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Tipp und Erfahrung Vorbereitung Zweites Examen
Ref2024-luli
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Themen: 0
Registriert seit: Sep 2026
#3
26.09.2026, 14:35
(26.09.2026, 14:27)jurali2 schrieb:  
(24.09.2026, 15:03)RLP2025 schrieb:  Hallo liebe Leute!

Nachdem ich das zweite Examen bestanden habe, möchte ich gerne andere Teil haben lassen und zwar womit ich gelernt habe und wie -aus meiner Sicht- der effektivste Weg zum Ziel ist. Vorweg: Viele Wege führen nach Rom.

Trotzdem muss man aber unbedingt eines wissen: Es kommt immer wieder das Gleiche dran. Die Kunst besteht nahezu allein darin, wie man das, was immer wieder dran kommt, lernt und anwendet. Man muss sich klarmachen: Was wirklich erforderlich ist, ist sehr begrenzt. Aus meiner Sicht ist es -wenn man ordentlich bestehen will und nicht unbedingt zu den Guten gehören will- sogar fahrlässig irgendwelche Lehrbücher oder Repetitoriu msstoff etwa von Alpmann oder hemmer wirklich zu lernen. Das war im Ersten Examen erforderlich, im Zweiten ist es hinderlich, weil es den Blick auf das Wesentliche verzerrt. Mir hat das keiner gesagt bei Beginn des Refs. Daher möchte ich gerne alle von meinen Erfahrungen profitieren lassen und beschränke mich dabei auf das Zivilrecht:

Nehmt das Jura kompakt Buch von Sendmeyer zur ZPO. Das ist wirklich -wie der Name sagt- unfassbar kompakt. Richtig angewendet reicht das aber! Richtige Anwendung meint: Geht langsam Seite für Seite, Thema für Thema durch und legt daneben den Kommentar zur ZPO. Im Kern ist jeder Abschnitt aus dem Jura kompakt Buch auch nahezu inhaltsgleich im Kommentar kommentiert. Man muss die Randnummer nur finden. Da man in den meisten Ländern nicht mehr farblich Textstellen anstreichen darf, lernt diese Randnummern auswendig!!! Ich verspreche euch: damit habt ihr prozessual alle wiederkehrenden Examensprobleme drauf und vorallem die Sicherheit, dass nichts drankommt, was ihr nicht könnt. Denn ihr wisst, wo es steht! Natürlich kann man so nicht jedes Spezialproblem beherrschen, dafür müss man wiederum die juristische Methodik komplett verinnerlicht haben und wirklich Wissen angehäuft haben. Für ein anständiges Bestehen ist das aber kontraproduktiv! Macht das Notwendige!

Daneben würde ich euch empfehlen den Crash-Kurs von Fervers zur ZPO zu hören (früher LMU; als Podcast abrufbar). Da werden Grundlagenfälle besprochen, die das absolut nötige Grundverständnis schaffen (mehr aber auch nicht).

Wenn ihr das gemacht habt, also die Randnummern im Kommentar mittels Jura kompakt Buch gelernt habt (wichtig: immer wieder wiederholen!!) dann hört das Kaiser Seminar zu ZPO I und ZPO II (Jan Kaiser!). Die Bücher von Kaiser oder sonstige Bücher braucht ihr nicht. Das ist Kommerz. Ihr erhaltet in den Seminaren Begleitunterlagen (Formulierungshilfen, Tenorierung usw.!). Merkt euch auch im Kommentar wo die Tenorierungsvorschläge stehen. Hört das Seminar ein zweites oder auch ein drittes Mal- das ist hundert Mal effektiver als in Bücher durchzuwälzen.
Die wesentlichen besprochenen ZPO-Probleme gehen locker aus dem Jura kompakt Buch hervor und aus dem Fervers Crash-Kurs. Ihr seid also schon gut vorbereitet, wenn ihr das Seminar hört.

Im materiellen Recht ist es noch viel krasser: da ist zwar alles bekannt aus dem ersten Examen. Man vergisst aber schnell unfassbar viel. Hier auf keinen Fall das Buch von Kaiser kaufen oder andere Literatur. Der Weg zum Erfolg ist einzig das Kaiser-Seminar von Torsten Kaiser. Es ist goldwert. Er sagt euch in jedem Rechtsgebiet (AT, SachenR usw), was immer wieder drankommt. Er nennt die Randnummern; lernt die Randnummern! Euer lernen muss einzig darin bestehen die wiederkehrenden Themen, die Kaiser nennt, zu beherrschen. Natürlich ist das nicht wenig. Aber auch nicht so viel wie wenn man ein fettes Buch vor sich liegen hat. Wiederholt eure Karteikarten oder Aufschriebe aus dem ersten Examen "oberflächlich", das Gesamtverständnis muss da sein. Aber wirklich lernen und beherrschen müsst ihr nur das,was Kaiser euch im Seminar sagt.
Es ist so trivial! Das ist meine Erfahrung und die wollte ich euch mitteilen, weil ich selbst am Anfang alles falsch gemacht habe.

Im Strafrecht: materiell steht alles im Kommentar. Keine Meinungsstreits lernen!
Prozessual: Revision Jura kompakt (wiederum Randnummern lernen und natürlich Aufbau auswendig), Kaiser Seminar hören.

Ö-Recht: Hier Kaiser nicht so hilfreich. Würde Landesrecht bevorzugen (zB JI in RLP), aber: auch hier gibt es Ringtausch. Auch hier kommt immer wieder das Gleiche dran. 

Und was natürlich stimmt: Die notwendige Routine erhaltet ihr nur durchs Klausuren schreiben. Ich würde allerdings (entgegen der Meinung vieler) erst damit anfangen, wenn ihr gerade im ZR die obigen Schritte befolgt habt. Man geht auch nicht ins Meer, wenn man nicht schwimmen kann.

Ich hoffe für den einen oder anderen sind meine Tipps hilfreich. Zuvorderst richten sie sich an Kandidaten, die bestehen wollen. So besteht ihr und wenn man das intensiv macht auch (voll)befriedigend.

Hey, erstmal vielen Dank, dass du dir so Mühe gegeben hast und uns deine Tipps teilst. Das ist sehr wertvoll! Ich habe gerade mal nachgeschaut bei den Kaiser Seminaren und Jan Kaiser macht nur noch das Seminar zu den Zwangsvollstreckungsklausuren. Hängen die Kaiser Seminare wirklich so sehr von den Referenten ab? Die sind ja schon recht kostspielig, deswegen bin ich nicht ganz sicher, ob es sich dann lohnt...Hast du auch Erfahrungen mit anderen Referenten gemacht? LG  Smile

Ja die Dozenten machen entscheidende Unterschiede. Aber man darf halt auch nicht vergessen, dass es super subjektiv ist. Ich kam zb mit Jan Kaiser gar nicht klar und würde ZVR auf jeden Fall bei wem anders empfehlen. Von daher kann man das halt sowieso immer schlecht sagen, wer gut ist und wer nicht. Jeder hat auch andere Präferenzen bei Vortragsweisen
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