28.03.2025, 10:59
(27.03.2025, 20:10)Foreverinlaw schrieb:Langsam wundere ich mich, ob es Zeit ist das Tuch zu schmeißen und aufzugeben. Ich versuche mich nicht zu vergleichen, ich habe mehrere Kinder und führe einen ganz anderen Lifestyle als die meisten Auszubildenden.Ich muss mich mit vielen anderen Themen beschäftigen, die nicht das Jurastudium betreffen.Hinzu kommen Schulferien, Krankheiten etc.. immer pünktlich kurz vor der Hausarbeitsdeadline oder der Klausur. Dennoch versuche ich es. Ich scheitere oft, nach dem 2. oder 3. Anlauf klappt es dann auch.Nun sind jetzt mittlerweile knappe 2 Jahre vergangen seitdem ich versuche den Öffrecht Schein fertig zu bekommen. Ich habe diesmal wirklich alles gegeben und dennoch hat es nicht ausgereicht. Die anderen Scheine habe ich schon. Im Öffrecht happerts bei mir, obwohl ich es meine zu verstehen. Ich finde Zivilrecht viel komplizierter, dennoch tue ich mich bei den Klausuren schwer, mich zu beweisen.Ich bin letztes Jahr in eine Depression gefallen, weil ich Angst habe keinen Ausweg zu finden. Ich bin über 30 und ich weiß nicht wo ich jetzt als Quereinsteiger beginnen soll. Es wurde so viel Geld und Zeit in das Studium investiert.Meine allergrößte Angst ist für immer abhängig von meinem Mann zu sein und dass mein Mann mir vorwirft, dass er sein Geld aus dem Fenster geschmissen hat, um mein Studium zu fördern. Solange ich nicht fertig werde, bleibe ich abhängig. Ich verstehe nicht wie ich früher 7-9 P Klausuren schreiben konnte und jetzt kann ich froh sein 4 P zu ergattern.Ich war mir so sicher, dieses Jahr mein Examen zu schreiben. Mein Mann hat sich schon darauf eingestellt dass er diesen Sommer alleine mit den Kindern wegfährt. Nun muss ich mein Glück wieder im 89. Semester versuchen.Ich fühle mich wie vom Pech verfolgt, nach jeder gescheiterten Klausur. Zwischenzeitlich, habe ich bereits hunderte von Euros bei Reps. hinterlassen. Diese Reps. finanziert von meinem Mann. Es deprimiert mich , dass ich nichts vorweisen kann. Ich weiß nicht ob das Leben übehraupt noch Lebenswert ist. Ich hasse mich dafür, dass ich es zulasse dass ich mein Selbstwert über das Studium definiere, aber am Ende des Tages ist das Leben auf Planet Erde für Menschen besonders in der westlichen Welt so gestrickt. Man ist nichts, ohne finanziellen Erfolg. Ja ich habe zwei Kinder groß gezogen, 4 Jahre gestillt, alle Breis selber hergestellt, koche lieber bevor ich sie Fastfood essen lasse, versuche sie mit Anstand zu erziehen, aber wem juckt das schon, wenn ich keine Karriere vorweisen kann? Während mein Mann Business Deal nach Business Deal abschließt, muss ich mit 33 schauen dass ich mich rechtzeitig zum nächsten Semester immatrikuliere.Letztens hatte ich einen Alptraum, dass meine Kinder und ich zusammen die Uni besuchen. Ist dies ein Zeichen aufzugeben? Wenn ja, mit was soll ich anfangen, was mir auch Geld einbringt? Ein weiteres Studium wird mir mein Mann nicht finanzieren!Gibt es Juristen hier, die das Jura Studium trotz anderer Themen bestanden haben? Ich kann nicht 9h in der Bib sitzen, von Montag- Sonntag; das geht einfach nicht wenn meine Kinder um 15h von ihren Einrichtungen abgeholt werden müssen. Ich bin psychisch nicht in bester Verfassung. Meine Freunde sagen, wenn ein Studium das mit einem macht, sollte man es sein lassen.Ich weiß nicht was ich mir erhoffe von diesem Post. Rant zu Ende.
Erst einmal Respekt, dass du es trotz der Kinder und allem so weit geschafft hast. Das Studium ist bereits ohne zusätzliche Hürden schwer genug, viele leiden auch so psychisch darunter.
Gerade weil du es so weit geschafft hast und das ja gerade nicht ohne Erfolg würde ich weiter dabei bleiben. Die Wahrscheinlichkeit, dass du den Abbruch später bereust und er dich immer wieder umtreibt, ist mEn nicht gering.
Ich würde mir ggf. eine Auszeit nehmen, ein wenig Abstand, viel reflektieren und probieren einen Rhythmus und eine Struktur aufzubauen mit der sich Familie und Studium vereinen lässt. Das Studium verlangt mEn deutlich weniger Arbeit als man es denkt und das fällt einem leider erst rückblickend auf. Ich weiß nicht was an deiner Uni, in deinem Bundesland für den Öffrecht-Schein verlangt wird, aber nehmen wir beispielsweise an es ist jeweils eine Klausur aus dem Baurecht, dem Kommunalrecht und dem Polizei- und Sicherheitsrecht. Dann würde ich probieren mir einen Tag Zeit zunehmen, einen Plan zu entwerfen. Egal womit du lernst, alles ist Endich und letztlich definitiv machbar. Nimmst du ein Skript, dann hat es vielleicht 100 Seiten pro Rechtsgebiet, beim Lehrbuch vielleicht 200. Das lässt sich super in Tage runterbrechen und wenn du im Anschluss eine Zeitspanne zum Anwenden deines Wissens an Fällen einplanst, dann kann in den Klausuren eigentlich nicht viel schief gehen. Es sind in den Scheinen regelmäßig wiederkehrende Klassiker. Diese Klausuren werden von vielen auf Gutglück mitgeschrieben, wenn man da ein wenig Struktur reinbringt, sind schnell auch gute Noten drinnen.
Und ich glaube es ist auch sehr wichtig, dass du an dich glaubst, ich habe viele hinter ihrem Potential bleiben sehen, weil sie einfach nicht an sich geglaubt haben und mit der falschen Einstellungen rangehen. Dabei hast du offensichtlich mehr als genügend Gründe an dich zu glauben! Du hast es weitergeschafft als viele und das obwohl du es deutlich schwerer hattest! Du hast gute Chancen es weiterhin zu schaffen und sicherlich auch dich wieder Richtung 7-9 Punkte zu bewegen. Ich hoffe ich konnte dir ein Stück weit helfen, wenn du konkretere Tipps brauchst, frag gerne nach.
Viel Erfolg, du kannst das definitiv schaffen!
Nachrichten in diesem Thema
Erfolgsgeschichten von Müttern/Vätern oder ähnlichen erwünscht - von Foreverinlaw - 27.03.2025, 20:10
RE: Erfolgsgeschichten von Müttern/Vätern oder ähnlichen erwünscht - von Novize - 27.03.2025, 21:20
RE: Erfolgsgeschichten von Müttern/Vätern oder ähnlichen erwünscht - von E-135 - 28.03.2025, 21:56
RE: Erfolgsgeschichten von Müttern/Vätern oder ähnlichen erwünscht - von kingofkittys - 30.03.2025, 18:36
RE: Erfolgsgeschichten von Müttern/Vätern oder ähnlichen erwünscht - von DieRechtsbar - 28.03.2025, 00:59
RE: Erfolgsgeschichten von Müttern/Vätern oder ähnlichen erwünscht - von Egal_ - 28.03.2025, 02:23
RE: Erfolgsgeschichten von Müttern/Vätern oder ähnlichen erwünscht - von Foreverinlaw - 28.03.2025, 06:53
RE: Erfolgsgeschichten von Müttern/Vätern oder ähnlichen erwünscht - von NRW556 - 28.03.2025, 10:03
RE: Erfolgsgeschichten von Müttern/Vätern oder ähnlichen erwünscht - von Freidenkender - 28.03.2025, 10:54
RE: Erfolgsgeschichten von Müttern/Vätern oder ähnlichen erwünscht - von JuraHassLiebe - 28.03.2025, 10:59
RE: Erfolgsgeschichten von Müttern/Vätern oder ähnlichen erwünscht - von NewNRW24 - 28.03.2025, 15:35
RE: Erfolgsgeschichten von Müttern/Vätern oder ähnlichen erwünscht - von Negatives Tatbestandsmerkmal - 29.03.2025, 14:14
RE: Erfolgsgeschichten von Müttern/Vätern oder ähnlichen erwünscht - von JuraHassLiebe - 31.03.2025, 19:47
RE: Erfolgsgeschichten von Müttern/Vätern oder ähnlichen erwünscht - von Praktiker - 28.03.2025, 22:23
RE: Erfolgsgeschichten von Müttern/Vätern oder ähnlichen erwünscht - von Counsel - 29.03.2025, 12:35
RE: Erfolgsgeschichten von Müttern/Vätern oder ähnlichen erwünscht - von Mindermeinung - 30.03.2025, 20:19
RE: Erfolgsgeschichten von Müttern/Vätern oder ähnlichen erwünscht - von Anni_NrW - 01.04.2025, 23:32
RE: Erfolgsgeschichten von Müttern/Vätern oder ähnlichen erwünscht - von Praktiker - Gestern, 00:32
RE: Erfolgsgeschichten von Müttern/Vätern oder ähnlichen erwünscht - von Anni_NrW - Gestern, 12:34
RE: Erfolgsgeschichten von Müttern/Vätern oder ähnlichen erwünscht - von DRi1 - Gestern, 09:11