14.06.2021, 21:32
Ging es noch jemandem so, dass er im Ref eigentlich verschiedene Stationen, dem Interessengebiet nach ausgewählt hat. Auch eine Mischung aus kleinerer Kanzlei, GK, Unternehmen usw und einfach nichts gefunden hat, das er sich beruflich vorstellen könnte?
Ich war immer so genervt und habe es kaum die paar Monate durchgehalten, weil es so eine Qual war.
Wie habt ihr dann später euren Beruf ausgesucht??
Ich war immer so genervt und habe es kaum die paar Monate durchgehalten, weil es so eine Qual war.
Wie habt ihr dann später euren Beruf ausgesucht??
Ich kann Dir empfehlen, zur Vorbereitung auf das Referendariat das Buch "99 Tipps & Hinweise für ein erfolgreiches Rechtsreferendariat" zu lesen. Das Buch gibt es als Print-Ausgabe und E-Book. Infos hierzu findest Du auf folgender Seite:
https://www.juristenkoffer.de/rechtsreferendariat/99-tipps-hinweise.php
Neben Tipps zur Planung des Referendariats beinhaltet das Buch auch viele hilfreiche Hinweise zur optimalen Examensvorbereitung sowie viele konkrete Tipps für das Schreiben der Klausuren.
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Neben Tipps zur Planung des Referendariats beinhaltet das Buch auch viele hilfreiche Hinweise zur optimalen Examensvorbereitung sowie viele konkrete Tipps für das Schreiben der Klausuren.
14.06.2021, 21:58
Ich habe mit dem Jurastudium begonnen, weil ich unbedingt Richter werden wollte, war dann aber von der Zivilstation (LG) total enttäuscht, weil die Tätigkeit nur in Aktenarbeit bestand und sich der menschliche Kontakt auf ein bis zwei Verhandlungen pro Woche beschränkte, wobei in der Regel nur die Anwälte da waren. Eine Tätigkeit bei der Staatsanwaltschaft kann ich mir beim besten Willen nicht die nächsten 35 Jahre vorstellen. Daher ist Justiz, selbst wenn die Note im 2. Staatsexamen stimmen solte, keine Option mehr für mich. Die Verwaltungsbehörde war total langweilig, dort würde ich meines Lebens nicht mehr froh. Die Anwaltsstation habe ich in einer kleinen Kanzlei mit 2 Anwälten in einer Kleinstadt gemacht. Die agnzen Familienrecht, Verkehrsrecht und Arbeitsrechtsgeschichten waren zwar nicht so mein Ding, aber da der eine Anwalt als Strafverteidiger tätig war, wurde es auch manchmal interessant. Die Tätigkeit hat mir sehr gefallen und ich kann mir später vorstellen eine eigene Kanzlei in einer Kleinstadt zu gründen ( bin eher der ländliche Typ). Ich muss mal sehen, wie es dann finanziell aussieht.
15.06.2021, 07:51
Jetzt hat man Euch die ganze Zeit verkauft, eine juristische berufliche Tätigkeit müsse Spass machen. Überhaupt müsse alles Spass machen und der persönlichen Selbstverwirklichung dienen. Ist aber nicht so. Willkommen in der Realität. Fragt mal jemanden, der beim Autobauer am Band steht.
15.06.2021, 19:38
(15.06.2021, 07:51)Gastroenterologe schrieb: Jetzt hat man Euch die ganze Zeit verkauft, eine juristische berufliche Tätigkeit müsse Spass machen. Überhaupt müsse alles Spass machen und der persönlichen Selbstverwirklichung dienen. Ist aber nicht so. Willkommen in der Realität. Fragt mal jemanden, der beim Autobauer am Band steht.
Ich weiß, was du meinst. Der Autobauer hat aber nicht 700 Jahre studiert, währenddessen er kaum Geld hatte und sich nicht durch zwei Psychoterror-Examen kämpfen müssen. Da erwartet man halt irgendwie, dass man seinen Job zumindest halbwegs gern macht.
15.06.2021, 22:08
(15.06.2021, 19:38)Gast schrieb:(15.06.2021, 07:51)Gastroenterologe schrieb: Jetzt hat man Euch die ganze Zeit verkauft, eine juristische berufliche Tätigkeit müsse Spass machen. Überhaupt müsse alles Spass machen und der persönlichen Selbstverwirklichung dienen. Ist aber nicht so. Willkommen in der Realität. Fragt mal jemanden, der beim Autobauer am Band steht.
Ich weiß, was du meinst. Der Autobauer hat aber nicht 700 Jahre studiert, währenddessen er kaum Geld hatte und sich nicht durch zwei Psychoterror-Examen kämpfen müssen. Da erwartet man halt irgendwie, dass man seinen Job zumindest halbwegs gern macht.
Also ich hab mein Ref gerne gemacht, auch wenn mir nicht alle Stationen gefallen haben und jetzt hab ich n Job der mir Spaß macht. Geht also auch anders.
Und klar darf man den Anspruch haben, dass es Spaß macht. Warum auch nicht.
15.06.2021, 22:52
Habe ich auch im Berufseinstieg gemerkt, dass die Anwaltstätigkeit und auch die Tätigkeit bei der Behörde nicht der pure Spaß ist. Da ist verdammt viel mühsame Kleinstarbeit, Posten abgleichen, Rechnungen kontrollieren, Textbausteine kopieren, Zahlen in Schriftsätzen austauschen...die juristische Problemlösung selbst kann Spaß machen, muss sie aber nicht. Und die soziale Interaktion ist eh nur ein kleiner Teil des Alltags, der Rest spielt sich alleine am Schreibtisch ab.
Nichtsdestotrotz ist die juristische Tätigkeit verglichen mit anderen Jobs doch deutlich abwechslungsreicher und auch bedeutsamer. Das ganze Drumherum stimmt halt, wenn man nicht gerade in der typischen Ausbeuter KK mit 50 Stunden-Woche für 35k gelandet ist dann verdient man überdurchschnittlich, genießt hohes Prestige selbst als Winkeladvokat oder Justiziar in Hintertupfingen, und kann auch wirklich "etwas bewegen", also Leuten helfen usw. Nur Spaß macht es nicht mal als Profifußballer oder Popsternchen.
Nichtsdestotrotz ist die juristische Tätigkeit verglichen mit anderen Jobs doch deutlich abwechslungsreicher und auch bedeutsamer. Das ganze Drumherum stimmt halt, wenn man nicht gerade in der typischen Ausbeuter KK mit 50 Stunden-Woche für 35k gelandet ist dann verdient man überdurchschnittlich, genießt hohes Prestige selbst als Winkeladvokat oder Justiziar in Hintertupfingen, und kann auch wirklich "etwas bewegen", also Leuten helfen usw. Nur Spaß macht es nicht mal als Profifußballer oder Popsternchen.
16.06.2021, 16:18
Mir geht es genauso. Fand alle Stationen nicht gut.
Hab nächsten Monat meine mündliche Prüfung und total planlos was danach kommt. Hoffe doch noch einen für mich spannenden Bereich zu finden oder als Quereinsteiger etwas anderes zu machen.
Man möchte ja auch ungern nach 6 Jahren Studium + 2 Jahren Ref. nochmal bei Null anfangen und nochmal studieren o.Ä...
Hab nächsten Monat meine mündliche Prüfung und total planlos was danach kommt. Hoffe doch noch einen für mich spannenden Bereich zu finden oder als Quereinsteiger etwas anderes zu machen.
Man möchte ja auch ungern nach 6 Jahren Studium + 2 Jahren Ref. nochmal bei Null anfangen und nochmal studieren o.Ä...










