14.03.2026, 00:15
(13.03.2026, 23:49)medoLAW schrieb:Ich habe mit keinem Wort gesagt, dass ich weggehen würde, sobald ich irgendwas wüsste. Ich versuche jetzt gerade (ergo: vorher) herauszufinden, ob das das Richtige für mich sein könnte, daher der Post und die Frage nach Erfahrungswerten. Auch habe ich nie gesagt, gar keine intrinsische Motivation zu haben, das interpretiert ihr beiden da rein. Den Joke mit der Freizeit scheinst du nicht verstanden zu haben, auch gut.(13.03.2026, 17:23)Refgurke schrieb:Da wird dir doch gar nichts unterstellt. Du hast es doch ausdrücklich geschrieben : Besoldung , Verbeamtung und dass du dann auch ggf. weg gehst, sobald du weißt, was du machen willst.(13.03.2026, 17:02)Spencer schrieb: An der Antwort zur Motivlage würde ich bis zum Bewerbungsgespräch aber noch ein wenig feilen…
Will nicht patzig sein, aber Kollegen, die unmotiviert waren/sind („Hauptsache öD“) und ihre Arbeit auf anderen abgeladen haben bzw. plötzlich einfach mal weg waren, als es was besseres gab, hatte ich schon einige…letztlich haben die Kollegen dieses cherry picking alles mitzutragen.
Also offensichtlich bist Du in der Verwaltung tätig und hast aber kein Interesse daran, mir Deine Erfahrungen zum Berufseinstieg mitzuteilen?
Ich finde sehr interessant, was Du meinst, mir hier alles unterstellen zu wollen, anhand einer simplen kurzen Anfrage in einem Forum. Das ist hier gerade kein Bewerbungsgespräch, sondern ein Forum, das dazu da ist, Fragen zu stellen und Antworten zu bekommen... Ich kann auch nichts dafür, wie sich Ex-Kolleg/innen verhalten haben. Aber schon mal positiv zu werten ist ja, dass Du freitags nachmittags im öD viel Freizeit zu haben scheinst
Hier schreibt jeder in seiner Freizeit. Wenn du meinst, dass man Antworten "zu bekommen" hat, dann stößt das auch schon negativ auf.
Ich habe lieber Kollegen, die auch eine intrinsische Motivation haben.
Ich kanns nicht so ganz nachvollziehen, dass mein Post scheinbar Verwaltungsjurist/innen triggert und (zumindest ihr beiden - ich unterstelle jetzt wegen des letzten Satzes mit dem "Kollegen", dass auch Du in der Verwaltung tätig bist -) keine/r von euch mir eine konstruktive Rückmeldung zu Erfahrungswerten geben möchte, sondern es offensichtlich besser und zielführender findet, mir sagen zu wollen, dass Leute, die *auch* aufgrund der Besoldung und der Verbeamtung die Verwaltung in Betracht ziehen, das lieber lassen sollen.
Was ist die Motivation dahinter? Ich würde es gerne verstehen.
14.03.2026, 12:59
(13.03.2026, 23:49)medoLAW schrieb:Danke!(13.03.2026, 17:23)Refgurke schrieb:Da wird dir doch gar nichts unterstellt. Du hast es doch ausdrücklich geschrieben : Besoldung , Verbeamtung und dass du dann auch ggf. weg gehst, sobald du weißt, was du machen willst.(13.03.2026, 17:02)Spencer schrieb: An der Antwort zur Motivlage würde ich bis zum Bewerbungsgespräch aber noch ein wenig feilen…
Will nicht patzig sein, aber Kollegen, die unmotiviert waren/sind („Hauptsache öD“) und ihre Arbeit auf anderen abgeladen haben bzw. plötzlich einfach mal weg waren, als es was besseres gab, hatte ich schon einige…letztlich haben die Kollegen dieses cherry picking alles mitzutragen.
Also offensichtlich bist Du in der Verwaltung tätig und hast aber kein Interesse daran, mir Deine Erfahrungen zum Berufseinstieg mitzuteilen?
Ich finde sehr interessant, was Du meinst, mir hier alles unterstellen zu wollen, anhand einer simplen kurzen Anfrage in einem Forum. Das ist hier gerade kein Bewerbungsgespräch, sondern ein Forum, das dazu da ist, Fragen zu stellen und Antworten zu bekommen... Ich kann auch nichts dafür, wie sich Ex-Kolleg/innen verhalten haben. Aber schon mal positiv zu werten ist ja, dass Du freitags nachmittags im öD viel Freizeit zu haben scheinst
Hier schreibt jeder in seiner Freizeit. Wenn du meinst, dass man Antworten "zu bekommen" hat, dann stößt das auch schon negativ auf.
Ich habe lieber Kollegen, die auch eine intrinsische Motivation haben.
Wenn RefGurke aufgepasst hat, haben wir ihn hier auch schon auf die grösste Schwachstelle einer möglichen Bewerbung hingewiesen. In ACs versucht man jedenfalls, genau diese aufzudecken.
Insofern: gern geschehen! Und das an einem Samstag 😉
14.03.2026, 13:08
"Keiner zwingt mich, 40 Jahre dort zu bleiben.." Nicht zu bleiben, heißt zu gehen. Gibt es da noch andere Auslegungsmöglichkeiten?
Man kann ja nur damit arbeiten, was du schreibst. Und die Gründe die du angibst sind Besoldung und Verbeamtung. Von einem Interesse für irgendeine bestimmte Richtung habe ich nichts gelesen. Es gibt nicht "die Verwaltung". Die Arbeit beim Bundeskartellamt, dem DPMA, in einem (Bundes- oder Landes-)Ministerium (je nach Inhalt!), in einem Landesverwaltungsamt, im Justizprüfungsamt, der Rechtsabateilung in einer Stadt/Gemeinde, in einem Landkreis, in einem Zweckverband, usw. unterscheidet sich erheblich.
Entweder es ist dir bewusst: Dann frage ich mich, wieso du kein bestimmtes Interesse oder Einblick in deine Persönlichkeit / Erfahrungen angegeben hast. Wie soll man denn dann zu etwas raten oder abraten? Oder es ist dir bewusst. Dann frage ich mich, wieso du kein Interesse angegeben hast. Die Antwort auf diese Frage - könnte - sein, dass es dir egal oder für dich untergeordneter Bedeutung (am Ende eh alles Jura) ist. Unterstellen will ich dir gar nichts. Das ist deine eigene Selbstfindung.
Vielleicht sieht es erstmal attraktiv aus:
- Hoher Sprung von der Unterhaltsbeihilfe im Ref auf z.B. A13
- nach Lebenszeitverbeamtung: Unkündbar und Pension gesichert
Aber wie Spencer schon gesagt hat: 40 Jahre können lang werden. Ich kenne Leute im Ministerium, die da super glücklich sind. Und ich kenne Leute, die in der Verwaltung super unglücklich sind (aber bleiben, weil sie sich an ihre Vorteile klammern). Die bekommen alle das gleiche Geld und haben die Verbeamtung.
Der Unterschied liegt darin, ob du Bock auf das hast, was du tust. Mein Tipp wäre also den Blick auf deine Praxiserfahrungen (Praktika, Ref, ggf. WissMit) zu richten und zu fragen, wann sich deine Arbeit wertvoll/erfüllend angefühlt hat. Ist dir vielleicht auch mal im Studium etwas untergekommen, was du spannend fandest? Besuch vielleicht einen Stammtisch vom regionalen Anwaltsverein (geht auch als Nichtmitglied!). Sprich mit so vielen Juristen über deren - tatsächlichen - Arbeitsalltag. Ich habe auch einfach mal in einem Notariat für einen Tag hospitiert. Jede Stunde, die du in deine eigene Klarheit investierst, kann dir vielleicht Jahre im falschen Job ersparen. Denn eines kann ich dir sagen: Man wechselt nicht einfach mal so. Und wer sehr oft wechselt, wird sich irgendwann im Bewerbungsgespräch die Frage gefallen lassen müssen, wieso es so viele Wechsel gab und wie lange Sie vorhaben zu bleiben.
Dann schau doch mal, was die Aufgabenbereiche der Behörden sind, die dich interessieren. Steht ja alles im Gesetz, ggf. findet man Erfahrungsberichte, die da konkretisieren. Suchst du
Zum Triggern: Das wirst du verstehen, sobald die Arbeit eines Kollegen auf deinem Tisch landet. Als Jurist trägt man immer Verantwortung (Egal ob Verwaltung, Anwalt, Richter). Wenn du Kollegen hast, denen ihre Verantwortung egal ist, hauptsache Feierabend und bin ja eh unkündbar, dann bedeutet das zwangsläufig mehr Arbeit für dich. Ich sage nicht, dass man sich ausbeuten lassen soll. Trotzdem müssen manche Sachen ordentlich erledigt werden. Ich unterstelle dir mal, dass dir die Verantwortung nicht egal wäre.
PS: Ich bin selbst nicht in der Verwaltung, sondern als Anwalt tätig. Bock auf seine Arbeit zu haben, dürfte überall gern gesehen sein.
Edit : Man kann trotzdem völlig falsch mit seiner Entscheidung liegen. Dann einfach wechseln, solange bis man sich angekommen fühlt.
Man kann ja nur damit arbeiten, was du schreibst. Und die Gründe die du angibst sind Besoldung und Verbeamtung. Von einem Interesse für irgendeine bestimmte Richtung habe ich nichts gelesen. Es gibt nicht "die Verwaltung". Die Arbeit beim Bundeskartellamt, dem DPMA, in einem (Bundes- oder Landes-)Ministerium (je nach Inhalt!), in einem Landesverwaltungsamt, im Justizprüfungsamt, der Rechtsabateilung in einer Stadt/Gemeinde, in einem Landkreis, in einem Zweckverband, usw. unterscheidet sich erheblich.
Entweder es ist dir bewusst: Dann frage ich mich, wieso du kein bestimmtes Interesse oder Einblick in deine Persönlichkeit / Erfahrungen angegeben hast. Wie soll man denn dann zu etwas raten oder abraten? Oder es ist dir bewusst. Dann frage ich mich, wieso du kein Interesse angegeben hast. Die Antwort auf diese Frage - könnte - sein, dass es dir egal oder für dich untergeordneter Bedeutung (am Ende eh alles Jura) ist. Unterstellen will ich dir gar nichts. Das ist deine eigene Selbstfindung.
Vielleicht sieht es erstmal attraktiv aus:
- Hoher Sprung von der Unterhaltsbeihilfe im Ref auf z.B. A13
- nach Lebenszeitverbeamtung: Unkündbar und Pension gesichert
Aber wie Spencer schon gesagt hat: 40 Jahre können lang werden. Ich kenne Leute im Ministerium, die da super glücklich sind. Und ich kenne Leute, die in der Verwaltung super unglücklich sind (aber bleiben, weil sie sich an ihre Vorteile klammern). Die bekommen alle das gleiche Geld und haben die Verbeamtung.
Der Unterschied liegt darin, ob du Bock auf das hast, was du tust. Mein Tipp wäre also den Blick auf deine Praxiserfahrungen (Praktika, Ref, ggf. WissMit) zu richten und zu fragen, wann sich deine Arbeit wertvoll/erfüllend angefühlt hat. Ist dir vielleicht auch mal im Studium etwas untergekommen, was du spannend fandest? Besuch vielleicht einen Stammtisch vom regionalen Anwaltsverein (geht auch als Nichtmitglied!). Sprich mit so vielen Juristen über deren - tatsächlichen - Arbeitsalltag. Ich habe auch einfach mal in einem Notariat für einen Tag hospitiert. Jede Stunde, die du in deine eigene Klarheit investierst, kann dir vielleicht Jahre im falschen Job ersparen. Denn eines kann ich dir sagen: Man wechselt nicht einfach mal so. Und wer sehr oft wechselt, wird sich irgendwann im Bewerbungsgespräch die Frage gefallen lassen müssen, wieso es so viele Wechsel gab und wie lange Sie vorhaben zu bleiben.
Dann schau doch mal, was die Aufgabenbereiche der Behörden sind, die dich interessieren. Steht ja alles im Gesetz, ggf. findet man Erfahrungsberichte, die da konkretisieren. Suchst du
Zum Triggern: Das wirst du verstehen, sobald die Arbeit eines Kollegen auf deinem Tisch landet. Als Jurist trägt man immer Verantwortung (Egal ob Verwaltung, Anwalt, Richter). Wenn du Kollegen hast, denen ihre Verantwortung egal ist, hauptsache Feierabend und bin ja eh unkündbar, dann bedeutet das zwangsläufig mehr Arbeit für dich. Ich sage nicht, dass man sich ausbeuten lassen soll. Trotzdem müssen manche Sachen ordentlich erledigt werden. Ich unterstelle dir mal, dass dir die Verantwortung nicht egal wäre.
PS: Ich bin selbst nicht in der Verwaltung, sondern als Anwalt tätig. Bock auf seine Arbeit zu haben, dürfte überall gern gesehen sein.
Edit : Man kann trotzdem völlig falsch mit seiner Entscheidung liegen. Dann einfach wechseln, solange bis man sich angekommen fühlt.
15.03.2026, 00:52
Ich kann Medolaw nur Recht geben. Bin Anwalt im öffR, habe jahrzehntelange Erfahrung im ÖD. Menschen, die nur wegen der guten Versorgung in den ÖD gehen, sollten besser Lehrer werden. Denn da kommen noch 12 Wochen Ferien (plus krankheitstage, Wandertage und Brückentage hinzu). Kannst ja an ne Berufsschule gehen als Jurist.
Ansonsten ist, was mich wirklich umtreibt, der Gedanke: wenn der Staat der zahlenmäßig größte Arbeitgeber im Land ist und - ein Vorredner sagte es auch schon - besser bezahlt als die Wirtschaft, einiges im Argen. Das alimentationsprinzip der Beamten war einstmals als Sicherung gegen die Armut gedacht, wurde dann zum Kompromiss und ist heute ein Vorteil gegenüber jenen, die in der Wirtschaft das BIP produzieren. Das geht hier über den Fragesteller und seine Problematik weit hinaus- es ist jedoch einfach beängstigend.
Ansonsten ist, was mich wirklich umtreibt, der Gedanke: wenn der Staat der zahlenmäßig größte Arbeitgeber im Land ist und - ein Vorredner sagte es auch schon - besser bezahlt als die Wirtschaft, einiges im Argen. Das alimentationsprinzip der Beamten war einstmals als Sicherung gegen die Armut gedacht, wurde dann zum Kompromiss und ist heute ein Vorteil gegenüber jenen, die in der Wirtschaft das BIP produzieren. Das geht hier über den Fragesteller und seine Problematik weit hinaus- es ist jedoch einfach beängstigend.
15.03.2026, 11:33
(13.03.2026, 15:50)Refgurke schrieb:(13.03.2026, 15:43)Spencer schrieb:Keiner zwingt mich, 40 Jahre dort zu bleiben... Ich habe noch keine genaue Ahnung, was ich machen will aber die Verwaltung erscheint mir aktuell meine beste Option. Ich denke es kommt auch dort stark auf den Arbeitsbereich an, daher die Frage nach Erfahrungswerten ;)(13.03.2026, 15:23)Refgurke schrieb: Ich überlege, mich wegen der Verbeamtung und der Besoldung zum Berufseinstieg in der Verwaltung zu bewerben.Das sind aber hoffentlich nicht deine einzigen Motive. Ohne ein bisschen intrinsische Motivation können 40 Jahre sehr lang werden.
Wenn du dich verbeamten lässt, zwingen dich die finanziellen Nachteile einer Rückabwicklung irgendwann. ;)
Der Schritt sollte daher gut überlegt sein.
15.03.2026, 16:51
Motivation hin oder her - wenn du in die Verwaltung willst, musst du dich auf den zukünftigen Job vorbereiten, das ist ein Teil der im AC definitiv geprüft wird und spätestens da musst du eine plausible Geschichte auf Lager haben.
Ansonsten solltest du dir für deinen Einstieg grundlegend überlegen, ob du in eine Führungsposition gelangen willst, auf welcher der juristische Anteil schnell Nebensache wird, dann sind beide Alternativen was für dich. Ansonsten musst du nochmal weiter schauen, eher nach einzelnen Ausschreibungen von Ministerien oder so.
Das HMdF ist auf LinkedIn recht aktiv, da kannste dir einen Einblick verschaffen. Der ist aber natürlich durch die rosarote Brille...
Ansonsten solltest du dir für deinen Einstieg grundlegend überlegen, ob du in eine Führungsposition gelangen willst, auf welcher der juristische Anteil schnell Nebensache wird, dann sind beide Alternativen was für dich. Ansonsten musst du nochmal weiter schauen, eher nach einzelnen Ausschreibungen von Ministerien oder so.
Das HMdF ist auf LinkedIn recht aktiv, da kannste dir einen Einblick verschaffen. Der ist aber natürlich durch die rosarote Brille...
15.03.2026, 21:41
(15.03.2026, 16:51)Homer S. schrieb: Motivation hin oder her - wenn du in die Verwaltung willst, musst du dich auf den zukünftigen Job vorbereiten, das ist ein Teil der im AC definitiv geprüft wird und spätestens da musst du eine plausible Geschichte auf Lager haben.Da sprichst du einen ganz wichtigen Punkt an!
Ansonsten solltest du dir für deinen Einstieg grundlegend überlegen, ob du in eine Führungsposition gelangen willst, auf welcher der juristische Anteil schnell Nebensache wird, dann sind beide Alternativen was für dich. Ansonsten musst du nochmal weiter schauen, eher nach einzelnen Ausschreibungen von Ministerien oder so.
Das HMdF ist auf LinkedIn recht aktiv, da kannste dir einen Einblick verschaffen. Der ist aber natürlich durch die rosarote Brille...
Führungskraft im hD bedeutet in der Tat, dass man häufig va mit Personalkram zu tun hat. Das klingt erstmal gut und kann aus eigener Erfahrung am Anfang auch Spaß machen. Ich sehe aber auch Vorgesetzte, die schon seit Jahrzehnten nicht mehr selbst inhaltlich gearbeitet haben, und das tut nicht jedem gut. Manche degenerieren da regelrecht.
Alles zu seiner Zeit, dachte ich mir, und habe mich schon vor langem wieder für die „Arbeitsebene“ entschieden. Mich macht das bis heute deutlich zufriedener und Führungspositionen laufen einem ja nicht weg.
16.03.2026, 07:25
(15.03.2026, 00:52)ÖffR123 schrieb: Ich kann Medolaw nur Recht geben. Bin Anwalt im öffR, habe jahrzehntelange Erfahrung im ÖD. Menschen, die nur wegen der guten Versorgung in den ÖD gehen, sollten besser Lehrer werden. Denn da kommen noch 12 Wochen Ferien (plus krankheitstage, Wandertage und Brückentage hinzu). Kannst ja an ne Berufsschule gehen als Jurist.
Ansonsten ist, was mich wirklich umtreibt, der Gedanke: wenn der Staat der zahlenmäßig größte Arbeitgeber im Land ist und - ein Vorredner sagte es auch schon - besser bezahlt als die Wirtschaft, einiges im Argen. Das alimentationsprinzip der Beamten war einstmals als Sicherung gegen die Armut gedacht, wurde dann zum Kompromiss und ist heute ein Vorteil gegenüber jenen, die in der Wirtschaft das BIP produzieren. Das geht hier über den Fragesteller und seine Problematik weit hinaus- es ist jedoch einfach beängstigend.
Naja. Über viele Jahre hat das BVerfG den Besoldungsgesetzgeber dafür gerügt, dass das Gehaltsgefüge im öD zu nahe am Existenzminimum beginnt und der Abstand zum Sozialleistungsniveau zu klein ist. Wie schon mehrfach erwähnt wurde man hier im Forum vor nicht langer Zeit dafür bestaunt, dass man sein gutes Examen wegwirft und sein Leben im öD verbringt. Das ist jetzt aufgrund der ungünstigen wirtschaftlichen Entwicklung und noch mehr der schlechten Stimmung im Land gekippt. Mit etwas Abstand wird es damals übertrieben gewesen sein und ist es umgekehrt heute auch.
16.03.2026, 09:40
(13.03.2026, 19:46)Negatives Tatbestandsmerkmal schrieb:(13.03.2026, 15:23)Refgurke schrieb: Ich überlege, mich wegen der Verbeamtung und der Besoldung zum Berufseinstieg in der Verwaltung zu bewerben.
Sehen wir es mal so: Wenigstens redet er nicht groß um den heißen Brei herum, warum die Verwaltung derzeit so sexy und beliebt ist unter Juristen.
Das Geld, was man bei ner typischen A13 hD Verbeamtung raushaut, muss man Netto irgendwo da draußen erstmal raus haben. Und von diesem weniger Netto muss man dann auch noch ne zusätzliche private Altersvorsorge aufbauen, um irgendwann mal eine vergleichbare Altersrente wie die Beamtenpension rauszuhaben.
Viele drucksen halt rum, wenn es um die Motivationslage geht, beim Staat zu arbeiten. Tatsache ist aber eben, dass mit Blick auf die Verbeamtung und das durchschnittliche Arbeitspensum der Staat aktuell da draußen so mit den besten Deal anbietet.
Bedenklich, wenn sich die attraktivsten Jobs da draußen nicht mehr in der freien Wirtschaft, sondern beim Staat wiederfinden.
Man muss definitiv ein bisschen Schauspielern können wenn man beim Staat arbeiten will und es tatsächlich hauptsächlich wegen der Vorzüge des Berufsbeamtentums machen möchte.
Wenn man zu ehrlich ist, stellt man sich selbst ein Bein. Die Personalabteilung ist ja nicht blöd, die wissen, dass man hauptsächlich auf die Verbeamtung auf Lebenszeit schielt und nicht intrinsisch überzeugter Staatsdiener werden will. So belügen sich alle selbst und gleichzeitig gegenseitig.
16.03.2026, 10:16
(15.03.2026, 00:52)ÖffR123 schrieb: Ich kann Medolaw nur Recht geben. Bin Anwalt im öffR, habe jahrzehntelange Erfahrung im ÖD. Menschen, die nur wegen der guten Versorgung in den ÖD gehen, sollten besser Lehrer werden. Denn da kommen noch 12 Wochen Ferien (plus krankheitstage, Wandertage und Brückentage hinzu). Kannst ja an ne Berufsschule gehen als Jurist.
Ansonsten ist, was mich wirklich umtreibt, der Gedanke: wenn der Staat der zahlenmäßig größte Arbeitgeber im Land ist und - ein Vorredner sagte es auch schon - besser bezahlt als die Wirtschaft, einiges im Argen. Das alimentationsprinzip der Beamten war einstmals als Sicherung gegen die Armut gedacht, wurde dann zum Kompromiss und ist heute ein Vorteil gegenüber jenen, die in der Wirtschaft das BIP produzieren. Das geht hier über den Fragesteller und seine Problematik weit hinaus- es ist jedoch einfach beängstigend.
Ich finde das nicht beängstigend. Du hast in der freien Wirtschaft genauso das Problem, dass man sehr viele Stellen hat die keine richtige Wertschöpfung betreiben aber trotzdem statistisch ins BIP miteinfließen. Und ja, wenn man isoliert das BIP betrachtet ist das so. Doch leistet der Staat hier auch sehr viel Arbeit, die die freie Wirtschaft niemals in der gleichen Art und Leistung machen würde und wenn, dann viel zu teuer.
Richter und Staatsanwälte z.B leisten sehr wichtige Arbeit, tragen zwar nichts zum BIP direkt bei doch der Wert einer funktionierenden Justiz ist für die Wirtschaft enorm wichtig. Und diese Juristen sind eben eher unterbezahlt.




