02.11.2025, 15:18
(31.10.2025, 13:29)Baurechthasser schrieb: Hi zusammen,Die ALG I Zeit dieses Jahr war ein Traum - lass es Dir nicht nehmen. Arbeiten muss man noch genug.
ich habe diesen Monat mein 2.Examen bestanden und bin mit den Noten ziemlich zufrieden. Leider hab ich direkt schon jetzt einen Vermittlungsvorschlag mit Rechtsbehelfsbelehrung bekommen für eine unattraktive Kanzlei. Da hab ich absolut kein Bock drauf.Sowieso hätte ich gerne mal ein paar Monate Urlaub gemacht und mich ausgeruht. Die Vermittlerin schien beim Gespräch auch sehr verständnisvoll und wollte gar keine Mindestzahl an Bewerbungen. Hab ich mich wohl getäuscht.
Hat jemand Erfahrung wie man aus solchen Vorschlägen rauskommt? Lustlose Bewerbung mit Rechtschreibfehlern? Gehaltsvorstellungen angeben? Was darf ich in die Bewerbung schreiben, was nicht? Würde ungern eine Sanktion kassieren.
Aber selbst wenn könnte ich ja trotz Sperrzeit noch Bürgergeld beantragen oder? das ALG I reicht mir wegen des geringen Ref. Gehalts sowieso nicht, also werde ich ab nächsten Monat sowieso Bürgergeld beantragen.
Was sind so euere Erfahrungen? Ich hab übrigens kein Interesse die nächsten Monate zu arbeiten, falls dieser Vorschlag kommt. Zur Not nehme ich halt Bürgergeld mit Sanktion, aber das würde ich gerne vermeiden.
Edit: Richtige Almanns hier. Arbeitslosengeld zu nehmen und dann erstmal zu chillen ist völlig normal. Ein Kumpel von mir macht erstmal auch 4 Urlaub und bezieht ALG. Natürlich ist das nicht die Idee des ALG, aber das ist der Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
Ich hatte ein von der AfA vermitteltes Gespräch. Wurde trotz unmotivierten Anschreibens eingeladen wegen der Noten bei einem öffentlichen Arbeitgeber. Das Gespräch war dann mit Fachfragen gestaltet. Habe dann oft einfach gesagt „keine Ahnung“ und gesmiled. Hab dann „leider“ eine Absage bekommen. 😬
02.11.2025, 16:18
Das kann man alles machen wie man will - je nach persönlicher Moralvorstellung und Risikoaffinität (vielleicht liest hier ja jemand mit).
Was mir nicht gefällt ist aber, mit zweierlei Maß zu messen - hier "wir" die es uns verdient haben, ein bisschen zu schummeln, dort "die" asozialen Schmarotzer. Da gibt es hier im Forum eine gewisse Tendenz dazu...
Was mir nicht gefällt ist aber, mit zweierlei Maß zu messen - hier "wir" die es uns verdient haben, ein bisschen zu schummeln, dort "die" asozialen Schmarotzer. Da gibt es hier im Forum eine gewisse Tendenz dazu...
02.11.2025, 21:28
Jeder hat seinen eigenen moralischen Kompass. Aber wer schummelt und wer schmarotzt, der muss auch damit rechnen dass Kritik kommt. Natürlich sind die Vermittlungsvorschläge meistens Quatsch für uns Juristen, und das System ist gelinde gesagt auf eher faule und unzuverlässige Menschen zugeschnitten, deren Eigenverantwortung wenig ausgeprägt durch den Staat übernommen werden soll. Anderes Kernklientel, eine one fits all-Lösung passt eben selten auch alle oder auch nur die meisten.
02.11.2025, 21:35
ALG1 Anspruch wurde erarbeitet und bezahlt. Das ist moralisch für mich eher Versicherungsbetrug als Schmarotzertum am Staat.
02.11.2025, 23:59
Also ich hab es damals wirklich bereut, dass ich quasi direkt nach der Mündlichen im 2. StEX begonnen habe zu arbeiten. Es ist überhaupt nicht verwerflich, hier nochmal ein paar Monate die Akkus aufzuladen.
Das beste wäre, du bewirbst dich bereits jetzt bei deinem Wunscharbeitgeber, aber halt erst mit einem geplanten Einstieg ab z.B. März 2026. Wenn du dann da eine Zusage und einen Vertrag hast, werden die dich bis dahin dann auch in Ruhe lassen.
Das beste wäre, du bewirbst dich bereits jetzt bei deinem Wunscharbeitgeber, aber halt erst mit einem geplanten Einstieg ab z.B. März 2026. Wenn du dann da eine Zusage und einen Vertrag hast, werden die dich bis dahin dann auch in Ruhe lassen.
03.11.2025, 00:48
das Verwerfliche ist, das auf Kosten der Allgemeinheit zu tun
03.11.2025, 07:09
(03.11.2025, 00:48)Freidenkender schrieb: das Verwerfliche ist, das auf Kosten der Allgemeinheit zu tun
Es ist nicht nur verwerflich. Der Bezug von Leistungen der Arbeitslosenversicherung setzt voraus, dass man dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht. Das ist hier erkennbar nicht beabsichtigt. Es ist mir über dies schleierhaft, dass die Moderation trotz Meldung diese offensichtliche Anfrage nach Beratung zum Sozialversicherungsbetrug nicht unverzüglich löscht.
03.11.2025, 10:08
(03.11.2025, 00:48)Freidenkender schrieb: das Verwerfliche ist, das auf Kosten der Allgemeinheit zu tun
Der Staat wird sich nie wieder davon erholen, wenn ein Jurist, der später mit seinen Abgaben mehrere Rentner gleichzeitig durchfüttert, sich noch 1-2 Monate irgendwie 700 Euro auszahlen lässt, weil er vorm Berufsstart nochmal in den Urlaub will
03.11.2025, 10:29
(03.11.2025, 10:08)Lauser schrieb:(03.11.2025, 00:48)Freidenkender schrieb: das Verwerfliche ist, das auf Kosten der Allgemeinheit zu tun
Der Staat wird sich nie wieder davon erholen, wenn ein Jurist, der später mit seinen Abgaben mehrere Rentner gleichzeitig durchfüttert, sich noch 1-2 Monate irgendwie 700 Euro auszahlen lässt, weil er vorm Berufsstart nochmal in den Urlaub will
Irrtum. Wie der geneigte Forumleser weiß, vegetieren die Juristen an der Grenze zum Existenzminimum. Im Übrigen vgl. oben.
03.11.2025, 10:32
(03.11.2025, 07:09)RefNdsOL schrieb: Es ist mir über dies schleierhaft, dass die Moderation trotz Meldung diese offensichtliche Anfrage nach Beratung zum Sozialversicherungsbetrug nicht unverzüglich löscht.
Der Threadersteller bekommt Dank Dir und dem überwiegenden Teil der anderen User aufgezeigt, wie sein Verhalten moralisch und rechtlich einzuordnen ist. Das ist sicherlich -auch für Mitlesende - hilfreicher, als den Thread zu löschen.



Sowieso hätte ich gerne mal ein paar Monate Urlaub gemacht und mich ausgeruht. Die Vermittlerin schien beim Gespräch auch sehr verständnisvoll und wollte gar keine Mindestzahl an Bewerbungen. Hab ich mich wohl getäuscht.