30.10.2023, 20:59
Bei mir im Team in einer internationalen GK war es auch das übliche Gejammer, wenn Associates zwei Wochen oder mehr Urlaub nehmen wollen. Es schien ein wenig ritualisiert, denn es kam v.a. von den "jüngeren" älteren Kollegen (Senior Associate aufwärts). Der teamleitende Partner sagte dazu wenig und nahm sich jeden Sommer 5+ Wochen, in denen er auch immer ganz weit weg und durch Zeitverschiebung etc. faktisch kaum kurzfristig erreichbar war. Er arbeitete aber seine Mails ab, was täglich wohl immer 2-3 Stunden kostete.
Wenn man nur eine Woche weg war, vertrat einen in meinem Team niemand wirklich und es türmte sich in der Folgewoche alles. Wenn man länger weg war, gab es zwar eine formale Vertretungsregel. Die Dauerberatungen/größeren Projekteliefen aber trotzdem irgendwie über einen selbst weiter, sei es, weil die Vertretung selbst überarbeitet war oder sich nicht einarbeiten konnte/wollte und daher ständig irgendwas wissen wollte/weitergeleitet hat. Arbeit während des Urlaubs war also Teil des (längeren) Urlaubs und man musste schon aktiv abwehren oder selbst versuchen, auf andere Ansprechpartner umzuschichten, um nicht an die Urlaubs-Partnerzeiten (2-3 Stunden eher täglich) ranzukommen. In anderen Teams der Kanzlei lief das offenbar anders, Leute konnten ihren Urlaub unproblematisch(er) nehmen und Vertretungen haben besser funktioniert.
U.a. diese Erfahrungen haben mich dieses Jahr bewogen, inhouse zu gehen. Lange arbeiten ist ja eine Sache, aber mir war das zu blöd, dass nicht mal die Erholung im Urlaub strukturell richtig funktionieren sollte. Ob man Urlaub nehmen kann, ist letztlich ein Strukturthema und wenn einem das Team das nicht mal ansatzweise sinnvoll gewähren kann, hat der verantwortliche Partner den Schuss einfach nicht gehört. Wenn Partner so arbeiten wollen, fein, die kriegen dafür ja auch einen A*sch voll Geld, aber das muss ich nicht auch noch auf Associatelevel emulieren.
Wenn man nur eine Woche weg war, vertrat einen in meinem Team niemand wirklich und es türmte sich in der Folgewoche alles. Wenn man länger weg war, gab es zwar eine formale Vertretungsregel. Die Dauerberatungen/größeren Projekteliefen aber trotzdem irgendwie über einen selbst weiter, sei es, weil die Vertretung selbst überarbeitet war oder sich nicht einarbeiten konnte/wollte und daher ständig irgendwas wissen wollte/weitergeleitet hat. Arbeit während des Urlaubs war also Teil des (längeren) Urlaubs und man musste schon aktiv abwehren oder selbst versuchen, auf andere Ansprechpartner umzuschichten, um nicht an die Urlaubs-Partnerzeiten (2-3 Stunden eher täglich) ranzukommen. In anderen Teams der Kanzlei lief das offenbar anders, Leute konnten ihren Urlaub unproblematisch(er) nehmen und Vertretungen haben besser funktioniert.
U.a. diese Erfahrungen haben mich dieses Jahr bewogen, inhouse zu gehen. Lange arbeiten ist ja eine Sache, aber mir war das zu blöd, dass nicht mal die Erholung im Urlaub strukturell richtig funktionieren sollte. Ob man Urlaub nehmen kann, ist letztlich ein Strukturthema und wenn einem das Team das nicht mal ansatzweise sinnvoll gewähren kann, hat der verantwortliche Partner den Schuss einfach nicht gehört. Wenn Partner so arbeiten wollen, fein, die kriegen dafür ja auch einen A*sch voll Geld, aber das muss ich nicht auch noch auf Associatelevel emulieren.
Nachrichten in diesem Thema
Vacationshaming - von Legaleagle - 25.10.2023, 19:43
RE: Vacationshaming - von Ommmmm - 26.10.2023, 07:25
RE: Vacationshaming - von JuraLiebhaber - 26.10.2023, 10:21
RE: Vacationshaming - von A_Ghast - 26.10.2023, 10:38
RE: Vacationshaming - von Humpa - 26.10.2023, 10:52
RE: Vacationshaming - von Anon - 26.10.2023, 11:17
RE: Vacationshaming - von Syndikus_RA - 26.10.2023, 11:27
RE: Vacationshaming - von Byisis - 26.10.2023, 21:18
RE: Vacationshaming - von DAS IST KEIN SPIEL - 28.10.2023, 00:15
RE: Vacationshaming - von oplkm - 30.10.2023, 20:59
RE: Vacationshaming - von Ommmmm - 31.10.2023, 14:14