13.06.2022, 17:38
Hallo!
Ich habe Fragen, auf die ich nicht so richtig Antworten finde. Mein 1. Staatsexamen habe ich 2017 bestanden und habe dann erst mal zwei Kinder bekommen.
Mittlerweile bin ich alleinerziehend und beide wären bis 16 Uhr in der Kita. Die erste Frage wäre hier, ob das zeitlich überhaupt ansatzweise reicht? Am OLG hatte ich schon mal nachgefragt, aber nur die Antwort bekommen, dass die AGs für gewöhnlich vormittags stattfinden.
Die zweite Frage ergibt sich aus der langen Zeit, die ich jetzt schon "raus" bin. Das Wissen aus dem Studium ist schon sehr verblasst. Dass ich nicht mehr jeden Meinungsstreit parat haben muss, habe ich schon herausgefunden. Aber welches Wissen ist denn jetzt noch nötig? Macht es Sinn, ganze Bücher oder evtl. das Skript von Kaiser komplett durchzuarbeiten?
Mein Examen war auch nicht besonders von der Note her, deshalb hab ich zusätzlich noch die Sorge, gar keine Anwaltsstation zu finden, wenn erst mal alle anderen Widrigkeiten überwunden sind. Das wäre als die dritte Frage, wenn auch ohne Fragezeichen.
Viele Grüße
Ich habe Fragen, auf die ich nicht so richtig Antworten finde. Mein 1. Staatsexamen habe ich 2017 bestanden und habe dann erst mal zwei Kinder bekommen.
Mittlerweile bin ich alleinerziehend und beide wären bis 16 Uhr in der Kita. Die erste Frage wäre hier, ob das zeitlich überhaupt ansatzweise reicht? Am OLG hatte ich schon mal nachgefragt, aber nur die Antwort bekommen, dass die AGs für gewöhnlich vormittags stattfinden.
Die zweite Frage ergibt sich aus der langen Zeit, die ich jetzt schon "raus" bin. Das Wissen aus dem Studium ist schon sehr verblasst. Dass ich nicht mehr jeden Meinungsstreit parat haben muss, habe ich schon herausgefunden. Aber welches Wissen ist denn jetzt noch nötig? Macht es Sinn, ganze Bücher oder evtl. das Skript von Kaiser komplett durchzuarbeiten?
Mein Examen war auch nicht besonders von der Note her, deshalb hab ich zusätzlich noch die Sorge, gar keine Anwaltsstation zu finden, wenn erst mal alle anderen Widrigkeiten überwunden sind. Das wäre als die dritte Frage, wenn auch ohne Fragezeichen.
Viele Grüße
Ich kann Dir empfehlen, zur Vorbereitung auf das Referendariat das Buch "99 Tipps & Hinweise für ein erfolgreiches Rechtsreferendariat" zu lesen. Das Buch gibt es als Print-Ausgabe und E-Book. Infos hierzu findest Du auf folgender Seite:
https://www.juristenkoffer.de/rechtsreferendariat/99-tipps-hinweise.php
Neben Tipps zur Planung des Referendariats beinhaltet das Buch auch viele hilfreiche Hinweise zur optimalen Examensvorbereitung sowie viele konkrete Tipps für das Schreiben der Klausuren.
https://www.juristenkoffer.de/rechtsreferendariat/99-tipps-hinweise.php
Neben Tipps zur Planung des Referendariats beinhaltet das Buch auch viele hilfreiche Hinweise zur optimalen Examensvorbereitung sowie viele konkrete Tipps für das Schreiben der Klausuren.
13.06.2022, 20:14
Hallo liebe Threaderstellerin,
ich war insgesamt 9 Jahre in Elternzeit. Meine Kinder sind jetzt 3, 6 und 9 Jahre alt. Eigentlich war mein Plan im Januar 2020 mit Lernen wieder anzufangen. Dann kam die Pandemie mit Homeschooling und Kinderbetreuung zuhause und der Plan war im Eimer. Ich habe aber trotzdem versucht, mindestens einen Tag in der Woche zu lernen, habe mir mit Hilfe der Prüfungsordnung einen Lernplan erstellt und wieder bei 0 angefangen. Zivilrecht habe ich mit den Podcasts der LMU bei Lorenz bzw. Martin Fries gelernt, Strafrecht, ZPO und StPO mit Lecturio und den Kaiserskripten. Als ZPO-Buch habe ich den Oberheim, der war schön ausführlich und er macht auch den Lecturio-Kurs, was gut zueinander gepasst hat. Allerdings sind die Kurse dort auch veraltet, weshalb man sie nicht als alleiniges Material nehmen sollte! In dem halben Jahr vor meinem Wiedereinstieg habe ich dann angefangen, zwei feste Juratage die Woche zu machen.
Ich bin in der Strafstation wieder eingestiegen und habe bisher nur Hilfsbereitschaft und Verständnis für meine Situation erfahren. Als meine Kinder krank waren und mein Mann das ganze Wochenende über arbeiten musste, durfte ich zum Beispiel die Klausur später abgegeben. Viele der Ausbilder und Dozenten haben selbst auch Kinder und wissen, was das alles mit sich bringt.
Mein erstes Examen war befriedigend und ich hatte keine Probleme, eine Kanzlei zu finden. Dass ich Kinder habe wurde dort nicht als Manko, sondern eher als Vorteil wahrgenommen.
Meine Kinder sind nur halbtags betreut. Danach übernimmt mein Mann, die Großeltern oder ich. Von Freitagnachmittag bis Sonntagabend lerne ich durch. Ohne Netz wird das mit dem Lernen schwierig werden. AG hat man ja (außer während den Einführungslehrgängen) nur ein bis zwei Mal die Woche vormittags und mit den Ausbildern kann man ja absprechen, zu welchen Zeiten man da ist.
Das Problem ist eher, dass man eigentlich Vollzeit lernen sollte, gerade wenn man länger draußen war. Von daher ist einfach die Frage, welche Ansprüche du an dich hast und wie realistisch du dich und deine Lernzeiten einschätzen kannst.
Ich würde mir an deiner Stelle daher die folgenden Fragen stellen:
1) Hast du eine zuverlässige Kinderbetreuung?
2) Hast du feste Zeiten zu denen du auf jeden Fall konzentriert lernen kannst?
3) Willst du Klausuren schreiben und hast du die Möglichkeit dies 5 h am Stück ohne Unterbrechung zu machen?
4) Bist du bereit dich bis zum Examen massiv einzuschränken und zwischen Arbeit und Kindern zu switchen?
5) Möchtest du eine Lerngruppe haben und kann diese flexibel auf dich eingehen, wenn mal etwas mit den Kindern dazwischenkommt?
6) Bist du im materiellen Recht so aufgestellt, dass du Fälle lösen kannst? Denn es kommt so viel Verfahrensrecht, dass du nicht bei 0 anfangen kannst wenn du in der Station bist.
Am Ende kommt es darauf an, ob du es wirklich willst und ob die Rahmenbedingungen es dir ermöglichen. Man kommt auf jeden Fall weniger zum Lernen als ohne Kind, arbeitet dann aber auch sehr fokussiert, weil die Zeit so begrenzt ist. Als Mutter ist die Stressresistenz ja sehr ausgeprägt, von daher muss man daran zumindest nicht mehr arbeiten
Ich wünsche dir viel Mut und Erfolg auf deinem Weg!
ich war insgesamt 9 Jahre in Elternzeit. Meine Kinder sind jetzt 3, 6 und 9 Jahre alt. Eigentlich war mein Plan im Januar 2020 mit Lernen wieder anzufangen. Dann kam die Pandemie mit Homeschooling und Kinderbetreuung zuhause und der Plan war im Eimer. Ich habe aber trotzdem versucht, mindestens einen Tag in der Woche zu lernen, habe mir mit Hilfe der Prüfungsordnung einen Lernplan erstellt und wieder bei 0 angefangen. Zivilrecht habe ich mit den Podcasts der LMU bei Lorenz bzw. Martin Fries gelernt, Strafrecht, ZPO und StPO mit Lecturio und den Kaiserskripten. Als ZPO-Buch habe ich den Oberheim, der war schön ausführlich und er macht auch den Lecturio-Kurs, was gut zueinander gepasst hat. Allerdings sind die Kurse dort auch veraltet, weshalb man sie nicht als alleiniges Material nehmen sollte! In dem halben Jahr vor meinem Wiedereinstieg habe ich dann angefangen, zwei feste Juratage die Woche zu machen.
Ich bin in der Strafstation wieder eingestiegen und habe bisher nur Hilfsbereitschaft und Verständnis für meine Situation erfahren. Als meine Kinder krank waren und mein Mann das ganze Wochenende über arbeiten musste, durfte ich zum Beispiel die Klausur später abgegeben. Viele der Ausbilder und Dozenten haben selbst auch Kinder und wissen, was das alles mit sich bringt.
Mein erstes Examen war befriedigend und ich hatte keine Probleme, eine Kanzlei zu finden. Dass ich Kinder habe wurde dort nicht als Manko, sondern eher als Vorteil wahrgenommen.
Meine Kinder sind nur halbtags betreut. Danach übernimmt mein Mann, die Großeltern oder ich. Von Freitagnachmittag bis Sonntagabend lerne ich durch. Ohne Netz wird das mit dem Lernen schwierig werden. AG hat man ja (außer während den Einführungslehrgängen) nur ein bis zwei Mal die Woche vormittags und mit den Ausbildern kann man ja absprechen, zu welchen Zeiten man da ist.
Das Problem ist eher, dass man eigentlich Vollzeit lernen sollte, gerade wenn man länger draußen war. Von daher ist einfach die Frage, welche Ansprüche du an dich hast und wie realistisch du dich und deine Lernzeiten einschätzen kannst.
Ich würde mir an deiner Stelle daher die folgenden Fragen stellen:
1) Hast du eine zuverlässige Kinderbetreuung?
2) Hast du feste Zeiten zu denen du auf jeden Fall konzentriert lernen kannst?
3) Willst du Klausuren schreiben und hast du die Möglichkeit dies 5 h am Stück ohne Unterbrechung zu machen?
4) Bist du bereit dich bis zum Examen massiv einzuschränken und zwischen Arbeit und Kindern zu switchen?
5) Möchtest du eine Lerngruppe haben und kann diese flexibel auf dich eingehen, wenn mal etwas mit den Kindern dazwischenkommt?
6) Bist du im materiellen Recht so aufgestellt, dass du Fälle lösen kannst? Denn es kommt so viel Verfahrensrecht, dass du nicht bei 0 anfangen kannst wenn du in der Station bist.
Am Ende kommt es darauf an, ob du es wirklich willst und ob die Rahmenbedingungen es dir ermöglichen. Man kommt auf jeden Fall weniger zum Lernen als ohne Kind, arbeitet dann aber auch sehr fokussiert, weil die Zeit so begrenzt ist. Als Mutter ist die Stressresistenz ja sehr ausgeprägt, von daher muss man daran zumindest nicht mehr arbeiten
Ich wünsche dir viel Mut und Erfolg auf deinem Weg!
14.06.2022, 11:03
Ich kann Dir nur zu dem "verblassten Wissen" Mut machen. Nach meinem ersten Examen habe ich 3 Jahre promoviert und am Lehrstuhl gearbeitet (dort nichts irgendwie Examensrelevantes gemacht, Ö-Recht und Strafrecht gar nicht gemacht) und danach ein Jahr LLM im Ausland gemacht und überhaupt nicht mit deutschem Recht beschäftigt. Dann ohne Vorbereitung ins Ref (auch noch anderes Bundesland) und trotzdem ein VB im Zweiten gemacht.
16.06.2022, 20:20
Mein erstes war 2015, mein 2. Mit 2 Kindern 2022. Diese ganzen abgedrehten Meinungsstreits braucht man eh nicht ;)
Machbar ist das Also schon. Die Frage ist wirklich, wieviel Unterstützung du hast und wie diszipliniert du bist. Leicht wird das aber sicher nicht. Ich hätte es ohne meinen Mann ganz gewiss nicht geschafft, aber wenn du Eltern, Freunde oä hast, dann geht das sicher auch als alleinerziehende!
So oder so: alles Gute! Du wirst deinen Weg schon finden!
Machbar ist das Also schon. Die Frage ist wirklich, wieviel Unterstützung du hast und wie diszipliniert du bist. Leicht wird das aber sicher nicht. Ich hätte es ohne meinen Mann ganz gewiss nicht geschafft, aber wenn du Eltern, Freunde oä hast, dann geht das sicher auch als alleinerziehende!
So oder so: alles Gute! Du wirst deinen Weg schon finden!









