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Durchschnittsjuristen hier?
Gast
Unregistered
 
#51
20.01.2022, 15:05
Ich persönlich finde, dass hier ein vollkommen falsches Bild vom Kanzleimarkt gemalt wird. Wenn man mitliest könnte man meinen, dass es entweder nur  Groß- und Mittelständische Kanzleien gibt, die für die entsprechenden Stunden ein hohes Einstiegsgehalt zahlen und danach käme nurnoch FWW mit Hungerlöhnen. In der Realität ist es doch so, dass es in jeder Mittelgroßen Stadt mindestens eine "renommierte" Kanzlei gibt, die entsprechend hohe Umsätze macht und dementsprechend auch in der Lage ist gute Gehälter zu zahlen.

Die Realität sieht doch so aus, dass der größte Anteil der Volljuristen eben nicht 2x VB vorweisen kann. Vielmehr dürfte man mit 2x b rein statistisch schon ziemlich gute Noten haben. Wenn ich dann höre, dass sich Leute mit 40k Bruttojahresverdienst zufrieden geben, kann man nur sagen, dass sich in diesem Fall unter Wert verkauft wird . Genau so sollte das dann auch kommuniziert werden. Eine gut laufende Kanzlei mit 6-10 Berufsträgern, die Berufseinsteigern nur 40k zahlen will verhält sich einfach unverschämt.
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Gast
Unregistered
 
#52
20.01.2022, 15:20
(20.01.2022, 15:05)Gast schrieb:  Ich persönlich finde, dass hier ein vollkommen falsches Bild vom Kanzleimarkt gemalt wird. Wenn man mitliest könnte man meinen, dass es entweder nur  Groß- und Mittelständische Kanzleien gibt, die für die entsprechenden Stunden ein hohes Einstiegsgehalt zahlen und danach käme nurnoch FWW mit Hungerlöhnen. In der Realität ist es doch so, dass es in jeder Mittelgroßen Stadt mindestens eine "renommierte" Kanzlei gibt, die entsprechend hohe Umsätze macht und dementsprechend auch in der Lage ist gute Gehälter zu zahlen.

Die Realität sieht doch so aus, dass der größte Anteil der Volljuristen eben nicht 2x VB vorweisen kann. Vielmehr dürfte man mit 2x b rein statistisch schon ziemlich gute Noten haben. Wenn ich dann höre, dass sich Leute mit 40k Bruttojahresverdienst zufrieden geben, kann man nur sagen, dass sich in diesem Fall unter Wert verkauft wird . Genau so sollte das dann auch kommuniziert werden. Eine gut laufende Kanzlei mit 6-10 Berufsträgern, die Berufseinsteigern nur 40k zahlen will verhält sich einfach unverschämt.

Je nachdem ob die mittlere Stadt in der Nähe einer Uni liegt, ist es nicht unwahrscheinlich, dass selbst die zwei, drei umsatzstarken Kanzleien nicht mehr als 50.000 als Einstieg zahlen und trotzdem sehr hohe Anforderungen stellen können.
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Gast Gast
Unregistered
 
#53
20.01.2022, 15:23
(20.01.2022, 15:05)Gast schrieb:  Ich persönlich finde, dass hier ein vollkommen falsches Bild vom Kanzleimarkt gemalt wird. Wenn man mitliest könnte man meinen, dass es entweder nur  Groß- und Mittelständische Kanzleien gibt, die für die entsprechenden Stunden ein hohes Einstiegsgehalt zahlen und danach käme nurnoch FWW mit Hungerlöhnen. In der Realität ist es doch so, dass es in jeder Mittelgroßen Stadt mindestens eine "renommierte" Kanzlei gibt, die entsprechend hohe Umsätze macht und dementsprechend auch in der Lage ist gute Gehälter zu zahlen.

Die Realität sieht doch so aus, dass der größte Anteil der Volljuristen eben nicht 2x VB vorweisen kann. Vielmehr dürfte man mit 2x b rein statistisch schon ziemlich gute Noten haben. Wenn ich dann höre, dass sich Leute mit 40k Bruttojahresverdienst zufrieden geben, kann man nur sagen, dass sich in diesem Fall unter Wert verkauft wird . Genau so sollte das dann auch kommuniziert werden. Eine gut laufende Kanzlei mit 6-10 Berufsträgern, die Berufseinsteigern nur 40k zahlen will verhält sich einfach unverschämt.

Das ist richtig. Gleichzeitig vermitteln die GKs aber auch ein falsches Bild von Einstiegsgehältern. Dort steigt man sehr hoch ein aber die Kurve danach ist vergleichsweise flach (ausgenommen ein paar Ami Kanzleien mit sehr hohen Boni). In vielen normalen Kanzleien steigt man eher zu niedrig als zu hoch ein, dafür kann es größere Sprünge geben, wenn das eigene Dezernat gut läuft.

Diese ganze Fixierung auf Einstiegsgehälter hier ist daher oft nicht förderlich. Wenn man dann nämlich mal mit etwas Berufserfahrung hier sein Gehalt und die guten Arbeitszeiten offenlegt, fragen wieder viele, wo es das gibt und wie super es wäre. Beim Einstiegsgehalt hätten sie aber rumgemeckert...
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Gast
Unregistered
 
#54
20.01.2022, 16:19
(20.01.2022, 15:23)Gast Gast schrieb:  
(20.01.2022, 15:05)Gast schrieb:  Ich persönlich finde, dass hier ein vollkommen falsches Bild vom Kanzleimarkt gemalt wird. Wenn man mitliest könnte man meinen, dass es entweder nur  Groß- und Mittelständische Kanzleien gibt, die für die entsprechenden Stunden ein hohes Einstiegsgehalt zahlen und danach käme nurnoch FWW mit Hungerlöhnen. In der Realität ist es doch so, dass es in jeder Mittelgroßen Stadt mindestens eine "renommierte" Kanzlei gibt, die entsprechend hohe Umsätze macht und dementsprechend auch in der Lage ist gute Gehälter zu zahlen.

Die Realität sieht doch so aus, dass der größte Anteil der Volljuristen eben nicht 2x VB vorweisen kann. Vielmehr dürfte man mit 2x b rein statistisch schon ziemlich gute Noten haben. Wenn ich dann höre, dass sich Leute mit 40k Bruttojahresverdienst zufrieden geben, kann man nur sagen, dass sich in diesem Fall unter Wert verkauft wird . Genau so sollte das dann auch kommuniziert werden. Eine gut laufende Kanzlei mit 6-10 Berufsträgern, die Berufseinsteigern nur 40k zahlen will verhält sich einfach unverschämt.

Das ist richtig. Gleichzeitig vermitteln die GKs aber auch ein falsches Bild von Einstiegsgehältern. Dort steigt man sehr hoch ein aber die Kurve danach ist vergleichsweise flach (ausgenommen ein paar Ami Kanzleien mit sehr hohen Boni). In vielen normalen Kanzleien steigt man eher zu niedrig als zu hoch ein, dafür kann es größere Sprünge geben, wenn das eigene Dezernat gut läuft.

Diese ganze Fixierung auf Einstiegsgehälter hier ist daher oft nicht förderlich. Wenn man dann nämlich mal mit etwas Berufserfahrung hier sein Gehalt und die guten Arbeitszeiten offenlegt, fragen wieder viele, wo es das gibt und wie super es wäre. Beim Einstiegsgehalt hätten sie aber rumgemeckert...

Vollkommen richtig. Allerdings will ich es auch niemandem verübel, dass er sich nach nem wirklich langen Studium, Referendariat und zwei Examen nicht mit 40k abspeisen lassen will. Da helfen auch die potentiellen Entwicklungschancen nicht weiter, wenn ich trotz Vollzeitjob immernoch den Lebensstandard aus meiner WG im ersten Semester fahren muss.
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Gast Gast
Unregistered
 
#55
20.01.2022, 16:55
(20.01.2022, 16:19)Gast schrieb:  
(20.01.2022, 15:23)Gast Gast schrieb:  
(20.01.2022, 15:05)Gast schrieb:  Ich persönlich finde, dass hier ein vollkommen falsches Bild vom Kanzleimarkt gemalt wird. Wenn man mitliest könnte man meinen, dass es entweder nur  Groß- und Mittelständische Kanzleien gibt, die für die entsprechenden Stunden ein hohes Einstiegsgehalt zahlen und danach käme nurnoch FWW mit Hungerlöhnen. In der Realität ist es doch so, dass es in jeder Mittelgroßen Stadt mindestens eine "renommierte" Kanzlei gibt, die entsprechend hohe Umsätze macht und dementsprechend auch in der Lage ist gute Gehälter zu zahlen.

Die Realität sieht doch so aus, dass der größte Anteil der Volljuristen eben nicht 2x VB vorweisen kann. Vielmehr dürfte man mit 2x b rein statistisch schon ziemlich gute Noten haben. Wenn ich dann höre, dass sich Leute mit 40k Bruttojahresverdienst zufrieden geben, kann man nur sagen, dass sich in diesem Fall unter Wert verkauft wird . Genau so sollte das dann auch kommuniziert werden. Eine gut laufende Kanzlei mit 6-10 Berufsträgern, die Berufseinsteigern nur 40k zahlen will verhält sich einfach unverschämt.

Das ist richtig. Gleichzeitig vermitteln die GKs aber auch ein falsches Bild von Einstiegsgehältern. Dort steigt man sehr hoch ein aber die Kurve danach ist vergleichsweise flach (ausgenommen ein paar Ami Kanzleien mit sehr hohen Boni). In vielen normalen Kanzleien steigt man eher zu niedrig als zu hoch ein, dafür kann es größere Sprünge geben, wenn das eigene Dezernat gut läuft.

Diese ganze Fixierung auf Einstiegsgehälter hier ist daher oft nicht förderlich. Wenn man dann nämlich mal mit etwas Berufserfahrung hier sein Gehalt und die guten Arbeitszeiten offenlegt, fragen wieder viele, wo es das gibt und wie super es wäre. Beim Einstiegsgehalt hätten sie aber rumgemeckert...

Vollkommen richtig. Allerdings will ich es auch niemandem verübel, dass er sich nach nem wirklich langen Studium, Referendariat und zwei Examen nicht mit 40k abspeisen lassen will. Da helfen auch die potentiellen Entwicklungschancen nicht weiter, wenn ich trotz Vollzeitjob immernoch den Lebensstandard aus meiner WG im ersten Semester fahren muss.

Ich spreche hier auch nicht von 40k. Aber sag doch hier mal im Forum, dass du 2x b im oberen Bereich hast und dir die Kanzlei 60-70k anbietet. Am besten noch in einer Großstadt oder in der Nähe von einer der Anwaltshochburgen. 3 von 4 Antworten sind, dass man doch zur GK gehen sollte und dort mindestens 100k bekommt usw. 

Aber ja, unten gibt es natürlich auch einige Kanzleien, die schlicht kein bzw. ein kaum tragfähiges Konzept haben. Da kann dann nicht mehr als 40k geboten werden. Da liegt es am Bewerber, gut genug qualifiziert zu sein, um auf so ein Angebot nicht angewiesen zu sein.
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HerrKules
Posting Freak
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Beiträge: 1.104
Themen: 7
Registriert seit: Mar 2021
#56
20.01.2022, 17:20
Was soll denn gutes Gehalt in dem Kontext heißen? Kenne einige Platzhirsche, die 60k zahlen. Da arbeitet man dann fast so viel wie in der GK und kriegt weniger als die Hälfte..
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Gast Gast
Unregistered
 
#57
20.01.2022, 17:55
(20.01.2022, 17:20)HerrKules schrieb:  Was soll denn gutes Gehalt in dem Kontext heißen? Kenne einige Platzhirsche, die 60k zahlen. Da arbeitet man dann fast so viel wie in der GK und kriegt weniger als die Hälfte..

Dieses "arbeitet fast so viel wie in der GK" ist halt auch sehr oft ein Mythos. Ich weiß, ich weiß... gleich kommt wieder ein GK Kollege, der natürlich nur von 9:30 bis 19 Uhr arbeitet bei mindestens einer Stunde Mittagspause. Aus meiner GK Zeit war aber 9 bis 21 Uhr Standard und meine Freunde, die immer noch in den GKs sind, gehen auch nicht früher, eher später. Und wenn dann einer mal ganz stolz beim Bier erzählt, dass gerade wenig los ist und er deswegen die ganze Woche schon um 20 Uhr Feierabend gemacht hat, spricht das auch Bände.

Und wie gesagt, bei vielen mittelständischen Kanzleien und Boutiquen ergibt sich nach hinten raus das flexible Gehaltsmodell. Und jetzt kommt mir nicht mit Heuking als MK. Die sind genauso fix in den Gehaltsbändern wie jede andere GK. Ich spreche von mittelständischen Kanzleien im Sinne von Müller Schmitz und Sozien  Wink und da arbeitest du nicht wie in einer GK. Da macht die Mehrheit um 18 Uhr Feierabend. Und dank schlanker Kostenstruktur bleibt auch genug hängen. Man gibt es nur nicht sofort dem Berufseinsteiger, weil man erstmal schauen muss, wie er sich so entwickelt. Da können GKs eben anders handeln, die jeden 1st year im Zweifel einfach für 350 die Stunde auf eine DD packen und ihn melken, bis er nach zwei Jahren entnervt in die Justiz wechselt.
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