21.01.2026, 14:43
(21.01.2026, 10:30)nachdenklich schrieb:(21.01.2026, 09:35)Spencer schrieb:(21.01.2026, 08:03)ForumBenutzer schrieb: Ich hatte das ein oder andere Gespräch bei Behörden gehabt und die Menschen dort haben einfach sowas von das beamtentum nach außen ausgestrahlt. Aber im negativen Sinne… Klar ist es aktuell schwierig reinzukommen. Aber wenn du dort bist hast du mit den ganzen schlafnasen der letzten zwanzig Jahre zu tun… ob das so toll ist immer weiß ich nicht..Ganz so allgemein würde ich es nicht formulieren.
Im öD arbeitet zwar tendenziell schon eher ein anderer Menschenschlag als in der freien Wirtschaft. Eher sicherheitsorientiert und gelegentlich mit einem Hang zur Überanpassung.
Ich durfte allerdings auch mal für einige Zeit in eine GK reinschnuppern, da habe ich teilweise sehr verbissene und offen narzisstische Menschen erlebt.
Beide Welten sind aber gross genug, dass sich auch viele nette Normalos wie du und (hoffentlich auch) ich dort rumtreiben ;-)
@JurisRef: Ja, das hat damals mit der passenden Spezialisierung, etwas Glück und noch mehr Flexibilität direkt geklappt. Ich würde auch heute die Prognose wagen, dass jeder, der wirklich unbedingt in den öD möchte und vielleicht nicht 2x ausreichend mitbringt, es über kurz oder etwas länger auch dorthin schafft. Dafür wird schon die dortige Altersstruktur sorgen. Auch die Wirtschaft wird irgendwann wieder anziehen. Nur muss man vielleicht bis dahin etwas flexibler sein, was die konkrete Stelle betrifft.
So zu hoffen.
Aber es bleiben noch große Fragezeichen. Aktuell hat nicht nur der Bund, sondern viele Länder und Kommunen nicht nur Einstellungsstopp, sondern es besteht die grundsätzliche Planung, Stellen nicht mehr nachzubesetzen. Der Headcount soll aufgrund dessen mittelfristig um 10-15% schrumpfen. Auch wenn die Altersstruktur in manchen Behörden im gehobenen mittleren Alter liegt : Ein Großteil im hD ist nicht kurz vor der Rente, viele sind Mitte/Ende 40 - Mitte/Ende 50. Die müssen noch 5,10,15,20 Jahre ihren Dienst versehen. Im Übrigen sollte man sich auch ehrlich machen und nicht davon ausgehen, dass in Zeiten von Digitalisierung und KI gerade im Bereich Verwaltung und Recht massiv Stellen ausgebaut oder nur nachbesetzt werden.
Mit dem richtigen fachlichen KI-Tool kann ich mir jetzt schon wirklich gute Entwürfe für Stellungnahmen, Klagen, Erwiderungen oder sogar Gutachten erstellen lassen, die ich je nach Bedarf weiter verändern, kürzen oder detaillieren kann. Ich kann komplexe Verträge anonymisiert prüfen, auslegen bzw. interpretieren und mir je nach Bedarf Klauseln erstellen/anpassen lassen. Ich bekomme in sekunden Vorschläge für Rechtsprechung und Literatur, die, auch wenn sie vllt. nicht exakt auf den Fall passen, jedenfalls als Argumentationsfundament hervorragend genutzt werden können. Und die Tools werden ja immer besser/feiner. Man muss natürlich prompten können und ja, man fühlt sich durch die KI-Nutzung irgendwie akademisch kastriert....aber das ist leider die Zukunft.
Mal schauen wo die Welt und Gesellschaft in den nächsten Jahren hinsteuert.
EDIT: der "run" auf den ÖD gilt aber auch für mD und gD. Länder und Kommunen berichten von hunderten Bewerbungen auf wenige Ausbildungsplätze/Plätze zum dualen Studium (Verwaltung/Public Mangement). Wenn man von Fachkräftemangel im ÖD spricht, dann dürfte hiermit insbesondere Erziehung/Pädagogik/Betreuung/Handwerk und u.U. IT gemeint sein (wobei Letzteres ja auch nicht mehr so richtig stimmt).
Bitte sag das den AG Leitern die von Fachkräftemangel in allen Bereichen reden und so tun, als wäre die Note in Zeiten des Fachkräftemangels uninteressant und jeder Volljurist freie Auswahl hätte da der Arbeitsmarkt so gut wie nie sei. Habe mich noch nie so belogen gefühlt :(
21.01.2026, 14:45
(21.01.2026, 14:37)Arion schrieb: Ich bin auch Gen Y und da wollte keiner zur Bundeswehr. Bundeswehr war eher etwas für Ewiggestrige oder Minderbemittelte.
Gen Z besteht zum Glück nichtmehr aus so vielen Gardinenpredigern. Gleichzeitig hat die Bundeswehr dennoch aufgrund der politischen Rahmenbedingungen einen gewaltigen Personalbedarf, wahrscheinlich aber nicht bei der Verwaltung.
21.01.2026, 15:11
21.01.2026, 22:08
(21.01.2026, 15:11)Egal_ schrieb:(21.01.2026, 14:37)Arion schrieb: Ich bin auch Gen Y und da wollte keiner zur Bundeswehr. Bundeswehr war eher etwas für Ewiggestrige oder Minderbemittelte.
Das scheinen damals wie heute viele anders zu sehen, sonst müsste der TE nicht um einen verpassten Job trauern, den er gar nicht haben wollte.
Ich bin GenZ und habe mich schlicht sehr breit beworben um viel Auswahl zu haben und viele Erfahrungen in Gesprächen. Mittlerweile habe ich einen guten Job gefunden und bin zum Glück nicht bei der BW gelandet :D Ich würde aber lügen, wenn es mich nicht getroffen hätte eine Absage zu bekommen. Grade wenn man das Gefühl hatte die ganzen Tests liefen gut.


