18.09.2024, 20:56
(18.09.2024, 16:55)Leo@ius schrieb: Ich finde den Beruf erfüllend, aber vielleicht aus anderen Gründen, als man erstmal denken würde (Buzzword: sinnvolle Tätigkeit). Ich bin am AG und habe hier ziemlich viele Sachverhalte, die sich wiederholen. Verkehrsunfälle, Mietmängel, Oma Erna und ihre an der Grundstücksgrenze gepflanzte Eberesche: Da ist es zwar sinnvoll, dass es in einem Rechtsstaat jemanden gibt, der in solchen Streitigkeiten vermittelt und im Zweifel dann eine Endentscheidung trifft. Bei dieser Aufgabe fühle ich mich aber weniger staatstragend, als das online teilweise auf den Karriereseiten der Justiz beworben wird.Das kann ich gut nachvollziehen und ging mir grds. auch genauso. Das Problem ist nur, dass man das wirklich 40 Jahre machen wird. 40 Jahre Verkehrsunfälle, Gartenzäune. Mir fehlt in meinem Job mittlerweile einfach schon länger der intellektuelle Reiz. Unheimlich viel wiederholt sich. Tatbestände schreiben empfinde ich mittlerweile fast schon als Folter…
Was mich erfüllt, ist der Spaß an der Rolle als Entscheider, das Moderieren in den Verhandlungen, die freie Arbeitszeiteinteilung und am Ende des Tages auch das Gefühl, einen guten Deal zwischen Vergütung (nebst Beihilfe/PKV, Pension) und Arbeitszeit zu haben.
Insofern kann ich den Richterberuf auf jeden Fall weiterempfehlen. Wenn es dir nicht gefällt, kannst du später immer noch wechseln.
Nachrichten in diesem Thema
Erfüllung in der Justiz? - von ReffiNRW75 - 18.09.2024, 09:41
RE: Erfüllung in der Justiz? - von Spencer - 18.09.2024, 10:58
RE: Erfüllung in der Justiz? - von Berufseinsteigerin - 18.09.2024, 19:19
RE: Erfüllung in der Justiz? - von Leo@ius - 18.09.2024, 16:55
RE: Erfüllung in der Justiz? - von Spencer - 18.09.2024, 20:56
RE: Erfüllung in der Justiz? - von Leo@ius - 18.09.2024, 22:35
RE: Erfüllung in der Justiz? - von Praktiker - 18.09.2024, 21:44


