06.08.2026, 13:51
(06.08.2026, 12:22)Aktenabgrund schrieb: Ich glaube, mit das Entscheidenste ist, dass du nicht zulässt, dass diese Erfahrung (zu sehr) Auswirkungen auf dein Selbstwertgefühl nimmt. Das habe ich zumindest bei meinem Freund beobachtet, dem es ähnlich ging. Wie jemand weiter oben schrieb: Irgendetwas hat menschlich nicht gepasst, fertig. Laste dir das nicht zu sehr an. Und klar darf bzw sollst du traurig und enttäuscht sein, das ist menschlich, und wenn du keine anderen Optionen siehst, in ein anderes Bundesland zu gehen, braucht es auch Zeit, das gehen zu lassen.
Vieles relativiert sich, sobald du eine handfeste neue Option hast. Sobald mit einer anderweitigen Zusage positives Feedback zurückkommt, kann man dies auch als neue Chance begreifen. Und bei den Horrorstories über die StA gibt es auch da sicherlich zwei Seiten. Das wäre auch nicht das Land gewesen in dem Milch und Honig fließen.
An dem Selbstwertgefühl muss ich jetzt erstmal wieder arbeiten, das ist dadurch sehr belastet. Merk jetzt richtig, wie viel Angst ich vor Bewerbungsgesprächen und Absagen habe und meine Selbsteinschätzung ist total erschüttert. Warte aktuell auf eine Rückmeldung für eine andere Stelle im öD und hab richtig Angst vor der Rückmeldung. Ich hab auch einfach etwas die Orientierung verloren, was ich jetzt machen möchte. Bin inzwischen bei Plan C

Wahrscheinlich kann ich froh sein, dass es nicht geklappt hat, so schlimm wie die Arbeitsbelastung da sein soll. Aber irgendwie frustriert es nur noch mehr, zu wissen, dass die in Arbeit ertrinken und einen trotzdem nicht wollen.
06.08.2026, 14:20
(06.08.2026, 12:10)Silverywintersweet schrieb:(06.08.2026, 11:33)Egal_ schrieb: Wie wäre es denn mit den Alternativen Opferanwalt, weißer Ring, anderes Bundesland? Du hattest hier ja schon ein paar gute Tipps bekommen.Ich möchte mich aktuell nicht als Anwältin selbstständig machen und von der Tätigkeit als Opferanwältin kann man allein nicht leben, man braucht immer noch einen anderen Schwerpunkt. Opferanwälte hier in meiner Stadt gibt es leider kaum und wenn, sind das leider alles Einzelkämpfer. Der Weiße Ring sucht aktuell auch keine neuen Mitarbeiter. Viele andere Anbieter gibt es hier leider auch nicht. Die Stellenangebote sind aktuell auch sehr überschaubar, aber ich hab ein paar Bewerbungsgespräche. Also ich bin schon auf der Suche nach was anderem. Anderes Bundesland würde leider Fernbeziehung bedeuten und das möchte ich eigentlich auch nicht. Zumal es in den umliegenden Bundesländern wohl auch nicht unbedingt so selbstverständlich ist, dass es klappt.
Ich kenne sehr viele Leute, deren Leben an irgendeiner Stelle eine ungeplante Wendung genommen hat. Keiner ist damit am Ende nicht klargekommen. Den meisten geht es nach dieser Wende sogar richtig gut. Das Leben ist nicht immer gradlinig und was man nicht mehr ändern kann, muss man versuchen zu akzeptieren, statt sich lange darüber zu ärgern. Das war ein hilfreicher Tipp eines älteren Kollegen von mir, bei dem ich versuche, mich für mein Leben daran zu orientieren.
Schau, welche Alternativen du hast. Nur weil es in einem Bundesland zwischen den einstellenden Personen und dir menschlich nicht gepasst hat (das sehe ich als mittelbaren Grund für deren Meinung über dich) heißt das nicht, dass du auch bei anderen Entscheidern schlecht ankommst.
Ich würde gerne von anderen hören, wie sie mit dem Rückschlag umgegangen sind, wie sie dann weiter gemacht haben, was sie jetzt beruflich machen und ob sie das auch erfüllt. Also einfach andere Erfahrungsberichte.
Wie gesagt, ich kenne sehr viele Leute. Auch ich hatte vor Ende des Refs ein Angebot aus einer GK, bin dann aber durch das 2. StEx gefallen und habe auch im 2. Anlauf nicht besonders gut bestanden. Ich stand erstmal unter Schock und hätte mich ohrfeigen können, aber das Leben geht weiter. Ich habe in einer KK angefangen, bin von dort aus in eine mittelständische WPG und mittlerweile in einem DAX-Konzern. Die Station in der KK vermisse ich nicht, aber selbst die hat meinen weiteren Karriereweg nicht nur negativ, sondern auch positiv geprägt. Es passt heute alles, mir geht es gut und ich schaue nicht mit Frust zurück. Ich kann ja sowieso nicht ändern, wie mein Leben verlaufen ist.
Ich kann verstehen, dass aus deiner Sicht dein Leben gerade sch* aussieht, aber es wird wieder bergauf gehen. Das kann ich dir versprechen, auch wenn wir uns nicht kennen.
06.08.2026, 14:35
Eine Richterin im Frankfurter Umkreis hatte mir erzählt (vor der Sitzungsvertretung), dass sie zuerst nicht genommen wurde. Beim zweiten Anlauf etwas später dann aber schon. Das ist jetzt wahrscheinlich keine Möglichkeit, die immer zwingend besteht. Aber vielleicht auch eine Hoffnung, später doch noch an deine Zielstelle zu kommen.
Ich weiß auch z.B. nicht, ob das nicht irgendwann auch aus der Akte gelöscht wird, dass man sich vorgestellt hatte.
Wenn es nicht zum Vorstellungsgespräch kommt, ist das meines Wissens nach z.B. auf jeden Fall so.
Ich weiß auch z.B. nicht, ob das nicht irgendwann auch aus der Akte gelöscht wird, dass man sich vorgestellt hatte.
Wenn es nicht zum Vorstellungsgespräch kommt, ist das meines Wissens nach z.B. auf jeden Fall so.
06.08.2026, 14:37
(06.08.2026, 14:20)Egal_ schrieb:(06.08.2026, 12:10)Silverywintersweet schrieb:(06.08.2026, 11:33)Egal_ schrieb: Wie wäre es denn mit den Alternativen Opferanwalt, weißer Ring, anderes Bundesland? Du hattest hier ja schon ein paar gute Tipps bekommen.Ich möchte mich aktuell nicht als Anwältin selbstständig machen und von der Tätigkeit als Opferanwältin kann man allein nicht leben, man braucht immer noch einen anderen Schwerpunkt. Opferanwälte hier in meiner Stadt gibt es leider kaum und wenn, sind das leider alles Einzelkämpfer. Der Weiße Ring sucht aktuell auch keine neuen Mitarbeiter. Viele andere Anbieter gibt es hier leider auch nicht. Die Stellenangebote sind aktuell auch sehr überschaubar, aber ich hab ein paar Bewerbungsgespräche. Also ich bin schon auf der Suche nach was anderem. Anderes Bundesland würde leider Fernbeziehung bedeuten und das möchte ich eigentlich auch nicht. Zumal es in den umliegenden Bundesländern wohl auch nicht unbedingt so selbstverständlich ist, dass es klappt.
Ich kenne sehr viele Leute, deren Leben an irgendeiner Stelle eine ungeplante Wendung genommen hat. Keiner ist damit am Ende nicht klargekommen. Den meisten geht es nach dieser Wende sogar richtig gut. Das Leben ist nicht immer gradlinig und was man nicht mehr ändern kann, muss man versuchen zu akzeptieren, statt sich lange darüber zu ärgern. Das war ein hilfreicher Tipp eines älteren Kollegen von mir, bei dem ich versuche, mich für mein Leben daran zu orientieren.
Schau, welche Alternativen du hast. Nur weil es in einem Bundesland zwischen den einstellenden Personen und dir menschlich nicht gepasst hat (das sehe ich als mittelbaren Grund für deren Meinung über dich) heißt das nicht, dass du auch bei anderen Entscheidern schlecht ankommst.
Ich würde gerne von anderen hören, wie sie mit dem Rückschlag umgegangen sind, wie sie dann weiter gemacht haben, was sie jetzt beruflich machen und ob sie das auch erfüllt. Also einfach andere Erfahrungsberichte.
Wie gesagt, ich kenne sehr viele Leute. Auch ich hatte vor Ende des Refs ein Angebot aus einer GK, bin dann aber durch das 2. StEx gefallen und habe auch im 2. Anlauf nicht besonders gut bestanden. Ich stand erstmal unter Schock und hätte mich ohrfeigen können, aber das Leben geht weiter. Ich habe in einer KK angefangen, bin von dort aus in eine mittelständische WPG und mittlerweile in einem DAX-Konzern. Die Station in der KK vermisse ich nicht, aber selbst die hat meinen weiteren Karriereweg nicht nur negativ, sondern auch positiv geprägt. Es passt heute alles, mir geht es gut und ich schaue nicht mit Frust zurück. Ich kann ja sowieso nicht ändern, wie mein Leben verlaufen ist.
Ich kann verstehen, dass aus deiner Sicht dein Leben gerade sch* aussieht, aber es wird wieder bergauf gehen. Das kann ich dir versprechen, auch wenn wir uns nicht kennen.
Vielen Dank für deine Worte!
06.08.2026, 14:41
(06.08.2026, 14:35)REFHessenjanuar schrieb: Eine Richterin im Frankfurter Umkreis hatte mir erzählt (vor der Sitzungsvertretung), dass sie zuerst nicht genommen wurde. Beim zweiten Anlauf etwas später dann aber schon. Das ist jetzt wahrscheinlich keine Möglichkeit, die immer zwingend besteht. Aber vielleicht auch eine Hoffnung, später doch noch an deine Zielstelle zu kommen.Ich hab der Vorsitzenden aus der Kommission auch noch mal eine E-Mail geschickt, ob man sich mit etwas Zeitablauf noch mal bewerben könnte. Aber ich hab jetzt schon gemerkt, dass ich ziemlich lange kein Strafprozessrecht mehr gemacht habe. Also hab viel wiederholt und es kam schnell wieder, aber mehr Zeitablauf ist halt auch doof.
Ich weiß auch z.B. nicht, ob das nicht irgendwann auch aus der Akte gelöscht wird, dass man sich vorgestellt hatte.
Wenn es nicht zum Vorstellungsgespräch kommt, ist das meines Wissens nach z.B. auf jeden Fall so.
In SH sitzen auch 3/4 aus der Bewerbungsgesprächskommission der StA bei den Gesprächen für die Richterschaft und die Anforderungen an die Bewerber sind bei beiden Zweigen identisch. Also weiß ich auch nicht, wie viel Sinn es macht, wenn ich mich jetzt für die Richterschaft bewerbe, wenn 3/4 der Entscheider meinen Charakter für die Staatsanwaltschaft schon nicht als geeignet erachtet haben.
06.08.2026, 14:48
Ich meinte auch, dass du dich erneut bei der StA bewirbst.
Sie hat sich auch zweimal auf eine Richterstelle beworben.
Aber wenn da natürlich wieder dieselben Leute sitzen, macht es keinen bis wenig Sinn.
Sie hat sich auch zweimal auf eine Richterstelle beworben.
Aber wenn da natürlich wieder dieselben Leute sitzen, macht es keinen bis wenig Sinn.
06.08.2026, 15:15
(06.08.2026, 13:51)Silverywintersweet schrieb:(06.08.2026, 12:22)Aktenabgrund schrieb: Ich glaube, mit das Entscheidenste ist, dass du nicht zulässt, dass diese Erfahrung (zu sehr) Auswirkungen auf dein Selbstwertgefühl nimmt. Das habe ich zumindest bei meinem Freund beobachtet, dem es ähnlich ging. Wie jemand weiter oben schrieb: Irgendetwas hat menschlich nicht gepasst, fertig. Laste dir das nicht zu sehr an. Und klar darf bzw sollst du traurig und enttäuscht sein, das ist menschlich, und wenn du keine anderen Optionen siehst, in ein anderes Bundesland zu gehen, braucht es auch Zeit, das gehen zu lassen.
Vieles relativiert sich, sobald du eine handfeste neue Option hast. Sobald mit einer anderweitigen Zusage positives Feedback zurückkommt, kann man dies auch als neue Chance begreifen. Und bei den Horrorstories über die StA gibt es auch da sicherlich zwei Seiten. Das wäre auch nicht das Land gewesen in dem Milch und Honig fließen.
An dem Selbstwertgefühl muss ich jetzt erstmal wieder arbeiten, das ist dadurch sehr belastet. Merk jetzt richtig, wie viel Angst ich vor Bewerbungsgesprächen und Absagen habe und meine Selbsteinschätzung ist total erschüttert. Warte aktuell auf eine Rückmeldung für eine andere Stelle im öD und hab richtig Angst vor der Rückmeldung. Ich hab auch einfach etwas die Orientierung verloren, was ich jetzt machen möchte. Bin inzwischen bei Plan C
Wahrscheinlich kann ich froh sein, dass es nicht geklappt hat, so schlimm wie die Arbeitsbelastung da sein soll. Aber irgendwie frustriert es nur noch mehr, zu wissen, dass die in Arbeit ertrinken und einen trotzdem nicht wollen.
Ja, es wird überall gesagt Justizmangel aber dennoch setzen sie ihre Ansprüche zu hoch. Da reichen Kleinigkeiten dass sie einen dennoch ablehnen, aber so ist es überall leider und verstehe auch, dass das total an das Selbstwertgefühl zerrt. Jura schafft es irgendwie, dass man sich nur noch Minderwertig fühlt
06.08.2026, 15:17
(06.08.2026, 14:35)REFHessenjanuar schrieb: Eine Richterin im Frankfurter Umkreis hatte mir erzählt (vor der Sitzungsvertretung), dass sie zuerst nicht genommen wurde. Beim zweiten Anlauf etwas später dann aber schon. Das ist jetzt wahrscheinlich keine Möglichkeit, die immer zwingend besteht. Aber vielleicht auch eine Hoffnung, später doch noch an deine Zielstelle zu kommen.
Ich weiß auch z.B. nicht, ob das nicht irgendwann auch aus der Akte gelöscht wird, dass man sich vorgestellt hatte.
Wenn es nicht zum Vorstellungsgespräch kommt, ist das meines Wissens nach z.B. auf jeden Fall so.
Also soweit ich weiß MÜSSEN sie nach einer bestimmten Frist deine Bewerbungsdaten auch nach einer Absage löschen 🤔
06.08.2026, 16:47
(06.08.2026, 14:41)Silverywintersweet schrieb:(06.08.2026, 14:35)REFHessenjanuar schrieb: Eine Richterin im Frankfurter Umkreis hatte mir erzählt (vor der Sitzungsvertretung), dass sie zuerst nicht genommen wurde. Beim zweiten Anlauf etwas später dann aber schon. Das ist jetzt wahrscheinlich keine Möglichkeit, die immer zwingend besteht. Aber vielleicht auch eine Hoffnung, später doch noch an deine Zielstelle zu kommen.Ich hab der Vorsitzenden aus der Kommission auch noch mal eine E-Mail geschickt, ob man sich mit etwas Zeitablauf noch mal bewerben könnte. Aber ich hab jetzt schon gemerkt, dass ich ziemlich lange kein Strafprozessrecht mehr gemacht habe. Also hab viel wiederholt und es kam schnell wieder, aber mehr Zeitablauf ist halt auch doof.
Ich weiß auch z.B. nicht, ob das nicht irgendwann auch aus der Akte gelöscht wird, dass man sich vorgestellt hatte.
Wenn es nicht zum Vorstellungsgespräch kommt, ist das meines Wissens nach z.B. auf jeden Fall so.
In SH sitzen auch 3/4 aus der Bewerbungsgesprächskommission der StA bei den Gesprächen für die Richterschaft und die Anforderungen an die Bewerber sind bei beiden Zweigen identisch. Also weiß ich auch nicht, wie viel Sinn es macht, wenn ich mich jetzt für die Richterschaft bewerbe, wenn 3/4 der Entscheider meinen Charakter für die Staatsanwaltschaft schon nicht als geeignet erachtet haben.
Ich hatte vor meiner Bewerbung in der Justiz auch jahrelang kein Strafrecht gemacht und bin nun seit Beginn bis auf unabsehbare Zeit im Strafrecht.
Gerade vor dem Hintergrund, dass wir Volljuristen sind und uns in alle Rechtsgebiete schnell (insb. erneut) schnell einarbeiten können, ist das doch auch einfach kein gutes Argument.
Wie wäre es, wenn du dich als Richter bewirbst? Da kannst du auch Strafrecht machen oder ggf. später zur StA wechseln.
06.08.2026, 17:22
(06.08.2026, 15:17)JurisRef schrieb:(06.08.2026, 14:35)REFHessenjanuar schrieb: Eine Richterin im Frankfurter Umkreis hatte mir erzählt (vor der Sitzungsvertretung), dass sie zuerst nicht genommen wurde. Beim zweiten Anlauf etwas später dann aber schon. Das ist jetzt wahrscheinlich keine Möglichkeit, die immer zwingend besteht. Aber vielleicht auch eine Hoffnung, später doch noch an deine Zielstelle zu kommen.
Ich weiß auch z.B. nicht, ob das nicht irgendwann auch aus der Akte gelöscht wird, dass man sich vorgestellt hatte.
Wenn es nicht zum Vorstellungsgespräch kommt, ist das meines Wissens nach z.B. auf jeden Fall so.
Also soweit ich weiß MÜSSEN sie nach einer bestimmten Frist deine Bewerbungsdaten auch nach einer Absage löschen 🤔
Exakt. 6 Monate sind Standard, aber da wird man sich vielleicht noch an dich erinnern können. Ein Jahr später hat man dich eventuell vergessen und es ist einen neuen Versuch wert.









