02.12.2025, 03:27
Wenn du dich durch das Forum liest, scheint das unterschiedlich zu sein, siehe auch der Thread des Kollegen zu den Musterverträgen, wobei man tendenziell sagen kann, dass in der GK nahezu alles reviewed wird, während in der KK die Zügel eher locker gehalten werden und man auf Eigenverantwortung setzt.
Manches davon halte ich für vertretbar, anderes nicht. Beim Bericht des Kollegen, der als Berufseinsteiger Musterverträge prüfen oder erstellen soll, frage ich mich, wie seine Vorgesetzten sich das vorstellen und ob sie das Ergebnis wirklich ohne Prüfung an die Mandanten weiterreichen. Allerdings hat der Kollege in dem Thread noch nicht beantwortet, ob das wirklich so ist.
In deinem Fall kann man zumindest sagen, dass die Aussagen aus dem Vorstellungsgespräch nicht stimmen, denn wenn die "gute Einarbeitung" im Vorstellungsgespräch besonders hervorgehoben wurde, kann man eigentlich davon ausgehen, dass sie mehr als nur ein paar Wochen dauert. Beim Rest kommt es für mich drauf an, was für Fälle du bearbeitest und ob sie sich ähneln. Ich nehme an, im Vertragsrecht wirst du vor allem schulrechtliche Fragen prüfen, ist das richtig? Schuldrecht und die einzelnen Vertragstypen werden im Studium ja intensiv behandelt. Deswegen kann ich schon nachvollziehen, wenn dein Chef etwas genervt reagiert, solltest du ihn beim 10. Rücktritt immer noch fragen, ob die Voraussetzungen des Rücktritts vorliegen. Gleichwohl finde ich, dass man als Kanzleipartner trotzdem die Verantwortung hat, den eigenen Mitarbeitern zu helfen, wenn diese alleine nicht weiterkommen. Immerhin haftet er dafür, das du deine Arbeit richtig machst (solange du nicht als Scheinsozius auftrittst).
Warum war denn die andere Stelle nicht für Berufseinsteiger geeignet und was sind die Rechtsgebiete, die dich mehr interessieren? Grundsätzlich kann man einen Berufseinsteiger auf jeder Stelle unterbringen, wenn man gewillt ist, ihm das nötige Rüstzeug mit an die Hand zu geben. Ich selbst wurde damals in einer KK ebenfalls ungenügend eingearbeitet und sehe das im Nachhinein sehr kritisch. Neben vielen Standardverfahren gab es 2-3 sehr komplizierte Verfahren, die nicht mit Grüneberg und Zöller zu lösen und daher für einen Berufseinsteiger ohne weitere Unterstützung oder Fachliteratur nicht geeignet waren. Ich hatte Glück, dass die Verfahren sich anderweitig erledigt haben und mein Schleudern daher ohne Konsequenzen blieb. Außer hin und wieder Praktikanten und Studenten betreue ich keine Berufseinsteiger, aber bei mir würde es aus dieser Erfahrung heraus mehr Unterstützung geben. Ein gewisses Potenzial sollte jedoch erkennbar sein, um die Probezeit zu überstehen, deswegen schau nochmal bei dir, dass es einen Lerneffekt gibt und du nicht 10mal die gleiche Frage stellst.
Manches davon halte ich für vertretbar, anderes nicht. Beim Bericht des Kollegen, der als Berufseinsteiger Musterverträge prüfen oder erstellen soll, frage ich mich, wie seine Vorgesetzten sich das vorstellen und ob sie das Ergebnis wirklich ohne Prüfung an die Mandanten weiterreichen. Allerdings hat der Kollege in dem Thread noch nicht beantwortet, ob das wirklich so ist.
In deinem Fall kann man zumindest sagen, dass die Aussagen aus dem Vorstellungsgespräch nicht stimmen, denn wenn die "gute Einarbeitung" im Vorstellungsgespräch besonders hervorgehoben wurde, kann man eigentlich davon ausgehen, dass sie mehr als nur ein paar Wochen dauert. Beim Rest kommt es für mich drauf an, was für Fälle du bearbeitest und ob sie sich ähneln. Ich nehme an, im Vertragsrecht wirst du vor allem schulrechtliche Fragen prüfen, ist das richtig? Schuldrecht und die einzelnen Vertragstypen werden im Studium ja intensiv behandelt. Deswegen kann ich schon nachvollziehen, wenn dein Chef etwas genervt reagiert, solltest du ihn beim 10. Rücktritt immer noch fragen, ob die Voraussetzungen des Rücktritts vorliegen. Gleichwohl finde ich, dass man als Kanzleipartner trotzdem die Verantwortung hat, den eigenen Mitarbeitern zu helfen, wenn diese alleine nicht weiterkommen. Immerhin haftet er dafür, das du deine Arbeit richtig machst (solange du nicht als Scheinsozius auftrittst).
Warum war denn die andere Stelle nicht für Berufseinsteiger geeignet und was sind die Rechtsgebiete, die dich mehr interessieren? Grundsätzlich kann man einen Berufseinsteiger auf jeder Stelle unterbringen, wenn man gewillt ist, ihm das nötige Rüstzeug mit an die Hand zu geben. Ich selbst wurde damals in einer KK ebenfalls ungenügend eingearbeitet und sehe das im Nachhinein sehr kritisch. Neben vielen Standardverfahren gab es 2-3 sehr komplizierte Verfahren, die nicht mit Grüneberg und Zöller zu lösen und daher für einen Berufseinsteiger ohne weitere Unterstützung oder Fachliteratur nicht geeignet waren. Ich hatte Glück, dass die Verfahren sich anderweitig erledigt haben und mein Schleudern daher ohne Konsequenzen blieb. Außer hin und wieder Praktikanten und Studenten betreue ich keine Berufseinsteiger, aber bei mir würde es aus dieser Erfahrung heraus mehr Unterstützung geben. Ein gewisses Potenzial sollte jedoch erkennbar sein, um die Probezeit zu überstehen, deswegen schau nochmal bei dir, dass es einen Lerneffekt gibt und du nicht 10mal die gleiche Frage stellst.
Nachrichten in diesem Thema
Einarbeitungszeit in kleiner Kanzlei - von LiLO1 - 01.12.2025, 21:17
RE: Einarbeitungszeit in kleiner Kanzlei - von BetterLearnAll25 - 02.12.2025, 00:09
RE: Einarbeitungszeit in kleiner Kanzlei - von LiLO1 - 02.12.2025, 08:04
RE: Einarbeitungszeit in kleiner Kanzlei - von Egal_ - 02.12.2025, 03:27
RE: Einarbeitungszeit in kleiner Kanzlei - von LiLO1 - 02.12.2025, 08:21
RE: Einarbeitungszeit in kleiner Kanzlei - von Egal_ - 02.12.2025, 12:53
RE: Einarbeitungszeit in kleiner Kanzlei - von LiLO1 - 02.12.2025, 20:42
RE: Einarbeitungszeit in kleiner Kanzlei - von BetterLearnAll25 - 02.12.2025, 22:11
RE: Einarbeitungszeit in kleiner Kanzlei - von LiLO1 - 03.12.2025, 21:52
RE: Einarbeitungszeit in kleiner Kanzlei - von Sesselpupser - 03.12.2025, 08:33
RE: Einarbeitungszeit in kleiner Kanzlei - von Egal_ - 03.12.2025, 12:57
RE: Einarbeitungszeit in kleiner Kanzlei - von Sabrina96 - 10.12.2025, 16:41
RE: Einarbeitungszeit in kleiner Kanzlei - von LiLO1 - 14.12.2025, 17:41









