05.05.2026, 14:14
(05.05.2026, 12:22)PaulePanther schrieb:(05.05.2026, 11:58)maxiref schrieb:(05.05.2026, 11:52)-Simplicissimus- schrieb:(05.05.2026, 10:54)maxiref schrieb: Also manchmal ist dieses Forum echt nicht ernst zu nehmen. Hier wird sich nach der aktuell schwierigen Joblage erkundigt und es kommentieren Leute mit voller Kriegsbemalung, in was für tollen Jobs sie sitzen. Und auch mit 2x zweistellig sollte eigentlich jeder einen Job in seinem Wunschgebiet finden
Hast du den Ausgangspost gelesen? Der Thread-Ersteller hat zwei Examina mit jeweils >10 Punkten und findet nichts. Dann ist es nicht verwunderlich, dass (auch) Leute mit vergleichbaren Noten kommentieren und ihre Erfahrungen schildern, auch auf die Gefahr hin, dass das bei dir so ankommt, als würden sie nur mal loswerden wollen, „in was für tollen Jobs sie sitzen“.
4/4 verstehe ich persönlich als eine Steigerung von 2x >10 Punkten. Und das hilft dem Thread-Ersteller nun wirklich nicht.
Der Ersteller / Erstellerin hat dazu noch eine passende Promotion. Sorry mit dem Profil bewegt man sich in den oberen 5 Prozent. Daher sind vergleichbare Antworten völlig erwartungsgemäß und auch sinnvoll
Keine Promotion, sondern wohl LLM, was ich übersehen habe. Macht es für mich ehrlich gesagt noch schlimmer. Ein LLM ist in der Branche in vielen Fällen angesehener als eine Promotion. Wie man dann keinen Job findet, obwohl man zu den "oberen 5 Prozent" gehört, bleibt mir ein Rätsel. Oder werfen hier manche nach 10 erfolglosen Bewerbungen das Handtuch und flüchten hier ins Forum? Ich verstehe es nicht.
Ich will die aktuelle Lage oder die Probleme Mancher hier auch gar nicht klein reden. Aber mit ein bisschen Selbstreflexion bräuchte es nicht ständig Threads dieser Art. Da kommt man sich doch echt verarscht vor, wenn hier ständig jemand meint, mit voller Kriegsbemalung keinen Job zu finden. Das ist nämlich äußerst unwahrscheinlich und liegt in den allermeisten Fällen nun mal nicht an den Noten.
Also hört auf mit dieser Panikmache und bewerbt euch einfach weiter.
05.05.2026, 15:30
(05.05.2026, 14:14)maxiref schrieb:(05.05.2026, 12:22)PaulePanther schrieb:(05.05.2026, 11:58)maxiref schrieb:(05.05.2026, 11:52)-Simplicissimus- schrieb:(05.05.2026, 10:54)maxiref schrieb: Also manchmal ist dieses Forum echt nicht ernst zu nehmen. Hier wird sich nach der aktuell schwierigen Joblage erkundigt und es kommentieren Leute mit voller Kriegsbemalung, in was für tollen Jobs sie sitzen. Und auch mit 2x zweistellig sollte eigentlich jeder einen Job in seinem Wunschgebiet finden
Hast du den Ausgangspost gelesen? Der Thread-Ersteller hat zwei Examina mit jeweils >10 Punkten und findet nichts. Dann ist es nicht verwunderlich, dass (auch) Leute mit vergleichbaren Noten kommentieren und ihre Erfahrungen schildern, auch auf die Gefahr hin, dass das bei dir so ankommt, als würden sie nur mal loswerden wollen, „in was für tollen Jobs sie sitzen“.
4/4 verstehe ich persönlich als eine Steigerung von 2x >10 Punkten. Und das hilft dem Thread-Ersteller nun wirklich nicht.
Der Ersteller / Erstellerin hat dazu noch eine passende Promotion. Sorry mit dem Profil bewegt man sich in den oberen 5 Prozent. Daher sind vergleichbare Antworten völlig erwartungsgemäß und auch sinnvoll
Keine Promotion, sondern wohl LLM, was ich übersehen habe. Macht es für mich ehrlich gesagt noch schlimmer. Ein LLM ist in der Branche in vielen Fällen angesehener als eine Promotion. Wie man dann keinen Job findet, obwohl man zu den "oberen 5 Prozent" gehört, bleibt mir ein Rätsel. Oder werfen hier manche nach 10 erfolglosen Bewerbungen das Handtuch und flüchten hier ins Forum? Ich verstehe es nicht.
Ich will die aktuelle Lage oder die Probleme Mancher hier auch gar nicht klein reden. Aber mit ein bisschen Selbstreflexion bräuchte es nicht ständig Threads dieser Art. Da kommt man sich doch echt verarscht vor, wenn hier ständig jemand meint, mit voller Kriegsbemalung keinen Job zu finden. Das ist nämlich äußerst unwahrscheinlich und liegt in den allermeisten Fällen nun mal nicht an den Noten.
Also hört auf mit dieser Panikmache und bewerbt euch einfach weiter.
Im Ausgangsthread steht wörtlich „passende Promotion“?
05.05.2026, 15:46
Hier kurz meine Erfahrungen der letzten Monate: Habe ~19 aus zwei Examen, Stationen bei GK, Dr. und etwa zwei Jahre Berufserfahrung bei einer T1 Kanzlei. Habe mich zunächst in "meinem Bereich" beworben (Litigation & Arbitration), dort aber bei etwa 20-25 Bewerbungen nur Absagen erhalten. Hatte drei Gespräche, bei einer Kanzlei habe ich direkt nach dem Gespräch abgesagt. Habe jetzt einen neuen Anlauf gewagt und mich insbesondere im Corporate-Bereich beworben. Fünf Bewerbungen, drei Gespräche bisher und ein Angebot jetzt bei einer T2/T3 Kanzlei. Bin da eigentlich ganz happy, weil ich bei den Partnern ein sehr gutes Gefühl habe. Habe mich bei dieser Kanzlei übrigens initiativ beworben.
05.05.2026, 17:41
(05.05.2026, 10:54)maxiref schrieb: Also manchmal ist dieses Forum echt nicht ernst zu nehmen. Hier wird sich nach der aktuell schwierigen Joblage erkundigt und es kommentieren Leute mit voller Kriegsbemalung, in was für tollen Jobs sie sitzen. Und auch mit 2x zweistellig sollte eigentlich jeder einen Job in seinem Wunschgebiet finden, es sei denn, man sticht in persönlicher Hinsicht sehr negativ heraus.
Es braucht wohl viel mehr Bewerbungen und Gespräche als noch vor 3 Jahren, aber auch das sollte machbar sein. Vielleicht bin ich aber auch den Markt in FFM zu sehr gewohnt und es mag durchaus sein, dass es in Berlin oder Hamburg anders aussieht. Aber auch das war schon immer so. Mir sind aus jüngerer Vergangenheit viele Fälle bekannt, die mit Noten zwischen 7-9 Punkten tolle Jobs in GK und Boutiquen gefunden haben. Was sollen denn dann die ganzen Leute mit befriedigenden oder ausreichenden Examina machen, wenn man angeblich mit 2x zweistellig keinen Job findet?
Bitte lasst jemanden über eure Bewerbungsunterlagen gucken und arbeitet an eurem Auftritt.
Die Aussage war nicht "mit voller Kriegsbemalung gibt es übrigens noch Jobs im Wunschgebiet", die Aussage war "selbst mir 4/4 gab es unzählige Absagen, viele erst nach einem Gespräch einige aber sogar ohne Gespräch".
Und damit passt die Aussage sehr wohl zu diesem Thread...
05.05.2026, 18:04
(05.05.2026, 17:41)JuraHassLiebe schrieb:(05.05.2026, 10:54)maxiref schrieb: Also manchmal ist dieses Forum echt nicht ernst zu nehmen. Hier wird sich nach der aktuell schwierigen Joblage erkundigt und es kommentieren Leute mit voller Kriegsbemalung, in was für tollen Jobs sie sitzen. Und auch mit 2x zweistellig sollte eigentlich jeder einen Job in seinem Wunschgebiet finden, es sei denn, man sticht in persönlicher Hinsicht sehr negativ heraus.
Es braucht wohl viel mehr Bewerbungen und Gespräche als noch vor 3 Jahren, aber auch das sollte machbar sein. Vielleicht bin ich aber auch den Markt in FFM zu sehr gewohnt und es mag durchaus sein, dass es in Berlin oder Hamburg anders aussieht. Aber auch das war schon immer so. Mir sind aus jüngerer Vergangenheit viele Fälle bekannt, die mit Noten zwischen 7-9 Punkten tolle Jobs in GK und Boutiquen gefunden haben. Was sollen denn dann die ganzen Leute mit befriedigenden oder ausreichenden Examina machen, wenn man angeblich mit 2x zweistellig keinen Job findet?
Bitte lasst jemanden über eure Bewerbungsunterlagen gucken und arbeitet an eurem Auftritt.
Die Aussage war nicht "mit voller Kriegsbemalung gibt es übrigens noch Jobs im Wunschgebiet", die Aussage war "selbst mir 4/4 gab es unzählige Absagen, viele erst nach einem Gespräch einige aber sogar ohne Gespräch".
Und damit passt die Aussage sehr wohl zu diesem Thread...
Ja mei
dann passt die Aussage halt zum Thread und dann hat er halt noch eine passende Promotion, die ich überlesen habe. Darum geht es doch gar nicht. Und von Vorstellungsgesprächen war auch nicht die Rede.Das Problem ist, dass hier so getan wird, als würde man trotz voller Kriegsbemalung "als Feld, Wald, Wiese-Anwalt oder in der Versicherung" enden. Das stimmt einfach nicht. Es ist bekannt, dass es auf dem Arbeitsmarkt kriselt. Dass man sich dann von Absagen derart runterziehen lässt, ist für mich unbegreiflich.
Shoutout an die stillen Mitleser: Lasst euch nicht verunsichern. Rechnet mit vielen Absagen, aber wenn ihr dranbleibt, werdet ihr was passendes finden.
So, I'm out.
05.05.2026, 19:23
06.05.2026, 11:12
Muss hier mal ein Gegengewicht setzen, hatte auch große Bedenken.
Habe mich mit 8,43 (gesamt, staatlich 6,55) und 6,77 ausschließlich bei Boutiquen beworben in Rechtsgebieten, in denen ich keinerlei Vorerfahrungen habe. Habe zugegeben gute Stationen (WissMit + Anwaltsstation in GK, Wahlstation in Pharmakonzern) und Zeugnisse bekommen. Diese haben aber keine Berührungspunkte mit den von mir verfolgten Rechtsgebieten.
Von 6 Bewerbungen habe ich innerhalb von 2-3 Tagen 5 Einladungen bekommen. Gestern im allerersten Gespräch bei meinem Favoriten direkt ein Angebot bekommen, das ich aller Voraussicht nach nach den weiteren Gesprächen nächste Woche zusagen werde. Und das sind, wie gesagt, sehr gute und in wirtschaftsrechtlichen Bereichen spezialisierte Läden, nicht Feld-Wald-Wiese in Görlitz oder Elmshorn. Auch meine Ref-Kollegen sind alle gut und schnell untergekommen, soweit ich das überblicken kann.
Kann mir die Erfahrungen der Ächzenden Mitforisten hier nur damit erklären, dass sich ausschließlich bei Großkanzleien in Frankfurt/München/Hamburg/Berlin beworben wird, die eben kaum bis nicht einstellen und nur ein paar Alibi-Stellen (nach dem Motto "doch, bei uns läuft's, wir wachsen, seht ihr?") ausschreiben. Das hat dann auch nichts mit den Noten zu tun. Wenn man die vorhandenen Associates kaum auslasten kann und sich das derzeit nicht absehbar ändern wird, dann stellt man auch niemanden ein, auch wenn der 2x18 Punkte, summa-Diss und LL.M. (Yale) mitbringt.
Zudem gibt es hier sicher einen Bias: In diesen Threads sammeln sich nur die Gefrusteten. Bei wem es läuft, der rennt nicht in die Doomer-Threads dieses Juristen-Forums.
Haltet die Ohren steif und schaut ein bisschen über den Tellerrand. Macht euch auch von dem Narrativ frei, dass Großkanzlei und die damit einhergehende Vergütung das einzig Standesgemäße für Juristen mit ordentlichen Noten ist. In jedem anderen Bereich ist es so, dass man leistungsgerecht vergütet wird. Am Anfang ist man mehr oder weniger völlig nutzlos und unrentabel für egal welchen Arbeitgeber, wenn man nicht in exakt dieser Kanzlei und in dem Rechtsgebiet bereits erhebliche Vorerfahrungen hat. Großkanzleien gehen da extrem in Vorleistung und bezahlen ein Gehalt, dass durch den Output in den ersten Jahren kaum zu rechtfertigen ist. Demnach wird in Großkanzleien die ersten Jahre ebenso leistungsunabhängig vergütet wie im Öffentlichen Dienst.
Und zu guter Letzt, das kann man nicht oft genug wiederholen und sollte man schon jedem Studenten ganz oben auf jede Klausur schreiben: Gute Noten sind nur eine Eintrittskarte später zeigen zu dürfen, dass man das Potenzial dazu hat, irgendwann ein guter Anwalt zu werden und kein öffentlich verbriefter Berechtigungsschein für ein 150k+ Gehalt ab Tag 1.
In diesem Sinne viel Erfolg bei der Suche
Habe mich mit 8,43 (gesamt, staatlich 6,55) und 6,77 ausschließlich bei Boutiquen beworben in Rechtsgebieten, in denen ich keinerlei Vorerfahrungen habe. Habe zugegeben gute Stationen (WissMit + Anwaltsstation in GK, Wahlstation in Pharmakonzern) und Zeugnisse bekommen. Diese haben aber keine Berührungspunkte mit den von mir verfolgten Rechtsgebieten.
Von 6 Bewerbungen habe ich innerhalb von 2-3 Tagen 5 Einladungen bekommen. Gestern im allerersten Gespräch bei meinem Favoriten direkt ein Angebot bekommen, das ich aller Voraussicht nach nach den weiteren Gesprächen nächste Woche zusagen werde. Und das sind, wie gesagt, sehr gute und in wirtschaftsrechtlichen Bereichen spezialisierte Läden, nicht Feld-Wald-Wiese in Görlitz oder Elmshorn. Auch meine Ref-Kollegen sind alle gut und schnell untergekommen, soweit ich das überblicken kann.
Kann mir die Erfahrungen der Ächzenden Mitforisten hier nur damit erklären, dass sich ausschließlich bei Großkanzleien in Frankfurt/München/Hamburg/Berlin beworben wird, die eben kaum bis nicht einstellen und nur ein paar Alibi-Stellen (nach dem Motto "doch, bei uns läuft's, wir wachsen, seht ihr?") ausschreiben. Das hat dann auch nichts mit den Noten zu tun. Wenn man die vorhandenen Associates kaum auslasten kann und sich das derzeit nicht absehbar ändern wird, dann stellt man auch niemanden ein, auch wenn der 2x18 Punkte, summa-Diss und LL.M. (Yale) mitbringt.
Zudem gibt es hier sicher einen Bias: In diesen Threads sammeln sich nur die Gefrusteten. Bei wem es läuft, der rennt nicht in die Doomer-Threads dieses Juristen-Forums.
Haltet die Ohren steif und schaut ein bisschen über den Tellerrand. Macht euch auch von dem Narrativ frei, dass Großkanzlei und die damit einhergehende Vergütung das einzig Standesgemäße für Juristen mit ordentlichen Noten ist. In jedem anderen Bereich ist es so, dass man leistungsgerecht vergütet wird. Am Anfang ist man mehr oder weniger völlig nutzlos und unrentabel für egal welchen Arbeitgeber, wenn man nicht in exakt dieser Kanzlei und in dem Rechtsgebiet bereits erhebliche Vorerfahrungen hat. Großkanzleien gehen da extrem in Vorleistung und bezahlen ein Gehalt, dass durch den Output in den ersten Jahren kaum zu rechtfertigen ist. Demnach wird in Großkanzleien die ersten Jahre ebenso leistungsunabhängig vergütet wie im Öffentlichen Dienst.
Und zu guter Letzt, das kann man nicht oft genug wiederholen und sollte man schon jedem Studenten ganz oben auf jede Klausur schreiben: Gute Noten sind nur eine Eintrittskarte später zeigen zu dürfen, dass man das Potenzial dazu hat, irgendwann ein guter Anwalt zu werden und kein öffentlich verbriefter Berechtigungsschein für ein 150k+ Gehalt ab Tag 1.
In diesem Sinne viel Erfolg bei der Suche
06.05.2026, 13:55
(06.05.2026, 11:12)Engstirn Bräsigmann schrieb: Muss hier mal ein Gegengewicht setzen, hatte auch große Bedenken.
Habe mich mit 8,43 (gesamt, staatlich 6,55) und 6,77 ausschließlich bei Boutiquen beworben in Rechtsgebieten, in denen ich keinerlei Vorerfahrungen habe. Habe zugegeben gute Stationen (WissMit + Anwaltsstation in GK, Wahlstation in Pharmakonzern) und Zeugnisse bekommen. Diese haben aber keine Berührungspunkte mit den von mir verfolgten Rechtsgebieten.
Von 6 Bewerbungen habe ich innerhalb von 2-3 Tagen 5 Einladungen bekommen. Gestern im allerersten Gespräch bei meinem Favoriten direkt ein Angebot bekommen, das ich aller Voraussicht nach nach den weiteren Gesprächen nächste Woche zusagen werde. Und das sind, wie gesagt, sehr gute und in wirtschaftsrechtlichen Bereichen spezialisierte Läden, nicht Feld-Wald-Wiese in Görlitz oder Elmshorn. Auch meine Ref-Kollegen sind alle gut und schnell untergekommen, soweit ich das überblicken kann.
Kann mir die Erfahrungen der Ächzenden Mitforisten hier nur damit erklären, dass sich ausschließlich bei Großkanzleien in Frankfurt/München/Hamburg/Berlin beworben wird, die eben kaum bis nicht einstellen und nur ein paar Alibi-Stellen (nach dem Motto "doch, bei uns läuft's, wir wachsen, seht ihr?") ausschreiben. Das hat dann auch nichts mit den Noten zu tun. Wenn man die vorhandenen Associates kaum auslasten kann und sich das derzeit nicht absehbar ändern wird, dann stellt man auch niemanden ein, auch wenn der 2x18 Punkte, summa-Diss und LL.M. (Yale) mitbringt.
Zudem gibt es hier sicher einen Bias: In diesen Threads sammeln sich nur die Gefrusteten. Bei wem es läuft, der rennt nicht in die Doomer-Threads dieses Juristen-Forums.
Haltet die Ohren steif und schaut ein bisschen über den Tellerrand. Macht euch auch von dem Narrativ frei, dass Großkanzlei und die damit einhergehende Vergütung das einzig Standesgemäße für Juristen mit ordentlichen Noten ist. In jedem anderen Bereich ist es so, dass man leistungsgerecht vergütet wird. Am Anfang ist man mehr oder weniger völlig nutzlos und unrentabel für egal welchen Arbeitgeber, wenn man nicht in exakt dieser Kanzlei und in dem Rechtsgebiet bereits erhebliche Vorerfahrungen hat. Großkanzleien gehen da extrem in Vorleistung und bezahlen ein Gehalt, dass durch den Output in den ersten Jahren kaum zu rechtfertigen ist. Demnach wird in Großkanzleien die ersten Jahre ebenso leistungsunabhängig vergütet wie im Öffentlichen Dienst.
Und zu guter Letzt, das kann man nicht oft genug wiederholen und sollte man schon jedem Studenten ganz oben auf jede Klausur schreiben: Gute Noten sind nur eine Eintrittskarte später zeigen zu dürfen, dass man das Potenzial dazu hat, irgendwann ein guter Anwalt zu werden und kein öffentlich verbriefter Berechtigungsschein für ein 150k+ Gehalt ab Tag 1.
In diesem Sinne viel Erfolg bei der Suche
Umso wichtiger, dass positive Erfahrungen geteilt werden, danke dir.
Zu dem Punkt, dass sich das Gehalt in GKs in den ersten Jahren nicht rechtfertigt bin ich jedoch anderer Meinung. Ich kenne viel mehr Personen die im ersten Jahr schon hinreichend gebilled haben (Stunden die nicht nur aufgeschrieben, sondern auch tatsächlich in Rechnung gestellt und auch bezahlt werden), dass die GK ein gutes Geschäft mit Ihnen gemacht hat als andersherum.
06.05.2026, 13:56
Ferner muss man zu diesem Thread beachten, dass es einfach unterschiedliche Märkte in Deutschland gibt, dass man in Köln bspw. für dieselbe Stelle deutlich bessere Noten braucht als in Frankfurt war schon immer so.
06.05.2026, 14:45
(06.05.2026, 13:55)JuraHassLiebe schrieb:(06.05.2026, 11:12)Engstirn Bräsigmann schrieb: Muss hier mal ein Gegengewicht setzen, hatte auch große Bedenken.
Habe mich mit 8,43 (gesamt, staatlich 6,55) und 6,77 ausschließlich bei Boutiquen beworben in Rechtsgebieten, in denen ich keinerlei Vorerfahrungen habe. Habe zugegeben gute Stationen (WissMit + Anwaltsstation in GK, Wahlstation in Pharmakonzern) und Zeugnisse bekommen. Diese haben aber keine Berührungspunkte mit den von mir verfolgten Rechtsgebieten.
Von 6 Bewerbungen habe ich innerhalb von 2-3 Tagen 5 Einladungen bekommen. Gestern im allerersten Gespräch bei meinem Favoriten direkt ein Angebot bekommen, das ich aller Voraussicht nach nach den weiteren Gesprächen nächste Woche zusagen werde. Und das sind, wie gesagt, sehr gute und in wirtschaftsrechtlichen Bereichen spezialisierte Läden, nicht Feld-Wald-Wiese in Görlitz oder Elmshorn. Auch meine Ref-Kollegen sind alle gut und schnell untergekommen, soweit ich das überblicken kann.
Kann mir die Erfahrungen der Ächzenden Mitforisten hier nur damit erklären, dass sich ausschließlich bei Großkanzleien in Frankfurt/München/Hamburg/Berlin beworben wird, die eben kaum bis nicht einstellen und nur ein paar Alibi-Stellen (nach dem Motto "doch, bei uns läuft's, wir wachsen, seht ihr?") ausschreiben. Das hat dann auch nichts mit den Noten zu tun. Wenn man die vorhandenen Associates kaum auslasten kann und sich das derzeit nicht absehbar ändern wird, dann stellt man auch niemanden ein, auch wenn der 2x18 Punkte, summa-Diss und LL.M. (Yale) mitbringt.
Zudem gibt es hier sicher einen Bias: In diesen Threads sammeln sich nur die Gefrusteten. Bei wem es läuft, der rennt nicht in die Doomer-Threads dieses Juristen-Forums.
Haltet die Ohren steif und schaut ein bisschen über den Tellerrand. Macht euch auch von dem Narrativ frei, dass Großkanzlei und die damit einhergehende Vergütung das einzig Standesgemäße für Juristen mit ordentlichen Noten ist. In jedem anderen Bereich ist es so, dass man leistungsgerecht vergütet wird. Am Anfang ist man mehr oder weniger völlig nutzlos und unrentabel für egal welchen Arbeitgeber, wenn man nicht in exakt dieser Kanzlei und in dem Rechtsgebiet bereits erhebliche Vorerfahrungen hat. Großkanzleien gehen da extrem in Vorleistung und bezahlen ein Gehalt, dass durch den Output in den ersten Jahren kaum zu rechtfertigen ist. Demnach wird in Großkanzleien die ersten Jahre ebenso leistungsunabhängig vergütet wie im Öffentlichen Dienst.
Und zu guter Letzt, das kann man nicht oft genug wiederholen und sollte man schon jedem Studenten ganz oben auf jede Klausur schreiben: Gute Noten sind nur eine Eintrittskarte später zeigen zu dürfen, dass man das Potenzial dazu hat, irgendwann ein guter Anwalt zu werden und kein öffentlich verbriefter Berechtigungsschein für ein 150k+ Gehalt ab Tag 1.
In diesem Sinne viel Erfolg bei der Suche
Umso wichtiger, dass positive Erfahrungen geteilt werden, danke dir.
Zu dem Punkt, dass sich das Gehalt in GKs in den ersten Jahren nicht rechtfertigt bin ich jedoch anderer Meinung. Ich kenne viel mehr Personen die im ersten Jahr schon hinreichend gebilled haben (Stunden die nicht nur aufgeschrieben, sondern auch tatsächlich in Rechnung gestellt und auch bezahlt werden), dass die GK ein gutes Geschäft mit Ihnen gemacht hat als andersherum.
Sehe ich auch so. Auch wenn der First Year "nur" 1200 Billables bei z.B. 1800er Vorgabe produziert, sind das bei einem Stundensatz von 400 EUR (den werden alle GKs im transaktionsnahen Bereich mindestens haben) 480K. Damit erfüllt man die Milchmädchenrechnung von "Angestellte sollten einem Unternehmen den dreifachen Bruttolohn einbringen", wenn man von 150K Gehalt ausgeht.
Zum Arbeitsmarkt: Dieser ist auch schwierig. Auch bei GKs ist es halt so, dass einfach auch der weltbeste Jurist nicht eingeladen wird, wenn es nicht genügend Geschäft für diese Einstellung gibt. Und genau dieses Geschäft fehlt gerade in DE, es herrscht eben eine Wirtschaftsflaute, sieht man ja auch an Standortschließungen a la Linklaters in Hamburg.



