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Von der Anwaltschaft in den ÖD
ÖffR123
Junior Member
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Beiträge: 12
Themen: 1
Registriert seit: Sep 2023
#21
28.09.2026, 10:41
(28.09.2026, 10:09)jurameuhle schrieb:  
(27.09.2026, 14:58)Homer S. schrieb:  
(27.09.2026, 10:23)Sesselpupser schrieb:  
(27.09.2026, 08:57)Homer S. schrieb:  
(26.09.2026, 14:28)Sesselpupser schrieb:  ZB hier im Freilichtmuseum sieht man schön wie beschwerlich das Leben als Bauer früher war, dagegen ist Anwalt in der Großkanzlei ein Top-Job. Das Problem ist halt dass der ÖD mit hoher Bezahlung für wenig Arbeit bietet, die Jobs, die wirklich kostendeckend und wertschöpfend sind, nicht bieten können. Dass die politisch-gesellschftlichen Entwicklungen oft nicht-wertschöpfende Branchen subventioniert, sorgt halt auch auf der Arbeitnehmetebene sich viele für den einfachen Weg entscheiden, oftmals noch schön kaschiert mit dem Gedanken, ja „was fürs Gemeinwohl zu tun“. Leider insgesamt eine bedenkliche Entwicklung, (der ich mich selbst als Beamter im HD auch nicht entziehen konnte, so ehrlich muss man sein).

Diese immer gleichen Klischees zeigen wie klein der Horizont mancher Foristen hier ist. Den öd so pauschal zu beschreiben ist mindestens genauso Unsinn wie die Tätigkeit als Anwalt einheitlich zu erfassen...

Man müsste sich halt mal überlegen woher diese „Klischees“ stammen. Defacto sieht es außerhalb der Führungsebene in nicht allen, aber vielen Bereichen so aus, dass das Verhältnis zwischen Arbeit und Benefits nicht stimmt. Ich weiß es aus eigener Erfahrung, mittlerweile 5 Jahre in der Behörde, wie auch von Berichten von Freunden aus anderen Behörden. Wenn es verallgemeinernd klingt, möchte ich das allerdings ein Stück weit richtig stellen, natürlich ist es nicht überall gleich, aber doch an vielen Stellen.

Vielleicht ist unsere Schnittstelle die These, dass es juristische Arbeitsplätze gibt, die eine besonders schlechte Kombi aus Aufwand und Ertrag haben. Und ich würde mir auch in Behörden mehr Leistungs- oder stellenzulagen wünschen und will auch in keiner Pauschalität behaupten, dass der ÖD nur aus Arbeitstieren besteht. Aber ich kenne hier (in einer Behörde/Ministerium) auch viele, die mindestens 10 Stunden am Tag vor Ort sind und dann nochmal ne Stunde pro Weg brauchen. Und spätestens ab der Ebene des Referatsleiters ist bei uns auch Schluss mit mehr als einem Tag HO pro Woche. So gut wie niemand der etwas über A15 hinauskommen möchte hat ein entspanntes Leben. 

Das im ÖD auch der ein oder andere Lowpeformer mitgezogen wird ist so. Aber hier wird ja oft so getan, als würde man mit 9-5, 4 Tagen HO, 30 Tagen Urlaub plus 4 Wochen Krankfeiern noch Karriere machen. 
Und ja, es gibt diese Leute und rausfliegen können die (teilweise leider) nicht. Aber die fliegen hier auch ganz schnell aus den Ministerien, werden auf irgendeine Kack-Stelle gesetzt und versauern dann dort. Wer das als Work-Life Balance benefit betrachtet, bekommt den, aber erstrebenswert ist das doch nicht?!

Denke das die Bezahlung im Beamtentum recht gut mit der in Unternehmen vergleichbar ist. Das bezieht sich jetzt nicht speziell auf Juristen, sondern ist so mein Ergebnnis wenn ich so unter meinen Kollegen der Durchschnitt betrachte.

Den Vergleich mit dem Unternehmen finde ich auch sehr gut. Ich glaube einfach, dass es immer ab einer gewisse Größe dieselben strukturellen Probleme und Defizite gibt egal ob privat oder öD. Es sind halt mehr oder weniger hierarchische Strukturen mit Zuständigkeiten und vielen Akteuren, die an gemeinsamen Projekten arbeiten. Für mich sind diese Diskussionen, um diese ganze öD Kultur etc. immer etwas unsinnig. Klar ist dort mal die Work Life Balance besser. Aber wer möchte dafür dann in einem Job arbeiten der einem nicht gefällt und das für Jahrzehnte im Extremfall. Nur Beamter werden oder in den öD allgemein gehen wegen der angenehmeren Arbeit ist doch quatsch. Es muss immer im Optimalfall beides stimmen oder halt so wie man es selbst gewichtet. Ich bin grad vorübergehend noch in einer Behörde (nicht Justiz) und merke, dass ich das trotz der sehr guten Arbeitsbedingungen einfach wegen der Tätigkeit an sich später nicht dauerhaft machen möchte und bin froh, dass es nur vorübergehend ist.
Diese ewige Diskussion ist wirklich müßig. Jeder weiß es: in den Öd geht man, um relativ wenig zu arbeiten, Anwalt wird man, ‚um‘ möglichst viel zu arbeiten. Wer mit dem einen dann nicht einverstanden ist, eine Änderung der Lebenseinstellung hat (z.B. wegen Kindern), muss wechseln. Syndikus changiert dazwischen. Aber die Wahrheit ist und bleibt: die Besoldung im ÖD ist leistungsunabhängig. Das ist keine Meinung, das ist schlicht rechtlich wie tatsächlich so. 

Der Mensch ist zudem sehr anpassungsfähig. Der eine hat Schwierigkeiten mit der Orga seines Alltags, der andere schreibt ne Doktorarbeit in 1 Jahr und wuppt nebenher 2 Kinder. Die eine redet vom schwierigen lehramtsexamen, der Jurist lacht darüber. Auch innerhalb einer Person gilt das. War das Abi noch eine riesige Hürde, nimmt der empfundene Schwierigkeitsgrad mit den danach absolvierten Examina ab. Insofern. Wer ein exorbitant gutes und bedingungsloses Einkommen möchte, kriegt 3 Kinder + (ab dem 3. gibts die unverhältnismäßigen kinderzuschläge) und zsck
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