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In GK gescheitert, nun krank (depressiv?) - welche Möglichkeiten danach
Gast
Unregistered
 
#151
14.10.2022, 07:33
(14.10.2022, 01:38)Desperados schrieb:  Nochmals vielen Dank für all die Beiträge!

Um darauf einzugehen: 

Ich möchte (ein bisschen auch zu meiner Ehrenrettung :D) nochmal klarstellen, dass ich das Thema "mit R1/A13 finde ich keine attraktive Frau" nicht aufgeworfen habe. Ich bin einfach nicht dieser Meinung. 

Ich hab da auch null Bock darauf, dass jemand meinen GK-Job "geiler" findet als mich als Person/Persönlichkeit. Ist auch so einer der Gründe, weshalb sich trotz regelmäßiger Dates da nichts Ernstes entwickelt hat. ;-) Manche waren da einfach zu offensichtlich. Dass ich Single bin, ist für mich überhaupt kein Problem. Und ich hatte auch als armer Student in "Konkurrenz" zu diesen typischen Jura-Constantin-Laurentius, die es auf jeder Jura-Fakultät gibt ("mein Uropa war Präsident des OLG Königsberg und mein Opa war Name Partner bei XYZ") wirklich hübsche Freundinnen, mit denen ich viel gelacht habe und eine schöne Zeit hatte. Also alles easy. Das wird schon. Auch ohne Coach. Cheese

Was aber ein ernsteres Problem ist und wo ich Hilfe brauche (und mir auch holen werde):

Es ist richtig, ich bin halt den "Track" bis zum 2. Examen und der Diss in hohem Tempo entlang gerauscht. Und mir dabei auch nicht die Zeit genommen, für mich zu definieren, wo ich hin will. Und vielleicht hat mir da halt auch in diesen Momenten eine Partnerin mit ernsten Absichten gefehlt, mit der man dann ja ab einem gewissen Alter auch in an realistischen Umständen orientierter Diskussion Zukunftspläne schmiedet und man dann weiß, was man dafür tun muss. 

Auf der anderen Seite ging es halt auch immer bergauf. Einer der Partner meiner Abteilung hat ja zur "Beziehung" zwischen mir und meinem Rechtsgebiet gesagt: "Der Berg ist für Sie zu steil". Ob das jetzt die super Wortwahl ist in einem Gespräch, in dem man seinem Mitarbeiter nahelegt, sich zu trennen, sei mal dahingestellt. Die Einschätzung hat mich aber nicht vom heiteren Himmel herab getroffen und ich sehe das im Ergebnis genauso. 

Ich sehe mich trotz einschlägiger, zT wissenschaftlicher Veröffentlichungen in diesem Gebiet nicht als Berater-Persönlichkeit dort. Mir fehlt einfach das "vernetzte Wissen", das man als Berater braucht. Was ich damit meine: Ich kann ja nicht mit drei starren Schemata an 30 mitunter gänzlich unterschiedliche Sachverhalte herangehen. Wenn ich auf hohem Niveau beraten will, muss ich doch in der Lage sein, schnell (!) zu erkennen: Wenn sich im Sachverhalt dieser Parameter verändert, hat das jene Folgen. Der Weg 1 geht dann nicht mehr. Weg 2 mit Hindernissen. Weg 3 ist frei, entspricht aber nicht dem Mandanteninteresse, weil Lösung zu lange dauert, zu teuer, man muss irgendwas disclosen, ... 
Also Weg 2, aber Hindernisse beseitigen. Dann tun sich neue Probleme auf. Da muss man dann wieder entscheiden. Und in einem Sachverhalt verändert sich zumeist nicht nur ein Parameter, sondern während des fact findings eine ganze Reihe. Darauf zu reagieren bin ich einfach nicht in angemessener Schnelligkeit in der Lage, ohne mich mit zig Kommentaren und Recherchen abzusichern. Oftmals erkenne ich auch erst nach tiefem Einstieg, dass auf dem Weg zum Ziel ein weiteres Hindernis liegt. Und so weiter, und so weiter. Ich kann da einfach qualitativ mit dem Rest des Teams nicht mithalten. Dass ich der erste Hire nach 2.5 Jahren war und der Associate-Kollege, der in der Seniorität unmittelbar vor mir steht, sich in der Zeit natürlich schon einen für jeden erkennbaren Vorsprung herausgearbeitet hat, macht's objektiv nicht besser und leichter. 

Aufsätze zu schreiben oder als Ref/WissMit recht punktuell zu einzelnen Rechtsfragen zu recherchieren ist doch was ganz anderes als zu beraten. Ja, es war so, die Partner haben mich als Ref/WissMit angesprochen, wann ich denn als Associate anfange. Nicht nur ein Mal. Vom ältesten Partner (dessen Namen in diesem Rechtsgebiet wirklich JEDER GK-/MK-Partner in DE kennen dürfte) waren das auch wirklich "süße" Bemühungen, mich zu holen. War halt eine Fehleinschätzung von beiden Seiten. Dennoch: es steht für mich schon fest, dass ich mich beim Rechtsgebiet umorientieren möchte. Soweit bin ich jetzt erstmal schon. 

Über alles Weitere mache ich mir am WE mal Gedanken, damit ich dann nächste Woche die ersten Kontakte (für Support im Sinne von Coach/Therapeut) aufnehme. Für konkrete Bewerbungen sehe ich mich erstmal in nächster Zeit nicht in der Lage. Muss erstmal wieder Selbstvertrauen tanken. Ich denke, jemand mit viel Recruiting-Erfahrung kann aus einem Anschreiben recht gut rauslesen, ob das jemand schreibt, der weiß was er will oder jemand schreibt: "bitte bitte gib mir den Job, ich will nicht arbeitslos sein!" 

DANKE!!!!!

Das, was du beschreibst, halte ich für den Normalzustand eines noch recht frischen Associate. Vieles ist halt auch einfach Erfahrungswissen, das man nicht durch beliebig hohen Zeiteinsatz aus Büchern saugen kann.

Mit Sprüchen wie „Berg zu steil“ soll das erreicht werden, was bei die ganz offensichtlich geklappt hat: den hochbezahlten AN so psychisch verunsichern, dass er von selbst geht (weil man keinen Kündigungsgrund hat). Fällt halt auf seeeehr fruchtbaren Boden bei Menschen, die sich nur über Jura definieren.
ZW333
Unregistered
 
#152
14.10.2022, 09:08
(12.10.2022, 15:34)Desperados schrieb:  Also brauche ich einen Job, vielleicht so einen, wo man nur stumpf Sachen abarbeiten muss (think of: Sachbearbeitung / Masseverfahren mit Textbausteinen) und nicht springen muss, wenn das Handy vibriert (wie gesagt, das finde ich eigentlich ziemlich geil manchmal) 



Huch, warum das denn? Ist eine ernst gemeinte Frage. 
Für mich persönlich entstand der Eindruck, dass du auf weniger begabte/fleißige Leute bzw. weniger karriereorientierte durchaus hinabschaust, umso besser, wenn das nicht der Fall ist. 

Nach deinen letzten Beiträgen denke ich auch, dass du dir dringend eine Therapie suchen müsstest. Du scheinst einige Dinge aus deiner Kindheit schlecht verarbeitet zu haben und bist dir auch - wie schon andere feststellten - nicht sicher, was und wohin genau du willst, außer Status und Geld. Was angesichts deiner Herkunft auch verständlich ist. 

Wieso suchst du dir eigentlich kein Coaching (also nicht einen dieser unseriösen Typen, die einem alles verkaufen wollen, sondern wirklich jemanden mit relevanter Erfahrung und einem guten Ruf)? Ich denke, so kannst du viel besser im Zwiegespräch eruieren, was deine WÜNSCHE sind. Du bist nicht gescheitert, dir steht wirklich alles offen. Freu dich doch darüber.  Smile
Wütend
Unregistered
 
#153
14.10.2022, 22:53
(10.10.2022, 07:35)Juramaus schrieb:  Eine Therapie wäre vielleicht besser. 
Klar, TE steckt in Sackgasse. Aber TE sollte mal nicht so engstirnig sein. TE kann auch im Unternehmen oder Beamtentum aufsteigen.

Juramaus entschuldige bitte aber bist du irgendwie zu oft gegen die Wand gelaufen? 

"TE" soll mal nicht so engstirnig sein wenn man offensichtlich erkennt, dass er eine klinisch relevante Depression hat.

Ich kann auch noch 60 Stunden / Woche arbeiten, nehme aber ebenfalls Antidepressiva. Du hast keine Vorstellung, was man alles kann und nicht kann unter schwerster Depression!

Wenn man keine Ahnung von einer Erkrankung hat, sollte man einfach mal still sein. 
AufDenTischHauen
Nur Schneeflocken hier
Unregistered
 
#154
14.10.2022, 23:39
(14.10.2022, 22:53)Wütend schrieb:  
(10.10.2022, 07:35)Juramaus schrieb:  Eine Therapie wäre vielleicht besser. 
Klar, TE steckt in Sackgasse. Aber TE sollte mal nicht so engstirnig sein. TE kann auch im Unternehmen oder Beamtentum aufsteigen.

Juramaus entschuldige bitte aber bist du irgendwie zu oft gegen die Wand gelaufen? 

"TE" soll mal nicht so engstirnig sein wenn man offensichtlich erkennt, dass er eine klinisch relevante Depression hat.

Ich kann auch noch 60 Stunden / Woche arbeiten, nehme aber ebenfalls Antidepressiva. Du hast keine Vorstellung, was man alles kann und nicht kann unter schwerster Depression!

Wenn man keine Ahnung von einer Erkrankung hat, sollte man einfach mal still sein. 
AufDenTischHauen

No offense und ich will auch Dein oder sein Unglück nichtkleinreden, aber nicht jede berufliche Sackgasse und die dazugehörige Phase der Selbsterkenntnis ist eine Depression.
Wütend
Unregistered
 
#155
15.10.2022, 09:02
(14.10.2022, 23:39)Nur Schneeflocken hier schrieb:  
(14.10.2022, 22:53)Wütend schrieb:  
(10.10.2022, 07:35)Juramaus schrieb:  Eine Therapie wäre vielleicht besser. 
Klar, TE steckt in Sackgasse. Aber TE sollte mal nicht so engstirnig sein. TE kann auch im Unternehmen oder Beamtentum aufsteigen.

Juramaus entschuldige bitte aber bist du irgendwie zu oft gegen die Wand gelaufen? 

"TE" soll mal nicht so engstirnig sein wenn man offensichtlich erkennt, dass er eine klinisch relevante Depression hat.

Ich kann auch noch 60 Stunden / Woche arbeiten, nehme aber ebenfalls Antidepressiva. Du hast keine Vorstellung, was man alles kann und nicht kann unter schwerster Depression!

Wenn man keine Ahnung von einer Erkrankung hat, sollte man einfach mal still sein. 
AufDenTischHauen

No offense und ich will auch Dein oder sein Unglück nichtkleinreden, aber nicht jede berufliche Sackgasse und die dazugehörige Phase der Selbsterkenntnis ist eine Depression.

Ich denke hier aber schon. Allein an seiner Wortwahl erkenne ich als diagnostizierter depressiver Mensch, dass seine Gedanken von seiner Erkrankung geprägt und fehlgeleitet sind. Von "Scheitern" sprechen bei so einem Werdegang..?? Der TE benötigt dringend eine(n) gute(n) Therapeut/in, die/der ihm mal seine von der Depression geprägte negative Denkweise vor Augen führt! Mit ein bisschen Sport kommt man da nicht weiter. 
Wenn man jede Nacht weint und dann noch ernsthaft glaubt, man könne nach 2 Jahren GK nichts vorweisen und die tausend Gedanken, die der TE sich schon vor einem überhaupt stattgefundenen Vorstellungsgespräch macht..das spricht für sich! Kommt mir sehr bekannt vor und ich würde lieber dort therapeutisch ansetzen. 

Lieber TE lass dir nicht einreden, dass du "nichts kannst" nur weil es in diesem Team nicht passt. Dein Werdegang beweist das Gegenteil. Hör auf dich mit anderen zu vergleichen (auch Teil deiner vermutlichen Erkrankung) und guck nach vorne! 

Vorallem ignorier die hier sehr unsensiblen (typisch Juristen - ich weiß schon, weshalb ich lieber zuhause gelernt habe) Kommentare! Wenn Mama und Papa alles bezahlen, fehlt halt meistens die Sozialkompetenz.
Juramaus
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Beiträge: 137
Themen: 5
Registriert seit: Jul 2022
#156
15.10.2022, 09:34
Ich habe mehrfach geschrieben, dass Desperados nicht gescheitert ist. Das haben ihm hier eigentlich fast alle gesagt. Ich glaube eher, dass du eine verzerrte Wahrnehmung hast. 
Außerdem kann keiner einer Ferndiagnose stellen. Auch du als diagnostizierter Depressiver nicht. Ganz viele, auch ich, haben Desperados zu einer Therapie geraten. 
Subjektiv steckt er halt in einer Sackgasse, weil er das, was er wollte, jetzt nicht machen kann, und viele andere Berufe, die er ausüben, für ihn nicht in Betracht kommen. Damit habe ich aber nicht gesagt, dass er gescheitert ist. Ich habe irgendwo sogar ausdrücklich geschrieben, dass er alles andere als gescheitert ist. 
Aber natürlich muss er offener werden. Die meisten mussten sich schon mal auf etwas Neues einstellen, weil etwas nicht geklappt hat. Das ging auch mir schon einige Male so. 
Woher willst du überhaupt wissen, dass ich reiche Eltern habe? Als Jurist solltest du eigentlich wissen, dass man nicht ohne Grundlage irgendwelche Behauptungen aufstellt. 
Ich habe übrigens Depserados in vielen Beiträgen mein Verständis ausgesprochen und ihn eben darauf hingewiesen, dass er die Dinge mal anders sehen soll. Weil er das selbst jetzt vielleicht nicht kann, habe ich ihm zu einer Therapie geraten. Bei seinen bisherigen Leistungen ist es ja klar, dass er nicht unfähig ist oder so, sondern dass es in der aktuellen Position halt nicht passt. Auch kann ich verstehen, dass das sehr an seinem Selbstbewusstsein kratzt, weil er allein ist und die Arbeit seine einzige Lebensumgebung ist. 
Objektiv ist die Lage aber sicher anders und aus der Krise muss er jetzt wirklich herausfinden.
Ich kenne übrigens einige depressive Menschen und verbitte mir deshalb auch solche Kommentare. Nur weil du eine diagnostizierte Depression hast, kannst du auch keine Depressiven beraten. Oder bist du auch noch Psychologe/Psychiater? Eine Depression ist bei jedem Betroffenen anders und Deperados sollte jetzt mal mit einem guten Therapeuten drüber reden, ob er eine hat und was man tun kann. 
Übrigens kann schon eine Veränderung der Umstände (wenn er aus der Kanzlei raus ist) zu einer Besserung der Umstände führen. Alleine, dass das vorbei ist, kann eine große Erleichterung sein und den Blick für Neues öffnen. 
Ich finde übrigens auch nicht, dass die meisten hier unsensibel waren - ganz im Gegenteil. 
Am Anfang wirkte der Beirtrag halt wirklich ein bisschen getrollt, aber als man gemerkt hat, dass es ernst ist, haben viele wirklich versucht, konstruktive Beiträge zu leisten.
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Desperados
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Registriert seit: Oct 2022
#157
15.10.2022, 10:03
Leute, kriegt Euch bitte nicht wegen mir in die Haare. Genießt lieber das WE, soll ja mitunter 20 Grad werden. Das wird danach wohl für längere Zeit nicht mehr der Fall sein!

Ich danke jedem einzelnen für seine Wortmeldung (oftmals: Wortmeldungen) hier und nehme hier niemandem was übel. Auch denjenigen nicht, die nur knapp sagen, dass ich übertreiben würde. Ist eine verständliche Sichtweise - hier sind ja auch Leute, die nicht wissen, wie sie den "Gnadenversuch" finanzieren sollen (ja, und dann müssen sie auch noch die Klausuren & die Mündliche packen, nachdem es schon zwei Mal nicht geklappt hat :-((. Für diejenigen oder die Leute, die sich mit deren Sorgen mal vertieft auseinandersetzen mussten, mögen meine Probleme fast schon gekünstelt wirken. Verstehe ich vollkommen. 

Bin jetzt auf dem Weg in ein schönes, entferntes Hotel und werde mal paar Runden schwimmen gehen und es mir auch kulinarisch gut gehen lassen. Ein Counsel hat sich gestern Abend noch per Mail mit einer Rückfrage gemeldet, aber da weiß ich, er ist der Letzte im Team, der es mir übel nimmt, wenn ich erst am Mo antworte. Auch wenn mich die Antwort maximal 20 Min. kosten wird. 

Grüße aus dem ICE und nochmals schönes Wochenende! :-)
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BavarianLawyer
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Themen: 4
Registriert seit: May 2021
#158
17.10.2022, 14:36
(15.10.2022, 10:03)Desperados schrieb:  Leute, kriegt Euch bitte nicht wegen mir in die Haare. Genießt lieber das WE, soll ja mitunter 20 Grad werden. Das wird danach wohl für längere Zeit nicht mehr der Fall sein!

Ich danke jedem einzelnen für seine Wortmeldung (oftmals: Wortmeldungen) hier und nehme hier niemandem was übel. Auch denjenigen nicht, die nur knapp sagen, dass ich übertreiben würde. Ist eine verständliche Sichtweise - hier sind ja auch Leute, die nicht wissen, wie sie den "Gnadenversuch" finanzieren sollen (ja, und dann müssen sie auch noch die Klausuren & die Mündliche packen, nachdem es schon zwei Mal nicht geklappt hat :-((. Für diejenigen oder die Leute, die sich mit deren Sorgen mal vertieft auseinandersetzen mussten, mögen meine Probleme fast schon gekünstelt wirken. Verstehe ich vollkommen. 

Bin jetzt auf dem Weg in ein schönes, entferntes Hotel und werde mal paar Runden schwimmen gehen und es mir auch kulinarisch gut gehen lassen. Ein Counsel hat sich gestern Abend noch per Mail mit einer Rückfrage gemeldet, aber da weiß ich, er ist der Letzte im Team, der es mir übel nimmt, wenn ich erst am Mo antworte. Auch wenn mich die Antwort maximal 20 Min. kosten wird. 

Grüße aus dem ICE und nochmals schönes Wochenende! :-)

Es ist wirklich sehr unangenehm und gekünstelt wie du schreibst
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Gast
Unregistered
 
#159
17.10.2022, 22:20
@TE, es stimmt mich wirklich sehr traurig, diesen thread zu lesen. Ich hoffe sehr für dich, dass du durch konsequentes Handeln (Therapie, Umorientierung im Job, Fokus auf mehr Dinge außerhalb der Arbeit usw.) irgendwann zu dir selbst findest. Leider wird dafür nicht genügen, es sich mal ein Wochenende lang gut gehen zu lassen oder einen „Auszeit-LLM“ zu machen. Schon gar nicht, wenn letzterer im Ergebnis eh nur wieder der Lebenslaufoptimierung und nicht dem aufrichtigen Wunsch nach Auszeit/Neuorientierung dient. Prozesse wie diese lassen sich übrigens auch nicht in vorab definierte Zeitfenster pressen. So à la „ach, ein Jahr LLM-mal-was-anderes-machen muss ja wohl reichen…Hauptsache ich kann es nach außen irgendwie rechtfertigen/erfolgreich zurechtbiegen und niemand bekommt mit, wie lost ich eigentlich bin“  Wink

Daher: nimm dir die vielen guten und aufrichtigen Ratschläge hier zu Herzen und schaue, was abzüglich Karriere, Geltungsdrang, Streben nach materiellen Dingen usw. bei dir überhaupt noch übrig ist. Ein solcher reality check kann verständlicherweise ziemlich unangenehm sein. Aber ohne eine realistische Einschätzung der aktuellen Umstände kann keine Veränderung stattfinden. Der Weg dahin ist steinig und bisweilen schmerzhaft, aber er lohnt sich  Power 

Übrigens…auch wenn deine ersten Postings teilweise ziemlich unsensibel und überheblich klingen…ich weiß aus eigener Erfahrung, wie sehr man sich fertig machen kann, wenn man den (vermeintlichen) juristischen Höchstpreis nicht erzielt, wie auch immer man diesen für sich definiert. Alles (vermeintlich) darunter liegende erscheint einem wertlos, es ist ja eben nicht der Höchstpreis. Mit „Verachtung“ für Berufe anderer Menschen oder generell Böswilligkeit hat das tatsächlich weniger zu tun als mit völlig verzerrter Selbstwahrnehmung, die für Rationalität und Sensibilität anderen gegenüber leider wenig Raum lässt. Für Menschen mit gesunder Selbstachtung und daraus resultierender Empathie mag das vielleicht unvorstellbar sein. Daher wohl auch die verständliche Erschütterung von mehreren Seiten Upside_down  wer in unseren leistungsorientierten Kreisen aber schon einmal an einer Depression erkrankt ist (völlig egal, ob das auf den TE nun tatsächlich zutrifft), wird diesen Sog an uferloser Negativität sicher auch irgendwie verstehen können. 

In diesem Sinne: alles Gute für dich! Hoffentlich kannst du eines Tages kopfschüttelnd auf die Diskussion hier zurückblicken. Und dich, stolz auf deinen Weg zu mehr Freiheit von Erwartungen anderer und Nähe zu dir selbst, an all den schönen Dingen im Leben erfreuen, die du aktuell vielleicht noch gar nicht wahrnehmen kannst.
theopenmind
Junior Member
**
Beiträge: 17
Themen: 1
Registriert seit: Oct 2022
#160
21.10.2022, 21:05
Im Gegensatz zu meinen beiden Vorrednern finde ich den thread NICHT traurig. Der letzte "Gast" war dem TE gegenüber wohlwollend eingestellt und ich stimme ihm auch teilweise zu. Ja, ein LLM zu machen heißt im Zweifel so weiter zu machen wie bisher auch. LLM riecht sehr nach boxenstop, um danach wieder auf die Überholspur zu kommen. Bis der Wagen voll gegen die Wand fährt.

Warum finde ich den thread nicht traurig? Weil ich es bewundernswert und erfrischend finde, wenn einer aus unserer Geltungsdrang-Juristen-bubble heraustritt und sich - wenn auch nur anonym in einem Forum - öffnet. Viele mögen sich nicht mit dem TE identifizieren können. Ich für meinen Teil kann es. Auf mich wirkt es so als ob man leichtfertig sagen würde: Hah seht her, TE ist verrückt und muss halt eine Therapie machen. Okay, ihr habt recht: vermutlich hat TE bislang nur ein Pseudo-Selbstbewusstsein gehabt und durch Mißerfolg in der jetzigen Tätigkeit ist das Kartenhaus zusammengebrochen. Was mich nachdenklich stimmt? Erich Fromm meinte mal sinngemäß, jede Gesellschaft schaffe sich ihre eigenen psychischen Krankheiten (ich empfehle, den Wiki-Eintrag zu Erich Fromm zu lesen!). Die meisten Singles in Großstädten sind in einem Selbstoptimierungswahn und vermarkten sich selbst als Produkt. Beim TE nimmt man schnell an, dass er ein Verrückter i.S.v. Exot ist, weil er in GK arbeitet und nun von gescheitert spricht. Wenn ich beispielsweise lesen muss, wie die Zahl an Schönheitsoperationen zunimmt, zweifle ich einfach daran, dass TE die (kranke) Ausnahme von der (gesunden) Regel ist.


Es ist für mich im Übrigen ein Zeichen von Gesundheit, wenn bei schlechten Lebensbedingungen (im Beruf läuft es nicht, keine Freunde, kein Partner, keine Hobbys) Unzufriedenheit aufkommt. Woher soll sonst der Wille zur Veränderung kommen, wenn der Leidensdruck nicht hoch genug ist?
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 22.10.2022, 21:49 von theopenmind.)
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