09.06.2022, 13:42
Wurde im Vorstellungsgespräch mit einer deutschen Großkanzlei sehr offensiv zu persönlichen Themen ausgefragt. Unteranderem danach ob ich kein Kind von Traurigkeit wäre. Glaube der Partner wollte mich etwas aus der Reserve locken um herauszufinden ob ich auch was anderes mache außer Jura. Fand aber das Gespräch sehr unterhaltsam und hätte das darauf folgende Angebot auch angenommen, wenn ich nicht ein besseres bekommen hätte.
09.06.2022, 14:33
(09.06.2022, 06:42)FrauReferendarin schrieb: FrauReferendarin
Dieses Forum gibt einem doch immer wieder ne gehörige Realitätsklatsche. Man sollte ja davon ausgehen, dass unter den Postern hier überwiegend (relativ) junge Juristen unterwegs sind und dass davon immer noch einige denken, eine Frage nach der Religionszugehörigkeit sei im Bewerbungsprozess auch nur ansatzweise zulässig, ist doch irgendwie erschreckend. Wahrscheinlich sollten wir Frauen auch fragen, ob sie in naher Zukunft schwanger werden wollen...
Ja, wirklich erschreckend, dass man als Jurist nicht jedes schwachsinnige Gesetz da draußen geil findet. Alle Gesetze sind immer perfekt und als Jurist hat man sie auch in seiner Freizeit zu lieben. Deswegen sollten wir auch den ganzen Juristen in den Parlamenten ihre Examina aberkennen. Sie verbringen ja den ganzen Tag damit, die gegenwärtige Rechtslage doof zu finden!
/s, falls nicht offensichtlich genug.
09.06.2022, 15:03
(09.06.2022, 06:42)FrauReferendarin schrieb: Dieses Forum gibt einem doch immer wieder ne gehörige Realitätsklatsche. Man sollte ja davon ausgehen, dass unter den Postern hier überwiegend (relativ) junge Juristen unterwegs sind und dass davon immer noch einige denken, eine Frage nach der Religionszugehörigkeit sei im Bewerbungsprozess auch nur ansatzweise zulässig, ist doch irgendwie erschreckend. Wahrscheinlich sollten wir Frauen auch fragen, ob sie in naher Zukunft schwanger werden wollen...
Oder aber man empfindet formal gesehen unzulässige Fragen nicht als mögliche Diskriminierung, sondern als Interesse an der eigenen Persönlichkeit.
Gerade bei passenden Noten für GKs interessieren sich die Anwälte doch hauptsächlich dafür, ob jemand ins Team passt.
Da kann auch ein wenig Smalltalk über das Leben des Bewerbers passen, und die Religionszugehörigkeit bietet sich bei entsprechendem und offensichtlichem Hintergrund an.
Wobei man natürlich zugeben muss, dass solche Fragen von wenig Fingerspitzengefühl zeugen.
Damit manövriert man sich schnell ins Abseits, selbst wenn man nur gute Absichten hatte.
09.06.2022, 16:58
Die beste Story fand ich bisher die, dass man 1 h im Konfi ein Buch gelesen hat und da gechillt hat, weil man sich nicht getraut hat nachzufragen, musste herzhaft lachen (nicht böse gemeint) :D
Meine schlimmste Story: Wurde in einem 2. und finalen Gespräch, das eigentlich nur noch Formsache sein sollte von der Abteilungsleiterin in einem Unternehmen gefragt ob ich einen Kinderwunsch habe, was meine Eltern, Geschwister und mein Partner beruflich machen inkl. Abfrage aller Arbeitgeber. Und dann am Ende der Satz: Sie sind nicht das was ich wollte, aber wo bekommt man schon 100 %. Wollte den Job vorher echt gerne haben, aber dann ganz sicher nicht mehr.
Meine schlimmste Story: Wurde in einem 2. und finalen Gespräch, das eigentlich nur noch Formsache sein sollte von der Abteilungsleiterin in einem Unternehmen gefragt ob ich einen Kinderwunsch habe, was meine Eltern, Geschwister und mein Partner beruflich machen inkl. Abfrage aller Arbeitgeber. Und dann am Ende der Satz: Sie sind nicht das was ich wollte, aber wo bekommt man schon 100 %. Wollte den Job vorher echt gerne haben, aber dann ganz sicher nicht mehr.
09.06.2022, 17:49
(09.06.2022, 16:58)Gast schrieb: Die beste Story fand ich bisher die, dass man 1 h im Konfi ein Buch gelesen hat und da gechillt hat, weil man sich nicht getraut hat nachzufragen, musste herzhaft lachen (nicht böse gemeint) :D
Meine schlimmste Story: Wurde in einem 2. und finalen Gespräch, das eigentlich nur noch Formsache sein sollte von der Abteilungsleiterin in einem Unternehmen gefragt ob ich einen Kinderwunsch habe, was meine Eltern, Geschwister und mein Partner beruflich machen inkl. Abfrage aller Arbeitgeber. Und dann am Ende der Satz: Sie sind nicht das was ich wollte, aber wo bekommt man schon 100 %. Wollte den Job vorher echt gerne haben, aber dann ganz sicher nicht mehr.
Einfach kommentieren mit: beruht auf Gegenseitigkeit, aber hey, wir machen das beste draus ?
09.06.2022, 18:41
(09.06.2022, 16:58)Gast schrieb: Die beste Story fand ich bisher die, dass man 1 h im Konfi ein Buch gelesen hat und da gechillt hat, weil man sich nicht getraut hat nachzufragen, musste herzhaft lachen (nicht böse gemeint) :D
Meine schlimmste Story: Wurde in einem 2. und finalen Gespräch, das eigentlich nur noch Formsache sein sollte von der Abteilungsleiterin in einem Unternehmen gefragt ob ich einen Kinderwunsch habe, was meine Eltern, Geschwister und mein Partner beruflich machen inkl. Abfrage aller Arbeitgeber. Und dann am Ende der Satz: Sie sind nicht das was ich wollte, aber wo bekommt man schon 100 %. Wollte den Job vorher echt gerne haben, aber dann ganz sicher nicht mehr.
Die Story mit dem Buch verstehe ich nicht ...wer hat das gelesen und was hätte er stattdessen tun sollen?
09.06.2022, 19:03
(09.06.2022, 13:01)Freidenkender schrieb: wenn man öfters mal Personal sucht, dann sieht man schon so einiges. Eine Bewerberin, die mir echt leid tat, bekam mitten im Vorstellungsgespräch Nasenbluten. Es lief wie die Sau und bis genug Tempos da waren, war das schöne Kostüm auch schon eingesaut. Wir haben dann das Gespräch abgebrochen. Sie dachte sie wäre echt schon raus, aber wir haben es ein paar Tage später noch mal "versucht". Sie hatte wieder das Problem, aber nicht so heftig, wir haben es dann durchgezogen und sie ist heute noch meine Mitarbeiterin. Aufregung äußert sich halt bei jedem anders....
Ach je, die Arme

Mein skurrilstes Erlebnis war eine potentielle Vorgesetzte, die im Gespräch E-Zigarrette rauchte. Das Gespräch fand zwar via Teams statt, aber schön war es trotzdem nicht mit anzusehen. Rauchschwaden im Großformat.
Der Funke sprang dann wohl von beiden Seiten nicht so über...
09.06.2022, 19:42
Sorry, aber die Antworten hier sind teilweise wirklich zum Lachen. Ich bin dt. Staatsangehörige, habe aber dennoch einen türkischen Namen. Jeder potenzielle Arbeitgeber wird sich zumindest im Ansatz denken können, dass ich Muslimin bin oder sein könnte. Bis heute hatte ich so einige erfolgreiche Bewerbungsgespräche für eine Stelle als stud. Hilfskraft, als WissMit, als Referendarin und als Anwältin. Außer dem hier berichteten Fall wurde meine ethnische Herkunft oder meine Religion NIE zum Thema gemacht! Nur einmal hat mich der Vorsitzende im mdl. Examen darauf angesprochen, dass er es toll findet, dass ich als Kind türkischer Eltern bei einem christlichen Träger einer ehrenamtlichen Tätigkeit nachgehe.
Dass man in einem Bewerbungsgespräch Small Talk führt und auch ich das problemlos mache und gemacht habe, ist nicht das Thema. Meine Religionszugehörigkeit geht NUR MICH etwas an. Und wer behauptet, dass das ein Small Talk Thema in einem Bewerbungsgespräch sei und man anhand meines Beitrages gemerkt habe, dass man wohl den richtigen Riecher in meinem Fall hatte, dem kann ich da auch nicht helfen :) Schönen Tag noch!
Dass man in einem Bewerbungsgespräch Small Talk führt und auch ich das problemlos mache und gemacht habe, ist nicht das Thema. Meine Religionszugehörigkeit geht NUR MICH etwas an. Und wer behauptet, dass das ein Small Talk Thema in einem Bewerbungsgespräch sei und man anhand meines Beitrages gemerkt habe, dass man wohl den richtigen Riecher in meinem Fall hatte, dem kann ich da auch nicht helfen :) Schönen Tag noch!
09.06.2022, 20:07
Vllt. wollte man einfach testen, wie du auf eine Frage nach deiner Religionszugehörigkeit reagierst.
Je nachdem welche Kundschaft man hat, wäre eine solche Frage ggf. auch von dieser zu erwarten gewesen.
Wenn du da so gereizt drauf reagiert hättest, dann wäre das ggf. eher kontraproduktiv.
Zum anderen gibt ja auch durchaus unterschiedliche Grade von (Streng-)Gläubigkeit und mit den damit
einhergehenden täglichen Ritualen. Wenn du eben 5x täglich auf ein Gebet bestehen würdest,
dann könnte das durchaus den Berufsalltag tangieren.
Vllt. hat dein Gesprächspartner einfach schon ähnliche Erfahrungen gemacht und wollte einfach Klarheit.
Grundsätzlich sollte die Frage natürlich irrelevant sein,
aber wenn man den Kandidaten näher kennenlernen will, dann ist seine Weltanschauung/Religion doch
auch etwas, was den Charakter prägt und den versucht man (insb. bei kleinen Teams) doch auch irgendwie
einzuschätzen.
Wurde denn nach deiner Antwort das Thema vertieft?
Je nachdem welche Kundschaft man hat, wäre eine solche Frage ggf. auch von dieser zu erwarten gewesen.
Wenn du da so gereizt drauf reagiert hättest, dann wäre das ggf. eher kontraproduktiv.
Zum anderen gibt ja auch durchaus unterschiedliche Grade von (Streng-)Gläubigkeit und mit den damit
einhergehenden täglichen Ritualen. Wenn du eben 5x täglich auf ein Gebet bestehen würdest,
dann könnte das durchaus den Berufsalltag tangieren.
Vllt. hat dein Gesprächspartner einfach schon ähnliche Erfahrungen gemacht und wollte einfach Klarheit.
Grundsätzlich sollte die Frage natürlich irrelevant sein,
aber wenn man den Kandidaten näher kennenlernen will, dann ist seine Weltanschauung/Religion doch
auch etwas, was den Charakter prägt und den versucht man (insb. bei kleinen Teams) doch auch irgendwie
einzuschätzen.
Wurde denn nach deiner Antwort das Thema vertieft?
09.06.2022, 20:20
Ich (m) wurde bei einem 2. Gespräch zum Essen eingeladen. Die potentielle Chefin erzählte dabei von einem ehemaligen Arbeitskollegen oder so, der nie direkt sagte, dass er einen Freund hat, sondern immer von seinem "significant other" sprach. Dann fragte sie mich, ob ich eigentlich jemanden an meiner Seite hätte.
Ich hab mich in dem Moment gefragt, ob sie mich gerade wirklich fragen wollte, ob ich schwul sei. Ich glaub zwar nicht, dass sie das wirklich so meinte, aber die Einleitung und Formulierung war etwas komisch gewählt.
Da stimme ich dir absolut zu.
Ich hab mich in dem Moment gefragt, ob sie mich gerade wirklich fragen wollte, ob ich schwul sei. Ich glaub zwar nicht, dass sie das wirklich so meinte, aber die Einleitung und Formulierung war etwas komisch gewählt.
(09.06.2022, 19:42)eflatun schrieb: Dass man in einem Bewerbungsgespräch Small Talk führt und auch ich das problemlos mache und gemacht habe, ist nicht das Thema. Meine Religionszugehörigkeit geht NUR MICH etwas an. Und wer behauptet, dass das ein Small Talk Thema in einem Bewerbungsgespräch sei und man anhand meines Beitrages gemerkt habe, dass man wohl den richtigen Riecher in meinem Fall hatte, dem kann ich da auch nicht helfen :) Schönen Tag noch!
Da stimme ich dir absolut zu.










