20.01.2026, 22:13
(20.01.2026, 21:56)JurisRef schrieb:Wenn es dich ein bisschen tröstet, ich bin damals auch zur Unzeit auf den Arbeitsmarkt gekommen. Da lag die Finanzkrise noch nicht lange zurück und es gab einen Run auf den öD. Wenige Jahre später sah es schon wieder völlig anders aus. Bis dahin suchte man sich halt was für den Übergang.(20.01.2026, 21:54)Spencer schrieb:(20.01.2026, 21:50)JurisRef schrieb:Könnte was mit der jahrelangen Wachsstumsschwäche zu tun haben?(20.01.2026, 20:20)nachdenklich schrieb:(20.01.2026, 20:07)ForumBenutzer schrieb: ist das wirklich so? Ich dachte immer dort will eigentlich keiner hin, außer Leute die 1) alles für eine Verbeamtung geben würden 2) zu schlechte Noten für anderen Behörden haben 3) irgendeinen BW Fetisch oder 4) gerne nach Bonn/Lahnstein wollen. Dann habe ich es wohl falsch eingeschätzt.
Aktuell scheint A13/E13 ff so begehrt wie selten zu sein. Kenne viele die unbedingt Einstieg/Absprung in den ÖD schaffen möchten. In BW oder BY gibt es gigantische Landstriche wo keine Kommune, Landkreis oder gar Bezirksregierung auch nur einen Juristen sucht ^^. Wenn man nicht ortsgebunden ist, dann muss man zwangsweise seinen Radius erhöhen
Aber vorher suchte der ÖD immer händeringend und jetzt rennen die denen die Bude ein..Woran liegt das?
Zu Zeiten der Hochkonjunktur wird der öD mitleidig belächelt, in Zeiten der Rezession wollen plötzlich alle wieder rein…
Hätte ich mein Studium doch nur in Regelstudienzeit beendet. Dass ich ausgerechnet dann fertig bin, in der es so schwer ist reinzukommen 😭
21.01.2026, 01:10
(20.01.2026, 21:50)JurisRef schrieb: Aber vorher suchte der ÖD immer händeringend und jetzt rennen die denen die Bude ein..Woran liegt das?
Bin nicht bei der Bundeswehr, sondern einer anderen Behörde, aber bei uns gibt es ca. 4x mehr geeignete Bewerber als Stellen.
Laut älteren Kollegen war es zur Finanzkrise und Anfang der 2000er noch deutlich schlimmer als jetzt.
Das ist quasi immer der Fall, wenn die Wirtschaft schwächelt. Viele GKs und Konzerne stellen aufgrund der wirtschaftlichen Lage nur sehr begrenzt ein, also versucht man es im öD, denn trotz aller Unkenrufe ist der öD ein besserer Arbeitgeber als die meisten Kleinkanzleien und KMUs.
Dazu kommt noch das generelle Klima und die auch medial verbreitete Panik, da klingt die Sicherheit des öD extrem verlockend.
In guten Zeiten wiederum sind Viele arrogant. Pff, es herrscht Fachkräftemangel, was juckt mich die höhere Arbeitsplatzsicherheit im öD, ich werde eh nicht entlassen und wenn doch, habe ich morgen sofort etwas Neues, wahrscheinlich sogar besser bezahlt.
21.01.2026, 07:46
(20.01.2026, 22:13)Spencer schrieb:(20.01.2026, 21:56)JurisRef schrieb:Wenn es dich ein bisschen tröstet, ich bin damals auch zur Unzeit auf den Arbeitsmarkt gekommen. Da lag die Finanzkrise noch nicht lange zurück und es gab einen Run auf den öD. Wenige Jahre später sah es schon wieder völlig anders aus. Bis dahin suchte man sich halt was für den Übergang.(20.01.2026, 21:54)Spencer schrieb:(20.01.2026, 21:50)JurisRef schrieb:Könnte was mit der jahrelangen Wachsstumsschwäche zu tun haben?(20.01.2026, 20:20)nachdenklich schrieb: Aktuell scheint A13/E13 ff so begehrt wie selten zu sein. Kenne viele die unbedingt Einstieg/Absprung in den ÖD schaffen möchten. In BW oder BY gibt es gigantische Landstriche wo keine Kommune, Landkreis oder gar Bezirksregierung auch nur einen Juristen sucht ^^. Wenn man nicht ortsgebunden ist, dann muss man zwangsweise seinen Radius erhöhen
Aber vorher suchte der ÖD immer händeringend und jetzt rennen die denen die Bude ein..Woran liegt das?
Zu Zeiten der Hochkonjunktur wird der öD mitleidig belächelt, in Zeiten der Rezession wollen plötzlich alle wieder rein…
Hätte ich mein Studium doch nur in Regelstudienzeit beendet. Dass ich ausgerechnet dann fertig bin, in der es so schwer ist reinzukommen 😭
Und jetzt bist du im ÖD? Ich hoffe echt dass sich die Lage bald bessert. Anwältin war noch nie mein Ziel 🥺
21.01.2026, 08:03
Ich hatte das ein oder andere Gespräch bei Behörden gehabt und die Menschen dort haben einfach sowas von das beamtentum nach außen ausgestrahlt. Aber im negativen Sinne… Klar ist es aktuell schwierig reinzukommen. Aber wenn du dort bist hast du mit den ganzen schlafnasen der letzten zwanzig Jahre zu tun… ob das so toll ist immer weiß ich nicht..
21.01.2026, 09:14
(21.01.2026, 08:03)ForumBenutzer schrieb: Ich hatte das ein oder andere Gespräch bei Behörden gehabt und die Menschen dort haben einfach sowas von das beamtentum nach außen ausgestrahlt. Aber im negativen Sinne… Klar ist es aktuell schwierig reinzukommen. Aber wenn du dort bist hast du mit den ganzen schlafnasen der letzten zwanzig Jahre zu tun… ob das so toll ist immer weiß ich nicht..
Ich hatte meine Wahlstation bei einer Behörde in der ich täglich wie eine normale Verwaltungsjuristin gearbeitet habe und habe da andere Erfahrung gemacht. Das war die beste Station überhaupt
21.01.2026, 09:35
(21.01.2026, 08:03)ForumBenutzer schrieb: Ich hatte das ein oder andere Gespräch bei Behörden gehabt und die Menschen dort haben einfach sowas von das beamtentum nach außen ausgestrahlt. Aber im negativen Sinne… Klar ist es aktuell schwierig reinzukommen. Aber wenn du dort bist hast du mit den ganzen schlafnasen der letzten zwanzig Jahre zu tun… ob das so toll ist immer weiß ich nicht..Ganz so allgemein würde ich es nicht formulieren.
Im öD arbeitet zwar tendenziell schon eher ein anderer Menschenschlag als in der freien Wirtschaft. Eher sicherheitsorientiert und gelegentlich mit einem Hang zur Überanpassung.
Ich durfte allerdings auch mal für einige Zeit in eine GK reinschnuppern, da habe ich teilweise sehr verbissene und offen narzisstische Menschen erlebt.
Beide Welten sind aber gross genug, dass sich auch viele nette Normalos wie du und (hoffentlich auch) ich dort rumtreiben ;-)
@JurisRef: Ja, das hat damals mit der passenden Spezialisierung, etwas Glück und noch mehr Flexibilität direkt geklappt. Ich würde auch heute die Prognose wagen, dass jeder, der wirklich unbedingt in den öD möchte und vielleicht nicht 2x ausreichend mitbringt, es über kurz oder etwas länger auch dorthin schafft. Dafür wird schon die dortige Altersstruktur sorgen. Auch die Wirtschaft wird irgendwann wieder anziehen. Nur muss man vielleicht bis dahin etwas flexibler sein, was die konkrete Stelle betrifft.
21.01.2026, 10:30
(21.01.2026, 09:35)Spencer schrieb:(21.01.2026, 08:03)ForumBenutzer schrieb: Ich hatte das ein oder andere Gespräch bei Behörden gehabt und die Menschen dort haben einfach sowas von das beamtentum nach außen ausgestrahlt. Aber im negativen Sinne… Klar ist es aktuell schwierig reinzukommen. Aber wenn du dort bist hast du mit den ganzen schlafnasen der letzten zwanzig Jahre zu tun… ob das so toll ist immer weiß ich nicht..Ganz so allgemein würde ich es nicht formulieren.
Im öD arbeitet zwar tendenziell schon eher ein anderer Menschenschlag als in der freien Wirtschaft. Eher sicherheitsorientiert und gelegentlich mit einem Hang zur Überanpassung.
Ich durfte allerdings auch mal für einige Zeit in eine GK reinschnuppern, da habe ich teilweise sehr verbissene und offen narzisstische Menschen erlebt.
Beide Welten sind aber gross genug, dass sich auch viele nette Normalos wie du und (hoffentlich auch) ich dort rumtreiben ;-)
@JurisRef: Ja, das hat damals mit der passenden Spezialisierung, etwas Glück und noch mehr Flexibilität direkt geklappt. Ich würde auch heute die Prognose wagen, dass jeder, der wirklich unbedingt in den öD möchte und vielleicht nicht 2x ausreichend mitbringt, es über kurz oder etwas länger auch dorthin schafft. Dafür wird schon die dortige Altersstruktur sorgen. Auch die Wirtschaft wird irgendwann wieder anziehen. Nur muss man vielleicht bis dahin etwas flexibler sein, was die konkrete Stelle betrifft.
So zu hoffen.
Aber es bleiben noch große Fragezeichen. Aktuell hat nicht nur der Bund, sondern viele Länder und Kommunen nicht nur Einstellungsstopp, sondern es besteht die grundsätzliche Planung, Stellen nicht mehr nachzubesetzen. Der Headcount soll aufgrund dessen mittelfristig um 10-15% schrumpfen. Auch wenn die Altersstruktur in manchen Behörden im gehobenen mittleren Alter liegt : Ein Großteil im hD ist nicht kurz vor der Rente, viele sind Mitte/Ende 40 - Mitte/Ende 50. Die müssen noch 5,10,15,20 Jahre ihren Dienst versehen. Im Übrigen sollte man sich auch ehrlich machen und nicht davon ausgehen, dass in Zeiten von Digitalisierung und KI gerade im Bereich Verwaltung und Recht massiv Stellen ausgebaut oder nur nachbesetzt werden.
Mit dem richtigen fachlichen KI-Tool kann ich mir jetzt schon wirklich gute Entwürfe für Stellungnahmen, Klagen, Erwiderungen oder sogar Gutachten erstellen lassen, die ich je nach Bedarf weiter verändern, kürzen oder detaillieren kann. Ich kann komplexe Verträge anonymisiert prüfen, auslegen bzw. interpretieren und mir je nach Bedarf Klauseln erstellen/anpassen lassen. Ich bekomme in sekunden Vorschläge für Rechtsprechung und Literatur, die, auch wenn sie vllt. nicht exakt auf den Fall passen, jedenfalls als Argumentationsfundament hervorragend genutzt werden können. Und die Tools werden ja immer besser/feiner. Man muss natürlich prompten können und ja, man fühlt sich durch die KI-Nutzung irgendwie akademisch kastriert....aber das ist leider die Zukunft.
Mal schauen wo die Welt und Gesellschaft in den nächsten Jahren hinsteuert.
EDIT: der "run" auf den ÖD gilt aber auch für mD und gD. Länder und Kommunen berichten von hunderten Bewerbungen auf wenige Ausbildungsplätze/Plätze zum dualen Studium (Verwaltung/Public Mangement). Wenn man von Fachkräftemangel im ÖD spricht, dann dürfte hiermit insbesondere Erziehung/Pädagogik/Betreuung/Handwerk und u.U. IT gemeint sein (wobei Letzteres ja auch nicht mehr so richtig stimmt).
21.01.2026, 14:29
Ich bin GenY. Als ich jung war, wollte nahezu jeder in meinem Umfeld freiwillig zur Bundeswehr. Die Leute haben sich sowohl um den Grundwehrdienst, das Studium als auch eine Einstellung bei der BW gerissen. Selbst wenn sich das bei der GenZ gedreht hat, dürfte es immer noch sehr viel mehr Bewerber geben, als Stellen frei sind.
21.01.2026, 14:36
(21.01.2026, 08:03)ForumBenutzer schrieb: Ich hatte das ein oder andere Gespräch bei Behörden gehabt und die Menschen dort haben einfach sowas von das beamtentum nach außen ausgestrahlt. Aber im negativen Sinne… Klar ist es aktuell schwierig reinzukommen. Aber wenn du dort bist hast du mit den ganzen schlafnasen der letzten zwanzig Jahre zu tun… ob das so toll ist immer weiß ich nicht..+ und sie merken es selbst nicht. so wie die arbeiten, möchte ich urlaub machen. habe aktuell mit beamten einer bundesbehörde zu tun... unglaublich, teilzeitarbeit vollzeit bezahlt
21.01.2026, 14:37
Ich bin auch Gen Y und da wollte keiner zur Bundeswehr. Bundeswehr war eher etwas für Ewiggestrige oder Minderbemittelte.









