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Selbstwert
Freidenkender
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#33
07.01.2025, 12:33
(06.01.2025, 23:35)Egal_ schrieb:  
(06.01.2025, 00:24)hyaene_mit_hut schrieb:  Ein bisschen Relativierung:

Ich beneide die Menschen, die die Schilderungen unverständlich finden, weil es die Annahme zumindest nahelegt, dass ähnliche Empfindungen noch nicht gemacht wurden. Tatsächlich ist es so, dass viele Menschen als allen Berufszweigen Schwierigkeiten und persönliche Probleme haben können oder bekommen können. Identifikation und Überidentifikation mit dem Beruf gehören dazu. 

Es mag daran liegen, dass ich ewig mit Menschen zu tun hatte - und habe -, die massive Probleme haben. Es mag sein, dass es daran liegt, dass ich selbst den einen oder anderen Schuss nicht mehr gehört habe und selbst ordentlich einen an der Rübe habe. Aber sowohl aus eigener Perspektive, als auch aus der beobachtenden und begleitenden kann ich sagen: Das kommt nicht selten vor. 

Ich gehe allerdings in der Sache mit, dass Hilfe und Unterstützung eine gute Sache ist, und in Krisensituationen auch enorm wichtig. Gerade, weil du schreibst, es gehe dir wirklich schlecht im Moment.
Hast du die Chance, einen Vertrauten um Unterstützung zu bitten, um dir ein Netzwerk zu stricken, das dich im Moment etwas mehr auffängt? Hausarzt, Psychiater, Eltern, Geschwister, Freunde, eine psychiatrische Institutsambulanz oder so etwas? 
Habe bitte keine Scheu, Hilfe zu suchen. Ich selbst habe über etliche Jahre Therapien gemacht (komplexe PTBS und ADHS), und weiß, wie wenig erfolgreich man sich fühlt, wenn man an dieser Schwelle steht. Aber genauso, wie Menschen mit einem gebrochenen Bein zum Arzt gehen sollen, sollen sie Hilfe suchen, wenn die Seele gerade einen Knacks hat. 

Und um auch das Stigma Jura und Therapiebedürftigkeit allgemein anzusprechen: Ich bin nach wie vor mit einigen meiner Therapeutinnen befreundet. Jurastudent:innen bilden eine riesige Patient:Innengruppe, unter Therapeut:innen ist der Studiengang als besonders belastend bekannt.
Praktizierende Jurist:innen gehören eher zu den Selbstzahlern, weil sie berufliche Konsequenzen fürchten - aber auch hier sind viele in Behandlung, und noch mehr behandlungsbedürftig. 
Eine laufende Psychotherapie ist übrigens auch kein Ausschlusskriterium für das Ref. Ich bin bei der Einstellungsuntersuchung echt auf links gekrempelt worden, weil ich eben schwere Diagnosen habe. Jedensfalls das OLG Hamm erlaubt auch Assistenzhunde im Ref.

Ich denke, fast jeder von uns ist schon auf die ein oder andere Art gescheitert und trotzdem finde auch ich die Beiträge des TE schwer verständlich, weil er sich alles aus der Nase ziehen lässt.

Der Rat von Praktiker und von dir ist daher der richtige: sich von jemandem in der realen Welt Hilfe holen, denn das Forum kann das hier nicht leisten.

Und wo wir beim Thema scheitern sind: nachdem ich im Job über die Jahre immer wieder erlebt und rechtlich begleitet habe, wie Führungskräfte und Mitarbeiter "gegangen" oder degradiert wurden, hat es mich nach einem lange andauernden Konflikt nun selbst erwischt. Es fühlt sich an, als wäre ich gescheitert, auch wenn ich weiß, dass es nicht nur meine Schuld war.
Nein, ich wurde nicht gekündigt. Das konnten sie nicht, aber nach monatelangem Druck und Arbeiten bis zum Umfallen, habe ich dem Druck nicht mehr standgehalten und einer, ich nenne es mal "Versetzung", zu deutlich schlechteren Konditionen zugestimmt. Es fühlt sich mies an, gerade auch, weil Vorwürfe im Raum stehen, gegen die ich mich nicht verteidigen kann, weil es keinen interessiert, wie meine Sicht auf die Dinge ist. Man glaubt der ranghöheren Person X, denn die muss ja recht haben, wenn sie das sagt.
Ich kenne es ja selbst aus meiner Anwaltstätigkeit: Mdt (Unternehmen) kommt zu dir und sagt, der Mitarbeiter hat es verbockt und muss weg. Als Anwalt nimmst du natürlich die Sicht deines Mandanten an und denkst dir, da wird schon etwas dran sein. Was der Mitarbeiter zu sagen hat, interessiert dich nicht.
Tja, wenn ich heute zurückblicke auf die ein oder anderen Gesichter der jüngeren Vergangenheit, wird mir klar, dass jede Geschichte zwei Seiten hat. Das Karma schlägt zurück, könnte man sagen.

So liege ich am Boden, fühle mich gedemütigt und zu Unrecht beschuldigt und trotzdem weiß ich: "Das Leben wird schon irgendwie weitergehen".
Muss ja, denn mit Familie und Immobilienkredit kann ich vor der Verantwortung nicht weglaufen, auch wenn ich ein paar Monate Auszeit gebrauchen könnte.

@hyaene_mit_hut: Wahrscheinlich bin ich die nächste, die psychologische Hilfe in Anspruch nehmen muss, denn die letzten Monate haben mir sehr zugesetzt.
Lasst es euch eine Warnung sein, ob massenhaft billables kloppen wirklich sein muss. Keiner dankt es euch, wenn ihr euch für die Kanzlei oder das Unternehmen den A* aufgerissen habt und nun wegen Burnouts krankgeschrieben seit. Keiner!
Und ja, auch hierzu kann ich eine Geschichte über eine Führungskraft erzählen, an der ich aber nicht aktiv beteiligt war, sondern mahnend darauf hingewiesen habe, dass vermutlich ein Burnout vorliegt. Hat aber keinen interessiert. Die Leistung stimmte nicht mehr, also musste er weg.
Jeder von uns ist ersetzbar.

Liebe Egal (klingt irgendwie komisch Wink  ),

das tut mir leid das zu hören. Lass dich bitte nicht davon runter ziehen. Ich kann sehr gut verstehen, dass das ans Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl geht. Unberechtigte Vorwürfe, gegen die man sich nur ganz bedingt wehren kann, sind hart. Man  fühlt sich einfach nur ausgeliefert, Ich hatte die Situation im beruflichen Kontext bisher nur einmal sehr kurz. Meine Chefin hat mir in meinem ersten Job, meine Kündigung krumm genommen und dann die Kündigungsfrist zur Hölle gemacht. Einfach nur noch die Machtkarte gezogen. Ich wollte einfach noch meine Mandate sauber abarbeiten, aber das ging irgendwann nicht mehr. Ihr war es egal, ob dadurch ggf das Ansehen der Kanzlei leidet. Höhepunkt war ein Mandantengespräch in das sie dann reingeplatzt ist, mich vor der Mandantschaft runtergelassen hat und den Mandanten mitgenommen hat. Letzten Worte die ich dabei hörte: "Kommen Sie mit, der kann nichts" Ich habe mich dann in eine Krankschreibung geflüchtet. Habe ich mich gut dabei gefühlt? Nein! Zum Glück war die Situation endlich und ich hatte eine Alternative, aber es hat trotzdem was mit mir gemacht

Ich wünsche dir auf diesem Weg einfach etwas Zuversicht und neuen Mut. Schau nach vorne. Du hast ja schon einiges an Erfahrung gesammelt und ich bin mir sicher, dass sich auch etwas anderes finden lässt. Gute Arbeitsrechtler werden gesucht. Also wenn du mal einen Job in Bayern suchst.... lass uns reden  Wink
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Selbstwert - von younglawyer - 03.01.2025, 20:27
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