30.05.2025, 09:22
(28.05.2025, 11:15)Rose99 schrieb:(27.05.2025, 10:20)Philosophenchiller schrieb:(09.05.2025, 17:22)Rose99 schrieb:Wie ist der aktuelle Stand? Bist du mit dem Erarbeiten so weit, dass du jetzt nur noch 2-3 Wochen brauchst, bevor du mit Klausuren anfängst? Bist du im Zeitplan?(05.05.2025, 17:27)JuraHassLiebe schrieb:
Vielen lieben Dank. Allein, dass du sagst "ein VB ist noch drin", gibt viel Zuversicht. Ich hatte tatsächlich als Reaktion auf die vorherigen Antworten das Vorhaben direkt 2-3 Klausuren pro Woche zu schreiben. Das ist aber in meinem Fall nicht realistisch. Nicht nur, dass mich das Klausurenschreiben extrem belastet, auch die Vorteile wie Zeitmanagement etc. kann ich nicht wirklich draus ziehen. Zumindest momentan nicht, weil ich so wenig weiß und meist nach 2 Stunden bereits fertig bin. Ich denke, dass die Erarbeitungsphase auch schneller durch ist, wenn ich nicht ständig daran denke, vielleicht doch Klausuren zu schreiben etc. und mich dadurch ablenke.
Danke für die ganzen tollen Tipps, die man konkret umsetzen kann. Ich habe auch vor, viele Klausuren zu gliedern. Mir fällt das Verorten von Problemen in der Lösung schwer. Auch Aufbaufragen etc. Denke, da wird das Skizzieren und anschließend mit Musterlösungen arbeiten viel bringen. Aber erstmal will ich die nächsten 5-7 Wochen mich auf meine Erarbeitung fokussieren.
Vielen lieben Dank fürs Daumen drücken und Helfen.
Wenn du nämlich nur ein bisschen so bist, wie ich damals mal war, dann wird sich das Erarbeiten des materielles Stoffs immer weiter hinziehen.
Und zum Thema Klausuren gliedern und Frust: Verstehe ich total. Aber du musst immer den Spagat zwischen 2 Aspekten finden:
(1) Motiviert bleiben = Das vermeiden, was einen frustriert.
(2) Konfrontieren, was du kannst und was nicht und ob du etwas ändern musst.
Zu (1): Nichts ist frustrierender als die Erkenntnis, das man z.B. den erarbeiteten Stoff nicht behält und nichtmal ne Anfängerklausur lösen kann. Dann mag es zeitlich befristet sinnvoll erscheinen, erstmal den aktuellen Abschnitt fertig zu machen. Schlecht wäre es dagegen, wenn sich das Erarbeiten länger und länger hinzieht. Vielleicht auch, weil du gerade das aufschiebst, was du unbewusst verdrängst.
Zu (2): Das wäre dann die gegensätzliche Möglichkeit: Konfrontieren: Kann ich die Basics? Falls nicht solltest du die dritte Abwandlung von Fall X, den Repetitor xy als wahnsinnig examsrelevant darstellt, unbedingt weglassen und stattdessen Basics wiederholen. Und eben Klausuren gliedern.
So oder so, sieh zu, dass sich nicht dein aktueller ARbeitsschritt weiter und weiter hinzieht. Ich würde dann lieber Basics wiederholen und Klausuren gliedern.
Mal am Beispiel des Strafrechts: Du musst die grundsätzlichen Dinge blind beherrschen Schema von Begehungsdelikt, Fahrlässigkeitsdelikt, Unterlassungsdelikt, Erfolgsqualifiziertes Delikt, Qualifikationen etc. Die grundsätzlichen Definitionen. Die Abgrenzung von Täterschaft und Teilnahme. Die Abgrenzung von Raub und räuberische Erpressung etc.
Und dann musst du Klausuren gliedern können.
Hier aber ein Nichtbeherrschen der Basics aufschieben, um irgendwelches spezielleres Wissen dir erstmalig zu Erarbeiten und sich darin zu verennnen wäre nicht gut.
Alles abstrakte Tipps, ich kenne ja dein Innenleben und dein Vorwissen nicht.
Hey und danke der Nachfrage. Tatsächlich hast du mit deinen Vermutungen leider recht. Ich habe die letzten Wochen noch weniger als sonst getan und jedes Mal, wenn die Arbeit angerufen hat, um einzuspringen, zugesagt. Um eine Ausrede zu haben.
Jedenfalls bin ich mit der Bearbeitung nicht wirklich vorangekommen. Ich werde zwar laut Plan trotzdem noch Ende Juni fertig werden, dh habe dann 5 Monate für Klausuren und Wiederholung, aber nicht weil ich so toll fleißig bin, sondern weil ich sehr "faul" geplant habe, sonst wäre ich sicherlich in 2 Wochen fertig. Deine beiden Punkte treffen es sehr gut. Ich beschäftige mich zu lange mit "Kleinigkeiten", die ich nicht verstehe, bin dann so frustriert, dass ich dann auch die Basics nicht mehr lerne oder wiederhole und am Ende hat man halt nichts gemacht.
Ich werde jetzt bis Mitte Juni noch rein Erarbeitung machen und dann langsam Wiederholungen und Fälle einbeziehen, sodass sie mit der Zeit immer mehr Raum einnehmen.
Ok, dann an dieser Stelle nochmal ein paar Einsteigertipps:
- immer um dieselbe Uhrzeit aufstehen, regelmäßiger Tagesablauf. Vor allem in den letzten Wochen vorm Examen den Tag-Nacht Rythmus nehmen in dem du die Klausuren schreibst.
- morgens als erstes Jura. NICHT irgendwas anderes
- nimm dir vor, nur 5min Jura zu machen. Wenn du dich morgens entscheidest zu lernen ist das nicht gleichzusetzen mit "ich arbeite heute durch", du nimmst dir nur vor, 5min zu machen. Aber das nimmst du dir an 5 Tagen pro Woche vor.
- leg das handy in ein anderes Zimmer
- Stopp die Konzentration beim lernen. Hör immer auf, bevor du dich kaputt fühlst. Wenn du dich 30min am stück gut konzentrieren kannst, mach nach 25min eine Pause.
- fester feierabend. Feste freie Tage. Mach an den freien Tagen ganz bewusst jurafrei und mach etwas was dich entspannt. Netflix gehört da meist nicht dazu, eher was wo man seinen kopf nicht benutzt.
Führ ein gespräch mit deinem Arbeitgeber, schilder denen dass es dir schwerfällt nein zu sagen und dass du sie bittest, davon abzusehen. Deine ganze Zukunft hängt davon ab. Bei denen gehts ums alltägliche, bei dir um dein ganzes leben. Du bist ein hilfsbereiter Mensch, aber sie sollen doch bitte dein examen respektieren, sie wissen doch, dass du ohne das examen nicht mal als jurist praktizieren könntest.
nie in eine kleinigkeit verennen die du nicht verstehst. Wenn du eine stelle nicht verstehst, liegt es meist nicht daran, dass du zu doof bist, sondern daran, dass der Autor an der stelle einfach scheisse unverständlich schreibt. Kauf dir noch zu jedem thema gebraucht übers internet billig (sodass du nicht noch ne ausrede hast zeit zu verschwenden) paar andere Quellen, skripte etc. Wenn du in Buch A ein Thema nicht verstehst, schaust du halt zu dem Thema in Buch B rein.
Und nochmals: FOkus auf Basics. Mach dir eine übersichtliche Liste über alle Themen die du in den 3 rechtsgebieten dir erarbeitet hast (nicht zu kleinteilig), sodass du auf einem Blick jeweils den Überblick hast. und dann selektiere beim wiederholen nach wichtigkeit.
EDIT: Nochmal was zum Verhältnis zu deinem jetzigen ARbeitgeber. Das soll jetzt nicht böse klingen. Und natürlich kenne ich die Details nicht. Alles was ich jetzt schreibe mutmaße ich hier: Du arbeitest bei einer kleinen Kanzlei als studentische Hilfskraft.
- Du denkst, die wären aktuell quasi deine Freunde, sie stünden mit dir auf einer Seite, ihr hättet gleichlaufende Interessen. Du hast deine Examsvorbereitung, das Lernen, was du vermeiden willst. Das ist unangenehm. Da kommen Ängste auf. Das verdrängst du gerne alles.
- Auf der anderen Seite steht dein Arbeitgeber: Gewohntes Umfeld, du kennst die Leute, die sind nett, du kannst die Examsvorbereitung verdrängen, du bekommst mehr Geld, das klingt alles sehr angenehm.
- Aber ihr seid nicht auf derselben Seite. Die haben völlig andere Interessen als du. Die wollen eine günstige Arbeitskraft. Sie werden auch wollen, falls Bedarf besteht und falls sie von deiner Arbeit überzeugt sind, dass du dein Examen bestehst. Dann kannst du da als Anwältin später arbeiten. Das ist im besten Fall. Im schlimmsten Fall haben sie eh genug Bewerber und wollen dich einfach als günstige ARbeitskraft behalten. Aber sie haben KEIN interesse daran, dass du jetzt als günstige Arbeitskraft ausfällst und dich auf dein Examen fokussierst. Am Ende bist du noch so gut, dass du wo anders hinwillst.
Du hast aktuell gegenläufige Interessen: Die sollen dir dein Auskommen ermöglichen. So wenig Arbeit dort wie möglich, so viel wie finanziell nötig. Du willst dein Leben planen, möglicsht viele Optionen dir offen halten, ein möglichst gutes Examen schreiben.
Daher: Klare Grenzen aufzeigen. Führe ein gespräch und sag, du hast noch X Monate und ab jetzt stehst du nicht mehr zum Einspringen zur Verfügung.
Nachrichten in diesem Thema
Während der Examensvorbereitung komplette Änderung möglich? - von Rose99 - 02.05.2025, 00:46
RE: Während der Examensvorbereitung komplette Änderung möglich? - von Refkiki - 02.05.2025, 08:35
RE: Während der Examensvorbereitung komplette Änderung möglich? - von Rose99 - 03.05.2025, 00:51
RE: Während der Examensvorbereitung komplette Änderung möglich? - von guga - 02.05.2025, 11:22
RE: Während der Examensvorbereitung komplette Änderung möglich? - von Rose99 - 03.05.2025, 00:54
RE: Während der Examensvorbereitung komplette Änderung möglich? - von Refkiki - 03.05.2025, 09:24
RE: Während der Examensvorbereitung komplette Änderung möglich? - von Rose99 - 04.05.2025, 04:11
RE: Während der Examensvorbereitung komplette Änderung möglich? - von Greif - 05.05.2025, 08:24
RE: Während der Examensvorbereitung komplette Änderung möglich? - von Rose99 - 09.05.2025, 17:05
RE: Während der Examensvorbereitung komplette Änderung möglich? - von kingofkittys - 05.05.2025, 09:34
RE: Während der Examensvorbereitung komplette Änderung möglich? - von Rose99 - 09.05.2025, 17:08
RE: Während der Examensvorbereitung komplette Änderung möglich? - von Freidenkender - 05.05.2025, 12:30
RE: Während der Examensvorbereitung komplette Änderung möglich? - von Rose99 - 09.05.2025, 17:13
RE: Während der Examensvorbereitung komplette Änderung möglich? - von JuraHassLiebe - 05.05.2025, 17:27
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RE: Während der Examensvorbereitung komplette Änderung möglich? - von Rose99 - 28.05.2025, 11:15
RE: Während der Examensvorbereitung komplette Änderung möglich? - von Philosophenchiller - 30.05.2025, 09:22
RE: Während der Examensvorbereitung komplette Änderung möglich? - von Rose99 - 09.05.2025, 17:01