16.03.2026, 14:52
Ich möchte mich demnächst selbstständig machen. Im Rahmen meiner Planung bin ich nun am überlegen, ob ich die Kanzlei digital oder analog führen möchte und würde mich mal hier über Input freuen.
Ich halte nichts von einem "gemischten" Vorgehen. Ich möchte entweder komplett digital oder komplett analog arbeiten. Mein "Problem" ist nun, dass ich das Arbeiten mit der Papierakte doch mehr mag als ich es mir eingestehe. Das schnelle blättern ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Ich weiß aber auch, dass die Papierakte eig. nahezu keine Vorteile hat... Über J-Laywer gibt es ein kostenloses Anwaltsprogramm und wenn man ein eigenes NAS einstellt, sind das einmalige (überschaubare) Kosten. Die Papierakte kostet laufend Geld (Papier, Drucker, Ordner usw.). Auch der Stauraum kann irgendwann bei der Papierakte zum Problem werden.
Wie handhabt ihr das so?
Ich halte nichts von einem "gemischten" Vorgehen. Ich möchte entweder komplett digital oder komplett analog arbeiten. Mein "Problem" ist nun, dass ich das Arbeiten mit der Papierakte doch mehr mag als ich es mir eingestehe. Das schnelle blättern ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Ich weiß aber auch, dass die Papierakte eig. nahezu keine Vorteile hat... Über J-Laywer gibt es ein kostenloses Anwaltsprogramm und wenn man ein eigenes NAS einstellt, sind das einmalige (überschaubare) Kosten. Die Papierakte kostet laufend Geld (Papier, Drucker, Ordner usw.). Auch der Stauraum kann irgendwann bei der Papierakte zum Problem werden.
Wie handhabt ihr das so?
16.03.2026, 15:58
Moin, also ich glaube tatsächlich ganz digital oder ganz analog ist nicht möglich. Da man auch zum Lesen mal einen Ausdruck haben will, oder wie stellst du dir das vor? Vielleicht hast du auch zwei Bildschirme. Ich finde es aber auch spannend und tendiere, eher rein digital mit aber Drucker, falls nur Not mal gedruckt werden muss. Viel Erfolg auf jeden Fall
16.03.2026, 16:34
Alles, was digital möglich ist, machen wir digital. Auch im Beratungstermin schreibe ich auf den Bildschirm meines Notebooks. Ich lasse auch die Vergütungsvereinbarung und Vollmacht direkt so unterschreiben.
Post geht über den E-Post-Mailer der Post raus, also auch digital. Einen Drucker braucht man natürlich trotzdem, wenn bspw. eine Mietvertragskündigung rausgeschickt werden muss (Schriftformerfordernis) oder ältere Mandanten die Dinge auf Papier wünschen.
Physische Akten haben wir nur, um Originale (Beschlüsse, Ausfertigungen, Urkunden, Mandantenunterlagen) aufzubewahren. Das kommt vielleicht in 20% der Mandate vor.
Ich sehe keinen Grund, warum man das noch anders handhaben sollte. Gerade in der Selbstständigkeit ist auch ein großer Vorteil, arbeiten zu können, wann und wo man will. Wenn ich aber zum Arbeiten die Papierakte brauche und sie gerade nicht da habe, kann ich nichts tun. Gleiches gilt, wenn ich an unserem anderen Standort bin.
PS: Zwei Bildschirme sind natürlich ein Muss und auch das absolute Minimum. Nicht selten sind auch drei praktisch. Wenn sie groß genug sind, reicht aber auch Windows-Taste + Pfeil nach rechts bzw. links.
Post geht über den E-Post-Mailer der Post raus, also auch digital. Einen Drucker braucht man natürlich trotzdem, wenn bspw. eine Mietvertragskündigung rausgeschickt werden muss (Schriftformerfordernis) oder ältere Mandanten die Dinge auf Papier wünschen.
Physische Akten haben wir nur, um Originale (Beschlüsse, Ausfertigungen, Urkunden, Mandantenunterlagen) aufzubewahren. Das kommt vielleicht in 20% der Mandate vor.
Ich sehe keinen Grund, warum man das noch anders handhaben sollte. Gerade in der Selbstständigkeit ist auch ein großer Vorteil, arbeiten zu können, wann und wo man will. Wenn ich aber zum Arbeiten die Papierakte brauche und sie gerade nicht da habe, kann ich nichts tun. Gleiches gilt, wenn ich an unserem anderen Standort bin.
PS: Zwei Bildschirme sind natürlich ein Muss und auch das absolute Minimum. Nicht selten sind auch drei praktisch. Wenn sie groß genug sind, reicht aber auch Windows-Taste + Pfeil nach rechts bzw. links.
16.03.2026, 17:57
Die 100 % analoge Kanzlei dürfte an der beA Pflicht scheitern.
Von mir aber auch eine ganz klare Stimme für die digitale Kanzlei:
Wieso solltest du auf Schreibmaschinen jeden Schriftsatz von Anfang an neu aufsetzen wollen, wenn du auch mit einer vernünftigen Schriftsatzvorlage mit Platzhaltern je nach Fall 50-90 % mit einem Klick Anlegen kannst?
Wenn du ab und an das Bedürfnis haben solltest durch Papier zu blättern, kannst du ja einfach eine Handakte Ausdrucken oder die Kommentare als Printversion bestellen.
Von mir aber auch eine ganz klare Stimme für die digitale Kanzlei:
Wieso solltest du auf Schreibmaschinen jeden Schriftsatz von Anfang an neu aufsetzen wollen, wenn du auch mit einer vernünftigen Schriftsatzvorlage mit Platzhaltern je nach Fall 50-90 % mit einem Klick Anlegen kannst?
Wenn du ab und an das Bedürfnis haben solltest durch Papier zu blättern, kannst du ja einfach eine Handakte Ausdrucken oder die Kommentare als Printversion bestellen.
16.03.2026, 18:04
Schriftsatzverkehr will ich auf jeden Fall in analoger Form vor mir liegen haben. Da bekomm ich die Krise, wenn der Fall Monate lang brach liegt und ich mich dann wieder durch das System durchklicken darf und ich auch entsprechende Randnotizen nicht habe. Geht bei mir einfach schneller, aber vermutlich gibts auch da Lösungen wenn man sich genug mit dem System auseinander gesetzt hat. 150 Seiten Gutachten brauch ich nicht in Papierform. Inwieweit die Kostenpauschale noch gerechtfertigt ist, wenn man nur digital arbeitet und Flatrates hat, ist auch wieder so eine Sache. Außerdem schreddere ich für mein Leben gern Akten, die weg können.
16.03.2026, 19:03
in welchem Gebiet willst du dich denn selbständig machen?
16.03.2026, 19:10
16.03.2026, 21:16
Analog ist nicht mehr konkurrenzfähig. Digitalisierung öffnet Möglichkeiten der Automatisierung und rationalisiert haufenweise Arbeitsschrite weg.
Ich war seinerzeit auch mal bei einer Kanzlei, in der die Verfügungen handschriftlich auf einen Telefonnotizzettel der Refa hingelegt wurden. Manche Refas erzählen gruselige Stories davon, dass sie unzählige Stunden damit zugebracht haben, irgendwelche Handakten in der Kanzlei zu suchen oder E-Mails auszudrucken, von Doppelstrukturen ganz abgesehen.
Ich erlebe auch überforderte Kollegen, die panisch in endlosen Akten mit Fähnchen und Markierungen blättern während der Verhandlung. 130 Seiten digital durchsuchbar zu haben, hilft da ungemein.
Im Ergebnis bin ich sprachlos, dass die Diskussion digital gegen analog überhaupt noch geführt wird.
Als Mitbewerber auf dem Mandantenmarkt empfehle ich dir natürlich nachdrücklich, die analoge Kanzlei zu wählen. Während du dabei bist, spezialisiere dich am besten auf Beratungshilfe.
Ich war seinerzeit auch mal bei einer Kanzlei, in der die Verfügungen handschriftlich auf einen Telefonnotizzettel der Refa hingelegt wurden. Manche Refas erzählen gruselige Stories davon, dass sie unzählige Stunden damit zugebracht haben, irgendwelche Handakten in der Kanzlei zu suchen oder E-Mails auszudrucken, von Doppelstrukturen ganz abgesehen.
Ich erlebe auch überforderte Kollegen, die panisch in endlosen Akten mit Fähnchen und Markierungen blättern während der Verhandlung. 130 Seiten digital durchsuchbar zu haben, hilft da ungemein.
Im Ergebnis bin ich sprachlos, dass die Diskussion digital gegen analog überhaupt noch geführt wird.
Als Mitbewerber auf dem Mandantenmarkt empfehle ich dir natürlich nachdrücklich, die analoge Kanzlei zu wählen. Während du dabei bist, spezialisiere dich am besten auf Beratungshilfe.
16.03.2026, 22:19
(16.03.2026, 21:16)Buffo schrieb: Analog ist nicht mehr konkurrenzfähig. Digitalisierung öffnet Möglichkeiten der Automatisierung und rationalisiert haufenweise Arbeitsschrite weg.
Ich war seinerzeit auch mal bei einer Kanzlei, in der die Verfügungen handschriftlich auf einen Telefonnotizzettel der Refa hingelegt wurden. Manche Refas erzählen gruselige Stories davon, dass sie unzählige Stunden damit zugebracht haben, irgendwelche Handakten in der Kanzlei zu suchen oder E-Mails auszudrucken, von Doppelstrukturen ganz abgesehen.
Ich erlebe auch überforderte Kollegen, die panisch in endlosen Akten mit Fähnchen und Markierungen blättern während der Verhandlung. 130 Seiten digital durchsuchbar zu haben, hilft da ungemein.
Im Ergebnis bin ich sprachlos, dass die Diskussion digital gegen analog überhaupt noch geführt wird.
Als Mitbewerber auf dem Mandantenmarkt empfehle ich dir natürlich nachdrücklich, die analoge Kanzlei zu wählen. Während du dabei bist, spezialisiere dich am besten auf Beratungshilfe.
Ich hab auch schon Kollegen erlebt, die panisch auf ihrem schicken iPad herumgescrollt haben und die Verhandlung wie eine mündliche Prüfung versuchen am Leben zu erhalten. Ebenso hab ich es auch erlabt, dass die Software streikt, die IT ne Stunde braucht um das Problem zu beheben und man nicht arbeiten kann.
17.03.2026, 04:33
Ich mache alles digital, was digital möglich ist und bin eher genervt davon, dass einige Behörden immer noch Briefpost haben wollen (die sie dann aber wahrscheinlich einscannen
).
Es geht schneller und ist kostengünstiger. Notizen kann man mittlerweile direkt im PDF machen. Aber ja, mir hatte ein Kanzleiinhaber, bei dem ich mich vor ein paar Jahren beworben hatte, auch von seinen Papierakten vorgeschwärmt und dies u.a. damit begründet, dass er vor Gericht Kollegen erlebt habe, deren Laptop nicht ging und die dann aufgeschmissen waren.
Mich schreckt das trotzdem nicht ab. Als ich meine Zulassung 2014 erhielt, hatte der DAV in seinem Ratgeber tatsächlich sogar noch die Empfehlung drin, sich eine Schreibmaschine vorzuhalten, wenn der Strom oder der Server ausfällt. Ja, kann passieren, aber dann finde ich andere Lösungen, als mir das Regal mit einer Schreibmaschine zu belegen.
Ich schätze vor allem die örtliche Unabhängigkeit und die Schnelligkeit am digitalen Arbeiten, und, wenn ich gelegentlich für meine nebenberufliche eigene Kanzlei etwas mache, die niedrigen Kosten.
).Es geht schneller und ist kostengünstiger. Notizen kann man mittlerweile direkt im PDF machen. Aber ja, mir hatte ein Kanzleiinhaber, bei dem ich mich vor ein paar Jahren beworben hatte, auch von seinen Papierakten vorgeschwärmt und dies u.a. damit begründet, dass er vor Gericht Kollegen erlebt habe, deren Laptop nicht ging und die dann aufgeschmissen waren.
Mich schreckt das trotzdem nicht ab. Als ich meine Zulassung 2014 erhielt, hatte der DAV in seinem Ratgeber tatsächlich sogar noch die Empfehlung drin, sich eine Schreibmaschine vorzuhalten, wenn der Strom oder der Server ausfällt. Ja, kann passieren, aber dann finde ich andere Lösungen, als mir das Regal mit einer Schreibmaschine zu belegen.
Ich schätze vor allem die örtliche Unabhängigkeit und die Schnelligkeit am digitalen Arbeiten, und, wenn ich gelegentlich für meine nebenberufliche eigene Kanzlei etwas mache, die niedrigen Kosten.









