25.01.2022, 10:54
Hallo, ich stehe 8 Monate vor dem Examen und bin ausgebrannt, obwohl ich das Referendariat stets locker angegangen bin. Nachdem ich mich für das erste Examen übermäßig angestrengt habe, ist bei mir die Luft raus. Seitdem plätschert das Referendariat so vor sich hin, die Noten stimmen zwar, aber mein Leben ist von Lustlosigkeit geprägt. Ich möchte mit Jura einfach nichts mehr zu tun haben. Auch hat sich in den letzten Monaten für mich nur bestätigt, dass Berufe wie Richter, Staatsanwalt, in der Verwaltung oder als Anwalt aus unterschiedlichen Gründen nicht in Betracht kommen. Nun stehe ich vor der Entscheidung Abbrechen oder nicht? Der Kopf sagt zwar nein, aber ich möchte mir mein Leben nicht durch einen Beruf oder Verpflichtungen "zerstören" lassen. Viel lieber hätte ich einen entspannten Job, ohne Leistungsdruck, ohne viel Verantwortung, aber da sucht man bei Jura vergeblich. Auch setzt mich mein gutes erstes Examen unter Druck; Noten, die nicht im VB-Bereich liegen, sind für mich eine Niederlage und ich enttäusche mich selber. Hat jemand von euch das Ref abgebrochen und ist dann glücklich geworden? Gibt es Berufe für Diplomjuristen (auch Volljuristen), die vielleicht nicht so einen große Verantwortung mit sich bringen? Wie kann man besser mit Leistungsdruck umgehen und vielleicht das zweite Examen etwas mehr auf die leichte Schulter nehmen? Danke für eure Antworten.
25.01.2022, 11:08
(25.01.2022, 10:54)Gast9871 schrieb: Hallo, ich stehe 8 Monate vor dem Examen und bin ausgebrannt, obwohl ich das Referendariat stets locker angegangen bin. Nachdem ich mich für das erste Examen übermäßig angestrengt habe, ist bei mir die Luft raus. Seitdem plätschert das Referendariat so vor sich hin, die Noten stimmen zwar, aber mein Leben ist von Lustlosigkeit geprägt. Ich möchte mit Jura einfach nichts mehr zu tun haben. Auch hat sich in den letzten Monaten für mich nur bestätigt, dass Berufe wie Richter, Staatsanwalt, in der Verwaltung oder als Anwalt aus unterschiedlichen Gründen nicht in Betracht kommen. Nun stehe ich vor der Entscheidung Abbrechen oder nicht? Der Kopf sagt zwar nein, aber ich möchte mir mein Leben nicht durch einen Beruf oder Verpflichtungen "zerstören" lassen. Viel lieber hätte ich einen entspannten Job, ohne Leistungsdruck, ohne viel Verantwortung, aber da sucht man bei Jura vergeblich. Auch setzt mich mein gutes erstes Examen unter Druck; Noten, die nicht im VB-Bereich liegen, sind für mich eine Niederlage und ich enttäusche mich selber. Hat jemand von euch das Ref abgebrochen und ist dann glücklich geworden? Gibt es Berufe für Diplomjuristen (auch Volljuristen), die vielleicht nicht so einen große Verantwortung mit sich bringen? Wie kann man besser mit Leistungsdruck umgehen und vielleicht das zweite Examen etwas mehr auf die leichte Schulter nehmen? Danke für eure Antworten.
Was hattest du denn im ersten?
Öffentlicher Dienst? Verwaltung?
Unternehmen?
25.01.2022, 11:21
Ich habe jemanden im Freundeskreis, der/die hat sein Ref vorzeitig beendet und sich eine Stelle in der öffentlichen Verwaltung gesucht. Wir haben alle nur den Kopf geschüttelt. Es wäre doch nicht mal mehr ein ganzes Jahr gewesen und dann hätte diese Person sich "Volljurist:in" nennen können und das Einstiegsgehalt + Karrierechancen wären sehr viel größer gewesen.
Doch diese Person hatte familiäre Gründe und viel Druck aus der Familie.
Ob man so einfach jemals das Ref fortsetzen kann, weiß ich nicht.
Ich hoffe aber ehrlich gesagt nicht. Wenn man das Ref aus nicht wichtigen Gründen unterbricht (kein Bock mehr), dann sollte der Wiedereinstieg schwierig werden. Sonst würden sich doch alle Referendare ein paar Monate zwischendurch Auszeit zum Lernen vom Ref nehmen und sobald sie sich fit fühlen, wieder einsteigen. (Anders sehe ich das natürlich für alle mit Krankheit, Kindern etc.).
Doch diese Person hatte familiäre Gründe und viel Druck aus der Familie.
Ob man so einfach jemals das Ref fortsetzen kann, weiß ich nicht.
Ich hoffe aber ehrlich gesagt nicht. Wenn man das Ref aus nicht wichtigen Gründen unterbricht (kein Bock mehr), dann sollte der Wiedereinstieg schwierig werden. Sonst würden sich doch alle Referendare ein paar Monate zwischendurch Auszeit zum Lernen vom Ref nehmen und sobald sie sich fit fühlen, wieder einsteigen. (Anders sehe ich das natürlich für alle mit Krankheit, Kindern etc.).
25.01.2022, 11:25
Zitat:Viel lieber hätte ich einen entspannten Job, ohne Leistungsdruck, ohne viel Verantwortung, aber da sucht man bei Jura vergeblich.
Meiner Meinung nach gibt es sehr viele von diesen Berufen, insbesondere abseits der klassischen Juristenjobs. Aber auch bei diesen Jobs kann ein 2. Examen helfen. ich würde es daher machen. Insbesondere beim Staat kann man auch eine deutlich ruhigere Kugel schieben als in den meisten anderen Jobs (ob für Juristen oder nicht), insbesondere entspannter als in der freien Wirtschaft. Das Problem ist nur, dass man dafür die richtige innere Einstellung aufbauen muss, um ganz einfach alles etwas entspannter zu sehen.
Zitat:Auch setzt mich mein gutes erstes Examen unter Druck; Noten, die nicht im VB-Bereich liegen, sind für mich eine Niederlage und ich enttäusche mich selber.
Hier schreibst du genau das, was ich mir beim Lesen der ersten Zeilen deines Beitrags direkt gedacht habe. Den ganzen Stress machst du dir in erster Linie selbst. Wenn du davon wegkommst, dann kannst du alles etwas gelassener angehen und empfindest auch mehr Freue dabei. Niemand verlangt ein VB von dir. Die Note ist egal, insbesondere wenn du doch gerade keinen klassischen Juristenjob haben willst.
Zitat:Hat jemand von euch das Ref abgebrochen und ist dann glücklich geworden?
Ich hatte (aus anderen Gründen) ebenfalls viel Stress und habe daher mein Ref abgebrochen, nur um es dann später wieder aufzunehmen.
Was ich dir empfehlen würde: Brich das Ref jetzt nicht voreilig ab. Nimm einen Erstberatungstermin bei einem Psychotherapeuten in Anspruch. Das kostet (dich) nichts und zu verlieren hast du nichts. Ein paar von dir genannte Punkte sind glaube ich erste Hinweise auf eine sich entwickelnde Depression oder Burnout oder sowas. Da hilft dir dann auch der Abbruch des Ref nichts, weil das Ref diese Probleme nur ans Tageslicht holt, die aber unabhängig davon bestehen könnten (wenn sie denn wirklich bestehen).
Der Fachmann kennt solche Geschichten und kann dir mehr dazu sagen, was am besten zu tun ist.
25.01.2022, 11:30
In NRW sind Aus- und Wiedereinstieg auch ohne jede Begründung möglich. Das große problem besteht darin, dass dann auch ein Platz in einer AG frei sein muss, damit du einsteigen kannst. Und die ist dann womöglich bei einem ganz anderen Landgericht.
Ich würde meinen, dass es in den anderen Ländern auch so sein muss, auch wenn es dort vllt nicht explizit geregelt ist. Schon aus verfassungsrechtlichen Gründen kann mE ein Einstieg in eine AG mit einem freien Platz nicht verwehrt werden.
Ich würde meinen, dass es in den anderen Ländern auch so sein muss, auch wenn es dort vllt nicht explizit geregelt ist. Schon aus verfassungsrechtlichen Gründen kann mE ein Einstieg in eine AG mit einem freien Platz nicht verwehrt werden.
25.01.2022, 22:31
(25.01.2022, 11:08)Gastsls schrieb:Ich hatte ein deutlich zweistelliges Examen. Kann man als Diplomjurist in Unternehmen arbeiten? Alle Jobanzeigen, die ich bis jetzt gesehen habe, haben sich an Volljuristen mit Berufserfahrung gerichtet... Und ich denke auch nicht, dass es sich um Jobs mit wenig Verantwortung handelt.(25.01.2022, 10:54)Gast9871 schrieb: Hallo, ich stehe 8 Monate vor dem Examen und bin ausgebrannt, obwohl ich das Referendariat stets locker angegangen bin. Nachdem ich mich für das erste Examen übermäßig angestrengt habe, ist bei mir die Luft raus. Seitdem plätschert das Referendariat so vor sich hin, die Noten stimmen zwar, aber mein Leben ist von Lustlosigkeit geprägt. Ich möchte mit Jura einfach nichts mehr zu tun haben. Auch hat sich in den letzten Monaten für mich nur bestätigt, dass Berufe wie Richter, Staatsanwalt, in der Verwaltung oder als Anwalt aus unterschiedlichen Gründen nicht in Betracht kommen. Nun stehe ich vor der Entscheidung Abbrechen oder nicht? Der Kopf sagt zwar nein, aber ich möchte mir mein Leben nicht durch einen Beruf oder Verpflichtungen "zerstören" lassen. Viel lieber hätte ich einen entspannten Job, ohne Leistungsdruck, ohne viel Verantwortung, aber da sucht man bei Jura vergeblich. Auch setzt mich mein gutes erstes Examen unter Druck; Noten, die nicht im VB-Bereich liegen, sind für mich eine Niederlage und ich enttäusche mich selber. Hat jemand von euch das Ref abgebrochen und ist dann glücklich geworden? Gibt es Berufe für Diplomjuristen (auch Volljuristen), die vielleicht nicht so einen große Verantwortung mit sich bringen? Wie kann man besser mit Leistungsdruck umgehen und vielleicht das zweite Examen etwas mehr auf die leichte Schulter nehmen? Danke für eure Antworten.
Was hattest du denn im ersten?
Öffentlicher Dienst? Verwaltung?
Unternehmen?
25.01.2022, 23:06
(25.01.2022, 11:25)Gast schrieb:Danke für deine Worte!Zitat:Viel lieber hätte ich einen entspannten Job, ohne Leistungsdruck, ohne viel Verantwortung, aber da sucht man bei Jura vergeblich.
Meiner Meinung nach gibt es sehr viele von diesen Berufen, insbesondere abseits der klassischen Juristenjobs. Aber auch bei diesen Jobs kann ein 2. Examen helfen. ich würde es daher machen. Insbesondere beim Staat kann man auch eine deutlich ruhigere Kugel schieben als in den meisten anderen Jobs (ob für Juristen oder nicht), insbesondere entspannter als in der freien Wirtschaft. Das Problem ist nur, dass man dafür die richtige innere Einstellung aufbauen muss, um ganz einfach alles etwas entspannter zu sehen.
Zitat:Auch setzt mich mein gutes erstes Examen unter Druck; Noten, die nicht im VB-Bereich liegen, sind für mich eine Niederlage und ich enttäusche mich selber.
Hier schreibst du genau das, was ich mir beim Lesen der ersten Zeilen deines Beitrags direkt gedacht habe. Den ganzen Stress machst du dir in erster Linie selbst. Wenn du davon wegkommst, dann kannst du alles etwas gelassener angehen und empfindest auch mehr Freue dabei. Niemand verlangt ein VB von dir. Die Note ist egal, insbesondere wenn du doch gerade keinen klassischen Juristenjob haben willst.
Zitat:Hat jemand von euch das Ref abgebrochen und ist dann glücklich geworden?
Ich hatte (aus anderen Gründen) ebenfalls viel Stress und habe daher mein Ref abgebrochen, nur um es dann später wieder aufzunehmen.
Was ich dir empfehlen würde: Brich das Ref jetzt nicht voreilig ab. Nimm einen Erstberatungstermin bei einem Psychotherapeuten in Anspruch. Das kostet (dich) nichts und zu verlieren hast du nichts. Ein paar von dir genannte Punkte sind glaube ich erste Hinweise auf eine sich entwickelnde Depression oder Burnout oder sowas. Da hilft dir dann auch der Abbruch des Ref nichts, weil das Ref diese Probleme nur ans Tageslicht holt, die aber unabhängig davon bestehen könnten (wenn sie denn wirklich bestehen).
Der Fachmann kennt solche Geschichten und kann dir mehr dazu sagen, was am besten zu tun ist.
Was für Jobs fallen dir denn genau ein? Und ich weiß, dass das Problem ganz allein bei mir und meiner Einstellung liegt. Mir wird weder von meiner Familie, meiner Freundin, noch von meinen Freunden Druck gemacht. Ich bin alleine verantwortlich für meinen Gefühlszustand. Und wahrscheinlich hast du Recht, aus der Situation komme ich nicht alleine heraus. Kann das für die Zukunft negative Folgen haben (zB bzgl. einer Verbeamtung), wenn man psychologische Hilfe in Anspruch nimmt?
26.01.2022, 00:46
(25.01.2022, 23:06)Gast schrieb:(25.01.2022, 11:25)Gast schrieb:Danke für deine Worte!Zitat:Viel lieber hätte ich einen entspannten Job, ohne Leistungsdruck, ohne viel Verantwortung, aber da sucht man bei Jura vergeblich.
Meiner Meinung nach gibt es sehr viele von diesen Berufen, insbesondere abseits der klassischen Juristenjobs. Aber auch bei diesen Jobs kann ein 2. Examen helfen. ich würde es daher machen. Insbesondere beim Staat kann man auch eine deutlich ruhigere Kugel schieben als in den meisten anderen Jobs (ob für Juristen oder nicht), insbesondere entspannter als in der freien Wirtschaft. Das Problem ist nur, dass man dafür die richtige innere Einstellung aufbauen muss, um ganz einfach alles etwas entspannter zu sehen.
Zitat:Auch setzt mich mein gutes erstes Examen unter Druck; Noten, die nicht im VB-Bereich liegen, sind für mich eine Niederlage und ich enttäusche mich selber.
Hier schreibst du genau das, was ich mir beim Lesen der ersten Zeilen deines Beitrags direkt gedacht habe. Den ganzen Stress machst du dir in erster Linie selbst. Wenn du davon wegkommst, dann kannst du alles etwas gelassener angehen und empfindest auch mehr Freue dabei. Niemand verlangt ein VB von dir. Die Note ist egal, insbesondere wenn du doch gerade keinen klassischen Juristenjob haben willst.
Zitat:Hat jemand von euch das Ref abgebrochen und ist dann glücklich geworden?
Ich hatte (aus anderen Gründen) ebenfalls viel Stress und habe daher mein Ref abgebrochen, nur um es dann später wieder aufzunehmen.
Was ich dir empfehlen würde: Brich das Ref jetzt nicht voreilig ab. Nimm einen Erstberatungstermin bei einem Psychotherapeuten in Anspruch. Das kostet (dich) nichts und zu verlieren hast du nichts. Ein paar von dir genannte Punkte sind glaube ich erste Hinweise auf eine sich entwickelnde Depression oder Burnout oder sowas. Da hilft dir dann auch der Abbruch des Ref nichts, weil das Ref diese Probleme nur ans Tageslicht holt, die aber unabhängig davon bestehen könnten (wenn sie denn wirklich bestehen).
Der Fachmann kennt solche Geschichten und kann dir mehr dazu sagen, was am besten zu tun ist.Was für Jobs fallen dir denn genau ein? Und ich weiß, dass das Problem ganz allein bei mir und meiner Einstellung liegt. Mir wird weder von meiner Familie, meiner Freundin, noch von meinen Freunden Druck gemacht. Ich bin alleine verantwortlich für meinen Gefühlszustand. Und wahrscheinlich hast du Recht, aus der Situation komme ich nicht alleine heraus. Kann das für die Zukunft negative Folgen haben (zB bzgl. einer Verbeamtung), wenn man psychologische Hilfe in Anspruch nimmt?
Hey, asozialer Weise ja. Psychotherapie wird immer noch als Makel gesehen, was total bescheuert ist. Wenn man körperlich krank ist, geht man zum Arzt. Genau so normal sollte es auch mit der Psychotherapie sein. Du könntest es aber - je nach finanzieller Lage - selbst zahlen. Am Anfang muss man vllt paar mal öfter hin, aber iwann kann man es über Wochen strecken. Aber selbst wenn es finanziell nicht selbst machbar ist, eine Verbeamtung ist nicht das wichtigste. Kümmer dich um deine mentale Gesundheit. Je früher desto besser. Je länger dj wartest, umso tiefer wird das Loch.
Wünsche dir alles Gute.
26.01.2022, 00:47
(26.01.2022, 00:46)Freund schrieb:(25.01.2022, 23:06)Gast schrieb:(25.01.2022, 11:25)Gast schrieb:Danke für deine Worte!Zitat:Viel lieber hätte ich einen entspannten Job, ohne Leistungsdruck, ohne viel Verantwortung, aber da sucht man bei Jura vergeblich.
Meiner Meinung nach gibt es sehr viele von diesen Berufen, insbesondere abseits der klassischen Juristenjobs. Aber auch bei diesen Jobs kann ein 2. Examen helfen. ich würde es daher machen. Insbesondere beim Staat kann man auch eine deutlich ruhigere Kugel schieben als in den meisten anderen Jobs (ob für Juristen oder nicht), insbesondere entspannter als in der freien Wirtschaft. Das Problem ist nur, dass man dafür die richtige innere Einstellung aufbauen muss, um ganz einfach alles etwas entspannter zu sehen.
Zitat:Auch setzt mich mein gutes erstes Examen unter Druck; Noten, die nicht im VB-Bereich liegen, sind für mich eine Niederlage und ich enttäusche mich selber.
Hier schreibst du genau das, was ich mir beim Lesen der ersten Zeilen deines Beitrags direkt gedacht habe. Den ganzen Stress machst du dir in erster Linie selbst. Wenn du davon wegkommst, dann kannst du alles etwas gelassener angehen und empfindest auch mehr Freue dabei. Niemand verlangt ein VB von dir. Die Note ist egal, insbesondere wenn du doch gerade keinen klassischen Juristenjob haben willst.
Zitat:Hat jemand von euch das Ref abgebrochen und ist dann glücklich geworden?
Ich hatte (aus anderen Gründen) ebenfalls viel Stress und habe daher mein Ref abgebrochen, nur um es dann später wieder aufzunehmen.
Was ich dir empfehlen würde: Brich das Ref jetzt nicht voreilig ab. Nimm einen Erstberatungstermin bei einem Psychotherapeuten in Anspruch. Das kostet (dich) nichts und zu verlieren hast du nichts. Ein paar von dir genannte Punkte sind glaube ich erste Hinweise auf eine sich entwickelnde Depression oder Burnout oder sowas. Da hilft dir dann auch der Abbruch des Ref nichts, weil das Ref diese Probleme nur ans Tageslicht holt, die aber unabhängig davon bestehen könnten (wenn sie denn wirklich bestehen).
Der Fachmann kennt solche Geschichten und kann dir mehr dazu sagen, was am besten zu tun ist.Was für Jobs fallen dir denn genau ein? Und ich weiß, dass das Problem ganz allein bei mir und meiner Einstellung liegt. Mir wird weder von meiner Familie, meiner Freundin, noch von meinen Freunden Druck gemacht. Ich bin alleine verantwortlich für meinen Gefühlszustand. Und wahrscheinlich hast du Recht, aus der Situation komme ich nicht alleine heraus. Kann das für die Zukunft negative Folgen haben (zB bzgl. einer Verbeamtung), wenn man psychologische Hilfe in Anspruch nimmt?
Hey, asozialer Weise ja. Psychotherapie wird immer noch als Makel gesehen, was total bescheuert ist. Wenn man körperlich krank ist, geht man zum Arzt. Genau so normal sollte es auch mit der Psychotherapie sein. Du könntest es aber - je nach finanzieller Lage - selbst zahlen. Am Anfang muss man vllt paar mal öfter hin, aber iwann kann man es über Wochen strecken. Aber selbst wenn es finanziell nicht selbst machbar ist, eine Verbeamtung ist nicht das wichtigste. Kümmer dich um deine mentale Gesundheit. Je früher desto besser. Je länger dj wartest, umso tiefer wird das Loch.
Wünsche dir alles Gute.
*wenn du selbst zahlst, geht es nicht in deine Akten ein.
26.01.2022, 00:55
(26.01.2022, 00:46)Freund schrieb:(25.01.2022, 23:06)Gast schrieb:(25.01.2022, 11:25)Gast schrieb:Danke für deine Worte!Zitat:Viel lieber hätte ich einen entspannten Job, ohne Leistungsdruck, ohne viel Verantwortung, aber da sucht man bei Jura vergeblich.
Meiner Meinung nach gibt es sehr viele von diesen Berufen, insbesondere abseits der klassischen Juristenjobs. Aber auch bei diesen Jobs kann ein 2. Examen helfen. ich würde es daher machen. Insbesondere beim Staat kann man auch eine deutlich ruhigere Kugel schieben als in den meisten anderen Jobs (ob für Juristen oder nicht), insbesondere entspannter als in der freien Wirtschaft. Das Problem ist nur, dass man dafür die richtige innere Einstellung aufbauen muss, um ganz einfach alles etwas entspannter zu sehen.
Zitat:Auch setzt mich mein gutes erstes Examen unter Druck; Noten, die nicht im VB-Bereich liegen, sind für mich eine Niederlage und ich enttäusche mich selber.
Hier schreibst du genau das, was ich mir beim Lesen der ersten Zeilen deines Beitrags direkt gedacht habe. Den ganzen Stress machst du dir in erster Linie selbst. Wenn du davon wegkommst, dann kannst du alles etwas gelassener angehen und empfindest auch mehr Freue dabei. Niemand verlangt ein VB von dir. Die Note ist egal, insbesondere wenn du doch gerade keinen klassischen Juristenjob haben willst.
Zitat:Hat jemand von euch das Ref abgebrochen und ist dann glücklich geworden?
Ich hatte (aus anderen Gründen) ebenfalls viel Stress und habe daher mein Ref abgebrochen, nur um es dann später wieder aufzunehmen.
Was ich dir empfehlen würde: Brich das Ref jetzt nicht voreilig ab. Nimm einen Erstberatungstermin bei einem Psychotherapeuten in Anspruch. Das kostet (dich) nichts und zu verlieren hast du nichts. Ein paar von dir genannte Punkte sind glaube ich erste Hinweise auf eine sich entwickelnde Depression oder Burnout oder sowas. Da hilft dir dann auch der Abbruch des Ref nichts, weil das Ref diese Probleme nur ans Tageslicht holt, die aber unabhängig davon bestehen könnten (wenn sie denn wirklich bestehen).
Der Fachmann kennt solche Geschichten und kann dir mehr dazu sagen, was am besten zu tun ist.Was für Jobs fallen dir denn genau ein? Und ich weiß, dass das Problem ganz allein bei mir und meiner Einstellung liegt. Mir wird weder von meiner Familie, meiner Freundin, noch von meinen Freunden Druck gemacht. Ich bin alleine verantwortlich für meinen Gefühlszustand. Und wahrscheinlich hast du Recht, aus der Situation komme ich nicht alleine heraus. Kann das für die Zukunft negative Folgen haben (zB bzgl. einer Verbeamtung), wenn man psychologische Hilfe in Anspruch nimmt?
Hey, asozialer Weise ja. Psychotherapie wird immer noch als Makel gesehen, was total bescheuert ist. Wenn man körperlich krank ist, geht man zum Arzt. Genau so normal sollte es auch mit der Psychotherapie sein. Du könntest es aber - je nach finanzieller Lage - selbst zahlen. Am Anfang muss man vllt paar mal öfter hin, aber iwann kann man es über Wochen strecken. Aber selbst wenn es finanziell nicht selbst machbar ist, eine Verbeamtung ist nicht das wichtigste. Kümmer dich um deine mentale Gesundheit. Je früher desto besser. Je länger dj wartest, umso tiefer wird das Loch.
Wünsche dir alles Gute.
+ 1. Ja, das ist sehr schade. Ich habe zum Beispiel ein Freundin, die wegen eines familiären Schicksalsschlags in eine Gesprächstherapie gegangen ist; waren glaube nicht mal mehr als 15 Stunden und hatte auch keinen Einfluss auf ihre berufliche Tätigkeit, sprich sie war deswegen nie krankgeschrieben. Als sie vergangenes Jahr in die PKV gewechselt ist, musste sie deshalb einen Zuschlag zahlen. Ich würde dir daher auch raten, es erstmal selbst zu finanzieren. Ansonsten würde ich dir raten, die letzten Meter noch mitzunehmen. Entspannte Arbeit ist immer relativ und manchmal malt man sich bestimmte Tätigkeiten auch zu rosig aus. Mit dem zweiten Staatsexamen hättest du am Ende immer noch einen Plan B.










