30.11.2020, 17:14
(30.11.2020, 11:40)Gast schrieb: Ein guter Freund von mir hatte im Ersten staatlich ein knappes "gut", hatte während des Studiums schon seine Promotion begonnen und ist dann zügig nach dem Examen ins Ref. Ist im ersten Anlauf durchgefallen und hat sich in der Wiederholung nur dank der mündlichen noch auf ein befriedigend "gerettet".
Ich glaube es gibt viele Gründe warum Examen unterschiedlich ausfallen können. Meinem Freund fiel es vor allem schwer, die Sachverhalte im Zweiten vernünftig zu sortieren. Das erschloss sich ihm irgendwie nicht, er brauchte auch im Examen noch T-Zettel und eine sehr ausführliche Skizze. Da fehlte am Ende dann eben oft die Zeit für die materielle Prüfung bzw. deren Darstellung.
beim urteil find ich aktenauszug aber gut. hilft mir enorm
30.11.2020, 19:22
(30.11.2020, 17:14)Gast schrieb:(30.11.2020, 11:40)Gast schrieb: Ein guter Freund von mir hatte im Ersten staatlich ein knappes "gut", hatte während des Studiums schon seine Promotion begonnen und ist dann zügig nach dem Examen ins Ref. Ist im ersten Anlauf durchgefallen und hat sich in der Wiederholung nur dank der mündlichen noch auf ein befriedigend "gerettet".
Ich glaube es gibt viele Gründe warum Examen unterschiedlich ausfallen können. Meinem Freund fiel es vor allem schwer, die Sachverhalte im Zweiten vernünftig zu sortieren. Das erschloss sich ihm irgendwie nicht, er brauchte auch im Examen noch T-Zettel und eine sehr ausführliche Skizze. Da fehlte am Ende dann eben oft die Zeit für die materielle Prüfung bzw. deren Darstellung.
beim urteil find ich aktenauszug aber gut. hilft mir enorm
Dass das hilft, bezweifelt niemand. Aber man muss halt im Examen vor allem schnell sein, gar nicht so sehr schlau. Und da hilft es nicht erstmal fünf Seiten Aktenauszug zu schreiben. Ist zumindest meine Erfahrung.
30.11.2020, 20:30
(30.11.2020, 15:32)Gast schrieb:(30.11.2020, 10:50)Gast schrieb: Sehr sinnvoll. Ein weiterer Beitrag, in dem sich darüber beschwert wird, dass man seiner eigenen Erwartungshaltung nicht gerecht geworden ist.
Man sollte sich einfach dran gewöhnen, dass erstes und zweites Examen rein inhaltlich zwei komplett verschiedene paar Schuhe sind. Wer im ersten Examen 10 Punkte geholt hat, der hab im zweiten noch lange nicht die selbe Punktzahl gebucht.
Zum Beitrag:
Die Erklärungen sind zu vielfältig. Auch bei Leuten mit einem wirklich guten Examen kann das zweite aus genau den gleichen Gründen in die Hose gehen wie bei Leuten mit weniger guten ersten Examen.
Was man damit wird kann man so pauschal auch nicht sagen. Mit beiden Examen > 8 Punkte wird man auch in naher Zukunft wieder jeden Job in der Verwaltung inkl. Richter und StA machen können. Das selbe gilt für eine Vielzahl von Kanzleien. Die "Topadressen" in Sachen GK werden weiterhin die üblichen Einstlellungsvoraussetzungen zumindest kommunizieren. Alles andere lässt sich schwer sagen. Mit 2x befriedigend, wird es in vielen Kanzleien was werden. Auf kurz oder lang auch wieder in der Verwaltung, wobei es da wohl besser wäre im zweiten minderstens 7 zu haben.
Sehr sinnvoll. Ein weiterer Beitrag der jegliche berechtigte Kritik und Diskussion an der Ausgestaltung des zweiten Examens mit einem pauschalen „hört auf zu jammern“ abwürgt.
Es stimmt doch evident nicht, dass beide Examina vollkommen andere Fähigkeiten abprüfen. Wer gut im materiellen Recht ist, sollte eigentlich nicht daran scheitern, einen Tatbestand zu schreiben und auswendig zu lernen, auf welche Seite das Aktenzeichen geschrieben wird. Und wer im ersten Examen eine hohe Note erreicht, ist vermutlich auch kein schlechter Jurist. Zumindest ein paar Fragezeichen sollten die vielen Fälle, wo beide Examina Auseinanderfallen, hervorrufen.
Ich kann die fragerei auch gleich beenden: es liegt daran, dass das zweite Examen zu mindestens 50 Prozent absolut willkürlich ist. Und das sage ich als jemand, der Schwein gehabt hat. Zu glauben, dort würde auch nur ansatzweise geprüft, wer ein guter Jurist ist und praktisch arbeiten kann, ist vollkommen naiv. Die Korrektoren sind an keine Maßstäbe gebunden, was dem einen 10 Punkte wert ist, bekommt beim nächsten 5. Das ist beim ersten schon problematisch, aber dort korrigieren zumindest viele Professoren, deren Job es ist Klausuren zu korrigieren und zu erstellen und mindermeinungen als vertretbar zu erkennen. Anders beim zweiten Examen, wo der Rechtsanwalt xy aus dem Dorf Z, selbst ein Examen im niedrigen befriedigend, korrigiert.
Noch größer wird die Willkür dann in der mündlichen. Spätestens dort ist jegliche Vergleichbarkeit dahin.
Ich versteh Deine Punkte allesamt, und ich verstehe auch, dass man sich manchmal einfach auskotzen muss.
Was ich dagegen nicht verstehe: Wie man das Maul so weit aufreißen kann „Ich kann die fragerei auch gleich beenden: es liegt daran, dass...“ ohne auch nur einen einzigen konstruktiven Vorschlag in die Diskussion einzubringen, wie man das alles besser machen könnte, denn Ausbildung ohne irgendeine Prüfung würde das Problem genauso wenig lösen wie ein Prüfer korrigiert alle 200-300 Klausuren oder dieselbe Kommission prüft alle Kandidaten eines Termins, oder noch besser einer ganzen Jahres. Wenn Du schon die Wahrheit mit Löffeln gefressen hast, dann teile sie doch bitte mit der restlichen Welt.
30.11.2020, 21:09
(30.11.2020, 09:49)Gast schrieb: Ich hatte nach einem deutlichen "sehr gut" im ersten im zweiten Examen dann leider nur ein hohes "gut", das hat mich schon geärgert. Beruflich konnte ich mich grade noch so auf eine vernünftige Stelle retten.
Lief bei mir ähnlich. Im Ersten hatte ich 17,xxxx, obgleich ich eigentlich nur Urlaub gemacht habe. Für das Zweite habe ich drei Wochen gelernt, trotz des Aufwandes aber nur 16,8xx geschafft. Vor Wut aß ich darob den Aufgabentext für den Aktenvortrag, doch trotz weiterer 10 Tage gewissenhafter Vorbereitungen geriet der Verbesserungsversuch mit nur 16,9xxy ähnlich jämmerlich. Zum Glück hatte ich nebenbei eine Stelle als Gärtner, von deren Ertrag ich mir einen kleinen Imbiss gekauft habe. Der lief bis zum Corona-Irrsinn auch auskömmlich, zur Zeit fahre ich ehrenamtlich Salat für die Tafel aus und kann dann und wann etwas mitnehmen.
30.11.2020, 21:21
Das Forum zur letzten Instanz weiß: lieber 6 Punkte als 16,9. Das zeigt nämlich nur, dass sie dir keine 17 geben wollten!
01.12.2020, 00:49
(30.11.2020, 21:09)Gast schrieb:(30.11.2020, 09:49)Gast schrieb: Ich hatte nach einem deutlichen "sehr gut" im ersten im zweiten Examen dann leider nur ein hohes "gut", das hat mich schon geärgert. Beruflich konnte ich mich grade noch so auf eine vernünftige Stelle retten.
Lief bei mir ähnlich. Im Ersten hatte ich 17,xxxx, obgleich ich eigentlich nur Urlaub gemacht habe. Für das Zweite habe ich drei Wochen gelernt, trotz des Aufwandes aber nur 16,8xx geschafft. Vor Wut aß ich darob den Aufgabentext für den Aktenvortrag, doch trotz weiterer 10 Tage gewissenhafter Vorbereitungen geriet der Verbesserungsversuch mit nur 16,9xxy ähnlich jämmerlich. Zum Glück hatte ich nebenbei eine Stelle als Gärtner, von deren Ertrag ich mir einen kleinen Imbiss gekauft habe. Der lief bis zum Corona-Irrsinn auch auskömmlich, zur Zeit fahre ich ehrenamtlich Salat für die Tafel aus und kann dann und wann etwas mitnehmen.
Wie kann man einen bereits im Ausgang nicht besonders guten Witz so brutal unlustig totreiten?
In anderen Foren sind die Trolls immerhin witzig ...
01.12.2020, 03:01
(30.11.2020, 15:32)Gast schrieb: Sehr sinnvoll. Ein weiterer Beitrag der jegliche berechtigte Kritik und Diskussion an der Ausgestaltung des zweiten Examens mit einem pauschalen „hört auf zu jammern“ abwürgt.
Es stimmt doch evident nicht, dass beide Examina vollkommen andere Fähigkeiten abprüfen. Wer gut im materiellen Recht ist, sollte eigentlich nicht daran scheitern, einen Tatbestand zu schreiben und auswendig zu lernen, auf welche Seite das Aktenzeichen geschrieben wird. Und wer im ersten Examen eine hohe Note erreicht, ist vermutlich auch kein schlechter Jurist. Zumindest ein paar Fragezeichen sollten die vielen Fälle, wo beide Examina Auseinanderfallen, hervorrufen.
Ich kann die fragerei auch gleich beenden: es liegt daran, dass das zweite Examen zu mindestens 50 Prozent absolut willkürlich ist. Und das sage ich als jemand, der Schwein gehabt hat. Zu glauben, dort würde auch nur ansatzweise geprüft, wer ein guter Jurist ist und praktisch arbeiten kann, ist vollkommen naiv. Die Korrektoren sind an keine Maßstäbe gebunden, was dem einen 10 Punkte wert ist, bekommt beim nächsten 5. Das ist beim ersten schon problematisch, aber dort korrigieren zumindest viele Professoren, deren Job es ist Klausuren zu korrigieren und zu erstellen und mindermeinungen als vertretbar zu erkennen. Anders beim zweiten Examen, wo der Rechtsanwalt xy aus dem Dorf Z, selbst ein Examen im niedrigen befriedigend, korrigiert.
Noch größer wird die Willkür dann in der mündlichen. Spätestens dort ist jegliche Vergleichbarkeit dahin.
Ein kaum erträglicher Beitrag. Eine "berechtigte Kritik und Diskussion" mag es geben, aber gab es nicht hier. Die "Ausgestaltung" des Examens bzw. das Für und Wider dieser Ausgestaltung sind hier nicht das Thema. Wenn die Ausgetsaltung des Examens hier Thema ist, dann nur insofern, wie sich aus den unterschiedlichen Anforderungen der Examina die unterschiedlichen Noten ergeben können. Dann geht es aber aber darum, wie die Ausgestaltung jetzt nunmal ist, nicht oder das werte Forum diese gut findet. Und du bezweifelst einen solchen Unterschied ja gerade.
Die gesamte Kritik am zweiten Examen ("willkürlich", "zeigt nicht wer praktisch arbeiten kann", "keine Maßstäbe für Korrektoren", "subjektive Bewertung vom Korrektor abhängig") mag berechtigt oder unberechtigt sein. Sie lässt sich auf jeden Fall genau so auf das erste Examen übertragen. Diese Punkte tragen also unmöglich dazu bei, die beiden Examina sinnvoll vergleichen zu können.
Drei Punkte fallen da besonders auf:
Mindermeinungen werden im zweiten Examen nicht erkannt? Jedenfalls bei daneben liegendem Kommentar sollte es möglich sein, die herrschende Meinung zumindest kurz zu zitieren und dann ein paar Gründe anzuführen (also zu "vertreten"), warum du dennoch lieber die Mindermeinung wählst. Ganz ehrlich und vor dem Hintergrund, dann Klausurtaktik ein Thema sein sollte und du dir der drohenden "Willkür" doch offenbar bewusst warst: Warum nicht einfach die hM genommen?
Im zweiten Examen korrigieren keine Professoren? Im ersten Examen hatte ich für 6 Klausuren insgesamt 12 Korrektoren. Darunter war genau 1 Professor. Dieser hatte nichtmals in Deutschland studiert und seine Veröffentlichungen wie seine Vorlesungstätigkeit ließen jetzt auch nicht gerade darauf schließen, dass er sich mit diesem Gebiet besonders intensiv befasst hat (jedenfalls nicht wissenschaftlich publiziert oder akademisch gelehrt). Vor kurzem ging ein Fall durch die Nachrichten, in dem eine Jurastudentin aus NRW gegen das Nichtbestehen des Examens geklagt hatte, bei dem vorschriftichtswidrig zu wenig Professoren korrigiert hätten (ich glaube bei ihr war es auch nur 1). Das JPA gab dabei an, dass allgemein zu wenig Professoren zur Verfügung stünden und man daher an der Quote von 1/12 (?) nicht ändern könne.
Mündliche Prüfung? Gilt diese im ersten Examen neuerdings als willkürfrei?
Das zweite Examen mag Sinn ergeben oder nicht. Deine Kritik ergibt keinen.
01.12.2020, 12:10
Um hier auch nochmal was sinnvolles beizutragen:
Meine Erfahrung aus AG und Freundes-/Bekanntenkreis nach basiert die Verschlechterung häufig auf drei recht "banalen" Gründen:
1. Weniger Zeit zum Lernen trotz umfangreichen Stoffes. Ich kenne viele Leute, die gute erste Examen hatten und gute 6-7 Jahre ins Studium investiert hatte. Examen nach dem 12./13. Semester, nachdem man 1 Jahr im Rep war und dann nochmal 1-2 Jahre NUR gelernt hat (inklusive Klausurenkurs u.ä.). Die von einigen Repetitoren geforderten "100 Examen" haben viele von denen geschafft (2x Klausur die Woche, 1x Rep, 1x Uni über ca. 2 Jahre).
Im Ref ist das anders. Zunächst ist die Zeit begrenzt. Paar Monate "schieben" wie im ersten geht halt nicht. Diese können aber durchaus mal eine Notenstufe ausmachen. Weiterhin fehlt die Zeit zum lernen. Im ersten Examen kenne ich wenige, die nicht min. 1 Jahr voll gelernt haben, tendenziell (s.o.) eher Richtung 2 Jahre. Im Ref hat man 18 (?) Monate bis zum Examen, die mit Stationen/Arbeit und mehr oder minder sinnvollen AGs vollgepackt sind. Das frisst Zeit. Arbeitsbelastung in den Stationen kann man auch nur bedingt beeinflussen bzw. scheint von Bundesland zu Bundesland und auch innerhalb dieser abzuweichen. Bspw. muss man bei einer "abgesoffenen" StA im Zweifel deutlich öfter Sitzungsvertretung übernehmen als bei einer StA die überhaupt nicht auf Referendare angewiesen sind. Bekannte hatten bei letzterer StA sogar Schwierigkeiten ihr Pflichtsoll zu erfüllen.
Wenn man dann noch Verwaltungs- und Anwaltsstation nach Interesse und nicht nach Tauchen wählt, wird es halt zeitlich umso schwieriger. Ich selbst hatte bis zur Tauchphase nicht wirklich viel Zeit zum lernen, habe aber trotzdem versucht jede Sekunde reinzuinvestieren, die man über hat. Das war schon ziemlich anstrengend.
So wenig ist der Stoff dann aber auch nicht, dass man den in 3-5 Monaten zu 100% reinkriegt. Auch viele Übungsklausuren wie im ersten sind zeitlich kaum gut machbar (gibt natürlich immer Ausnahmen, die permanent tauchen wollten/konnten, aber so grundsätzlich). Ggfs. würden die Examen besser ausfallen, wenn man die Leute einfach die 18 Monate lernen und dann schreiben lässt. Könnte mir auch vorstellen, dass das fehlende "Schieben" im Ref für viele ein Problem werden könnte, die es im ersten Examen in Anspruch genommen hatten. Es ist daher nicht unsinnig, gleich ab Beginn des Refs mit dem Lernen anzufangen.
2.) Unterschätzung des Refs: Hängt auch mit dem vorigen Punkt zusammen. Ich kenne viele gute Leute, auch aus meiner AG "damals", die das Ref einfach unterschätzt haben. Es ist viel Stoff und wenig Zeit, dass muss man sich einfach klar machen.
Wenn ich dann aber bis zur Tauchphase chill und in den vorigen Stationen teilweise noch 1-2 Tage nebenbei pro Woche arbeite, wird es halt schwierig, den Stoff in der Tauchphase voll drauf zu haben. Ich habe das damals auch in der Lerngruppe während der Tauchphase mit entsprechenden Leuten gemerkt, die schockierend wenig wussten und teils Sachen nicht drauf hatten, die man sich in den ersten beiden Stationen hätte aneignen sollen/müssen (trotz guten Examens im 1.). Auch die Mentalität ("ich habe doch ein gutes Examen, das klappt nochmal; 2. Examen im Bundesland X/Y ist doch easy; Tauchphase reicht") ist in der Hinsicht nicht immer sinnvoll. Bekannter ist bspw. von 12,xx auf 6 in BaWü abgestürzt. Dies war ihm aber auch bewusst, weil er sich tatsächlich nur eine kurze Tauchphase eingeplant hatte und gemerkt hatte, "mist, dass reicht nicht".
3.) Klausurtypen/Herangehensweisen an die Klausuren. Einige tun sich einfach mit gewissen praktischen Punkten schwierig und kriegen den "Theoretiker" des ersten Examens nicht aus sich raus, sodass sich alles wie ein Gutachten liest und häufig auch noch ausschweifende Meinungsstände in Klausuren gebracht werden, die - zumindest bei mir - nie wirklich nötig waren und tendenziell im zweiten Examen nicht gut ankommen - anders als im Ersten, wo das eine wichtige Leistung war.
Auch zu wenig Arbeit mit dem Kommentar im Vorfeld, rächt sich bzw. das zu starke Verlassen auf selbigen ebenso. 5h sind knapp, man kann nicht alles nachgucken, insbesondere nicht, wenn man nicht grob weiß, wo man mit der Suche anfängt.
Auch Schreibzeit ist ein Thema. Viele unterschätzen, dass die Assessorexamen einfach Rennfahrerklausuren in häufigen Fällen sind. Wer nach 5h 15-20 Seiten maximal schafft oder 2h+ gliedert, wird es schwierig haben (wobei das im ersten Examen ja auch schon anstieg).
Fehlende Übung - wohl auch wegen der geringen Zeit - im Vorfeld ist nachteilig. Wenn ich 5-10 Minuten für Rubrum oder Nebenentscheidungen (ohne Probleme u.ä.) oder mehr als 1h für den Tatbestand brauche, ist das einfach viel zu viel Zeit, die mir woanders fehlt.
Das sind so Punkte, die ich bei vielen Bekannte/Freunden/in der AG festgestellt hatte und die sich auch immer wieder wiederholen bzw. wiederholt haben.
Der Willküraspekt taucht häufig auf, aber ich fand ehrlicherweise, dass das im ersten Examen ähnlich war. Bei uns haben da auch Praktiker korrigiert mit teils komischen Beurteilungen. Aber auch Professoren sind nicht so grandiose Korrektoren wie das hier immer wirkt. Gibt auch dort die Spezialisten, die gerade bei Meinungsständen doch sehr merkwürdige Beurteilungsauffassungen hatten. Mündliche ist mEn immer Willkür, war im ersten Examen auch so. Von Kommissionen wo man 9 Punkte als Untergrenze sicher hatte, bis zu welchen, wo selbst gut vorbenotete Leute mit 8/9 als Bester rausgehen, ist alles dabei. Da kann man sich ja teilweise sogar erfreuen. Nach dem Forum darf man ja die Erwartungshaltung haben sich im Ref in der Mündlichen um 1-2 Punkte zu verbessern.
Daneben mag natürlich auch ein Aspekt treten, der die Statistik etwas verzerrt: Der Schwerpunkt. Der ist von Uni zu Uni und auch innerhalb der Uni unterschiedlich. Wer 11 Punkte im ersten Examen hatte, wovon 7 auf Staatsteil und 16 auf Schwerpunkt entfallen (bloßes Beispiel, ka ob das rechnerisch aufgeht), muss sich nicht wundern, wenn er im zweiten bei 7 rum landet. Dann ist aber auch keine wirkliche "Verschlechterung" im eigentlichen Sinne. Vielmehr war die Note vorher durch den Schwerpunkt aufgebläht.
Bei uns an der Uni war es damals bspw. auch vollkommen unterschiedlich. Es gab Schwerpunkte wo man min. 12 Punkte fast garantiert hatte. Der ging mit 1/3 in die Gesamtnote ein, sodass man ab 6-7 Punkten im Staatsteil bzw. Schriftlichen fast schon eine VB-Garantie hatte. Daneben gab es andere Schwerpunkte wo selbst die Landesbesten mit "nur" 10-12 raus sind.
Was auch unterschiedlich ist und zu Abweichungen führen kann ist natürlich die generelle Gewichtung von mündlicher und schriftlicher Examensprüfung. Hatte Bekannte die waren grandiose Examensschreiber, aber mündliche Prüfung lag denen einfach nicht. Das zweite Examen dann in einem Bundesland zu machen, wo die Mündliche deutlich stärker gewichtet ist, hat einige davon auch ein gutes Stück runtergezogen.
Kurz: Es gibt einfach viele Unterschiede von der Herangehensweise und dem Erwartungshorizont. Nicht alle kann man als Referendar selbst "lösen". Auch die Ausgangslage bzw. der Notenvergleich hinkt häufig.
Wenn ich die Punkte oben ausblende (also an Freunde/Bekannte denke, die das alles beachtet haben), kenne ich von den Leuten wirklich kaum einen, der sich was den puren Staatsteil angeht in beiden Examen krass verschlechtert hat. Die meisten lagen dann doch ungefähr in dem Bereich wo sie vorher waren (mal ticken schlechter, mal etwas besser, mal wirklich punktgleich).
Ist natürlich vollkommen subjektiv. Aber ich fand, dass die obigen Punkte einfach selten zum Ausdruck kamen und meiner Meinung nach nicht zu unterschätzen sind.
Meine Erfahrung aus AG und Freundes-/Bekanntenkreis nach basiert die Verschlechterung häufig auf drei recht "banalen" Gründen:
1. Weniger Zeit zum Lernen trotz umfangreichen Stoffes. Ich kenne viele Leute, die gute erste Examen hatten und gute 6-7 Jahre ins Studium investiert hatte. Examen nach dem 12./13. Semester, nachdem man 1 Jahr im Rep war und dann nochmal 1-2 Jahre NUR gelernt hat (inklusive Klausurenkurs u.ä.). Die von einigen Repetitoren geforderten "100 Examen" haben viele von denen geschafft (2x Klausur die Woche, 1x Rep, 1x Uni über ca. 2 Jahre).
Im Ref ist das anders. Zunächst ist die Zeit begrenzt. Paar Monate "schieben" wie im ersten geht halt nicht. Diese können aber durchaus mal eine Notenstufe ausmachen. Weiterhin fehlt die Zeit zum lernen. Im ersten Examen kenne ich wenige, die nicht min. 1 Jahr voll gelernt haben, tendenziell (s.o.) eher Richtung 2 Jahre. Im Ref hat man 18 (?) Monate bis zum Examen, die mit Stationen/Arbeit und mehr oder minder sinnvollen AGs vollgepackt sind. Das frisst Zeit. Arbeitsbelastung in den Stationen kann man auch nur bedingt beeinflussen bzw. scheint von Bundesland zu Bundesland und auch innerhalb dieser abzuweichen. Bspw. muss man bei einer "abgesoffenen" StA im Zweifel deutlich öfter Sitzungsvertretung übernehmen als bei einer StA die überhaupt nicht auf Referendare angewiesen sind. Bekannte hatten bei letzterer StA sogar Schwierigkeiten ihr Pflichtsoll zu erfüllen.
Wenn man dann noch Verwaltungs- und Anwaltsstation nach Interesse und nicht nach Tauchen wählt, wird es halt zeitlich umso schwieriger. Ich selbst hatte bis zur Tauchphase nicht wirklich viel Zeit zum lernen, habe aber trotzdem versucht jede Sekunde reinzuinvestieren, die man über hat. Das war schon ziemlich anstrengend.
So wenig ist der Stoff dann aber auch nicht, dass man den in 3-5 Monaten zu 100% reinkriegt. Auch viele Übungsklausuren wie im ersten sind zeitlich kaum gut machbar (gibt natürlich immer Ausnahmen, die permanent tauchen wollten/konnten, aber so grundsätzlich). Ggfs. würden die Examen besser ausfallen, wenn man die Leute einfach die 18 Monate lernen und dann schreiben lässt. Könnte mir auch vorstellen, dass das fehlende "Schieben" im Ref für viele ein Problem werden könnte, die es im ersten Examen in Anspruch genommen hatten. Es ist daher nicht unsinnig, gleich ab Beginn des Refs mit dem Lernen anzufangen.
2.) Unterschätzung des Refs: Hängt auch mit dem vorigen Punkt zusammen. Ich kenne viele gute Leute, auch aus meiner AG "damals", die das Ref einfach unterschätzt haben. Es ist viel Stoff und wenig Zeit, dass muss man sich einfach klar machen.
Wenn ich dann aber bis zur Tauchphase chill und in den vorigen Stationen teilweise noch 1-2 Tage nebenbei pro Woche arbeite, wird es halt schwierig, den Stoff in der Tauchphase voll drauf zu haben. Ich habe das damals auch in der Lerngruppe während der Tauchphase mit entsprechenden Leuten gemerkt, die schockierend wenig wussten und teils Sachen nicht drauf hatten, die man sich in den ersten beiden Stationen hätte aneignen sollen/müssen (trotz guten Examens im 1.). Auch die Mentalität ("ich habe doch ein gutes Examen, das klappt nochmal; 2. Examen im Bundesland X/Y ist doch easy; Tauchphase reicht") ist in der Hinsicht nicht immer sinnvoll. Bekannter ist bspw. von 12,xx auf 6 in BaWü abgestürzt. Dies war ihm aber auch bewusst, weil er sich tatsächlich nur eine kurze Tauchphase eingeplant hatte und gemerkt hatte, "mist, dass reicht nicht".
3.) Klausurtypen/Herangehensweisen an die Klausuren. Einige tun sich einfach mit gewissen praktischen Punkten schwierig und kriegen den "Theoretiker" des ersten Examens nicht aus sich raus, sodass sich alles wie ein Gutachten liest und häufig auch noch ausschweifende Meinungsstände in Klausuren gebracht werden, die - zumindest bei mir - nie wirklich nötig waren und tendenziell im zweiten Examen nicht gut ankommen - anders als im Ersten, wo das eine wichtige Leistung war.
Auch zu wenig Arbeit mit dem Kommentar im Vorfeld, rächt sich bzw. das zu starke Verlassen auf selbigen ebenso. 5h sind knapp, man kann nicht alles nachgucken, insbesondere nicht, wenn man nicht grob weiß, wo man mit der Suche anfängt.
Auch Schreibzeit ist ein Thema. Viele unterschätzen, dass die Assessorexamen einfach Rennfahrerklausuren in häufigen Fällen sind. Wer nach 5h 15-20 Seiten maximal schafft oder 2h+ gliedert, wird es schwierig haben (wobei das im ersten Examen ja auch schon anstieg).
Fehlende Übung - wohl auch wegen der geringen Zeit - im Vorfeld ist nachteilig. Wenn ich 5-10 Minuten für Rubrum oder Nebenentscheidungen (ohne Probleme u.ä.) oder mehr als 1h für den Tatbestand brauche, ist das einfach viel zu viel Zeit, die mir woanders fehlt.
Das sind so Punkte, die ich bei vielen Bekannte/Freunden/in der AG festgestellt hatte und die sich auch immer wieder wiederholen bzw. wiederholt haben.
Der Willküraspekt taucht häufig auf, aber ich fand ehrlicherweise, dass das im ersten Examen ähnlich war. Bei uns haben da auch Praktiker korrigiert mit teils komischen Beurteilungen. Aber auch Professoren sind nicht so grandiose Korrektoren wie das hier immer wirkt. Gibt auch dort die Spezialisten, die gerade bei Meinungsständen doch sehr merkwürdige Beurteilungsauffassungen hatten. Mündliche ist mEn immer Willkür, war im ersten Examen auch so. Von Kommissionen wo man 9 Punkte als Untergrenze sicher hatte, bis zu welchen, wo selbst gut vorbenotete Leute mit 8/9 als Bester rausgehen, ist alles dabei. Da kann man sich ja teilweise sogar erfreuen. Nach dem Forum darf man ja die Erwartungshaltung haben sich im Ref in der Mündlichen um 1-2 Punkte zu verbessern.
Daneben mag natürlich auch ein Aspekt treten, der die Statistik etwas verzerrt: Der Schwerpunkt. Der ist von Uni zu Uni und auch innerhalb der Uni unterschiedlich. Wer 11 Punkte im ersten Examen hatte, wovon 7 auf Staatsteil und 16 auf Schwerpunkt entfallen (bloßes Beispiel, ka ob das rechnerisch aufgeht), muss sich nicht wundern, wenn er im zweiten bei 7 rum landet. Dann ist aber auch keine wirkliche "Verschlechterung" im eigentlichen Sinne. Vielmehr war die Note vorher durch den Schwerpunkt aufgebläht.
Bei uns an der Uni war es damals bspw. auch vollkommen unterschiedlich. Es gab Schwerpunkte wo man min. 12 Punkte fast garantiert hatte. Der ging mit 1/3 in die Gesamtnote ein, sodass man ab 6-7 Punkten im Staatsteil bzw. Schriftlichen fast schon eine VB-Garantie hatte. Daneben gab es andere Schwerpunkte wo selbst die Landesbesten mit "nur" 10-12 raus sind.
Was auch unterschiedlich ist und zu Abweichungen führen kann ist natürlich die generelle Gewichtung von mündlicher und schriftlicher Examensprüfung. Hatte Bekannte die waren grandiose Examensschreiber, aber mündliche Prüfung lag denen einfach nicht. Das zweite Examen dann in einem Bundesland zu machen, wo die Mündliche deutlich stärker gewichtet ist, hat einige davon auch ein gutes Stück runtergezogen.
Kurz: Es gibt einfach viele Unterschiede von der Herangehensweise und dem Erwartungshorizont. Nicht alle kann man als Referendar selbst "lösen". Auch die Ausgangslage bzw. der Notenvergleich hinkt häufig.
Wenn ich die Punkte oben ausblende (also an Freunde/Bekannte denke, die das alles beachtet haben), kenne ich von den Leuten wirklich kaum einen, der sich was den puren Staatsteil angeht in beiden Examen krass verschlechtert hat. Die meisten lagen dann doch ungefähr in dem Bereich wo sie vorher waren (mal ticken schlechter, mal etwas besser, mal wirklich punktgleich).
Ist natürlich vollkommen subjektiv. Aber ich fand, dass die obigen Punkte einfach selten zum Ausdruck kamen und meiner Meinung nach nicht zu unterschätzen sind.
01.12.2020, 13:20
Also ich hab in meinem ersten Examen echt miserabel angeschnitten. Lag am Ende mit dem Schwerpunkt bei 5,6.
Im zweiten lief es da echt besser. Hab als Vornote bereits 7,5 geschafft und im Ergebnis bin ich auf die 9 gekommen.
Allerdings ist jetzt das ätzende erste Examen mein ‚Problem‘. Alle potentiellen Arbeitgeber haben darauf rumgeritten. Im Ergebnis bin ich in die Verwaltung deswegen, die schauen nur auf die Gesamtpunktzahl momentan.
Im zweiten lief es da echt besser. Hab als Vornote bereits 7,5 geschafft und im Ergebnis bin ich auf die 9 gekommen.
Allerdings ist jetzt das ätzende erste Examen mein ‚Problem‘. Alle potentiellen Arbeitgeber haben darauf rumgeritten. Im Ergebnis bin ich in die Verwaltung deswegen, die schauen nur auf die Gesamtpunktzahl momentan.
01.12.2020, 14:23
(01.12.2020, 12:10)Gast schrieb: Daneben mag natürlich auch ein Aspekt treten, der die Statistik etwas verzerrt: Der Schwerpunkt. Der ist von Uni zu Uni und auch innerhalb der Uni unterschiedlich. Wer 11 Punkte im ersten Examen hatte, wovon 7 auf Staatsteil und 16 auf Schwerpunkt entfallen (bloßes Beispiel, ka ob das rechnerisch aufgeht), muss sich nicht wundern, wenn er im zweiten bei 7 rum landet. Dann ist aber auch keine wirkliche "Verschlechterung" im eigentlichen Sinne. Vielmehr war die Note vorher durch den Schwerpunkt aufgebläht.
Das halte ich für völlig richtig. Aber ich würde auch meinen, dass das so gut wie jeder andere hier auch so sieht. Wenn dann von "deutlich Abstürzen" und ähnlichem berichtet wird, dann beziehen diese Leute sich (hoffe ich doch) von vornherein nur auf die Note für den staatlichen Teil im Ersten, haben den Schwerpunkt also bereits ausgeblendet.