24.10.2022, 13:04
mich stimmt der Thread auch nicht traurig.
Als verrückt empfinde ich den Kollegen nicht. es überrascht mich in keiner Weise, dass solche Leute sich in GK rumtreiben. vielmehr denke ich, dass es so einige Personen gibt, auf welche die von ihm geschilderten Empfindungen zutreffen. einer der Gründe, warum ich mich in GK nicht wohl fühle.
Als verrückt empfinde ich den Kollegen nicht. es überrascht mich in keiner Weise, dass solche Leute sich in GK rumtreiben. vielmehr denke ich, dass es so einige Personen gibt, auf welche die von ihm geschilderten Empfindungen zutreffen. einer der Gründe, warum ich mich in GK nicht wohl fühle.
24.10.2022, 18:25
Wie war denn jetzt der Erholungswert von dem weekend trip? Hat das was gebracht und kann man das nicht jetzt öfter machen, zb am WE ins Schwimmbad oder wieder ins Wellness Hotel in der Nähe und danach Essen gehen? Dann geht nicht so viel Zeit für ICE drauf und man denkt nicht nur an die Arbeit.
03.11.2022, 00:01
Bitte löschen, gehört nicht hierher :)
03.11.2022, 00:19
(21.10.2022, 21:05)theopenmind schrieb: Im Gegensatz zu meinen beiden Vorrednern finde ich den thread NICHT traurig. Der letzte "Gast" war dem TE gegenüber wohlwollend eingestellt und ich stimme ihm auch teilweise zu. Ja, ein LLM zu machen heißt im Zweifel so weiter zu machen wie bisher auch. LLM riecht sehr nach boxenstop, um danach wieder auf die Überholspur zu kommen. Bis der Wagen voll gegen die Wand fährt.
Warum finde ich den thread nicht traurig? Weil ich es bewundernswert und erfrischend finde, wenn einer aus unserer Geltungsdrang-Juristen-bubble heraustritt und sich - wenn auch nur anonym in einem Forum - öffnet. Viele mögen sich nicht mit dem TE identifizieren können. Ich für meinen Teil kann es. Auf mich wirkt es so als ob man leichtfertig sagen würde: Hah seht her, TE ist verrückt und muss halt eine Therapie machen. Okay, ihr habt recht: vermutlich hat TE bislang nur ein Pseudo-Selbstbewusstsein gehabt und durch Mißerfolg in der jetzigen Tätigkeit ist das Kartenhaus zusammengebrochen. Was mich nachdenklich stimmt? Erich Fromm meinte mal sinngemäß, jede Gesellschaft schaffe sich ihre eigenen psychischen Krankheiten (ich empfehle, den Wiki-Eintrag zu Erich Fromm zu lesen!). Die meisten Singles in Großstädten sind in einem Selbstoptimierungswahn und vermarkten sich selbst als Produkt. Beim TE nimmt man schnell an, dass er ein Verrückter i.S.v. Exot ist, weil er in GK arbeitet und nun von gescheitert spricht. Wenn ich beispielsweise lesen muss, wie die Zahl an Schönheitsoperationen zunimmt, zweifle ich einfach daran, dass TE die (kranke) Ausnahme von der (gesunden) Regel ist.
Es ist für mich im Übrigen ein Zeichen von Gesundheit, wenn bei schlechten Lebensbedingungen (im Beruf läuft es nicht, keine Freunde, kein Partner, keine Hobbys) Unzufriedenheit aufkommt. Woher soll sonst der Wille zur Veränderung kommen, wenn der Leidensdruck nicht hoch genug ist?
So viele kernige und zum Weiterdenken anregende Aussagen in einem (im Vgl. zu meinen Posts) so knappen Post. Danke Dir!!
09.11.2022, 20:40
Danke für die warmen Worte.
Da man die Gesellschaft kaum verändern kann, sind soziologische Erwägungen für das individuelle Glück natürlich nur bedingt weiterführend. Ich empfehle das Buch "Das Kind in dir muss Heimat finden" von Stefanie Stahl zu lesen. Ironischerweise ist das Buch ein Bestseller und damit natürlich auch ein Ausdruck unserer Gesellschaft, was aber nichts an meiner Empfehlung ändert. Die Psychologin Stahl ist eine sehr gute Praktikerin. Nebem dem leicht verdaulichen theoretischen Teil zeigt ihr Buch Übungen auf, um sich selber näherzukommen und an den eigenen Issues zu arbeiten. Davon unabhängig gilt es natürlich auch, die Lebensbedingungen positiv zu verändern (der richtige Job, Freunde, Hobbies, Liebesbeziehung). Letzteres funktioniert aber nach meinem Verständnis noch besser, wenn man mit sich selbst im Reinen ist.
Ich möchte nicht besserwisserisch rüberkommen. Bin vermutlich auch nur an dem thread interessiert, weil ich selbst an dunklen Orten war und sie immer noch gelegentlich besuche. Einfach mal über ein Buch drüberlesen hilft da auch nicht groß weiter. Der Leidensdruck muss groß sein und dann zu Veränderungen führen. Man sagt über Alkis, das sie oft erst aufhören können, wenn sie "alles" verloren haben. Das Trinken ist beispielswiese eine Lebensbewältigungsstrategie, die - wie jede Lebensbewältigungsstrategie - auch Vorteile mit sich bringt. Das Gehirn speichert solche Verhaltensweisen ein und nach mehrerer gescheiterten Versuchen aufzuhören ist es auch schwierig noch an das Aufhören-Können zu glauben. Wer sich in Arbeit flüchtet und dort seine Ankennung sucht, der wird sich seiner Probleme bewusst, wenn das nicht mehr funktioniert (Bei Leuten, die länger im Game sind, nennen wir es beschönigend burnout). Würde mich freuen, wenn es dann zu positiven Veränderungen führt.
Da man die Gesellschaft kaum verändern kann, sind soziologische Erwägungen für das individuelle Glück natürlich nur bedingt weiterführend. Ich empfehle das Buch "Das Kind in dir muss Heimat finden" von Stefanie Stahl zu lesen. Ironischerweise ist das Buch ein Bestseller und damit natürlich auch ein Ausdruck unserer Gesellschaft, was aber nichts an meiner Empfehlung ändert. Die Psychologin Stahl ist eine sehr gute Praktikerin. Nebem dem leicht verdaulichen theoretischen Teil zeigt ihr Buch Übungen auf, um sich selber näherzukommen und an den eigenen Issues zu arbeiten. Davon unabhängig gilt es natürlich auch, die Lebensbedingungen positiv zu verändern (der richtige Job, Freunde, Hobbies, Liebesbeziehung). Letzteres funktioniert aber nach meinem Verständnis noch besser, wenn man mit sich selbst im Reinen ist.
Ich möchte nicht besserwisserisch rüberkommen. Bin vermutlich auch nur an dem thread interessiert, weil ich selbst an dunklen Orten war und sie immer noch gelegentlich besuche. Einfach mal über ein Buch drüberlesen hilft da auch nicht groß weiter. Der Leidensdruck muss groß sein und dann zu Veränderungen führen. Man sagt über Alkis, das sie oft erst aufhören können, wenn sie "alles" verloren haben. Das Trinken ist beispielswiese eine Lebensbewältigungsstrategie, die - wie jede Lebensbewältigungsstrategie - auch Vorteile mit sich bringt. Das Gehirn speichert solche Verhaltensweisen ein und nach mehrerer gescheiterten Versuchen aufzuhören ist es auch schwierig noch an das Aufhören-Können zu glauben. Wer sich in Arbeit flüchtet und dort seine Ankennung sucht, der wird sich seiner Probleme bewusst, wenn das nicht mehr funktioniert (Bei Leuten, die länger im Game sind, nennen wir es beschönigend burnout). Würde mich freuen, wenn es dann zu positiven Veränderungen führt.
15.11.2022, 12:13
@ Desperados, openmind, Ex-GK & alle anderen, die hier so fleißig mitgeschrieben und ihre Erfahrungen geteilt haben: ich finde es richtig großartig, wie ihr das Forum hier nutzt, um Euch zu diesem sehr sensiblen Thema auszutauschen. Ich war bislang nur stille Mitleserin dieses Threads, möchte Euch jetzt aber ganz aktiv ermutigen, das Thema nicht "einschlafen" zu lassen. Ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass sich viele von uns mit Desperados' Selbstzweifeln, seiner Einsamkeit und seinem Wunsch, hieran etwas zu ändern, identifizieren können. Vielleicht können wir sogar von seinen Erfahrungen profitieren, indem wir uns zB stärker mit unserer Persönlichkeit auseinandersetzen und uns ehrlich fragen, welches Berufsbild/Lebenskonzept usw. denn nun wirklich zu uns passt. Dabei geht es selbstredend nicht darum, immer und überall die einzig richtige Entscheidung zu treffen. Sondern darum, uns immer und überall aktiv selbst zu reflektieren und Verantwortung für unsere Entscheidungen zu übernehmen. Vor diesem Hintergrund ist es mE auch total nebensächlich, ob wir Desperados' Gedanken im Einzelnen gutheißen oder nicht.
Desperados findet in uns dafür hoffentlich weiterhin ein offenes Ohr. Und womöglich genau den persönlichen Austausch, der ihm gerade in seinem privaten Umfeld fehlt.
Ich wünsche Euch jedenfalls alles erdenklich Gute und freue mich, wenn ihr ab und zu berichtet
Desperados findet in uns dafür hoffentlich weiterhin ein offenes Ohr. Und womöglich genau den persönlichen Austausch, der ihm gerade in seinem privaten Umfeld fehlt.
Ich wünsche Euch jedenfalls alles erdenklich Gute und freue mich, wenn ihr ab und zu berichtet
16.11.2022, 22:53
(15.11.2022, 12:13)reginchen schrieb: @ Desperados, openmind, Ex-GK & alle anderen, die hier so fleißig mitgeschrieben und ihre Erfahrungen geteilt haben: ich finde es richtig großartig, wie ihr das Forum hier nutzt, um Euch zu diesem sehr sensiblen Thema auszutauschen. Ich war bislang nur stille Mitleserin dieses Threads, möchte Euch jetzt aber ganz aktiv ermutigen, das Thema nicht "einschlafen" zu lassen. Ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass sich viele von uns mit Desperados' Selbstzweifeln, seiner Einsamkeit und seinem Wunsch, hieran etwas zu ändern, identifizieren können. Vielleicht können wir sogar von seinen Erfahrungen profitieren, indem wir uns zB stärker mit unserer Persönlichkeit auseinandersetzen und uns ehrlich fragen, welches Berufsbild/Lebenskonzept usw. denn nun wirklich zu uns passt. Dabei geht es selbstredend nicht darum, immer und überall die einzig richtige Entscheidung zu treffen. Sondern darum, uns immer und überall aktiv selbst zu reflektieren und Verantwortung für unsere Entscheidungen zu übernehmen. Vor diesem Hintergrund ist es mE auch total nebensächlich, ob wir Desperados' Gedanken im Einzelnen gutheißen oder nicht.
Desperados findet in uns dafür hoffentlich weiterhin ein offenes Ohr. Und womöglich genau den persönlichen Austausch, der ihm gerade in seinem privaten Umfeld fehlt.
Ich wünsche Euch jedenfalls alles erdenklich Gute und freue mich, wenn ihr ab und zu berichtet
Stimme dem voll zu.
An den TE: in einem Post sagest du, dass du Jura studiert hättest, weil du jenen, die sich nicht wehren können, helfen wolltest. Vielleicht wäre ja sonst auch noch eine (ehrenamtliche) Tätigkeit - etwa in einer law clinic, pro bono, ÖRA, Flüchtlingsberatungen, Vereine etc. - etwas für dich, was deinem Leben wieder etwas "Sinn" geben könnte?
Das wäre ja auch eine hervorragende Möglichkeit, um neue nette Leute kennenzulernen.
02.02.2023, 13:28
Mich würde es sehr interessieren, wie es dem TE heute geht.
18.02.2023, 15:41
Habe hin und wieder hier reingeschaut und war am Überlegen, ob ich mich nochmal mit einem Status-Update melden soll:
- Aufhebungsvertrag geschlossen (selbst angeboten, nicht auf das Handeln der Partner gewartet, da lange Kündigungsfrist)
- RA-Zulassung aufgegeben
- lebe nun im Ausland, dem Heimatland meiner Eltern, versuche da was Geschäftliches zu machen
- Ich denke, mit Jura wars das. Für Verkehrsunfälle regeln habe ich das nicht gemacht und für die Ligen drüber bin ich einfach zu schlecht, warum auch immer. Kann mich damit noch immer nicht ganz abfinden, aber das ist halt ein längerer Prozess, schon klar.
- Aufhebungsvertrag geschlossen (selbst angeboten, nicht auf das Handeln der Partner gewartet, da lange Kündigungsfrist)
- RA-Zulassung aufgegeben
- lebe nun im Ausland, dem Heimatland meiner Eltern, versuche da was Geschäftliches zu machen
- Ich denke, mit Jura wars das. Für Verkehrsunfälle regeln habe ich das nicht gemacht und für die Ligen drüber bin ich einfach zu schlecht, warum auch immer. Kann mich damit noch immer nicht ganz abfinden, aber das ist halt ein längerer Prozess, schon klar.
18.02.2023, 15:48
(18.02.2023, 15:41)Desperados schrieb: Habe hin und wieder hier reingeschaut und war am Überlegen, ob ich mich nochmal mit einem Status-Update melden soll:
- Aufhebungsvertrag geschlossen (selbst angeboten, nicht auf das Handeln der Partner gewartet, da lange Kündigungsfrist)
- RA-Zulassung aufgegeben
- lebe nun im Ausland, dem Heimatland meiner Eltern, versuche da was Geschäftliches zu machen
- Ich denke, mit Jura wars das. Für Verkehrsunfälle regeln habe ich das nicht gemacht und für die Ligen drüber bin ich einfach zu schlecht, warum auch immer. Kann mich damit noch immer nicht ganz abfinden, aber das ist halt ein längerer Prozess, schon klar.
Ich finde deine Beiträge bemerkenswert und danke dir für die ausführliche Darstellung :)










