25.04.2026, 19:15
So ein Blödsinn:
1. Weil eben nicht jeder in der Beamtentätigkeit seine Erfüllung sieht. Aus wirtschaftlicher Sicht macht es aber kaum noch Sinn privatwirtschaftlich zu arbeiten, wenn man nicht gerade in den größten Einheiten unterkommt. Anders als auf dem Amt trägt man eben auch das Risiko, dass das Geld erstmal erwirtschaftet werden muss, das einem als Gehalt ausgezahlt wird. Und wenn man dann als Single inzwischen schon 50% seines unter diesen Umständen erwirtschafteten Einkommens abtreten muss, um den Laden samt immer höherer Besoldungen am laufen zu halten, da kann ich absolut verstehen, dass immer mehr Nachwuchsjuristen neben der Großkanzlei nur noch einen Weg kennen: Nämlich den zum Staat.
2. Setz das mal bitte ins Verhältnis zum Normalverdiener. Als Beamter ist man einerseits von der Rentenversicherungspflicht befreit. Gleichzeitig bekommt man eine solche Rente, entschuldigung, Pension raus, die Normalverdiener wenn überhaupt, dann nur rausbekommt, wenn er selbst noch privat vorsorgt. Also mit seinem ohnehin schon abzüglich Rentenversicherung niedrigeren Netto auch noch selbst in eine private Altersversorgung einzahlt.
Und das führt zum nächsten Punkt.
3. Natürlich gibt es da draußen genügend Leute für den Staatsdienst. Insbesondere unter Juristen. Habe mehrere junge Juristen im Bekanntkreis die (verzweifelt) nach der Verbeamtung suchen und nichts finden, weil die Konkurrenz so groß ist. Der Staat kann derzeit Rosinen picken. Ist aber auch kein Wunder angesichts dieser Konditionen. Nicht umsonst leistet man sich vielerorts auch in der Verwaltung noch immer entsprechende Notengrenzen. So viel zum Thema man findet keine Leute. Die Leute stehen Schlange für eine Verbeamtung. Und die Schlange wird länger und länger.
Und selbst wenn es all diese Benefits nicht gäbe, gäbe es noch genug Leute. Man munkelt, dass auch Assessoren mit 2 Examen und einem ausreichend im 2. Examen nicht durch die Bank unfähige Vollidioten sind. Ganz abgesehen davon, dass aus individuellen Gründen immer noch genügend Leute zum Staat gehen würden. Sei es allein aus Gründen der Vereinbarkeit von Job und Familie.
Eine Freundin von mir arbeitet bei der BA für Arbeit als Kundenberaterin: Die allermeisten arbeitslosen Ex-Referendare suchen was im Staatsdienst, am liebsten mit direkter oder zumindest absehbarer Verbeamtung.
4. Und natürlich ist die AfD keine Alternative. Worüber reden wir? Wenn die Bevölkerung sich aber zunehmend verarscht vorkommt, der Bundeskanzler mahnt wir müssten alle den Gürtel enger schnallen, aber gleichzeitig die Beamtenbesoldung deutlich steigt, wenn in den Raum gestellt wird, dass die gesetzliche Rente nur noch eine Grundversorgung und offenbar nur noch die üppigen Pensionen des Staatsdienst von Verwaltung über Justiz bis hin zu den Abgeordneten sicher ist.
Dann braucht man sich nicht wundern, wenn in der Bevölkerung etwas verrutscht und aus Überzeugung oder Protest eine Partei gewählt wird, die es mutmaßlich nicht besser aber anders macht. Denn viele "da unten" haben zunehmend das Gefühl, dass jedes anders besser ist als der Zustand wie es derzeit ist.
Und wenn ich persönlich sehe, was netto vom brutto übrigbleibt, muss ich mir doch zunehmend die Frage stellen, ob ich wirklich beruflich das tun will worauf ich Bock habe, oder nicht doch meinen Hut für einen Beamtenjob in den Ring werfen soll, der mich mutmaßlich nicht erfüllen, aber hinsichtlich Einkommen und work-life-balance das beste sein wird, was ich machen kann.
1. Weil eben nicht jeder in der Beamtentätigkeit seine Erfüllung sieht. Aus wirtschaftlicher Sicht macht es aber kaum noch Sinn privatwirtschaftlich zu arbeiten, wenn man nicht gerade in den größten Einheiten unterkommt. Anders als auf dem Amt trägt man eben auch das Risiko, dass das Geld erstmal erwirtschaftet werden muss, das einem als Gehalt ausgezahlt wird. Und wenn man dann als Single inzwischen schon 50% seines unter diesen Umständen erwirtschafteten Einkommens abtreten muss, um den Laden samt immer höherer Besoldungen am laufen zu halten, da kann ich absolut verstehen, dass immer mehr Nachwuchsjuristen neben der Großkanzlei nur noch einen Weg kennen: Nämlich den zum Staat.
2. Setz das mal bitte ins Verhältnis zum Normalverdiener. Als Beamter ist man einerseits von der Rentenversicherungspflicht befreit. Gleichzeitig bekommt man eine solche Rente, entschuldigung, Pension raus, die Normalverdiener wenn überhaupt, dann nur rausbekommt, wenn er selbst noch privat vorsorgt. Also mit seinem ohnehin schon abzüglich Rentenversicherung niedrigeren Netto auch noch selbst in eine private Altersversorgung einzahlt.
Und das führt zum nächsten Punkt.
3. Natürlich gibt es da draußen genügend Leute für den Staatsdienst. Insbesondere unter Juristen. Habe mehrere junge Juristen im Bekanntkreis die (verzweifelt) nach der Verbeamtung suchen und nichts finden, weil die Konkurrenz so groß ist. Der Staat kann derzeit Rosinen picken. Ist aber auch kein Wunder angesichts dieser Konditionen. Nicht umsonst leistet man sich vielerorts auch in der Verwaltung noch immer entsprechende Notengrenzen. So viel zum Thema man findet keine Leute. Die Leute stehen Schlange für eine Verbeamtung. Und die Schlange wird länger und länger.
Und selbst wenn es all diese Benefits nicht gäbe, gäbe es noch genug Leute. Man munkelt, dass auch Assessoren mit 2 Examen und einem ausreichend im 2. Examen nicht durch die Bank unfähige Vollidioten sind. Ganz abgesehen davon, dass aus individuellen Gründen immer noch genügend Leute zum Staat gehen würden. Sei es allein aus Gründen der Vereinbarkeit von Job und Familie.
Eine Freundin von mir arbeitet bei der BA für Arbeit als Kundenberaterin: Die allermeisten arbeitslosen Ex-Referendare suchen was im Staatsdienst, am liebsten mit direkter oder zumindest absehbarer Verbeamtung.
4. Und natürlich ist die AfD keine Alternative. Worüber reden wir? Wenn die Bevölkerung sich aber zunehmend verarscht vorkommt, der Bundeskanzler mahnt wir müssten alle den Gürtel enger schnallen, aber gleichzeitig die Beamtenbesoldung deutlich steigt, wenn in den Raum gestellt wird, dass die gesetzliche Rente nur noch eine Grundversorgung und offenbar nur noch die üppigen Pensionen des Staatsdienst von Verwaltung über Justiz bis hin zu den Abgeordneten sicher ist.
Dann braucht man sich nicht wundern, wenn in der Bevölkerung etwas verrutscht und aus Überzeugung oder Protest eine Partei gewählt wird, die es mutmaßlich nicht besser aber anders macht. Denn viele "da unten" haben zunehmend das Gefühl, dass jedes anders besser ist als der Zustand wie es derzeit ist.
Und wenn ich persönlich sehe, was netto vom brutto übrigbleibt, muss ich mir doch zunehmend die Frage stellen, ob ich wirklich beruflich das tun will worauf ich Bock habe, oder nicht doch meinen Hut für einen Beamtenjob in den Ring werfen soll, der mich mutmaßlich nicht erfüllen, aber hinsichtlich Einkommen und work-life-balance das beste sein wird, was ich machen kann.
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