euch: könnt ihr mir eure Tipps nennen bzw mich an euren Erfahrungen teilhaben lassen, wie ihr das Projekt externe Promotion angegangen seid (orga, Zeit, etc) ich würde gern alles dazu wissen, insbesondere wie ihr es gemacht habt und was dos/donts sind, sofern das benannt werden kann. Bin für jeden Beitrag dankbar.
der Betreff lässt es bereits erahnen, worum es mir in diesem thread gehen soll. Ich habe die Möglichkeit erhalten, extern, also berufsbegleitend zu promovieren. Hier erhoffe ich mir (zumindest teilweise) Synergieeffekte. Allerdings stellen sich mir viele Fragen, da ich selbst keine Erfahrungen bisher gesammelt habe und auch niemanden im näheren Umfeld kenne, der diesen Weg geht gegangen ist.
Daher meine Frage bzw Bitte an euch: könnt ihr mir eure Tipps nennen bzw mich an euren Erfahrungen teilhaben lassen, wie ihr das Projekt externe Promotion angegangen seid (orga, Zeit, etc) ich würde gern alles dazu wissen, insbesondere wie ihr es gemacht habt und was dos/donts sind, sofern das benannt werden kann. Bin für jeden Beitrag dankbar.
05.12.2025, 16:43
Was genau möchtest du denn dazu wissen?
Ich kann vielleicht nur allgemein dazu berichten, dass es durchaus Synergieeffekte geben kann, wenn dein Thema auch eher praxisrelevant ist. Ansonsten ist es zeitlich natürlich aufwendig und du müsstest dir natürlich ehrlich die Frage stellen, ob dein Job das zulässt und ob du das privat auch möchtest, weil du sicher viele Wochenenden, Feierabende oder Urlaube für deine Diss nutzt.
Du brauchst sicher einen guten Betreuer. Ich muss im Nachgang sagen, dass zumindest bei mir aber die Promotion sicher auch deshalb schneller lief, weil ich dies neben dem Job gemacht habe und nicht als WiMi nebenher arbeiten musste.
Ich kann vielleicht nur allgemein dazu berichten, dass es durchaus Synergieeffekte geben kann, wenn dein Thema auch eher praxisrelevant ist. Ansonsten ist es zeitlich natürlich aufwendig und du müsstest dir natürlich ehrlich die Frage stellen, ob dein Job das zulässt und ob du das privat auch möchtest, weil du sicher viele Wochenenden, Feierabende oder Urlaube für deine Diss nutzt.
Du brauchst sicher einen guten Betreuer. Ich muss im Nachgang sagen, dass zumindest bei mir aber die Promotion sicher auch deshalb schneller lief, weil ich dies neben dem Job gemacht habe und nicht als WiMi nebenher arbeiten musste.
05.12.2025, 16:56
(05.12.2025, 16:43)BlnBrb schrieb: Was genau möchtest du denn dazu wissen?Vielen Dank - mich würde grundsätzlich alles interessieren; jede Info/Erfahrung hilft mir weiter. Was meinst Du denn mit „guten Betreuer“? Was zeichnet sich dieser denn aus?
Ich kann vielleicht nur allgemein dazu berichten, dass es durchaus Synergieeffekte geben kann, wenn dein Thema auch eher praxisrelevant ist. Ansonsten ist es zeitlich natürlich aufwendig und du müsstest dir natürlich ehrlich die Frage stellen, ob dein Job das zulässt und ob du das privat auch möchtest, weil du sicher viele Wochenenden, Feierabende oder Urlaube für deine Diss nutzt.
Du brauchst sicher einen guten Betreuer. Ich muss im Nachgang sagen, dass zumindest bei mir aber die Promotion sicher auch deshalb schneller lief, weil ich dies neben dem Job gemacht habe und nicht als WiMi nebenher arbeiten musste.
Merci!
05.12.2025, 18:06
Damit meinte ich deinen Doktorvater/Doktormutter. Ich hatte bspw. die Abmachung mit meinem Doktorvater, dass ich alle ca. 30 Seiten oder alle X fertigen Kapitel schon an ihn sende und wir dann darüber sprechen, damit es in keine falsche Richtung läuft und ich schon parallel korrigieren kann. Da mein Thema Praxisbezug hatte und haben sollte, habe ich dank meines Jobs und der von meinem Vorgesetzten vermittelten Kontakte sowie durch andere Kontakte gute Gespräche gehabt, welche Probleme in der Praxis in Bezug auf mein Thema auftreten. Es ist tlw. auch hilfreich, in entsprechenden Seminaren/Gruppen/Konferenzen unterwegs zu sein.
Ansonsten hatte ich vorzeitig einen Plan zur zeitlichen Komponente; das Inhaltsverzeichnis war auch bereits vorab mit meinem Doktorvater abgesprochen etc.
Ich fands damals außerdem hilfreich, mit Citavi zu schreiben. Dadurch konnte ich alles Gelesene als Zitate und Stichpunkte direkt mit Fußnoten strukturieren, den Überschriften zuordnen und später alles auszuschreiben. Hier gibt's natürlich auch andere Programme.
Zudem hilft es, jede sonst "tote" Zeit zu nutzen. So habe ich viele Bahnfahrten genutzt, um alles Mögliche zu lesen und schon Teile zu schreiben. Allerdings ist es nicht zu unterschätzen, was das auch für das Privatleben bedeuten kann. So ziemlich jedes Wochenende, jeder Abend, jeder Feierabend, jede Pause, jeder Urlaub gehörte der Diss.
Ansonsten hatte ich vorzeitig einen Plan zur zeitlichen Komponente; das Inhaltsverzeichnis war auch bereits vorab mit meinem Doktorvater abgesprochen etc.
Ich fands damals außerdem hilfreich, mit Citavi zu schreiben. Dadurch konnte ich alles Gelesene als Zitate und Stichpunkte direkt mit Fußnoten strukturieren, den Überschriften zuordnen und später alles auszuschreiben. Hier gibt's natürlich auch andere Programme.
Zudem hilft es, jede sonst "tote" Zeit zu nutzen. So habe ich viele Bahnfahrten genutzt, um alles Mögliche zu lesen und schon Teile zu schreiben. Allerdings ist es nicht zu unterschätzen, was das auch für das Privatleben bedeuten kann. So ziemlich jedes Wochenende, jeder Abend, jeder Feierabend, jede Pause, jeder Urlaub gehörte der Diss.
07.12.2025, 15:19
(05.12.2025, 18:06)BlnBrb schrieb: Damit meinte ich deinen Doktorvater/Doktormutter. Ich hatte bspw. die Abmachung mit meinem Doktorvater, dass ich alle ca. 30 Seiten oder alle X fertigen Kapitel schon an ihn sende und wir dann darüber sprechen, damit es in keine falsche Richtung läuft und ich schon parallel korrigieren kann. Da mein Thema Praxisbezug hatte und haben sollte, habe ich dank meines Jobs und der von meinem Vorgesetzten vermittelten Kontakte sowie durch andere Kontakte gute Gespräche gehabt, welche Probleme in der Praxis in Bezug auf mein Thema auftreten. Es ist tlw. auch hilfreich, in entsprechenden Seminaren/Gruppen/Konferenzen unterwegs zu sein.Super - danke für die Einblicke! Gibts da noch mehr zb in Richtung Strukturierung deines Vorhabens? Dos & don‘ts, „normale“/typische Phasen etc. und hier eben deine Tipps bzw. Erfahrungswerte, wie du damit umgegangen bist? Danke!!
Ansonsten hatte ich vorzeitig einen Plan zur zeitlichen Komponente; das Inhaltsverzeichnis war auch bereits vorab mit meinem Doktorvater abgesprochen etc.
Ich fands damals außerdem hilfreich, mit Citavi zu schreiben. Dadurch konnte ich alles Gelesene als Zitate und Stichpunkte direkt mit Fußnoten strukturieren, den Überschriften zuordnen und später alles auszuschreiben. Hier gibt's natürlich auch andere Programme.
Zudem hilft es, jede sonst "tote" Zeit zu nutzen. So habe ich viele Bahnfahrten genutzt, um alles Mögliche zu lesen und schon Teile zu schreiben. Allerdings ist es nicht zu unterschätzen, was das auch für das Privatleben bedeuten kann. So ziemlich jedes Wochenende, jeder Abend, jeder Feierabend, jede Pause, jeder Urlaub gehörte der Diss.
08.12.2025, 12:56
Das ist scher keine Blaupause. Ich habe damals bereits mein Thema recherchiert und mich schon mit einem ersten groben Inhaltsverzeichnis überhaupt erst auf die Suche nach einem Doktorvater gemacht. Zeitlich habe ich erst recherchiert, Gespräche geführt und Unternehmen besucht und dann mit dem Schreiben angefangen. Ich würde sagen, dass ich sicher schon 3 Monate vor der Suche des Doktorvaters recherchiert und erste Konzepte geschrieben habe. Dann habe ich etwa 9 Monate recherchiert und Literatur zusammengefasst sowie Gespräche geführt. Und dann den Rest der Zeit geschrieben, korrigiert, angepasst.
Heute würde ich wohl erst zumindest den Grundteil schreiben, um dann noch effizienter Gespräche führen zu können. Andererseits haben die Gespräche meinem Vorhaben auch noch einmal Klarheit und teilweise andere Strukturen gegeben.
Ich meine, man braucht teilweise auch andere Phasen - also bewusste Pausen oder kurze Urlaube. Und man muss sich vom Gedanken der Perfektion lösen. Ich habe die Abgabe von bestimmten Teilen mit meinem Doktorvater fix vereinbart und mich immer daran gehalten - egal wie schlecht ich persönlich diese Teile fand. Auch den Umfang der Arbeit haben wir vorab vereinbart. Nach den Treffen mit meinem Doktorvater habe ich die besprochenen Teile überarbeitet und mich erst dann an den nächsten Teil gesetzt.
Ganz normal ist es auch, dass man mal keine Motivation hat oder sein Thema verflucht, kein Ende in Sicht ist und Frustration aufkommt, weil man meint, die Arbeit wäre schlecht oder unzureichend. Man hinterfragt die Sinnhaftigkeit der Promotion, die Relevanz des Themas und wieso überhaupt man sich den ganzen Spaß antut
Mir haben in diesen Zeiten Freunde geholfen und auch Sport, Spaziergänge und der Gedanke, dass es bald vorbei sein wird. Wenn du Leidensgenossen findest, kann auch das helfen.
Irgendwann siehst du, wieviel du schon geschafft hast. Ich fand mein Thema auch interessant und wollte dazu unbedingt etwas schreiben. So haben mir auch die Gespräche mit anderen über mein Thema Aufwind gegeben, weil ich dort gemerkt habe, dass ich dazu inhaltlich inzwischen viel weiß und die Arbeit deshalb auch gar nicht so schlecht sein kann.
Und ich hatte auch eine eigene Deadline durch äußere Umstände. Wenn ich mich daran nicht hätte halten können, wäre das Projekt sicher noch schwerer durchzuziehen gewesen.
Und realistische Erwartungen helfen sicher auch. Manchmal glaubt man, man könnte doch locker jede Woche nach der Arbeit noch 10 Seiten schreiben. Das wird nicht jeden Tag so sein und das ist auch in Ordnung. Man sollte sein Ziel dann vielleicht nicht so hoch stecken. Wenn du neben der Arbeit promovierst, ist sicher auch die Frage, welche Faktoren sonst in deinem Leben Zeit von dir beanspruchen (Familie, Kinder, Hobby, Freunde, ...) und wie du das während deines Vorhabens organisierst.
Heute würde ich wohl erst zumindest den Grundteil schreiben, um dann noch effizienter Gespräche führen zu können. Andererseits haben die Gespräche meinem Vorhaben auch noch einmal Klarheit und teilweise andere Strukturen gegeben.
Ich meine, man braucht teilweise auch andere Phasen - also bewusste Pausen oder kurze Urlaube. Und man muss sich vom Gedanken der Perfektion lösen. Ich habe die Abgabe von bestimmten Teilen mit meinem Doktorvater fix vereinbart und mich immer daran gehalten - egal wie schlecht ich persönlich diese Teile fand. Auch den Umfang der Arbeit haben wir vorab vereinbart. Nach den Treffen mit meinem Doktorvater habe ich die besprochenen Teile überarbeitet und mich erst dann an den nächsten Teil gesetzt.
Ganz normal ist es auch, dass man mal keine Motivation hat oder sein Thema verflucht, kein Ende in Sicht ist und Frustration aufkommt, weil man meint, die Arbeit wäre schlecht oder unzureichend. Man hinterfragt die Sinnhaftigkeit der Promotion, die Relevanz des Themas und wieso überhaupt man sich den ganzen Spaß antut
Mir haben in diesen Zeiten Freunde geholfen und auch Sport, Spaziergänge und der Gedanke, dass es bald vorbei sein wird. Wenn du Leidensgenossen findest, kann auch das helfen.
Irgendwann siehst du, wieviel du schon geschafft hast. Ich fand mein Thema auch interessant und wollte dazu unbedingt etwas schreiben. So haben mir auch die Gespräche mit anderen über mein Thema Aufwind gegeben, weil ich dort gemerkt habe, dass ich dazu inhaltlich inzwischen viel weiß und die Arbeit deshalb auch gar nicht so schlecht sein kann.
Und ich hatte auch eine eigene Deadline durch äußere Umstände. Wenn ich mich daran nicht hätte halten können, wäre das Projekt sicher noch schwerer durchzuziehen gewesen.
Und realistische Erwartungen helfen sicher auch. Manchmal glaubt man, man könnte doch locker jede Woche nach der Arbeit noch 10 Seiten schreiben. Das wird nicht jeden Tag so sein und das ist auch in Ordnung. Man sollte sein Ziel dann vielleicht nicht so hoch stecken. Wenn du neben der Arbeit promovierst, ist sicher auch die Frage, welche Faktoren sonst in deinem Leben Zeit von dir beanspruchen (Familie, Kinder, Hobby, Freunde, ...) und wie du das während deines Vorhabens organisierst.
08.12.2025, 16:14
Da ist schon vieles gesagt worden.
Das mit der Betreuung geht aber auch anders und hat auch seine Vorteile. Ich habe sehr frei promovieren dürfen und hatte zu Beginn völlig das Gefühl in der Luft zu hängen, dass ich am Ende aber selbst entscheiden durfte, in welche Richtung meine Diss geht fand ich in der späteren Phase aber super. Ein so enges Schema wie es hier beschrieben wird, ist super, wenn man es einhalten kann - ich hätte das neben dem Job nicht geschafft, was mich eher demotiviert hätte.
Ansonsten ist es wichtig, eine sehr hohe Frustrationstoleranz zu haben, es dauert gefühlt alles ewig. Viel von dem Zeitplan liegt nicht in der eigenen Hand. Als Tipp, schreib dir einfach mal eine normale Woche von dir in eine Art Stundenplan und nimm dort alles auf, von Arbeit über Freunde und Hobbies. Dann verteile noch irgendwas um die +-15 Stunden auf diese Woche und überlege ob es dir das wert ist. Wenn ja, fang schnell an viel zu schreiben, sodass es schade wäre aufzuhören und "zwinge" dich so durchzuhalten
Das mit der Betreuung geht aber auch anders und hat auch seine Vorteile. Ich habe sehr frei promovieren dürfen und hatte zu Beginn völlig das Gefühl in der Luft zu hängen, dass ich am Ende aber selbst entscheiden durfte, in welche Richtung meine Diss geht fand ich in der späteren Phase aber super. Ein so enges Schema wie es hier beschrieben wird, ist super, wenn man es einhalten kann - ich hätte das neben dem Job nicht geschafft, was mich eher demotiviert hätte.
Ansonsten ist es wichtig, eine sehr hohe Frustrationstoleranz zu haben, es dauert gefühlt alles ewig. Viel von dem Zeitplan liegt nicht in der eigenen Hand. Als Tipp, schreib dir einfach mal eine normale Woche von dir in eine Art Stundenplan und nimm dort alles auf, von Arbeit über Freunde und Hobbies. Dann verteile noch irgendwas um die +-15 Stunden auf diese Woche und überlege ob es dir das wert ist. Wenn ja, fang schnell an viel zu schreiben, sodass es schade wäre aufzuhören und "zwinge" dich so durchzuhalten



