23.06.2021, 16:37
Pervers, dass durch ein geerbtes Mehrfamilienhaus mehr verdient wird als durch (soweit als Anwalt möglich) ehrliche Arbeit. Aber gut, für das Thema Erbgerechtigkeit gibt es ja schon einen Thread...
Bei mir ist es allein Einkommen aus der Anwaltschaft (GK). Würde gerne eine Lehrtätigkeit aufnehmen, da mir das bereits zu Promotionszeiten sehr viel Spaß gemacht hat. Momentan fehlt mir allerdings sowohl die Zeit als auch Gelegenheit.
Bei mir ist es allein Einkommen aus der Anwaltschaft (GK). Würde gerne eine Lehrtätigkeit aufnehmen, da mir das bereits zu Promotionszeiten sehr viel Spaß gemacht hat. Momentan fehlt mir allerdings sowohl die Zeit als auch Gelegenheit.
23.06.2021, 16:41
(23.06.2021, 16:37)C8H10N4O2 schrieb: Pervers, dass durch ein geerbtes Mehrfamilienhaus mehr verdient wird als durch (soweit als Anwalt möglich) ehrliche Arbeit. Aber gut, für das Thema Erbgerechtigkeit gibt es ja schon einen Thread...
Das MFH wurde ja auch durch ehrliche Arbeit erworben. Und sobald du dir durch deine Anwaltstätigkeit mal 1-2 Mietobjekt finanziert hast, willst du auch nicht, dass sie dir oder deinen Kindern wieder weggenommen werden ;-)
23.06.2021, 16:59
(23.06.2021, 16:41)Gast Gast schrieb:(23.06.2021, 16:37)C8H10N4O2 schrieb: Pervers, dass durch ein geerbtes Mehrfamilienhaus mehr verdient wird als durch (soweit als Anwalt möglich) ehrliche Arbeit. Aber gut, für das Thema Erbgerechtigkeit gibt es ja schon einen Thread...
Das MFH wurde ja auch durch ehrliche Arbeit erworben. Und sobald du dir durch deine Anwaltstätigkeit mal 1-2 Mietobjekt finanziert hast, willst du auch nicht, dass sie dir oder deinen Kindern wieder weggenommen werden ;-)
Ohne den Thread zu kapern: Die Häuser wurden zu einer Zeit erworben, als es noch möglich war mit einem, noch dazu eher schlichten Einkommen, Kinder großzuziehen und ein Eigenheim zu bauen (vor allem unsere Großelterngeneration). Der unglaubliche Preissprung bei Immobilien bei gleichzeitig nur sehr moderatem Lohnanstieg verbunden mit immer höherer Abgabenbelastung führt dazu, dass heute sogar die akademischen Doppelverdienerhaushalte ohne Kinder (DINKs) nicht mehr in der Lage sind, innerhalb eines überschaubaren Zeitraums von zB 30 Jahren eine angemessene Immobilien in Großstadtnähe (geht absolut nicht mehr um Toplagen) zu erwerben. Dadurch zementiert sich ein Wohlstandsgefälle zwischen denen, deren Familien schon seit 1-2 Generationen vermögend sind und denen, deren Familie nicht rechtzeitig Vermögen aufbauen konnten. Und das wirklich schlimme: Egal wie fleißig du studierst, arbeitest und ackerst, du wirst diesen Vorsprung niemals aufholen können. Selbst mit meinem sechsstelligen GK-Gehalt werde ich mir mit viel Sparen und Einschränkungen eine Immobilie von vllt. 1 Mio. abzahlen können. Dafür 30 Jahre lang 60 Stunden ackern und Spitzensteuersatz zahlen. Wer bereits Immobilienbesitzer ist kassiert ohne viel Aufwand das gleiche Geld durch Mieteinnahmen und kauft am besten noch nach. Kapitalerträge werden ebenfalls nur mit 25% besteuert, wobei die Gestaltungsmöglichkeiten zur Steuervermeidung noch wesentlich weiter sind als bei den Immos und erst recht weiter als bei der Lohnsteuer.
Dadurch ist ein wesentliches Versprechen des Kapitalismus außer Kraft gesetzt, nämlich die Durchlässigkeit zwischen den Schichten und die Möglichkeit, dass jeder aufsteigen kann, wenn er sich nur genug anstrengt. Das ist allerfeinster sozialer Sprengstoff und wenn Deutschland nicht ein Land voller Duckmäuser und Spalter wäre, wäre das Thema auch viel höher auf der (politischen) Agenda. Stattdessen lieber weiter im Klein Klein und über Themen wie Mütterbonus oder 1 Euro mehr Mindestlohn reden, statt die große Schieflage anzugehen
23.06.2021, 17:37
(23.06.2021, 16:59)C8H10N4O2 schrieb:(23.06.2021, 16:41)Gast Gast schrieb:(23.06.2021, 16:37)C8H10N4O2 schrieb: Pervers, dass durch ein geerbtes Mehrfamilienhaus mehr verdient wird als durch (soweit als Anwalt möglich) ehrliche Arbeit. Aber gut, für das Thema Erbgerechtigkeit gibt es ja schon einen Thread...
Das MFH wurde ja auch durch ehrliche Arbeit erworben. Und sobald du dir durch deine Anwaltstätigkeit mal 1-2 Mietobjekt finanziert hast, willst du auch nicht, dass sie dir oder deinen Kindern wieder weggenommen werden ;-)
Ohne den Thread zu kapern: Die Häuser wurden zu einer Zeit erworben, als es noch möglich war mit einem, noch dazu eher schlichten Einkommen, Kinder großzuziehen und ein Eigenheim zu bauen (vor allem unsere Großelterngeneration). Der unglaubliche Preissprung bei Immobilien bei gleichzeitig nur sehr moderatem Lohnanstieg verbunden mit immer höherer Abgabenbelastung führt dazu, dass heute sogar die akademischen Doppelverdienerhaushalte ohne Kinder (DINKs) nicht mehr in der Lage sind, innerhalb eines überschaubaren Zeitraums von zB 30 Jahren eine angemessene Immobilien in Großstadtnähe (geht absolut nicht mehr um Toplagen) zu erwerben. Dadurch zementiert sich ein Wohlstandsgefälle zwischen denen, deren Familien schon seit 1-2 Generationen vermögend sind und denen, deren Familie nicht rechtzeitig Vermögen aufbauen konnten. Und das wirklich schlimme: Egal wie fleißig du studierst, arbeitest und ackerst, du wirst diesen Vorsprung niemals aufholen können. Selbst mit meinem sechsstelligen GK-Gehalt werde ich mir mit viel Sparen und Einschränkungen eine Immobilie von vllt. 1 Mio. abzahlen können. Dafür 30 Jahre lang 60 Stunden ackern und Spitzensteuersatz zahlen. Wer bereits Immobilienbesitzer ist kassiert ohne viel Aufwand das gleiche Geld durch Mieteinnahmen und kauft am besten noch nach. Kapitalerträge werden ebenfalls nur mit 25% besteuert, wobei die Gestaltungsmöglichkeiten zur Steuervermeidung noch wesentlich weiter sind als bei den Immos und erst recht weiter als bei der Lohnsteuer.
Dadurch ist ein wesentliches Versprechen des Kapitalismus außer Kraft gesetzt, nämlich die Durchlässigkeit zwischen den Schichten und die Möglichkeit, dass jeder aufsteigen kann, wenn er sich nur genug anstrengt. Das ist allerfeinster sozialer Sprengstoff und wenn Deutschland nicht ein Land voller Duckmäuser und Spalter wäre, wäre das Thema auch viel höher auf der (politischen) Agenda. Stattdessen lieber weiter im Klein Klein und über Themen wie Mütterbonus oder 1 Euro mehr Mindestlohn reden, statt die große Schieflage anzugehen
Du hast nicht Unrecht. Interessant finde ich aber, dass in dem Kontext als Lösung immer nur vorgeschlagen wird, Erbschaften mehr zu besteuern (damit meine ich jetzt gar nicht dich). Damit ist aber letztlich außer der öffentlichen Hand auch niemandem gedient. Und das Missverhältnis zwischen Immobilienpreisen und Einkommen wird dadurch auch nicht besser.
23.06.2021, 17:39
(23.06.2021, 16:59)Die C8H10N4O2 schrieb:(23.06.2021, 16:41)Gast Gast schrieb:(23.06.2021, 16:37)C8H10N4O2 schrieb: Pervers, dass durch ein geerbtes Mehrfamilienhaus mehr verdient wird als durch (soweit als Anwalt möglich) ehrliche Arbeit. Aber gut, für das Thema Erbgerechtigkeit gibt es ja schon einen Thread...
Das MFH wurde ja auch durch ehrliche Arbeit erworben. Und sobald du dir durch deine Anwaltstätigkeit mal 1-2 Mietobjekt finanziert hast, willst du auch nicht, dass sie dir oder deinen Kindern wieder weggenommen werden ;-)
Ohne den Thread zu kapern: Die Häuser wurden zu einer Zeit erworben, als es noch möglich war mit einem, noch dazu eher schlichten Einkommen, Kinder großzuziehen und ein Eigenheim zu bauen (vor allem unsere Großelterngeneration). Der unglaubliche Preissprung bei Immobilien bei gleichzeitig nur sehr moderatem Lohnanstieg verbunden mit immer höherer Abgabenbelastung führt dazu, dass heute sogar die akademischen Doppelverdienerhaushalte ohne Kinder (DINKs) nicht mehr in der Lage sind, innerhalb eines überschaubaren Zeitraums von zB 30 Jahren eine angemessene Immobilien in Großstadtnähe (geht absolut nicht mehr um Toplagen) zu erwerben. Dadurch zementiert sich ein Wohlstandsgefälle zwischen denen, deren Familien schon seit 1-2 Generationen vermögend sind und denen, deren Familie nicht rechtzeitig Vermögen aufbauen konnten. Und das wirklich schlimme: Egal wie fleißig du studierst, arbeitest und ackerst, du wirst diesen Vorsprung niemals aufholen können. Selbst mit meinem sechsstelligen GK-Gehalt werde ich mir mit viel Sparen und Einschränkungen eine Immobilie von vllt. 1 Mio. abzahlen können. Dafür 30 Jahre lang 60 Stunden ackern und Spitzensteuersatz zahlen. Wer bereits Immobilienbesitzer ist kassiert ohne viel Aufwand das gleiche Geld durch Mieteinnahmen und kauft am besten noch nach. Kapitalerträge werden ebenfalls nur mit 25% besteuert, wobei die Gestaltungsmöglichkeiten zur Steuervermeidung noch wesentlich weiter sind als bei den Immos und erst recht weiter als bei der Lohnsteuer.
Dadurch ist ein wesentliches Versprechen des Kapitalismus außer Kraft gesetzt, nämlich die Durchlässigkeit zwischen den Schichten und die Möglichkeit, dass jeder aufsteigen kann, wenn er sich nur genug anstrengt. Das ist allerfeinster sozialer Sprengstoff und wenn Deutschland nicht ein Land voller Duckmäuser und Spalter wäre, wäre das Thema auch viel höher auf der (politischen) Agenda. Stattdessen lieber weiter im Klein Klein und über Themen wie Mütterbonus oder 1 Euro mehr Mindestlohn reden, statt die große Schieflage anzugehen
Eine der stärksten Nachrichten überhaupt in diesem Forum. Werde selbst gut erben aber das geht mir auch gewaltig gegen den Strich.
23.06.2021, 17:40
(23.06.2021, 17:37)Gast schrieb:(23.06.2021, 16:59)C8H10N4O2 schrieb:(23.06.2021, 16:41)Gast Gast schrieb:(23.06.2021, 16:37)C8H10N4O2 schrieb: Pervers, dass durch ein geerbtes Mehrfamilienhaus mehr verdient wird als durch (soweit als Anwalt möglich) ehrliche Arbeit. Aber gut, für das Thema Erbgerechtigkeit gibt es ja schon einen Thread...
Das MFH wurde ja auch durch ehrliche Arbeit erworben. Und sobald du dir durch deine Anwaltstätigkeit mal 1-2 Mietobjekt finanziert hast, willst du auch nicht, dass sie dir oder deinen Kindern wieder weggenommen werden ;-)
Ohne den Thread zu kapern: Die Häuser wurden zu einer Zeit erworben, als es noch möglich war mit einem, noch dazu eher schlichten Einkommen, Kinder großzuziehen und ein Eigenheim zu bauen (vor allem unsere Großelterngeneration). Der unglaubliche Preissprung bei Immobilien bei gleichzeitig nur sehr moderatem Lohnanstieg verbunden mit immer höherer Abgabenbelastung führt dazu, dass heute sogar die akademischen Doppelverdienerhaushalte ohne Kinder (DINKs) nicht mehr in der Lage sind, innerhalb eines überschaubaren Zeitraums von zB 30 Jahren eine angemessene Immobilien in Großstadtnähe (geht absolut nicht mehr um Toplagen) zu erwerben. Dadurch zementiert sich ein Wohlstandsgefälle zwischen denen, deren Familien schon seit 1-2 Generationen vermögend sind und denen, deren Familie nicht rechtzeitig Vermögen aufbauen konnten. Und das wirklich schlimme: Egal wie fleißig du studierst, arbeitest und ackerst, du wirst diesen Vorsprung niemals aufholen können. Selbst mit meinem sechsstelligen GK-Gehalt werde ich mir mit viel Sparen und Einschränkungen eine Immobilie von vllt. 1 Mio. abzahlen können. Dafür 30 Jahre lang 60 Stunden ackern und Spitzensteuersatz zahlen. Wer bereits Immobilienbesitzer ist kassiert ohne viel Aufwand das gleiche Geld durch Mieteinnahmen und kauft am besten noch nach. Kapitalerträge werden ebenfalls nur mit 25% besteuert, wobei die Gestaltungsmöglichkeiten zur Steuervermeidung noch wesentlich weiter sind als bei den Immos und erst recht weiter als bei der Lohnsteuer.
Dadurch ist ein wesentliches Versprechen des Kapitalismus außer Kraft gesetzt, nämlich die Durchlässigkeit zwischen den Schichten und die Möglichkeit, dass jeder aufsteigen kann, wenn er sich nur genug anstrengt. Das ist allerfeinster sozialer Sprengstoff und wenn Deutschland nicht ein Land voller Duckmäuser und Spalter wäre, wäre das Thema auch viel höher auf der (politischen) Agenda. Stattdessen lieber weiter im Klein Klein und über Themen wie Mütterbonus oder 1 Euro mehr Mindestlohn reden, statt die große Schieflage anzugehen
Du hast nicht Unrecht. Interessant finde ich aber, dass in dem Kontext als Lösung immer nur vorgeschlagen wird, Erbschaften mehr zu besteuern (damit meine ich jetzt gar nicht dich). Damit ist aber letztlich außer der öffentlichen Hand auch niemandem gedient. Und das Missverhältnis zwischen Immobilienpreisen und Einkommen wird dadurch auch nicht besser.
Besteuerung von Einkommen runter, Besteuerung von Vermögen (Erbschaft- oder Vermögensteuer) hoch
23.06.2021, 17:42
(23.06.2021, 17:40)Gast schrieb:(23.06.2021, 17:37)Gast schrieb:(23.06.2021, 16:59)C8H10N4O2 schrieb:(23.06.2021, 16:41)Gast Gast schrieb:(23.06.2021, 16:37)C8H10N4O2 schrieb: Pervers, dass durch ein geerbtes Mehrfamilienhaus mehr verdient wird als durch (soweit als Anwalt möglich) ehrliche Arbeit. Aber gut, für das Thema Erbgerechtigkeit gibt es ja schon einen Thread...
Das MFH wurde ja auch durch ehrliche Arbeit erworben. Und sobald du dir durch deine Anwaltstätigkeit mal 1-2 Mietobjekt finanziert hast, willst du auch nicht, dass sie dir oder deinen Kindern wieder weggenommen werden ;-)
Ohne den Thread zu kapern: Die Häuser wurden zu einer Zeit erworben, als es noch möglich war mit einem, noch dazu eher schlichten Einkommen, Kinder großzuziehen und ein Eigenheim zu bauen (vor allem unsere Großelterngeneration). Der unglaubliche Preissprung bei Immobilien bei gleichzeitig nur sehr moderatem Lohnanstieg verbunden mit immer höherer Abgabenbelastung führt dazu, dass heute sogar die akademischen Doppelverdienerhaushalte ohne Kinder (DINKs) nicht mehr in der Lage sind, innerhalb eines überschaubaren Zeitraums von zB 30 Jahren eine angemessene Immobilien in Großstadtnähe (geht absolut nicht mehr um Toplagen) zu erwerben. Dadurch zementiert sich ein Wohlstandsgefälle zwischen denen, deren Familien schon seit 1-2 Generationen vermögend sind und denen, deren Familie nicht rechtzeitig Vermögen aufbauen konnten. Und das wirklich schlimme: Egal wie fleißig du studierst, arbeitest und ackerst, du wirst diesen Vorsprung niemals aufholen können. Selbst mit meinem sechsstelligen GK-Gehalt werde ich mir mit viel Sparen und Einschränkungen eine Immobilie von vllt. 1 Mio. abzahlen können. Dafür 30 Jahre lang 60 Stunden ackern und Spitzensteuersatz zahlen. Wer bereits Immobilienbesitzer ist kassiert ohne viel Aufwand das gleiche Geld durch Mieteinnahmen und kauft am besten noch nach. Kapitalerträge werden ebenfalls nur mit 25% besteuert, wobei die Gestaltungsmöglichkeiten zur Steuervermeidung noch wesentlich weiter sind als bei den Immos und erst recht weiter als bei der Lohnsteuer.
Dadurch ist ein wesentliches Versprechen des Kapitalismus außer Kraft gesetzt, nämlich die Durchlässigkeit zwischen den Schichten und die Möglichkeit, dass jeder aufsteigen kann, wenn er sich nur genug anstrengt. Das ist allerfeinster sozialer Sprengstoff und wenn Deutschland nicht ein Land voller Duckmäuser und Spalter wäre, wäre das Thema auch viel höher auf der (politischen) Agenda. Stattdessen lieber weiter im Klein Klein und über Themen wie Mütterbonus oder 1 Euro mehr Mindestlohn reden, statt die große Schieflage anzugehen
Du hast nicht Unrecht. Interessant finde ich aber, dass in dem Kontext als Lösung immer nur vorgeschlagen wird, Erbschaften mehr zu besteuern (damit meine ich jetzt gar nicht dich). Damit ist aber letztlich außer der öffentlichen Hand auch niemandem gedient. Und das Missverhältnis zwischen Immobilienpreisen und Einkommen wird dadurch auch nicht besser.
Besteuerung von Einkommen runter, Besteuerung von Vermögen (Erbschaft- oder Vermögensteuer) hoch
Wenn davon auch gebundenes Vermögen (Immobilien) betroffen wäre, vermag ich keinen Vorteil zu erkennen.
23.06.2021, 18:18
(23.06.2021, 16:59)C8H10N4O2 schrieb:(23.06.2021, 16:41)Gast Gast schrieb:(23.06.2021, 16:37)C8H10N4O2 schrieb: Pervers, dass durch ein geerbtes Mehrfamilienhaus mehr verdient wird als durch (soweit als Anwalt möglich) ehrliche Arbeit. Aber gut, für das Thema Erbgerechtigkeit gibt es ja schon einen Thread...
Das MFH wurde ja auch durch ehrliche Arbeit erworben. Und sobald du dir durch deine Anwaltstätigkeit mal 1-2 Mietobjekt finanziert hast, willst du auch nicht, dass sie dir oder deinen Kindern wieder weggenommen werden ;-)
Ohne den Thread zu kapern: Die Häuser wurden zu einer Zeit erworben, als es noch möglich war mit einem, noch dazu eher schlichten Einkommen, Kinder großzuziehen und ein Eigenheim zu bauen (vor allem unsere Großelterngeneration). Der unglaubliche Preissprung bei Immobilien bei gleichzeitig nur sehr moderatem Lohnanstieg verbunden mit immer höherer Abgabenbelastung führt dazu, dass heute sogar die akademischen Doppelverdienerhaushalte ohne Kinder (DINKs) nicht mehr in der Lage sind, innerhalb eines überschaubaren Zeitraums von zB 30 Jahren eine angemessene Immobilien in Großstadtnähe (geht absolut nicht mehr um Toplagen) zu erwerben. Dadurch zementiert sich ein Wohlstandsgefälle zwischen denen, deren Familien schon seit 1-2 Generationen vermögend sind und denen, deren Familie nicht rechtzeitig Vermögen aufbauen konnten. Und das wirklich schlimme: Egal wie fleißig du studierst, arbeitest und ackerst, du wirst diesen Vorsprung niemals aufholen können. Selbst mit meinem sechsstelligen GK-Gehalt werde ich mir mit viel Sparen und Einschränkungen eine Immobilie von vllt. 1 Mio. abzahlen können. Dafür 30 Jahre lang 60 Stunden ackern und Spitzensteuersatz zahlen. Wer bereits Immobilienbesitzer ist kassiert ohne viel Aufwand das gleiche Geld durch Mieteinnahmen und kauft am besten noch nach. Kapitalerträge werden ebenfalls nur mit 25% besteuert, wobei die Gestaltungsmöglichkeiten zur Steuervermeidung noch wesentlich weiter sind als bei den Immos und erst recht weiter als bei der Lohnsteuer.
Dadurch ist ein wesentliches Versprechen des Kapitalismus außer Kraft gesetzt, nämlich die Durchlässigkeit zwischen den Schichten und die Möglichkeit, dass jeder aufsteigen kann, wenn er sich nur genug anstrengt. Das ist allerfeinster sozialer Sprengstoff und wenn Deutschland nicht ein Land voller Duckmäuser und Spalter wäre, wäre das Thema auch viel höher auf der (politischen) Agenda. Stattdessen lieber weiter im Klein Klein und über Themen wie Mütterbonus oder 1 Euro mehr Mindestlohn reden, statt die große Schieflage anzugehen
Jein. Du hast teilweise natürlich recht aber übersiehst dabei, dass viele MFHs, die heute in gefragten Lagen stehen, damals nicht gefragt waren (oder eben auch die Darlehenszinsen deutlich höher, sprich das Risiko). Ich kenne Immo-Eigentümer, die MFHs in Lagen haben, die heute sehr teuer sind. Die meinten, vor 20 Jahren haben sie kaum adäquate Mieter gefunden, alles war knapp auf Kante genäht oder sogar ein leichtes Verlustgeschäft. Erst als die Lagen angezogen sind, hat es sich richtig rentiert.
Dafür gibt es auch mehr als genug Immo-Eigentümer in den ostdeutschen Bundesländern, die nie auf ihren Schnitt gekommen sind. Daher darf man heute nicht auf den Markt in München oder FFM schauen und sich sagen, das kann ich mir heute aber nicht mehr leisten. Man muss eher auf den Markt in Hannover, Erfurt oder Mönchengladbach schauen. Dort kann man heute die Schnäppchen machen, die früher in FFM und Co gemacht wurden.
Die andere Sache ist, durch die niedrigen Darlehenszinsen kannst du heutzutage mit sehr hohen Finanzierungsquoten Eigentum finanzieren (auch/gerade zur Vermietung). Mit einem sechsstelligen GK-Gehalt wärst du ein super Kandidat bei der Bank. Wieso holst du dir keine MFHs auf 100% Finanzierung? Nur die Kaufnebenkosten über EK finanzieren (kannst du übrigens dann teilweise wieder bei der Steuer absetzen, wenn du die Immo vermietest). Ich kenne GK Associates, die inzwischen mehrere MFHs auf diese Art finanzieren und jetzt über die Mieteinnahmen die Darlehen tilgen.
So auch der Turn zurück zum Thread-Thema. Sich weitere Einkommens/Vermögenquellen zu schaffen, erfordert Arbeit und ist mit Risiko verbunden. Wer vor 25 Jahren in Ost-Berlin günstig ein MFH geschossen hat, wurde von seinen Freunden für verrückt erklärt. Heute ist das Ding ein paar Millionen wert. Es bringt nichts Investments retrospektiv zu planen und zu sagen, jetzt kauft man in der Boom-Stadt teuer. Man muss schauen, wo man halbwegs günstig kaufen kann (davon gibt es etliche Ecken in Deutschland) und dann schauen, welche dieser Ecken sich entwickeln kann und dann etwas Glück haben. Aber das war schon immer so.
23.06.2021, 21:41
Yep, ich bin der vermögende der mal nen mfh bekommt mit Millionenwert.
Als die Hütte gekauft wurde vor 30 Jahren war sie gerade mal nen Viertel wert.
Und die alten Herrschaften haben regelmäßig 8.000 monatlich in die Tilgung gebuttert.
Also der GK Anwalt schaffst es auch, aber dann gibts halt kein high life mehr am Wochenende im Restaurant
Als die Hütte gekauft wurde vor 30 Jahren war sie gerade mal nen Viertel wert.
Und die alten Herrschaften haben regelmäßig 8.000 monatlich in die Tilgung gebuttert.
Also der GK Anwalt schaffst es auch, aber dann gibts halt kein high life mehr am Wochenende im Restaurant
23.06.2021, 22:40
(23.06.2021, 16:59)C8H10N4O2 schrieb:(23.06.2021, 16:41)Gast Gast schrieb:(23.06.2021, 16:37)C8H10N4O2 schrieb: Pervers, dass durch ein geerbtes Mehrfamilienhaus mehr verdient wird als durch (soweit als Anwalt möglich) ehrliche Arbeit. Aber gut, für das Thema Erbgerechtigkeit gibt es ja schon einen Thread...
Das MFH wurde ja auch durch ehrliche Arbeit erworben. Und sobald du dir durch deine Anwaltstätigkeit mal 1-2 Mietobjekt finanziert hast, willst du auch nicht, dass sie dir oder deinen Kindern wieder weggenommen werden ;-)
Ohne den Thread zu kapern: Die Häuser wurden zu einer Zeit erworben, als es noch möglich war mit einem, noch dazu eher schlichten Einkommen, Kinder großzuziehen und ein Eigenheim zu bauen (vor allem unsere Großelterngeneration). Der unglaubliche Preissprung bei Immobilien bei gleichzeitig nur sehr moderatem Lohnanstieg verbunden mit immer höherer Abgabenbelastung führt dazu, dass heute sogar die akademischen Doppelverdienerhaushalte ohne Kinder (DINKs) nicht mehr in der Lage sind, innerhalb eines überschaubaren Zeitraums von zB 30 Jahren eine angemessene Immobilien in Großstadtnähe (geht absolut nicht mehr um Toplagen) zu erwerben. Dadurch zementiert sich ein Wohlstandsgefälle zwischen denen, deren Familien schon seit 1-2 Generationen vermögend sind und denen, deren Familie nicht rechtzeitig Vermögen aufbauen konnten. Und das wirklich schlimme: Egal wie fleißig du studierst, arbeitest und ackerst, du wirst diesen Vorsprung niemals aufholen können. Selbst mit meinem sechsstelligen GK-Gehalt werde ich mir mit viel Sparen und Einschränkungen eine Immobilie von vllt. 1 Mio. abzahlen können. Dafür 30 Jahre lang 60 Stunden ackern und Spitzensteuersatz zahlen. Wer bereits Immobilienbesitzer ist kassiert ohne viel Aufwand das gleiche Geld durch Mieteinnahmen und kauft am besten noch nach. Kapitalerträge werden ebenfalls nur mit 25% besteuert, wobei die Gestaltungsmöglichkeiten zur Steuervermeidung noch wesentlich weiter sind als bei den Immos und erst recht weiter als bei der Lohnsteuer.
Dadurch ist ein wesentliches Versprechen des Kapitalismus außer Kraft gesetzt, nämlich die Durchlässigkeit zwischen den Schichten und die Möglichkeit, dass jeder aufsteigen kann, wenn er sich nur genug anstrengt. Das ist allerfeinster sozialer Sprengstoff und wenn Deutschland nicht ein Land voller Duckmäuser und Spalter wäre, wäre das Thema auch viel höher auf der (politischen) Agenda. Stattdessen lieber weiter im Klein Klein und über Themen wie Mütterbonus oder 1 Euro mehr Mindestlohn reden, statt die große Schieflage anzugehen
Sehr guter Beitrag.



