Vor 10 Stunden
Ich war einige Jahre Rechtsanwältin, bevor ich zunächst in die Personalabteilung und inzwischen Rechtsabteilung eines Tochterunternehmens eines bekannten Konzerns gewechselt bin.
Aus dieser Erfahrung heraus kann ich dir sagen, dass es auch davon abhängt, wo und in welchem Rechtsgebiet du eingesetzt bist. Bist du in der normalen Rechtsabteilung, bist du oftmals eher generalistisch unterwegs, wobei auch bei uns jeder seine Zuständigkeit hat. Ich bin in einem speziellen Teil der Rechtsabteilung und habe meine zwei Rechtsgebiete für die ich zuständig bin. Wir haben in diesem Teil der Rechtsabteilung auch Nicht-Juristen sitzen, die sich um allgemeine Dinge kümmern. Wir Juristen sind bei allen explizit juristischen Dingen gefragt sowie bei Themen, die für die Nicht-Juristen zu kompliziert (= zu juristisch) werden.
Die Arbeit macht Spaß, ist aber sehr branchenspezifisch (Energiebranche).
Die Arbeit vorher in der Personalabteilung war nur zum Teil juristisch. Vielfach haben wir Projekte juristisch umgesetzt wie z.B.
die Einführung neuer Arbeitsbedigungen, aber auch Gesetzesänderungen, die dem Arbeitgeber bestimmte Pflichten auferlegen.
Bei uns sind es 37h nach Tarif. Bei IGM-Unternehmen 35h, wenn du nicht AT bist. AT sind bei uns Führungskräfte und ein paar wenige Ausnahmen an Mitarbeitern mit herausragenden Funktionen. Alle anderen Akademiker und Volljuristen sind in der obersten Entgeltgruppe eingruppiert.
Ich arbeite endlich wieder sehr eigenständig und nahezu weisungsfrei, weil meine Arbeit mehr oder weniger nur unsere Tochtergesellschaft betrifft. Je nach Abteilung und Zuständigkeit merkt man in einem Konzern aber auch sehr stark die gewollte Vereinheitlichung im Konzern, sprich es gibt viele Abstimmungsschleifen und übergeordnete Anweisungen aus dem Konzern. So war es in der Personalabteilung. Außerdem kann man, wie überall, Glück oder Pech mit dem Vorgesetzten haben. Das war der Grund für meinen Abteilungswechsel. Ich hatte hier darüber berichtet. Wenn man aber schlau ist, kann man gut Kontakte in andere Abteilungen knüpfen und, wie ich, die Abteilung wechseln. Nicht nur aus negativen Anlass wie bei mir, auch im Positiven, denn Juristen können in verschiedenen Abteilungen tätig sein.
Wenn der Vorgesetzte sich an die Unternehmensregeln hält, ist die Work Life Balance sehr gut. Meine 37h sind realistisch ca. 35-42h, je nachdem was beruflich und privat ansteht. Keine Gleitzeit oder Vertrauensarbeitszeit, sondern langer Arbeitszeitrahmen bis 22 Uhr (wenn man danach noch arbeiten möchte, macht man das inoffiziell und schreibt die Stunde woanders hin - als Elternteil mit kleinen Kindern super). Jede Überstunde geht auf ein Überstundenkonto und kann flexibel einzeln oder als ganzer Tag abgebaut werden. Seit dem letzten Jahr gibt es auch die Möglichkeit, sich diese Stunden oder 10 Tage seines Urlaubs auszahlen zu lassen sowie auch als Tarifmitarbeiter Vertrauensarbeitszeit zu wählen. Bei letzterem fällt aber das Zeitkonto weg, kann also nicht auf- und abgebaut werden. Urlaub 30 Tage plus Weihnachten und Silvester.
Vom Arbeitgeber finanzierte betriebliche Altersvorsorge, Jobrad, und diverse andere Benefits. 3 Tage Home Office pro Woche.
Gehälter sind es 13 plus ein eine vom Konzernerfolg abhängige Vergütung von ca. 0,7 bis 0,8 Gehältern.
Wir haben im Unternehmen eine Fluktuation von unter 2 Prozent inklusive der natürlichen Abgänge (Rente). Die Zufriedenheit im Unternehmen ist also sehr hoch und die allermeisten, die einmal hier gelandet sind, bleiben auch hier. Klar kann man als Jurist woanders auch mehr bekommen, wobei "mehr" dann 6stellig bedeutet. Dann hat man aber im Gegenzug nicht die sehr gute WLB, die man im Unternehmen hat. Das ist meinen Kollegen und mir bewusst, weswegen keiner den Willen hat, woanders hinzugehen oder wieder als Rechtsanwalt in einer Kanzlei zu arbeiten. Hinsichtlich WLB und Arbeitsbedingungen ist die Arbeit in einem Konzern halt schon so etwas wie die eierlegende Wollmilchsau. Dafür akzeptiert auch der beste Prädikatsjurist, dass er keine GK-Vergütung erhält.
Aus dieser Erfahrung heraus kann ich dir sagen, dass es auch davon abhängt, wo und in welchem Rechtsgebiet du eingesetzt bist. Bist du in der normalen Rechtsabteilung, bist du oftmals eher generalistisch unterwegs, wobei auch bei uns jeder seine Zuständigkeit hat. Ich bin in einem speziellen Teil der Rechtsabteilung und habe meine zwei Rechtsgebiete für die ich zuständig bin. Wir haben in diesem Teil der Rechtsabteilung auch Nicht-Juristen sitzen, die sich um allgemeine Dinge kümmern. Wir Juristen sind bei allen explizit juristischen Dingen gefragt sowie bei Themen, die für die Nicht-Juristen zu kompliziert (= zu juristisch) werden.
Die Arbeit macht Spaß, ist aber sehr branchenspezifisch (Energiebranche).
Die Arbeit vorher in der Personalabteilung war nur zum Teil juristisch. Vielfach haben wir Projekte juristisch umgesetzt wie z.B.
die Einführung neuer Arbeitsbedigungen, aber auch Gesetzesänderungen, die dem Arbeitgeber bestimmte Pflichten auferlegen.
Bei uns sind es 37h nach Tarif. Bei IGM-Unternehmen 35h, wenn du nicht AT bist. AT sind bei uns Führungskräfte und ein paar wenige Ausnahmen an Mitarbeitern mit herausragenden Funktionen. Alle anderen Akademiker und Volljuristen sind in der obersten Entgeltgruppe eingruppiert.
Ich arbeite endlich wieder sehr eigenständig und nahezu weisungsfrei, weil meine Arbeit mehr oder weniger nur unsere Tochtergesellschaft betrifft. Je nach Abteilung und Zuständigkeit merkt man in einem Konzern aber auch sehr stark die gewollte Vereinheitlichung im Konzern, sprich es gibt viele Abstimmungsschleifen und übergeordnete Anweisungen aus dem Konzern. So war es in der Personalabteilung. Außerdem kann man, wie überall, Glück oder Pech mit dem Vorgesetzten haben. Das war der Grund für meinen Abteilungswechsel. Ich hatte hier darüber berichtet. Wenn man aber schlau ist, kann man gut Kontakte in andere Abteilungen knüpfen und, wie ich, die Abteilung wechseln. Nicht nur aus negativen Anlass wie bei mir, auch im Positiven, denn Juristen können in verschiedenen Abteilungen tätig sein.
Wenn der Vorgesetzte sich an die Unternehmensregeln hält, ist die Work Life Balance sehr gut. Meine 37h sind realistisch ca. 35-42h, je nachdem was beruflich und privat ansteht. Keine Gleitzeit oder Vertrauensarbeitszeit, sondern langer Arbeitszeitrahmen bis 22 Uhr (wenn man danach noch arbeiten möchte, macht man das inoffiziell und schreibt die Stunde woanders hin - als Elternteil mit kleinen Kindern super). Jede Überstunde geht auf ein Überstundenkonto und kann flexibel einzeln oder als ganzer Tag abgebaut werden. Seit dem letzten Jahr gibt es auch die Möglichkeit, sich diese Stunden oder 10 Tage seines Urlaubs auszahlen zu lassen sowie auch als Tarifmitarbeiter Vertrauensarbeitszeit zu wählen. Bei letzterem fällt aber das Zeitkonto weg, kann also nicht auf- und abgebaut werden. Urlaub 30 Tage plus Weihnachten und Silvester.
Vom Arbeitgeber finanzierte betriebliche Altersvorsorge, Jobrad, und diverse andere Benefits. 3 Tage Home Office pro Woche.
Gehälter sind es 13 plus ein eine vom Konzernerfolg abhängige Vergütung von ca. 0,7 bis 0,8 Gehältern.
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