18.08.2020, 14:26
18.08.2020, 14:26
(18.08.2020, 14:01)Gast7 schrieb:(18.08.2020, 13:49)Gast schrieb:(18.08.2020, 13:42)Gast7 schrieb: Der größte Unterschied ist vor allem, dass im Krieg die komplette Infrastruktur zerstört wurde und ein signifikanten Teil der arbeitenden Bevölkerung schlicht tot war. Völlig unvergleichbare Situation.Wie gesagt. Der Kriegsvergleich taugt nicht. Was man aber schon sagen kann ist, dass es sehr nach dem größten Wirtschaftseinbruch zu Friedenszeiten aussieht. Größer als die Finanzkrise oder Ölkrise in den 70ern.
Dass sich das zwangsläufig auch auf die wirtschaftsnahe Beratung auswirkt ist jetzt nicht sonderlich verwunderlich. Und dann stellt sich eben die Frage, ob wir jetzt nich einige Wellen erleben oder der Spuk in einem Jahr, 1,5 Jahren vorbei ist. Ich würde aber mal vermuten, dass die Boomjahre des letzten Jahrzehnts einfach vorbei sind. Egal wie schnell die Wirtschaft wieder anspringt.
Wir haben einfach alle in Schlaraffenland gelebt. Und jetzt zieht ein Stück weit die Realität wieder ein. Wie hier schon richtig geschrieben wurde, ist es bei fast KEINEM Studium ein selbstverständlich innerhalb von einem Monat einen guten Job zu finden. Auch bisher war es selbst bei Ingenieuren und Medizinern so, dass das auch mal ein halbes Jahr oder länger dauern kann. Und Juristen müssen sich daran jetzt etwas gewöhnen.
Ja und nein. Zum einen ist der Einbruch nicht größer als die große Depression - zum anderen haben die meisten Staaten dieses mal wesentlich besser reagiert, weil sie nämlich gezielt gegengesteuert haben und damit z.B. eine massive Inflation wie in den 30ern verhindert haben.
Auch haben wir nicht im "Schlaraffenland" vs. Realität gelebt. Beide Situationen waren absolut real, das eine war ein wirtschaftlicher Aufschwung, jetzt haben wir einen Abschwung. Ob und wie sich die Situation nun verfestigt und auf den speziellen Arbeitsmarkt für Juristen durchgreift, können wir noch gar nicht abschließen. Was ich aber weiß ist, dass die Zahlen aus dem zweiten Quartal für viele GKs wesentlich weniger schlimm waren, als zunächst befürchtet. Die Verluste liegen irgendwo bei um die 10%, bei manchen auch weniger (bei manchen - insbesondere reinen Transaktionskanzleien - auch deutlich mehr). Das ist sicherlich unangenehm, vor allem wenn man in den Jahren zuvor fast kontinuierlich zweistellig gewachsen ist, aber es führt auch nicht zum Ruin.
Unsere GK stellt sogar neue Rekorde auf. Kann aber natürlich sein, dass man es nächstes Jahr spürt, wenn die Ausläufer zuschlagen.
18.08.2020, 14:28
Der Aufmarsch der politisch Korrekten :rolleyes: als ob der Kollege die Zustände während des Krieges und nach dem Krieg pauschal mit den heutigen vergleichen wollte. Es ging vermutlich um die wirtschaftlichen Dimensionen. Sich dann über mehrere Beiträge zu echauffieren zeugt von der Arroganz, die seit Jahren immer stärker in Diskurse Einzug gehalten hat. Anstatt argumentativ auf einen Beitrag einzugehen, benutzt man Signalworte, die den Betreffenden als Verschwörungstheoretiker verunglimpfen sollen. So entgeht man der Diskussion auf Augenhöhe.
Zum Thema: ich habe das Gefühl, dass die GKen langsam wieder die Suche nach Einsteigern hochfahren wollen. Es gibt auch wieder mehr Stellenanzeigen. Die Vorsicht bei der Einstellungspolitik wird aber wohl erst einmal beibehalten.
Zum Thema: ich habe das Gefühl, dass die GKen langsam wieder die Suche nach Einsteigern hochfahren wollen. Es gibt auch wieder mehr Stellenanzeigen. Die Vorsicht bei der Einstellungspolitik wird aber wohl erst einmal beibehalten.
18.08.2020, 14:38
Ich habe von einem GK Anwalt gehört, dass zur Zeit des Lockdowns also März/April deutlich weniger zu tun war als sonst. Mittlerweile gibt es aber wieder mehr als genug zu tun. Ich bin Anfang März mit dem mit dem Examen fertig geworden und da war der Markt erstmal tot. Langsam kommen aber wieder vermehrt Stellenanzeigen, was sich mit der Aussage des Anwalts deckt. Das Problem sehe ich eher darin, dass in dieser Zeit ein Stau an guten Bewerbern entstanden ist und daher momentan die Konkurrenz groß ist. Gerade aber wegen dem Mangel an Juristen in den letzten Jahren und der Altersstruktur denke ich, dass die jetzige Lage nur ein kurzzeitiger Effekt sein wird.
18.08.2020, 14:42
(18.08.2020, 14:38)Gast schrieb: Ich habe von einem GK Anwalt gehört, dass zur Zeit des Lockdowns also März/April deutlich weniger zu tun war als sonst. Mittlerweile gibt es aber wieder mehr als genug zu tun. Ich bin Anfang März mit dem mit dem Examen fertig geworden und da war der Markt erstmal tot. Langsam kommen aber wieder vermehrt Stellenanzeigen, was sich mit der Aussage des Anwalts deckt. Das Problem sehe ich eher darin, dass in dieser Zeit ein Stau an guten Bewerbern entstanden ist und daher momentan die Konkurrenz groß ist. Gerade aber wegen dem Mangel an Juristen in den letzten Jahren und der Altersstruktur denke ich, dass die jetzige Lage nur ein kurzzeitiger Effekt sein wird.
Ja, drei Jahre (bis Erfindung des Immostoffes) kann man auch als kurzzeitig sehen. Alles eine Frage zu der Betrachtung.
18.08.2020, 14:44
Es machen viel weniger Leute das 2.Staatsexamen als vor ein paar Jahren. Durch Corona werden noch weniger Leute ein Ref machen wollen. Jetzt können wir schön abwarten bis mehr Volljuristen in Rente oder Pension sind und dann zuschlagen.
18.08.2020, 14:48
(18.08.2020, 14:44)Gast schrieb: Es machen viel weniger Leute das 2.Staatsexamen als vor ein paar Jahren. Durch Corona werden noch weniger Leute ein Ref machen wollen. Jetzt können wir schön abwarten bis mehr Volljuristen in Rente oder Pension sind und dann zuschlagen.
Die Aussage, die Attraktivität des Referendariats würde geringer, bezweifle ich stark. Gerade jetzt zumindest 2 Jahre "Sicherheit" in der Coronazeit zu haben, erscheint mir sinnvoll.
Ansonsten würde ich aber zustimmen: Insgesamt stellt sich die Situation für euch Berufseinsteiger (zumindest in ein paar Monaten wieder) immer noch gut dar. Die vom Vorredner genannten Tendenzen bleiben ja bestehen, die älteren Juristen werden durch Corona nicht jünger.
18.08.2020, 14:49
(18.08.2020, 14:13)Gast schrieb:(18.08.2020, 14:01)Gast7 schrieb:(18.08.2020, 13:49)Gast schrieb:(18.08.2020, 13:42)Gast7 schrieb: Der größte Unterschied ist vor allem, dass im Krieg die komplette Infrastruktur zerstört wurde und ein signifikanten Teil der arbeitenden Bevölkerung schlicht tot war. Völlig unvergleichbare Situation.Wie gesagt. Der Kriegsvergleich taugt nicht. Was man aber schon sagen kann ist, dass es sehr nach dem größten Wirtschaftseinbruch zu Friedenszeiten aussieht. Größer als die Finanzkrise oder Ölkrise in den 70ern.
Dass sich das zwangsläufig auch auf die wirtschaftsnahe Beratung auswirkt ist jetzt nicht sonderlich verwunderlich. Und dann stellt sich eben die Frage, ob wir jetzt nich einige Wellen erleben oder der Spuk in einem Jahr, 1,5 Jahren vorbei ist. Ich würde aber mal vermuten, dass die Boomjahre des letzten Jahrzehnts einfach vorbei sind. Egal wie schnell die Wirtschaft wieder anspringt.
Wir haben einfach alle in Schlaraffenland gelebt. Und jetzt zieht ein Stück weit die Realität wieder ein. Wie hier schon richtig geschrieben wurde, ist es bei fast KEINEM Studium ein selbstverständlich innerhalb von einem Monat einen guten Job zu finden. Auch bisher war es selbst bei Ingenieuren und Medizinern so, dass das auch mal ein halbes Jahr oder länger dauern kann. Und Juristen müssen sich daran jetzt etwas gewöhnen.
Ja und nein. Zum einen ist der Einbruch nicht größer als die große Depression - zum anderen haben die meisten Staaten dieses mal wesentlich besser reagiert, weil sie nämlich gezielt gegengesteuert haben und damit z.B. eine massive Inflation wie in den 30ern verhindert haben.
Auch haben wir nicht im "Schlaraffenland" vs. Realität gelebt. Beide Situationen waren absolut real, das eine war ein wirtschaftlicher Aufschwung, jetzt haben wir einen Abschwung. Ob und wie sich die Situation nun verfestigt und auf den speziellen Arbeitsmarkt für Juristen durchgreift, können wir noch gar nicht abschließen. Was ich aber weiß ist, dass die Zahlen aus dem zweiten Quartal für viele GKs wesentlich weniger schlimm waren, als zunächst befürchtet. Die Verluste liegen irgendwo bei um die 10%, bei manchen auch weniger (bei manchen - insbesondere reinen Transaktionskanzleien - auch deutlich mehr). Das ist sicherlich unangenehm, vor allem wenn man in den Jahren zuvor fast kontinuierlich zweistellig gewachsen ist, aber es führt auch nicht zum Ruin.
Ich nehme an "Verluste" bedeutet 10 % geringerer Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum oder zum vorangegangenen Quartal? Oder wirklich ein negatives Ergebnis in diesem Zeitraum? Keine Kritik - frage nur aus Interesse
Genau, 10% gegenüber dem Vorjahr, welches zumindest bei uns aber wesentlich besser war als das Jahr zuvor (und das davor und das davor usw. ), d.h. das zweite Quartal 2020 hatte in etwa Umsätze wie das zweite Quartal 2018 oder 2017. Also alles andere als ein Disaster.
18.08.2020, 14:50
(18.08.2020, 14:28)Gast schrieb: Der Aufmarsch der politisch Korrekten :rolleyes: als ob der Kollege die Zustände während des Krieges und nach dem Krieg pauschal mit den heutigen vergleichen wollte. Es ging vermutlich um die wirtschaftlichen Dimensionen. Sich dann über mehrere Beiträge zu echauffieren zeugt von der Arroganz, die seit Jahren immer stärker in Diskurse Einzug gehalten hat. Anstatt argumentativ auf einen Beitrag einzugehen, benutzt man Signalworte, die den Betreffenden als Verschwörungstheoretiker verunglimpfen sollen. So entgeht man der Diskussion auf Augenhöhe.
Zum Thema: ich habe das Gefühl, dass die GKen langsam wieder die Suche nach Einsteigern hochfahren wollen. Es gibt auch wieder mehr Stellenanzeigen. Die Vorsicht bei der Einstellungspolitik wird aber wohl erst einmal beibehalten.
Äh, das ist allen klar? Und auch allein auf die Wirtschaft bezogen ist der Vergleich halt Schwachsinn hoch dreitausend, nichts anderes wurde hier dargelegt.
18.08.2020, 15:03
(18.08.2020, 14:49)Gast7 schrieb:(18.08.2020, 14:13)Gast schrieb:(18.08.2020, 14:01)Gast7 schrieb:(18.08.2020, 13:49)Gast schrieb:(18.08.2020, 13:42)Gast7 schrieb: Der größte Unterschied ist vor allem, dass im Krieg die komplette Infrastruktur zerstört wurde und ein signifikanten Teil der arbeitenden Bevölkerung schlicht tot war. Völlig unvergleichbare Situation.Wie gesagt. Der Kriegsvergleich taugt nicht. Was man aber schon sagen kann ist, dass es sehr nach dem größten Wirtschaftseinbruch zu Friedenszeiten aussieht. Größer als die Finanzkrise oder Ölkrise in den 70ern.
Dass sich das zwangsläufig auch auf die wirtschaftsnahe Beratung auswirkt ist jetzt nicht sonderlich verwunderlich. Und dann stellt sich eben die Frage, ob wir jetzt nich einige Wellen erleben oder der Spuk in einem Jahr, 1,5 Jahren vorbei ist. Ich würde aber mal vermuten, dass die Boomjahre des letzten Jahrzehnts einfach vorbei sind. Egal wie schnell die Wirtschaft wieder anspringt.
Wir haben einfach alle in Schlaraffenland gelebt. Und jetzt zieht ein Stück weit die Realität wieder ein. Wie hier schon richtig geschrieben wurde, ist es bei fast KEINEM Studium ein selbstverständlich innerhalb von einem Monat einen guten Job zu finden. Auch bisher war es selbst bei Ingenieuren und Medizinern so, dass das auch mal ein halbes Jahr oder länger dauern kann. Und Juristen müssen sich daran jetzt etwas gewöhnen.
Ja und nein. Zum einen ist der Einbruch nicht größer als die große Depression - zum anderen haben die meisten Staaten dieses mal wesentlich besser reagiert, weil sie nämlich gezielt gegengesteuert haben und damit z.B. eine massive Inflation wie in den 30ern verhindert haben.
Auch haben wir nicht im "Schlaraffenland" vs. Realität gelebt. Beide Situationen waren absolut real, das eine war ein wirtschaftlicher Aufschwung, jetzt haben wir einen Abschwung. Ob und wie sich die Situation nun verfestigt und auf den speziellen Arbeitsmarkt für Juristen durchgreift, können wir noch gar nicht abschließen. Was ich aber weiß ist, dass die Zahlen aus dem zweiten Quartal für viele GKs wesentlich weniger schlimm waren, als zunächst befürchtet. Die Verluste liegen irgendwo bei um die 10%, bei manchen auch weniger (bei manchen - insbesondere reinen Transaktionskanzleien - auch deutlich mehr). Das ist sicherlich unangenehm, vor allem wenn man in den Jahren zuvor fast kontinuierlich zweistellig gewachsen ist, aber es führt auch nicht zum Ruin.
Ich nehme an "Verluste" bedeutet 10 % geringerer Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum oder zum vorangegangenen Quartal? Oder wirklich ein negatives Ergebnis in diesem Zeitraum? Keine Kritik - frage nur aus Interesse
Genau, 10% gegenüber dem Vorjahr, welches zumindest bei uns aber wesentlich besser war als das Jahr zuvor (und das davor und das davor usw. ), d.h. das zweite Quartal 2020 hatte in etwa Umsätze wie das zweite Quartal 2018 oder 2017. Also alles andere als ein Disaster.
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