19.10.2026, 18:02
(19.10.2026, 16:25)Ex-GK schrieb: Geleistete Arbeitsstunden sind nicht gleich abrechenbare Stunden, die idR in Kanzleien ein Faktor für die Berechnung von Boni sind. Nur weil Stunden aufgeschrieben werden, werden sie, vor allem bei Berufseinsteigern, nicht automatisch vollständig abgerechnet (also auch vom Mandanten bezahlt). Aus Deinem Post ist für mich nicht ganz klar, ob die "geleisteten Arbeitsstunden" die reine Anwesenheitszeit/aufgeschriebene Zeit sind oder tatsächlich abgerechnete Stunden. Ist bei Euch nicht kommuniziert, nach welchen Faktoren der Bonus sich berechnet?
Ich kenne das häufig so, dass die "harten" Messwerte, wie abrechenbare Stunden und tatsächlich erzielter Umsatz eine große Rolle spielen - Arbeitsstunden, die nicht abrechenbar sind, aber dafür der Kanzlei dienen (z.B. weil man sich innerhalb /außerhalb der Kanzlei eingesetzt hat), werden als eher "weiche" Faktoren in den Bonus einbezogen, wenn sie überdurchschnittlich sind. Es ist auch mE nicht immer hilfreich, sich mit anderen Praxisbereichen zu vergleichen, wenn die Kostenstruktur nicht einheitlich ist. Beispiel: KollegInnen im ÖffRecht können idR nicht so hohe Stundensätze verlangen als Fachbereiche mit Corporates als Mandanten - das kann dazu führen, dass die Umsätze im ÖffRecht grds. eher hinter denen aus bspw. Capital Markets stehen. Gleichzeitig diskutiert man mit Corporates erfahrungsgemäß sehr viel mehr über Rechnungen (und muss auch mal Stunden streichen) - als Konsequenz kann es dann sein, dass ÖffRecht mehr abrechenbare Stunden hat, obwohl der Umsatz im Capital Markets höher war. Zusätzlich sind nicht alle Teams gleichermaßen ausgelastet.
Ich kann den Frust sehr gut verstehen, was Du schilderst ist aber leider nicht untypisch. Es ist aber auch nicht einfach, eine für alle "gerechte" Bonusstruktur zu haben, wenn Teams unterschiedlich arbeiten / abrechnen. Teamspezifische Modelle würden mE aber auch eher zu noch mehr Unmut untereinander führen als eine einheitliche Struktur.
Vielen Dank für deine ausführliche Rückmeldung!
Ich bin an sich schon in einem Fachbereich mit in der Regel eher hohen Stundensätzen. Die abgerechneten Stunden liegen auch über dem vorgegebenen Wert, es ist jedoch super intransparent bei uns ab wann es überhaupt einen Bonus gibt und ob es einen Bonus gibt. Das scheint auch ein Bereichsübergreifendes Problem zu sein, von dem auch Anwälte aus anderen Bereichen betroffen sind.
Hast du Erfahrungen damit, wie hoch die Schwelle der abgerechneten Stunden bei anderen Kanzleien liegt, um einen Bonus zu erhalten?
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