09.01.2026, 15:54
(22.12.2025, 20:57)jurah1 schrieb: Ich muss mal meinen Kummer von der Seele schreiben. Vielleicht gibt es ja jemanden, der ähnliches hinter sich hat.
Nach dem Studium habe in einer GK gearbeitet und schnell gemerkt, dass GK und generell der anwaltliche Beruf eher nichts für mich sind. Ich hatte mich schon damals sehr für die Justiz interessiert, aber wollte erstmal das Ref abwarten. Die Zivil- und Strafstation haben mir dann so sehr gefallen, dass ich mich extrem auf die Justiz versteift habe. Wahlstation auch am OLG gemacht.
Im 1. Examen hatte ich 10,x Punkte (staatlich knappes VB) und im 2. wollte ich zumindest 8,x schaffen.
Leider kommt manchmal das Leben dazwischen, sodass die Vorbereitung auf das 2. Stex aus vielerlei Gründen alles andere als optimal lief und ich nun - nach erfolglosem Verbesserungsversuch - bei 6,7 Punkten stehe.
Wahrscheinlich dramatisiere ich alles, in einem Jahr sieht die Welt vermutlich dein deianders aus und ich werde (hoffentlich) irgendwann über diesen Post lachen können. Aber aktuell bin ich wirklich am Boden zerstört, weil ich mich extrem auf den Job auf der Richterbank gefreut hatte.
Hinzu kommt, dass es mir an Alternativen mangelt, weil ich mir nie ernsthafte Gedanken darüber gemacht habe. Alle in meinem Umfeld sind entweder in eine MK/GK oder halt zur Justiz und die Entscheidung zwischen diesen beiden Welten hatte ich ja bereits nach der 2. Station im Ref für mich gefällt. Was man sonst so machen könnte? Ich habe wirklich keine Ahnung.
Jetzt sitze ich hier, den letzten Groschen für den Verbesserungsversuch ausgegeben und weiß nicht, wohin mit mir. Ich fühle mich so, als wäre ich im Leben gescheitert und all die Jahre wären umsonst gewesen. Am liebsten würde ich mich in mein Bett verkriechen und gar nicht mehr juristisch arbeiten, weil ich mich so dumm fühle.
Die aktuelle wirtschaftliche Lage/Einstellungssituation stimmen mich auch nicht gerade positiv.
War hier schon mal jemand auch in der Situation, dass es mit dem Wunschberuf nicht geklappt hat und man sich vorher gar keine Gedanken um Alternativen gemacht hat? Wie seid ihr vorgegangen, wo seid ihr im Endeffekt gelandet?
Bin dankbar über jeden Austausch.
Dein Traum von der Justiz ist mit diesen Noten nicht geplatzt. Du musst nur für dich entscheiden, ob dir der Job wichtiger ist als der Wohnort. Thüringen stellt zB ab 6.5 im zweiten ein. Du kannst da mit deinem ersten Examen sicher viel ausgleichen. Ruf da doch einfach mal an?! Alle Justizverwaltungen sind recht auskunftsfreudig. Ansonsten kannst du auch versuchen dich in Niedersachsen zu bewerben. Auch da würde ich anrufen. Sonst kann man in NDS auch als Amtsanwalt anfangen und später StA werden wenn man nen guten Job macht und dadurch dass es hier keine Laufbahntrennung gibt sicher ich über den Weg ins Richteramt wechseln. Bremen stellt mit deinen Noten auch bei der Staatsanwaltschaft ein (das weiß ich auch ganz sicher, weil ich mir die Gesprächsprotokolle angeschaut habe). Das wäre natürlich ein anderer Job. Aber dann hättest du schon mal einen Fuß in der Justiz und könntest schauen, ob dir die StA nicht vielleicht sogar so gefällt, dass du gar nicht mehr Richter werden möchtest. Auch da würde ich anrufen!
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Traum von der Justiz geplatzt - von jurah1 - 22.12.2025, 20:57
RE: Traum von der Justiz geplatzt - von NRW556 - 22.12.2025, 21:35
RE: Traum von der Justiz geplatzt - von Drin - 22.12.2025, 22:10
RE: Traum von der Justiz geplatzt - von Jura2015 - 22.12.2025, 22:22
RE: Traum von der Justiz geplatzt - von JurisRef - 23.12.2025, 00:01
RE: Traum von der Justiz geplatzt - von Spencer - 23.12.2025, 10:54
RE: Traum von der Justiz geplatzt - von Egal_ - 23.12.2025, 11:32
RE: Traum von der Justiz geplatzt - von Exam24NRW - 09.01.2026, 15:54
RE: Traum von der Justiz geplatzt - von Exam24NRW - 09.01.2026, 16:00


