22.02.2026, 18:42
80k mit der Steigerung ist doch bei 40 Stunden voll in Ordnung. Klar, in Großkanzleien verdienst du mehr, du arbeitest aber auch deutlich mehr. Anstatt 18 Uhr kommst du halt um 21/22 Uhr nach Hause.
22.02.2026, 19:02
(22.02.2026, 18:41)JurisRef schrieb:(22.02.2026, 18:01)E-135 schrieb:(22.02.2026, 17:28)JurisRef schrieb:(22.02.2026, 14:06)Legal_Trouble schrieb: Ich bin 25 und bin seit Kurzem nach über 7 Jahren harter Arbeit endlich Volljurist mir zwei zweistelligen Prädikatsexamina geworden. Nun habe ich ein Jobangebot als Anwalt:Ich freu mich, aber trotzdem habe ich Angst, etwas zu verpassen. In der Verwaltung verdient man zumindest am Anfang ähnlich und Großkanzleien zahlen nochmal deutlich mehr, teilweise fast das doppelte. Dafür müsste ich meine günstige Wohnung aufgeben und umziehen (Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf oder München), was natürlich eine höhere Miete bedeuten würde. Gleichzeitig würde ich natürlich dort deutlich mehr arbeiten. Trotzdem habe ich irgendwie im Hinterkopf, ob ich nicht mir mit einem "niedrigeren " Einstieg mir eventuell was verbaue und ob ich nicht wie bisher mit Vollgas durchziehen soll.
- Einstiegsgehalt 80K, jährliche Steigerung 5k (Lockstep) + wohl geringer Bonus
- 40-45 Stunden realistisch
- interessantes Rechtsgebiet und interessante Mandante
Für Gedanken und Anregungen wäre ich dankbar.
Gehalt sollte nicht deine Hauptmotivation aein, aber in der Verwaltung verdienst du als frischgebackener Volljurist definitiv keine 80K im Jahr 😅
Netto entspricht es dem schon bzw ist sogar etwas höher :)
80K sind über 6.000€ / Monat. Man verdient im ÖD anfangs zw. 4.700€ und 5.300€/Monat und zwar brutto 😅
Ich spreche ja auch vom Netto Äquivalent.
Du darfst auch nicht vergessen dass Volljuristen in Stufe 2 einsteigen.
22.02.2026, 19:20
(22.02.2026, 19:02)E-135 schrieb:(22.02.2026, 18:41)JurisRef schrieb:(22.02.2026, 18:01)E-135 schrieb:(22.02.2026, 17:28)JurisRef schrieb:(22.02.2026, 14:06)Legal_Trouble schrieb: Ich bin 25 und bin seit Kurzem nach über 7 Jahren harter Arbeit endlich Volljurist mir zwei zweistelligen Prädikatsexamina geworden. Nun habe ich ein Jobangebot als Anwalt:Ich freu mich, aber trotzdem habe ich Angst, etwas zu verpassen. In der Verwaltung verdient man zumindest am Anfang ähnlich und Großkanzleien zahlen nochmal deutlich mehr, teilweise fast das doppelte. Dafür müsste ich meine günstige Wohnung aufgeben und umziehen (Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf oder München), was natürlich eine höhere Miete bedeuten würde. Gleichzeitig würde ich natürlich dort deutlich mehr arbeiten. Trotzdem habe ich irgendwie im Hinterkopf, ob ich nicht mir mit einem "niedrigeren " Einstieg mir eventuell was verbaue und ob ich nicht wie bisher mit Vollgas durchziehen soll.
- Einstiegsgehalt 80K, jährliche Steigerung 5k (Lockstep) + wohl geringer Bonus
- 40-45 Stunden realistisch
- interessantes Rechtsgebiet und interessante Mandante
Für Gedanken und Anregungen wäre ich dankbar.
Gehalt sollte nicht deine Hauptmotivation aein, aber in der Verwaltung verdienst du als frischgebackener Volljurist definitiv keine 80K im Jahr 😅
Netto entspricht es dem schon bzw ist sogar etwas höher :)
80K sind über 6.000€ / Monat. Man verdient im ÖD anfangs zw. 4.700€ und 5.300€/Monat und zwar brutto 😅
Ich spreche ja auch vom Netto Äquivalent.
Du darfst auch nicht vergessen dass Volljuristen in Stufe 2 einsteigen.
Nicht zwingend. Bisher wurde mir immer gesagt Stufe 1 in Vorstellungsgesprächen als Berufseinsteigerin
22.02.2026, 21:11
Als jemand, der sich für so ein ähnliches Angebot entschieden hat (über 80k, 45h, Big4 Law Ableger), kann ich dir vielleicht ein paar Gedanken mitgeben. Vorab, meine Erfahrung entsprach nicht meinen Erwartungen und ist daher tendenziell negativ. Ich will aber aus einem Anspruch an mich selbst, so objektiv wie möglich sein:
1) Es reicht nicht aus, Stunden zu vergleichen: Auch bei 80k verlangt man von dir Flexibilität. Mir werden einfach Termine für 18:30 Uhr reingesetzt. Selbst wenn ich mit meiner Arbeit 17 Uhr fertig bin, hat der Partner halt erst 18:30 Uhr für ein Meeting Zeit. Es ist nicht täglich, aber es ist auch nicht die Ausnahme. Auf 2 Wochen passiert das schon 2-3x. Das schwierige ist, die Unberechenbarkeit. Wie soll man sich unter der Woche verabreden oder zu Events gehen, wenn man nie weiß, wann man Termine reingesetzt bekommt irgendetwas ganz dringendes, was "heute noch raus muss" auf dem eigenen Tisch landet.
Generell heißt Anwalt sein, Dienstleister sein: Flexibilität wird von Mandanten erwartet.
2) Mach dir die Wertschöpfung in einer Kanzlei bewusst: h / Stundensatz
Wie viel musst du billables machen, um dein eigenes Gehalt einschließlich Lohnnebenkosten (PKV Zuschuss, beck Zugang, usw.) zu erwirtschaften?
Frag vor allem, was die Billable Vorgaben (für den Bonus) sind. Daran kannst du besser erkennen, was von dir erwartet wird. 1300-1600 geht schon mit vertretbaren Arbeitszeiten (bis 19 Uhr). Rechne mal aus, wie viele Werktage x 8h es gibt. Berücksichtige dann, deine Urlaubstage und dass natürlich Fortbildungen, interne Veranstaltungen (Team-Meetings, sonstige mandatsfremde Meetings) nicht aufschreiben kannst. Berücksichtige ggf. Krankheitstage (Hochrechnung aus Vergangenheit) und Tage, wo es ggf. augrund der wirtschaftlichen Lage mal nicht 8h billables pro Tag gibt (Nicht genug Arbeit des Partners). Berücksichtige auch, dass du dich vor deinen Team-Kollegen ggf. auch beweisen musst. In den ersten Wochen musste ich um Arbeit kämpfe. Kann natürlich anders sein, wenn die an Arbeit überlaufen. Dann solltest du aber generell kein Problem mit billables haben.
3) Unterschied zwischen Verwaltung und Kanzlei / freier Wirtschaft: Umsatzdruck. Stimmen die Zahlen am Ende deiner Probezeit nicht, sind die Leute recht schmerzlos.
4) Man wechselt nicht einfach mal so. Dafür muss es schon ziemlich scheiße sein. Jemand der das locker sieht und alle 2-3 Monate wechselt, sieht im Lebenslauf trotz troller Noten irgendwann nicht gut aus. Muss man auf jeden Fall begründen können. Man kann dann schnell das Stigma erhalten, nicht zu wissen, was man will. Keiner will jemanden einstellen, der nach 2-3 Monaten (Einarbeitung) wieder weg ist.
Außerdem: Beachte die Kündigungsfristen. Meine ist nach dem Ende der Probezeit 3 Monate zum Quartalsende. Das schränkt einen vorbehaltlich Aufhebungsvertrag auch beim Wechseln ein.
5) Stundenvergleich: Mir wurden auch 40-45h gesagt. Realistisch sind es 50-60h / Woche. Da ich Berufseinsteiger in dem Rechtsgebiet war, dauern die Sachen einfach länger als wenn sie jemand mit Erfahrung macht. Generell wurde mir im Bewerbungsgespräch genau das gesagt, was ich hören wollte. Ich wollte eigentlich auch Gerichtsprozesse, aber habe keine erhalten. Mach dir bewusst, dass die Partner Verkäufer sind. So wie sie den Mandanten gerne mal was geschönt sagen, dass sie die größte Expertise in xy hätten, und dir dann den Rechercheauftrag geben, wie das überhaupt geht, sagen sie dir auch, deine Wunschstundenzahl - wohl wissen, dass sobald du da bist, die Hemmschwelle zu wechseln recht hoch ist.
(Vielleicht habe ich hier auch einfach Pech gehabt.)
6) Was willst du? In diesem Forum vergleichen mir zu viele einfach nur das Gehalt und die (erwarteten) Arbeitsbedingungen.
Wenn du für Geld und Prestigemandate bis 21 - 2 Uhr potenziell - jeden - Tag arbeiten würdest, go for it.
Ein Gedanke, der mich auch mit zweimal zweistellig damals unter Druck gesetzt hat: Wenn ich nicht das Geld in der GK hole, dann würde ich meine Noten verschwenden. - Nein. Deine Noten sind eine Eintrittskarte. Das Geld wirst du mit deiner Lebenszeit / Einsatz verdienen. Geld wird nicht liegengelassen nur weil du dich nicht für die GK entscheidest. Es ist eine Typfrage.
Etwas, was ich gerne früher gewusst hätte: Nimm einfach als Nichtmitglied an einem Stammtischdes lokalen Anwaltvereins teil und frag die Leute, die dort sind (die haben Bock, ansonsten wärens sie nicht dort) einfach Löcher in den Bauch. Hinterfrage gerne kritisch, was die einem erzählen, aber die haben auch ihre Erfahrungen gemacht. Da können einem auch die Augen für Möglichkeiten geöffnet werden, die man sonst nicht gesehen hätte.
Nimm dir gerne mal ein Blatt Papier und schreib die Frag mal auf: Was will ich? Was macht mich glücklich? Was will ich vom Leben? Worüber wäre ich unglücklich, wenn ich es in 10 Jahren nicht hätte (ein volles Konto oder verpasste Erfahrungen/Leben). Wie unglücklich wärst du, wenn du die 80k bekommst, aber es dann doch 50-55h wären?
7) Was willst du vom Anwaltsberuf? Hast du kein Problem damit der Associate im Hinterzimmer zu sein? Willst du mit Mandanten reden? Willst du Behörden- und Gerichtsprozesse im eigenen Namen machen? - Was wirst du konkret für Tätigkeiten machen? Recherche? Datenraum-Geschrubbe? usw.
Mehr fällt mir gerade nicht, ein. Vielleicht ist was dabei, was dich weiter bringt! :)
8) Ich habe mich gegen Metropolen entschieden (weil ich die sowieso nicht mag) und auch wegen den Lebenshaltungskosten. Mach den brutto-netto Rechner und anschließend ziehst du die Lebenshaltungskosten ab. Schau mal, wie viel nach Miete (einfach mal nach konkreten Wohnungen schauen) usw. übrig bleibt.
1) Es reicht nicht aus, Stunden zu vergleichen: Auch bei 80k verlangt man von dir Flexibilität. Mir werden einfach Termine für 18:30 Uhr reingesetzt. Selbst wenn ich mit meiner Arbeit 17 Uhr fertig bin, hat der Partner halt erst 18:30 Uhr für ein Meeting Zeit. Es ist nicht täglich, aber es ist auch nicht die Ausnahme. Auf 2 Wochen passiert das schon 2-3x. Das schwierige ist, die Unberechenbarkeit. Wie soll man sich unter der Woche verabreden oder zu Events gehen, wenn man nie weiß, wann man Termine reingesetzt bekommt irgendetwas ganz dringendes, was "heute noch raus muss" auf dem eigenen Tisch landet.
Generell heißt Anwalt sein, Dienstleister sein: Flexibilität wird von Mandanten erwartet.
2) Mach dir die Wertschöpfung in einer Kanzlei bewusst: h / Stundensatz
Wie viel musst du billables machen, um dein eigenes Gehalt einschließlich Lohnnebenkosten (PKV Zuschuss, beck Zugang, usw.) zu erwirtschaften?
Frag vor allem, was die Billable Vorgaben (für den Bonus) sind. Daran kannst du besser erkennen, was von dir erwartet wird. 1300-1600 geht schon mit vertretbaren Arbeitszeiten (bis 19 Uhr). Rechne mal aus, wie viele Werktage x 8h es gibt. Berücksichtige dann, deine Urlaubstage und dass natürlich Fortbildungen, interne Veranstaltungen (Team-Meetings, sonstige mandatsfremde Meetings) nicht aufschreiben kannst. Berücksichtige ggf. Krankheitstage (Hochrechnung aus Vergangenheit) und Tage, wo es ggf. augrund der wirtschaftlichen Lage mal nicht 8h billables pro Tag gibt (Nicht genug Arbeit des Partners). Berücksichtige auch, dass du dich vor deinen Team-Kollegen ggf. auch beweisen musst. In den ersten Wochen musste ich um Arbeit kämpfe. Kann natürlich anders sein, wenn die an Arbeit überlaufen. Dann solltest du aber generell kein Problem mit billables haben.
3) Unterschied zwischen Verwaltung und Kanzlei / freier Wirtschaft: Umsatzdruck. Stimmen die Zahlen am Ende deiner Probezeit nicht, sind die Leute recht schmerzlos.
4) Man wechselt nicht einfach mal so. Dafür muss es schon ziemlich scheiße sein. Jemand der das locker sieht und alle 2-3 Monate wechselt, sieht im Lebenslauf trotz troller Noten irgendwann nicht gut aus. Muss man auf jeden Fall begründen können. Man kann dann schnell das Stigma erhalten, nicht zu wissen, was man will. Keiner will jemanden einstellen, der nach 2-3 Monaten (Einarbeitung) wieder weg ist.
Außerdem: Beachte die Kündigungsfristen. Meine ist nach dem Ende der Probezeit 3 Monate zum Quartalsende. Das schränkt einen vorbehaltlich Aufhebungsvertrag auch beim Wechseln ein.
5) Stundenvergleich: Mir wurden auch 40-45h gesagt. Realistisch sind es 50-60h / Woche. Da ich Berufseinsteiger in dem Rechtsgebiet war, dauern die Sachen einfach länger als wenn sie jemand mit Erfahrung macht. Generell wurde mir im Bewerbungsgespräch genau das gesagt, was ich hören wollte. Ich wollte eigentlich auch Gerichtsprozesse, aber habe keine erhalten. Mach dir bewusst, dass die Partner Verkäufer sind. So wie sie den Mandanten gerne mal was geschönt sagen, dass sie die größte Expertise in xy hätten, und dir dann den Rechercheauftrag geben, wie das überhaupt geht, sagen sie dir auch, deine Wunschstundenzahl - wohl wissen, dass sobald du da bist, die Hemmschwelle zu wechseln recht hoch ist.
(Vielleicht habe ich hier auch einfach Pech gehabt.)
6) Was willst du? In diesem Forum vergleichen mir zu viele einfach nur das Gehalt und die (erwarteten) Arbeitsbedingungen.
Wenn du für Geld und Prestigemandate bis 21 - 2 Uhr potenziell - jeden - Tag arbeiten würdest, go for it.
Ein Gedanke, der mich auch mit zweimal zweistellig damals unter Druck gesetzt hat: Wenn ich nicht das Geld in der GK hole, dann würde ich meine Noten verschwenden. - Nein. Deine Noten sind eine Eintrittskarte. Das Geld wirst du mit deiner Lebenszeit / Einsatz verdienen. Geld wird nicht liegengelassen nur weil du dich nicht für die GK entscheidest. Es ist eine Typfrage.
Etwas, was ich gerne früher gewusst hätte: Nimm einfach als Nichtmitglied an einem Stammtischdes lokalen Anwaltvereins teil und frag die Leute, die dort sind (die haben Bock, ansonsten wärens sie nicht dort) einfach Löcher in den Bauch. Hinterfrage gerne kritisch, was die einem erzählen, aber die haben auch ihre Erfahrungen gemacht. Da können einem auch die Augen für Möglichkeiten geöffnet werden, die man sonst nicht gesehen hätte.
Nimm dir gerne mal ein Blatt Papier und schreib die Frag mal auf: Was will ich? Was macht mich glücklich? Was will ich vom Leben? Worüber wäre ich unglücklich, wenn ich es in 10 Jahren nicht hätte (ein volles Konto oder verpasste Erfahrungen/Leben). Wie unglücklich wärst du, wenn du die 80k bekommst, aber es dann doch 50-55h wären?
7) Was willst du vom Anwaltsberuf? Hast du kein Problem damit der Associate im Hinterzimmer zu sein? Willst du mit Mandanten reden? Willst du Behörden- und Gerichtsprozesse im eigenen Namen machen? - Was wirst du konkret für Tätigkeiten machen? Recherche? Datenraum-Geschrubbe? usw.
Mehr fällt mir gerade nicht, ein. Vielleicht ist was dabei, was dich weiter bringt! :)
8) Ich habe mich gegen Metropolen entschieden (weil ich die sowieso nicht mag) und auch wegen den Lebenshaltungskosten. Mach den brutto-netto Rechner und anschließend ziehst du die Lebenshaltungskosten ab. Schau mal, wie viel nach Miete (einfach mal nach konkreten Wohnungen schauen) usw. übrig bleibt.
23.02.2026, 12:36
(22.02.2026, 21:11)medoLAW schrieb: Als jemand, der sich für so ein ähnliches Angebot entschieden hat (über 80k, 45h, Big4 Law Ableger), kann ich dir vielleicht ein paar Gedanken mitgeben. Vorab, meine Erfahrung entsprach nicht meinen Erwartungen und ist daher tendenziell negativ. Ich will aber aus einem Anspruch an mich selbst, so objektiv wie möglich sein:Tut mir Leid, dass Du anscheinend eine ziemlich schlechte Erfahrung gemacht hast.
1) Es reicht nicht aus, Stunden zu vergleichen: Auch bei 80k verlangt man von dir Flexibilität. Mir werden einfach Termine für 18:30 Uhr reingesetzt. Selbst wenn ich mit meiner Arbeit 17 Uhr fertig bin, hat der Partner halt erst 18:30 Uhr für ein Meeting Zeit. Es ist nicht täglich, aber es ist auch nicht die Ausnahme. Auf 2 Wochen passiert das schon 2-3x. Das schwierige ist, die Unberechenbarkeit. Wie soll man sich unter der Woche verabreden oder zu Events gehen, wenn man nie weiß, wann man Termine reingesetzt bekommt irgendetwas ganz dringendes, was "heute noch raus muss" auf dem eigenen Tisch landet.
Generell heißt Anwalt sein, Dienstleister sein: Flexibilität wird von Mandanten erwartet.
2) Mach dir die Wertschöpfung in einer Kanzlei bewusst: h / Stundensatz
Wie viel musst du billables machen, um dein eigenes Gehalt einschließlich Lohnnebenkosten (PKV Zuschuss, beck Zugang, usw.) zu erwirtschaften?
Frag vor allem, was die Billable Vorgaben (für den Bonus) sind. Daran kannst du besser erkennen, was von dir erwartet wird. 1300-1600 geht schon mit vertretbaren Arbeitszeiten (bis 19 Uhr). Rechne mal aus, wie viele Werktage x 8h es gibt. Berücksichtige dann, deine Urlaubstage und dass natürlich Fortbildungen, interne Veranstaltungen (Team-Meetings, sonstige mandatsfremde Meetings) nicht aufschreiben kannst. Berücksichtige ggf. Krankheitstage (Hochrechnung aus Vergangenheit) und Tage, wo es ggf. augrund der wirtschaftlichen Lage mal nicht 8h billables pro Tag gibt (Nicht genug Arbeit des Partners). Berücksichtige auch, dass du dich vor deinen Team-Kollegen ggf. auch beweisen musst. In den ersten Wochen musste ich um Arbeit kämpfe. Kann natürlich anders sein, wenn die an Arbeit überlaufen. Dann solltest du aber generell kein Problem mit billables haben.
3) Unterschied zwischen Verwaltung und Kanzlei / freier Wirtschaft: Umsatzdruck. Stimmen die Zahlen am Ende deiner Probezeit nicht, sind die Leute recht schmerzlos.
4) Man wechselt nicht einfach mal so. Dafür muss es schon ziemlich scheiße sein. Jemand der das locker sieht und alle 2-3 Monate wechselt, sieht im Lebenslauf trotz troller Noten irgendwann nicht gut aus. Muss man auf jeden Fall begründen können. Man kann dann schnell das Stigma erhalten, nicht zu wissen, was man will. Keiner will jemanden einstellen, der nach 2-3 Monaten (Einarbeitung) wieder weg ist.
Außerdem: Beachte die Kündigungsfristen. Meine ist nach dem Ende der Probezeit 3 Monate zum Quartalsende. Das schränkt einen vorbehaltlich Aufhebungsvertrag auch beim Wechseln ein.
5) Stundenvergleich: Mir wurden auch 40-45h gesagt. Realistisch sind es 50-60h / Woche. Da ich Berufseinsteiger in dem Rechtsgebiet war, dauern die Sachen einfach länger als wenn sie jemand mit Erfahrung macht. Generell wurde mir im Bewerbungsgespräch genau das gesagt, was ich hören wollte. Ich wollte eigentlich auch Gerichtsprozesse, aber habe keine erhalten. Mach dir bewusst, dass die Partner Verkäufer sind. So wie sie den Mandanten gerne mal was geschönt sagen, dass sie die größte Expertise in xy hätten, und dir dann den Rechercheauftrag geben, wie das überhaupt geht, sagen sie dir auch, deine Wunschstundenzahl - wohl wissen, dass sobald du da bist, die Hemmschwelle zu wechseln recht hoch ist.
(Vielleicht habe ich hier auch einfach Pech gehabt.)
6) Was willst du? In diesem Forum vergleichen mir zu viele einfach nur das Gehalt und die (erwarteten) Arbeitsbedingungen.
Wenn du für Geld und Prestigemandate bis 21 - 2 Uhr potenziell - jeden - Tag arbeiten würdest, go for it.
Ein Gedanke, der mich auch mit zweimal zweistellig damals unter Druck gesetzt hat: Wenn ich nicht das Geld in der GK hole, dann würde ich meine Noten verschwenden. - Nein. Deine Noten sind eine Eintrittskarte. Das Geld wirst du mit deiner Lebenszeit / Einsatz verdienen. Geld wird nicht liegengelassen nur weil du dich nicht für die GK entscheidest. Es ist eine Typfrage.
Etwas, was ich gerne früher gewusst hätte: Nimm einfach als Nichtmitglied an einem Stammtischdes lokalen Anwaltvereins teil und frag die Leute, die dort sind (die haben Bock, ansonsten wärens sie nicht dort) einfach Löcher in den Bauch. Hinterfrage gerne kritisch, was die einem erzählen, aber die haben auch ihre Erfahrungen gemacht. Da können einem auch die Augen für Möglichkeiten geöffnet werden, die man sonst nicht gesehen hätte.
Nimm dir gerne mal ein Blatt Papier und schreib die Frag mal auf: Was will ich? Was macht mich glücklich? Was will ich vom Leben? Worüber wäre ich unglücklich, wenn ich es in 10 Jahren nicht hätte (ein volles Konto oder verpasste Erfahrungen/Leben). Wie unglücklich wärst du, wenn du die 80k bekommst, aber es dann doch 50-55h wären?
7) Was willst du vom Anwaltsberuf? Hast du kein Problem damit der Associate im Hinterzimmer zu sein? Willst du mit Mandanten reden? Willst du Behörden- und Gerichtsprozesse im eigenen Namen machen? - Was wirst du konkret für Tätigkeiten machen? Recherche? Datenraum-Geschrubbe? usw.
Mehr fällt mir gerade nicht, ein. Vielleicht ist was dabei, was dich weiter bringt! :)
8) Ich habe mich gegen Metropolen entschieden (weil ich die sowieso nicht mag) und auch wegen den Lebenshaltungskosten. Mach den brutto-netto Rechner und anschließend ziehst du die Lebenshaltungskosten ab. Schau mal, wie viel nach Miete (einfach mal nach konkreten Wohnungen schauen) usw. übrig bleibt.
Der Beitrag ist wirklich super und zeigt genau die richtigen Fragen auf, die man sich vor dem Berufseinstieg stellen sollte.
Die Berufswahl sollte selten nach der reinen Formel Zeit gegen Geld getroffen werden. Es spielen so viel mehr Faktoren eine Rolle. Danke, dass Du diese aufgezählt hast!
Dazu kommen meiner Meinung nach noch die Persönlichkeiten, für die und mit denen man arbeitet. Oftmals von außen schwer einzusehen, aber in der täglichen Arbeit viel wichtiger als 500€ brutto mehr im Monat oder das eine Prestige-Mandat
23.02.2026, 15:58
(22.02.2026, 21:11)medoLAW schrieb: Als jemand, der sich für so ein ähnliches Angebot entschieden hat (über 80k, 45h, Big4 Law Ableger), kann ich dir vielleicht ein paar Gedanken mitgeben. Vorab, meine Erfahrung entsprach nicht meinen Erwartungen und ist daher tendenziell negativ. Ich will aber aus einem Anspruch an mich selbst, so objektiv wie möglich sein:
1) Es reicht nicht aus, Stunden zu vergleichen: Auch bei 80k verlangt man von dir Flexibilität. Mir werden einfach Termine für 18:30 Uhr reingesetzt. Selbst wenn ich mit meiner Arbeit 17 Uhr fertig bin, hat der Partner halt erst 18:30 Uhr für ein Meeting Zeit. Es ist nicht täglich, aber es ist auch nicht die Ausnahme. Auf 2 Wochen passiert das schon 2-3x. Das schwierige ist, die Unberechenbarkeit. Wie soll man sich unter der Woche verabreden oder zu Events gehen, wenn man nie weiß, wann man Termine reingesetzt bekommt irgendetwas ganz dringendes, was "heute noch raus muss" auf dem eigenen Tisch landet.
Generell heißt Anwalt sein, Dienstleister sein: Flexibilität wird von Mandanten erwartet.
2) Mach dir die Wertschöpfung in einer Kanzlei bewusst: h / Stundensatz
Wie viel musst du billables machen, um dein eigenes Gehalt einschließlich Lohnnebenkosten (PKV Zuschuss, beck Zugang, usw.) zu erwirtschaften?
Frag vor allem, was die Billable Vorgaben (für den Bonus) sind. Daran kannst du besser erkennen, was von dir erwartet wird. 1300-1600 geht schon mit vertretbaren Arbeitszeiten (bis 19 Uhr). Rechne mal aus, wie viele Werktage x 8h es gibt. Berücksichtige dann, deine Urlaubstage und dass natürlich Fortbildungen, interne Veranstaltungen (Team-Meetings, sonstige mandatsfremde Meetings) nicht aufschreiben kannst. Berücksichtige ggf. Krankheitstage (Hochrechnung aus Vergangenheit) und Tage, wo es ggf. augrund der wirtschaftlichen Lage mal nicht 8h billables pro Tag gibt (Nicht genug Arbeit des Partners). Berücksichtige auch, dass du dich vor deinen Team-Kollegen ggf. auch beweisen musst. In den ersten Wochen musste ich um Arbeit kämpfe. Kann natürlich anders sein, wenn die an Arbeit überlaufen. Dann solltest du aber generell kein Problem mit billables haben.
3) Unterschied zwischen Verwaltung und Kanzlei / freier Wirtschaft: Umsatzdruck. Stimmen die Zahlen am Ende deiner Probezeit nicht, sind die Leute recht schmerzlos.
4) Man wechselt nicht einfach mal so. Dafür muss es schon ziemlich scheiße sein. Jemand der das locker sieht und alle 2-3 Monate wechselt, sieht im Lebenslauf trotz troller Noten irgendwann nicht gut aus. Muss man auf jeden Fall begründen können. Man kann dann schnell das Stigma erhalten, nicht zu wissen, was man will. Keiner will jemanden einstellen, der nach 2-3 Monaten (Einarbeitung) wieder weg ist.
Außerdem: Beachte die Kündigungsfristen. Meine ist nach dem Ende der Probezeit 3 Monate zum Quartalsende. Das schränkt einen vorbehaltlich Aufhebungsvertrag auch beim Wechseln ein.
5) Stundenvergleich: Mir wurden auch 40-45h gesagt. Realistisch sind es 50-60h / Woche. Da ich Berufseinsteiger in dem Rechtsgebiet war, dauern die Sachen einfach länger als wenn sie jemand mit Erfahrung macht. Generell wurde mir im Bewerbungsgespräch genau das gesagt, was ich hören wollte. Ich wollte eigentlich auch Gerichtsprozesse, aber habe keine erhalten. Mach dir bewusst, dass die Partner Verkäufer sind. So wie sie den Mandanten gerne mal was geschönt sagen, dass sie die größte Expertise in xy hätten, und dir dann den Rechercheauftrag geben, wie das überhaupt geht, sagen sie dir auch, deine Wunschstundenzahl - wohl wissen, dass sobald du da bist, die Hemmschwelle zu wechseln recht hoch ist.
(Vielleicht habe ich hier auch einfach Pech gehabt.)
6) Was willst du? In diesem Forum vergleichen mir zu viele einfach nur das Gehalt und die (erwarteten) Arbeitsbedingungen.
Wenn du für Geld und Prestigemandate bis 21 - 2 Uhr potenziell - jeden - Tag arbeiten würdest, go for it.
Ein Gedanke, der mich auch mit zweimal zweistellig damals unter Druck gesetzt hat: Wenn ich nicht das Geld in der GK hole, dann würde ich meine Noten verschwenden. - Nein. Deine Noten sind eine Eintrittskarte. Das Geld wirst du mit deiner Lebenszeit / Einsatz verdienen. Geld wird nicht liegengelassen nur weil du dich nicht für die GK entscheidest. Es ist eine Typfrage.
Etwas, was ich gerne früher gewusst hätte: Nimm einfach als Nichtmitglied an einem Stammtischdes lokalen Anwaltvereins teil und frag die Leute, die dort sind (die haben Bock, ansonsten wärens sie nicht dort) einfach Löcher in den Bauch. Hinterfrage gerne kritisch, was die einem erzählen, aber die haben auch ihre Erfahrungen gemacht. Da können einem auch die Augen für Möglichkeiten geöffnet werden, die man sonst nicht gesehen hätte.
Nimm dir gerne mal ein Blatt Papier und schreib die Frag mal auf: Was will ich? Was macht mich glücklich? Was will ich vom Leben? Worüber wäre ich unglücklich, wenn ich es in 10 Jahren nicht hätte (ein volles Konto oder verpasste Erfahrungen/Leben). Wie unglücklich wärst du, wenn du die 80k bekommst, aber es dann doch 50-55h wären?
7) Was willst du vom Anwaltsberuf? Hast du kein Problem damit der Associate im Hinterzimmer zu sein? Willst du mit Mandanten reden? Willst du Behörden- und Gerichtsprozesse im eigenen Namen machen? - Was wirst du konkret für Tätigkeiten machen? Recherche? Datenraum-Geschrubbe? usw.
Mehr fällt mir gerade nicht, ein. Vielleicht ist was dabei, was dich weiter bringt! :)
8) Ich habe mich gegen Metropolen entschieden (weil ich die sowieso nicht mag) und auch wegen den Lebenshaltungskosten. Mach den brutto-netto Rechner und anschließend ziehst du die Lebenshaltungskosten ab. Schau mal, wie viel nach Miete (einfach mal nach konkreten Wohnungen schauen) usw. übrig bleibt.
Sehr schöner Beitrag, der es gut zusammenfasst.
@medoLAW: ich wünsche dir, dass es entweder besser wird, wo du jetzt bist, oder dass du den, für dich richtigen, Weg einschlägst.
23.02.2026, 17:27
(23.02.2026, 12:36)JurMUC schrieb:(22.02.2026, 21:11)medoLAW schrieb: Als jemand, der sich für so ein ähnliches Angebot entschieden hat (über 80k, 45h, Big4 Law Ableger), kann ich dir vielleicht ein paar Gedanken mitgeben. Vorab, meine Erfahrung entsprach nicht meinen Erwartungen und ist daher tendenziell negativ. Ich will aber aus einem Anspruch an mich selbst, so objektiv wie möglich sein:Tut mir Leid, dass Du anscheinend eine ziemlich schlechte Erfahrung gemacht hast.
1) Es reicht nicht aus, Stunden zu vergleichen: Auch bei 80k verlangt man von dir Flexibilität. Mir werden einfach Termine für 18:30 Uhr reingesetzt. Selbst wenn ich mit meiner Arbeit 17 Uhr fertig bin, hat der Partner halt erst 18:30 Uhr für ein Meeting Zeit. Es ist nicht täglich, aber es ist auch nicht die Ausnahme. Auf 2 Wochen passiert das schon 2-3x. Das schwierige ist, die Unberechenbarkeit. Wie soll man sich unter der Woche verabreden oder zu Events gehen, wenn man nie weiß, wann man Termine reingesetzt bekommt irgendetwas ganz dringendes, was "heute noch raus muss" auf dem eigenen Tisch landet.
Generell heißt Anwalt sein, Dienstleister sein: Flexibilität wird von Mandanten erwartet.
2) Mach dir die Wertschöpfung in einer Kanzlei bewusst: h / Stundensatz
Wie viel musst du billables machen, um dein eigenes Gehalt einschließlich Lohnnebenkosten (PKV Zuschuss, beck Zugang, usw.) zu erwirtschaften?
Frag vor allem, was die Billable Vorgaben (für den Bonus) sind. Daran kannst du besser erkennen, was von dir erwartet wird. 1300-1600 geht schon mit vertretbaren Arbeitszeiten (bis 19 Uhr). Rechne mal aus, wie viele Werktage x 8h es gibt. Berücksichtige dann, deine Urlaubstage und dass natürlich Fortbildungen, interne Veranstaltungen (Team-Meetings, sonstige mandatsfremde Meetings) nicht aufschreiben kannst. Berücksichtige ggf. Krankheitstage (Hochrechnung aus Vergangenheit) und Tage, wo es ggf. augrund der wirtschaftlichen Lage mal nicht 8h billables pro Tag gibt (Nicht genug Arbeit des Partners). Berücksichtige auch, dass du dich vor deinen Team-Kollegen ggf. auch beweisen musst. In den ersten Wochen musste ich um Arbeit kämpfe. Kann natürlich anders sein, wenn die an Arbeit überlaufen. Dann solltest du aber generell kein Problem mit billables haben.
3) Unterschied zwischen Verwaltung und Kanzlei / freier Wirtschaft: Umsatzdruck. Stimmen die Zahlen am Ende deiner Probezeit nicht, sind die Leute recht schmerzlos.
4) Man wechselt nicht einfach mal so. Dafür muss es schon ziemlich scheiße sein. Jemand der das locker sieht und alle 2-3 Monate wechselt, sieht im Lebenslauf trotz troller Noten irgendwann nicht gut aus. Muss man auf jeden Fall begründen können. Man kann dann schnell das Stigma erhalten, nicht zu wissen, was man will. Keiner will jemanden einstellen, der nach 2-3 Monaten (Einarbeitung) wieder weg ist.
Außerdem: Beachte die Kündigungsfristen. Meine ist nach dem Ende der Probezeit 3 Monate zum Quartalsende. Das schränkt einen vorbehaltlich Aufhebungsvertrag auch beim Wechseln ein.
5) Stundenvergleich: Mir wurden auch 40-45h gesagt. Realistisch sind es 50-60h / Woche. Da ich Berufseinsteiger in dem Rechtsgebiet war, dauern die Sachen einfach länger als wenn sie jemand mit Erfahrung macht. Generell wurde mir im Bewerbungsgespräch genau das gesagt, was ich hören wollte. Ich wollte eigentlich auch Gerichtsprozesse, aber habe keine erhalten. Mach dir bewusst, dass die Partner Verkäufer sind. So wie sie den Mandanten gerne mal was geschönt sagen, dass sie die größte Expertise in xy hätten, und dir dann den Rechercheauftrag geben, wie das überhaupt geht, sagen sie dir auch, deine Wunschstundenzahl - wohl wissen, dass sobald du da bist, die Hemmschwelle zu wechseln recht hoch ist.
(Vielleicht habe ich hier auch einfach Pech gehabt.)
6) Was willst du? In diesem Forum vergleichen mir zu viele einfach nur das Gehalt und die (erwarteten) Arbeitsbedingungen.
Wenn du für Geld und Prestigemandate bis 21 - 2 Uhr potenziell - jeden - Tag arbeiten würdest, go for it.
Ein Gedanke, der mich auch mit zweimal zweistellig damals unter Druck gesetzt hat: Wenn ich nicht das Geld in der GK hole, dann würde ich meine Noten verschwenden. - Nein. Deine Noten sind eine Eintrittskarte. Das Geld wirst du mit deiner Lebenszeit / Einsatz verdienen. Geld wird nicht liegengelassen nur weil du dich nicht für die GK entscheidest. Es ist eine Typfrage.
Etwas, was ich gerne früher gewusst hätte: Nimm einfach als Nichtmitglied an einem Stammtischdes lokalen Anwaltvereins teil und frag die Leute, die dort sind (die haben Bock, ansonsten wärens sie nicht dort) einfach Löcher in den Bauch. Hinterfrage gerne kritisch, was die einem erzählen, aber die haben auch ihre Erfahrungen gemacht. Da können einem auch die Augen für Möglichkeiten geöffnet werden, die man sonst nicht gesehen hätte.
Nimm dir gerne mal ein Blatt Papier und schreib die Frag mal auf: Was will ich? Was macht mich glücklich? Was will ich vom Leben? Worüber wäre ich unglücklich, wenn ich es in 10 Jahren nicht hätte (ein volles Konto oder verpasste Erfahrungen/Leben). Wie unglücklich wärst du, wenn du die 80k bekommst, aber es dann doch 50-55h wären?
7) Was willst du vom Anwaltsberuf? Hast du kein Problem damit der Associate im Hinterzimmer zu sein? Willst du mit Mandanten reden? Willst du Behörden- und Gerichtsprozesse im eigenen Namen machen? - Was wirst du konkret für Tätigkeiten machen? Recherche? Datenraum-Geschrubbe? usw.
Mehr fällt mir gerade nicht, ein. Vielleicht ist was dabei, was dich weiter bringt! :)
8) Ich habe mich gegen Metropolen entschieden (weil ich die sowieso nicht mag) und auch wegen den Lebenshaltungskosten. Mach den brutto-netto Rechner und anschließend ziehst du die Lebenshaltungskosten ab. Schau mal, wie viel nach Miete (einfach mal nach konkreten Wohnungen schauen) usw. übrig bleibt.
Der Beitrag ist wirklich super und zeigt genau die richtigen Fragen auf, die man sich vor dem Berufseinstieg stellen sollte.
Die Berufswahl sollte selten nach der reinen Formel Zeit gegen Geld getroffen werden. Es spielen so viel mehr Faktoren eine Rolle. Danke, dass Du diese aufgezählt hast!
Dazu kommen meiner Meinung nach noch die Persönlichkeiten, für die und mit denen man arbeitet. Oftmals von außen schwer einzusehen, aber in der täglichen Arbeit viel wichtiger als 500€ brutto mehr im Monat oder das eine Prestige-Mandat
Da habt ihr beide vollkommen recht.
Was ich vor dem Beruf nicht wusste/wahrhaben wollte: Es gibt einfach Menschen, die haben keinen inneren Schweinehund bzw. die leben in und für die Kanzlei (positiv gewendet für die Tätigkeit). Die können auch in der GK 60h machen. Wenn man dazu gehört, ist die GK ein nahezu perfekter Abreitsplatz. Wenn man allerdings vorher schon überlegt (etwas hat) auf das man verzichten muss, also mit dem "ich werde schon durchhalten" daran geht, dann wird das eh nichts. Spätestens wenn man in höheren Senioritätsstufen mit diesen Kollegen verglichen wird, wird es schwer. Wie hier schon gesagt, am Ende ist es Zeit gegen Geld und derjenige der mehr Zeit investiert, rechnet mehr ab und ist (regelmäßig) der "bessere" Angestellte.
Also mach das wo du Bock drauf hast und wo das Gefühl besser ist - am Ende ist man in dem was man gerne macht regelmäßig auch gut.



