24.05.2026, 22:16
Beeinflussen eure Examensnoten euren Selbstwert oder eure berufliche/fachliche Selbstwahrnehmung?
Bringt ihr die Leistungen mancher Kollegen manchmal mit ihren Noten in Verbindung? Denkt ihr euch manchmal "der hat bestimmt die und die Note"?
Hintergrund meiner Frage ist, dass ich mich nach einem halben Jahr nach dem Ref immer noch nicht von diesem Notenwahnsinn erholt habe. Mir gelingt es nicht, das Vertrauen in meine Fähigkeiten von den Noten zu entkoppeln und ich frage mich oft, ob Außenstehende meine Fehler gleich mit meinen Noten in Verbindung setzen. Ich habe eine innere Schutz-/Abwehrhaltung, weil ich befürchte, dass andere mich vorschnell in „leistungsfähig / nicht leistungsfähig“ einordnen. Neutrale Bemerkungen interpretiere ich dann oft als Bewertung.
Wenn ich das hier so schreibe, merke ich, wie krank das eigentlich ist. Ich frage mich, ob mich das jetzt bis ans Lebensende verfolgen wird. Wie geht es euch damit? Wann wurde es besser, falls ihr dasselbe Problem hattet?
Bringt ihr die Leistungen mancher Kollegen manchmal mit ihren Noten in Verbindung? Denkt ihr euch manchmal "der hat bestimmt die und die Note"?
Hintergrund meiner Frage ist, dass ich mich nach einem halben Jahr nach dem Ref immer noch nicht von diesem Notenwahnsinn erholt habe. Mir gelingt es nicht, das Vertrauen in meine Fähigkeiten von den Noten zu entkoppeln und ich frage mich oft, ob Außenstehende meine Fehler gleich mit meinen Noten in Verbindung setzen. Ich habe eine innere Schutz-/Abwehrhaltung, weil ich befürchte, dass andere mich vorschnell in „leistungsfähig / nicht leistungsfähig“ einordnen. Neutrale Bemerkungen interpretiere ich dann oft als Bewertung.
Wenn ich das hier so schreibe, merke ich, wie krank das eigentlich ist. Ich frage mich, ob mich das jetzt bis ans Lebensende verfolgen wird. Wie geht es euch damit? Wann wurde es besser, falls ihr dasselbe Problem hattet?
25.05.2026, 09:05
(24.05.2026, 22:16)RefHessen23 schrieb: Beeinflussen eure Examensnoten euren Selbstwert oder eure berufliche/fachliche Selbstwahrnehmung?
Bringt ihr die Leistungen mancher Kollegen manchmal mit ihren Noten in Verbindung? Denkt ihr euch manchmal "der hat bestimmt die und die Note"?
Hintergrund meiner Frage ist, dass ich mich nach einem halben Jahr nach dem Ref immer noch nicht von diesem Notenwahnsinn erholt habe. Mir gelingt es nicht, das Vertrauen in meine Fähigkeiten von den Noten zu entkoppeln und ich frage mich oft, ob Außenstehende meine Fehler gleich mit meinen Noten in Verbindung setzen. Ich habe eine innere Schutz-/Abwehrhaltung, weil ich befürchte, dass andere mich vorschnell in „leistungsfähig / nicht leistungsfähig“ einordnen. Neutrale Bemerkungen interpretiere ich dann oft als Bewertung.
Wenn ich das hier so schreibe, merke ich, wie krank das eigentlich ist. Ich frage mich, ob mich das jetzt bis ans Lebensende verfolgen wird. Wie geht es euch damit? Wann wurde es besser, falls ihr dasselbe Problem hattet?
Das bessert sich spätestens im Berufsalltag. Die Noten deines Gegenübers kennst du dann gar nicht und deine kennt es auch nicht. Außerdem zählen in der Praxis auch andere Kompetenzen mit als die im Examen abgeprüften.
25.05.2026, 09:59
Moin! Damit bist Du nicht allein. Ich habe mich erst für das knappe Verpassen des VB im 1. Examen und dann für mein niedriges B im 2. Examen sehr geschämt. Letztlich war diese miese Note für meine Persönlichkeitsentwicklung und das von Dir genannte Verhalten das Beste was mir passieren konnte:
1. Die Note bildet deine Fähigkeiten nur zum Teil ab. Ich arbeite (neben dem Verbesserungsversuch) in einer Boutique und bekomme (wie auch in teils sehr anspruchsvollen beruflichen Stationen zuvor) sehr gutes Feedback. Einer der Partner hatte auch kein super Examen, ist aber super erfolgreich in seinem Rechtsgebiet und hat Mandate im GK-Format. Vielleicht konnte er keinen guten Bescheid schreiben, vielleicht war seine Anklageschrift nicht perfekt. Juckt niemanden. Er ist ein super Wirtschaftsanwalt. Abseits der Bubble der guten Volljuristen interessiert die Note noch weniger. Ein Bekannter hat das erste Examen mit "ausreichend" bestanden und das Ref nie gemacht. Er ist jetzt Abteilungsleiter in einem großen Unternehmen. Mein Onkel verdient mit 2x ausreichend in einem Beratungsunternehmen mehr als die meisten Doppel-VB-Absolventen in Kanzleien. Es kommt (selbst in Jura) auf mehr als Noten an.
2. Gerade nach dem Ref muss man lernen sich vom Beruf zu distanzieren. Man sollte den Beruf ernst nehmen (wir tragen viel Verantwortung), aber von Ausnahmefällen abgesehen geht es nur um Geld. Gerade in der GK stirbt niemand, wenn Du mal einen Fehler machst. Wir sind keine Ärzte, Feuerwehrmänner oder Offiziere. Lern aus deinen Fehlern und mach den Beruf so gut wie möglich, aber am Ende sind 99% der Fehler korrigierbar oder schlimmstenfalls ein Haftungsfall. Die meisten Fehler kommen Dir in dem Moment schlimm vor, sind aber bald vergessen.
3. Du bist mehr als deine Note. Ich habe mich selber immer als "Ich heiße X und arbeite bei Y (hier GK etc. einfügen, die eine gewisse Note impliziert)" vorgestellt. Ich habe Job/Note als Teil meiner Identität und damit als wertbildend angesehen. Gerade in der GK/Uni-Bubble passiert das leicht. Weder Note noch Beruf definieren deinen Wert als Mensch. Mein Opa war normaler Mitarbeiter der Bahn und trotzdem war die größte Kirche der Stadt zu klein für die Beerdigung. Einfach weil er ein guter Mensch war. Niemand liebt Dich für deine Note oder deine Performance im Job. Also nimm sie nicht zu wichtig (nur meine Meinung). Du musst deinen Wert abseits des Berufs sehen.
1. Die Note bildet deine Fähigkeiten nur zum Teil ab. Ich arbeite (neben dem Verbesserungsversuch) in einer Boutique und bekomme (wie auch in teils sehr anspruchsvollen beruflichen Stationen zuvor) sehr gutes Feedback. Einer der Partner hatte auch kein super Examen, ist aber super erfolgreich in seinem Rechtsgebiet und hat Mandate im GK-Format. Vielleicht konnte er keinen guten Bescheid schreiben, vielleicht war seine Anklageschrift nicht perfekt. Juckt niemanden. Er ist ein super Wirtschaftsanwalt. Abseits der Bubble der guten Volljuristen interessiert die Note noch weniger. Ein Bekannter hat das erste Examen mit "ausreichend" bestanden und das Ref nie gemacht. Er ist jetzt Abteilungsleiter in einem großen Unternehmen. Mein Onkel verdient mit 2x ausreichend in einem Beratungsunternehmen mehr als die meisten Doppel-VB-Absolventen in Kanzleien. Es kommt (selbst in Jura) auf mehr als Noten an.
2. Gerade nach dem Ref muss man lernen sich vom Beruf zu distanzieren. Man sollte den Beruf ernst nehmen (wir tragen viel Verantwortung), aber von Ausnahmefällen abgesehen geht es nur um Geld. Gerade in der GK stirbt niemand, wenn Du mal einen Fehler machst. Wir sind keine Ärzte, Feuerwehrmänner oder Offiziere. Lern aus deinen Fehlern und mach den Beruf so gut wie möglich, aber am Ende sind 99% der Fehler korrigierbar oder schlimmstenfalls ein Haftungsfall. Die meisten Fehler kommen Dir in dem Moment schlimm vor, sind aber bald vergessen.
3. Du bist mehr als deine Note. Ich habe mich selber immer als "Ich heiße X und arbeite bei Y (hier GK etc. einfügen, die eine gewisse Note impliziert)" vorgestellt. Ich habe Job/Note als Teil meiner Identität und damit als wertbildend angesehen. Gerade in der GK/Uni-Bubble passiert das leicht. Weder Note noch Beruf definieren deinen Wert als Mensch. Mein Opa war normaler Mitarbeiter der Bahn und trotzdem war die größte Kirche der Stadt zu klein für die Beerdigung. Einfach weil er ein guter Mensch war. Niemand liebt Dich für deine Note oder deine Performance im Job. Also nimm sie nicht zu wichtig (nur meine Meinung). Du musst deinen Wert abseits des Berufs sehen.
25.05.2026, 10:57
(24.05.2026, 22:16)RefHessen23 schrieb: Beeinflussen eure Examensnoten euren Selbstwert oder eure berufliche/fachliche Selbstwahrnehmung?
Bringt ihr die Leistungen mancher Kollegen manchmal mit ihren Noten in Verbindung? Denkt ihr euch manchmal "der hat bestimmt die und die Note"?
Hintergrund meiner Frage ist, dass ich mich nach einem halben Jahr nach dem Ref immer noch nicht von diesem Notenwahnsinn erholt habe. Mir gelingt es nicht, das Vertrauen in meine Fähigkeiten von den Noten zu entkoppeln und ich frage mich oft, ob Außenstehende meine Fehler gleich mit meinen Noten in Verbindung setzen. Ich habe eine innere Schutz-/Abwehrhaltung, weil ich befürchte, dass andere mich vorschnell in „leistungsfähig / nicht leistungsfähig“ einordnen. Neutrale Bemerkungen interpretiere ich dann oft als Bewertung.
Wenn ich das hier so schreibe, merke ich, wie krank das eigentlich ist. Ich frage mich, ob mich das jetzt bis ans Lebensende verfolgen wird. Wie geht es euch damit? Wann wurde es besser, falls ihr dasselbe Problem hattet?
Es verfolgt einen nicht mehr, wird mit größerer zeitlicher Distanz immer unwichtiger, es wird einem gleichgültiger. Tatsächliche Leistungen in der Praxis, also im realen Leben, sagen viel mehr aus. Und das ist ehrlicherweise das Entscheidende.
Und trotzdem: der Notenkult ist real und ich reproduziere ihn selbst. Wenn ich einen Kollegen „in voller Kriegsbemalung“ sehe, komme ich nicht umhin die überdurchschnittlichen Leistungen die dieser Kollege erzielt hat zu respektieren. Gerade weil Studium und Ausbildung so ätzend waren.
Entscheidend sind und bleiben aber die tatsächlichen Leistungen, nicht die Klausurenergebnisse und die Performance während der mündlichen im zweiten.
25.05.2026, 11:43
Persönliche Erfahrung: Sobald du im Beruf angekommen bist, interessieren deine Examensnoten im Allgemeinen einen feuchten Kehricht. Ich weiß von keinen meiner Kolleginnen und Kollegen (abgesehen von einem, den ich schon aus dem Ref kannte), welche Ergebnisse die wohl in ihren Examina erzielt haben, und es ist für die tägliche Arbeit auch vollkommen irrelevant. Was ich schon für gut möglich halte, ist, dass besonders gute Examensnoten sich bei dienstlichen Beurteilungen tendenziell positiv auswirken, im Sinne von "Vorschusslorbeeren". Aber das ist etwas, worüber ohnehin nur die jeweiligen Dienstvorgesetzten Bescheid wissen, und nicht überzeugende Leistungen im Dienst wird man damit auch nicht kompensieren können. Also am besten keinen Kopf um irgendwelche Noten machen. Die Examensnote ist nur eine Eintrittskarte in den Beruf und danach kräht da jedenfalls nach meiner Erfahrung kein Hahn mehr nach.
13.07.2026, 14:07
Sehe ich auch so. Bei Jura hängen die Noten zwischen 6 und 11 Punkten von Zufälligkeiten, insbesondere der Willkür bzw. dem Wohlwollen des Korrektors ab. Die Aussagekraft von Noten ist bei Jura leider sehr gering. Ausnahme: Man hat ein ,,gut" oder ,,sehr gut". Wer in dem Notenbereich liegt, der ist gut. Wer drunter liegt, kann gut sein.
14.07.2026, 08:49
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14.07.2026, 09:30
(14.07.2026, 08:49)Silverywintersweet schrieb: Ich habe vor 6 Jahren mein zweites Examen gemacht und dieser Leistungsdruck prägt mich immer noch sehr. Ich glaube tatsächlich, dass ich aus den Examen irgendeinen Knacks mitbekommen habe. Im ersten Examen war ich schriftlich mit 9,8 vorbenotet und habe mich mündlich auf 9,1 runter geprüft. Obwohl es noch VB ist, habe ich mich unfassbar fertig gemacht und stelle mein VB immer wieder in Frage, weil ich es im persönlichen Eindruck nicht "beweisen" konnte. Im zweiten Examen hatte ich erst 7,2 Punkte und ich wollte unbedingt in die Justiz. Ich hab einen Verbesserungsversuch gemacht und bin dann bei 8,5 gelandet. Ich konnte mich darüber auch nicht freuen, weil ich wieder das VB nicht geschafft habe. Und ich hasse es, was diese Benotung und das Versteifen auf VB mit mir machen. Ich hab eine Doktorarbeit angefangen und ich habe Angst, sie fertig zu stellen, falls sie nicht gut genug ist. Ich hatte gestern ein Bewerbungsgespräch bei der Staatsanwaltschaft und es war absolut furchtbar. Ich habe wirklich gute Stationszeugnisse und ein gutes Arbeitszeugnis aus meiner jetzigen Tätigkeit als Anwältin. In 3 von 4 Zeugnissen aus den öffentlichen Stationen habe ich eine Empfehlung für den Staatsdienst bzw. das Richteramt. Für die Staatsanwaltschaft habe ich eine Absage bekommen, weil ich nicht die notwendige charakterliche Eignung hätte, weil mir das notwendige Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit zum analytischen Denken fehlen würde. Außerdem wäre ich durch meine anwaltliche Tätigkeit zu lange aus dem strafrechtlichen Arbeiten raus (obwohl ich im Strafrecht promoviere). Ich kann das absolut nicht nachvollziehen und habe das Gefühl, aktuell die größte Versagerin zu sein.
Und mir geht es so, obwohl ich rational weiß, dass die Examensnoten eigentlich nichts darüber aussagen, ob man ein guter Jurist ist oder nicht. Ich hab Freunde, die sind wirklich mega gut in ihrem Job, sie haben aber Prüfungsangst gehabt und keine Top Noten. Die sind trotzdem wahnsinnig kompetent. Am Ende wird man wahrscheinlich seinen Weg finden. In der Anwaltschaft waren meine Noten in mittelständischen Kanzleien bisher auch total egal. Meine Noten haben mir auch nicht geholfen, meinen Traumjob in der Justiz zu bekommen. Ich habe mich so wahnsinnig reingekniet in meine Examen und meine Stationen im Ref und das zählt mit 5 Jahren Berufserfahrung inzwischen eigentlich nicht mehr. Nur das Gefühl, was mir geblieben ist, ist eigentlich eh nie gut genug zu sein. Auch wenn ich als Anwältin immer sehr positive Rückmeldungen bekommen habe.
In welchem BL reichen solche Noten nicht für die Justiz? 😳 Wenn du örtlich flexibel bist, und es dein Traumjob ist, wofür du auch einen Umzug in Kauf nehmen würdest, dann bewurb dich in anderwn Bundesländern. Für die allermeisten Bundesländer wirst du mit VB im 1. und 8,5 im 2. auf jeden Fall eine Stelle in der Justiz finden. Verstehe natürlich aber auch wenn du sagst umziehen käme nicht in Frage (das Problem hatte ich auch, weil ich nicht umziehen möchte?
14.07.2026, 12:08
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14.07.2026, 14:17
(14.07.2026, 12:08)Silverywintersweet schrieb:(14.07.2026, 09:30)JurisRef schrieb:(14.07.2026, 08:49)Silverywintersweet schrieb: Ich habe vor 6 Jahren mein zweites Examen gemacht und dieser Leistungsdruck prägt mich immer noch sehr. Ich glaube tatsächlich, dass ich aus den Examen irgendeinen Knacks mitbekommen habe. Im ersten Examen war ich schriftlich mit 9,8 vorbenotet und habe mich mündlich auf 9,1 runter geprüft. Obwohl es noch VB ist, habe ich mich unfassbar fertig gemacht und stelle mein VB immer wieder in Frage, weil ich es im persönlichen Eindruck nicht "beweisen" konnte. Im zweiten Examen hatte ich erst 7,2 Punkte und ich wollte unbedingt in die Justiz. Ich hab einen Verbesserungsversuch gemacht und bin dann bei 8,5 gelandet. Ich konnte mich darüber auch nicht freuen, weil ich wieder das VB nicht geschafft habe. Und ich hasse es, was diese Benotung und das Versteifen auf VB mit mir machen. Ich hab eine Doktorarbeit angefangen und ich habe Angst, sie fertig zu stellen, falls sie nicht gut genug ist. Ich hatte gestern ein Bewerbungsgespräch bei der Staatsanwaltschaft und es war absolut furchtbar. Ich habe wirklich gute Stationszeugnisse und ein gutes Arbeitszeugnis aus meiner jetzigen Tätigkeit als Anwältin. In 3 von 4 Zeugnissen aus den öffentlichen Stationen habe ich eine Empfehlung für den Staatsdienst bzw. das Richteramt. Für die Staatsanwaltschaft habe ich eine Absage bekommen, weil ich nicht die notwendige charakterliche Eignung hätte, weil mir das notwendige Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit zum analytischen Denken fehlen würde. Außerdem wäre ich durch meine anwaltliche Tätigkeit zu lange aus dem strafrechtlichen Arbeiten raus (obwohl ich im Strafrecht promoviere). Ich kann das absolut nicht nachvollziehen und habe das Gefühl, aktuell die größte Versagerin zu sein.
Und mir geht es so, obwohl ich rational weiß, dass die Examensnoten eigentlich nichts darüber aussagen, ob man ein guter Jurist ist oder nicht. Ich hab Freunde, die sind wirklich mega gut in ihrem Job, sie haben aber Prüfungsangst gehabt und keine Top Noten. Die sind trotzdem wahnsinnig kompetent. Am Ende wird man wahrscheinlich seinen Weg finden. In der Anwaltschaft waren meine Noten in mittelständischen Kanzleien bisher auch total egal. Meine Noten haben mir auch nicht geholfen, meinen Traumjob in der Justiz zu bekommen. Ich habe mich so wahnsinnig reingekniet in meine Examen und meine Stationen im Ref und das zählt mit 5 Jahren Berufserfahrung inzwischen eigentlich nicht mehr. Nur das Gefühl, was mir geblieben ist, ist eigentlich eh nie gut genug zu sein. Auch wenn ich als Anwältin immer sehr positive Rückmeldungen bekommen habe.
In welchem BL reichen solche Noten nicht für die Justiz? 😳 Wenn du örtlich flexibel bist, und es dein Traumjob ist, wofür du auch einen Umzug in Kauf nehmen würdest, dann bewurb dich in anderwn Bundesländern. Für die allermeisten Bundesländer wirst du mit VB im 1. und 8,5 im 2. auf jeden Fall eine Stelle in der Justiz finden. Verstehe natürlich aber auch wenn du sagst umziehen käme nicht in Frage (das Problem hatte ich auch, weil ich nicht umziehen möchte?
Das Gespräch war in SH. Von den Noten hätte es gereicht, aber meine charakterliche Eignung war dann ja das Problem. Also gute Noten bringen dir nichts, wenn die Bewerbungskommission zu dem Ergebnis kommt, dass das Verantwortungsbewusstsein und das analytische Denken nicht ausreichend ist. Ich frag mich nur, wie ich dann drei mal Examen bestanden habe und so gute Stationszeugnisse bekommen habe, die mir eigentlich widerspiegeln, dass ich viel Verantwortungsbewusstsein und analytisches Denken habe. Eigentlich waren das Kompetenzen, die mir stets wichtig waren.
Das Problem bei einem Umzug ist, dass ich erst dieses Jahr mit meinem Freund Eigentum in meiner Stadt gekauft habe, er beruflich örtlich gebunden ist und wir die Betreuung von seiner Mama übernommen haben, die hier im Pflegeheim wohnt. Durch die Wohnung und ihn bin ich einfach hier gebunden. Und mehr als 1,5h pendeln pro Strecke möchte ich eigentlich nicht. Ich war halt so vollkommen sicher, dass das mit der Justiz in meinem Bundesland was wird. Ich war einfach so vollkommen überzeugt, dass ich eine Stelle bekommen werde. Ich zweifel jetzt komplett an meiner Selbstwahrnehmung.
Und Nachbar Bundesland geht nicht von der Pendelstrecke? Versuchs einfach bei der nächsten Bewerberphase nochmal. Denke nicht dass du bei der Begründung nun ein Leben lang gesperrt bist da das Dinge sind die man änder kann. Ich halte die Begründung aber auch absurd. Ohne solche Fähigkeiten schafft man keine solchen Examina










