07.11.2025, 10:59
Guten Morgen,
ich bin seit gut sechs Jahren Anwalt in einer, man würde sagen Feld-Wald-Wiesen, Kanzlei. Das heißt ich komme viel rum, habe viele Verfahren in erster Instanz zu betreuen, vornehmlich im Zivilrecht- und Verwaltungsrecht. Strafrecht fällt hinten drüber. Mir fällt zunehmends auf, dass ich frustiert bin, wenn ich Urteile "kassiere", die nach meinem (!) Rechtsempfinden falsch sind oder - noch schlimmer - Wesentliches übergangen haben. Na klar, jetzt könnte man sagen: Geh halt in die nächste Instanz. Aber so einfach ist es nicht. Das entscheide nicht ich, sondern der - selten nicht gerade erfreute und weitgehend mittellose - Mandant. Wie nehmt ihr diese Veränderung wahr? Ist das alles rein subjektiv geprägt, dass ich das nur denke, wenn ich verliere? Ich möchte allerdings dazu sagen, dass ich teilweise auch Verfahren gewinne, wo ich dem Mandanten vorher sinngemäß gesagt habe, dass das Verfahren in die Binsen geht. Ich frage dies deshalb, weil meine Kanzleikollegen mir zur "Beruhigung" immer sagen, dass die Qualität richterlicher Entscheidungen in den letzten Jahren abgenommen hat. Kein Bock, zu viel, zu schwer- keine Ahnung. Merkt ihr das auch?
ich bin seit gut sechs Jahren Anwalt in einer, man würde sagen Feld-Wald-Wiesen, Kanzlei. Das heißt ich komme viel rum, habe viele Verfahren in erster Instanz zu betreuen, vornehmlich im Zivilrecht- und Verwaltungsrecht. Strafrecht fällt hinten drüber. Mir fällt zunehmends auf, dass ich frustiert bin, wenn ich Urteile "kassiere", die nach meinem (!) Rechtsempfinden falsch sind oder - noch schlimmer - Wesentliches übergangen haben. Na klar, jetzt könnte man sagen: Geh halt in die nächste Instanz. Aber so einfach ist es nicht. Das entscheide nicht ich, sondern der - selten nicht gerade erfreute und weitgehend mittellose - Mandant. Wie nehmt ihr diese Veränderung wahr? Ist das alles rein subjektiv geprägt, dass ich das nur denke, wenn ich verliere? Ich möchte allerdings dazu sagen, dass ich teilweise auch Verfahren gewinne, wo ich dem Mandanten vorher sinngemäß gesagt habe, dass das Verfahren in die Binsen geht. Ich frage dies deshalb, weil meine Kanzleikollegen mir zur "Beruhigung" immer sagen, dass die Qualität richterlicher Entscheidungen in den letzten Jahren abgenommen hat. Kein Bock, zu viel, zu schwer- keine Ahnung. Merkt ihr das auch?
Nachrichten in diesem Thema
Richtigkeitsgewährt richterlicher Entscheidungen - von GestoerteGesamtschuld1 - 07.11.2025, 10:59
RE: Richtigkeitsgewährt richterlicher Entscheidungen - von Praktiker - 07.11.2025, 13:08


