13.10.2023, 10:26
Stimme zu, dass es bei den meisten Rechtsgebieten eher auf das Ranking im Rechtsgebiet als auf das Ranking der Kanzlei ankommt (Ausnahme: unprofitable Rechtsgebiete, die viele US-Kanzleien gar nicht machen).
Ich habe ,,absolute Nr. 1 im Gebiet" angefangen und bin dann nach 2 Jahren zu T2-/T3+ gewechselt. Im Durchschnit war freilich das Team in der ersten Kanzlei sehr viel ehrgeiziger und die Fälle größer (und manchmal auch komplexer). Ist ja irgendwie klar: Wenn man sich im Ansatz schon fragt: ,,Warum soll ich für das gleiche Gehalt 25% mehr arbeiten? (Tier1)" ist man ein vernünftiger Mensch - wird im Zweifel aber von den ,,Wahnsinnigen", die alles in die Karriere stecken wollen und dafür jeden Einsatz bringen, überholt. Macht ja nichts!
Und nur weil man die ,,Einstiegsanforderungen" (2x VB) erfüllt, ist es ein bisschen Augenwischerei, dann davon auszugehen, dass alle GK-Associates auf dem gleichen Level sind. In Kanzlei 1 hatte ich regelmäßig Bewerbungen mit tollen US-LLMs (die ja mit hohen Noten / Ehrgeiz korrelieren) oder anderen verrückten Leistungen (einmal: 18 Punkte in der Wahlstation im fachlich einschlägigen OLG-Senat...Oder parallel komplettes VWL-Studium absolviert) auf dem Tisch, bei der zweiten Kanzlei sehe ich fast nie Bewerbungen mit US-LLM und wir stellen auch mal mit 2x Nicht-VB ein. Freilich sind super ehrgeizige Menschen nicht immer bessere Juristen (oder angenehmere Kollegen), aber Jura ist ja eher ein Fleißfach - wenn man 50% mehr arbeitet, ist das schon hilfreich.
Jede Kanzlei hat natürlich ihre Stammmandanten und was da auf den Schreibtisch kommt, ist von der Komplexität natürlich eher Zufall. Aber wenn ein Unternehmen jetzt das Gefühl hat: "Das ist jetzt die größte Rechtssache, die wir je hatten", wird es im Zweifel zur Sicherheit eher einen Pitch machen und dabei neben der Stammkanzlei auch die Tier-1 Marktührer einladen. Und oft hat Tier-1 auch so viel Arbeit, dass sie ihre Stundensätze so hochtreiben können, dass nicht zu viel Alltagsgeschäft reinkommt. Bei mir ist das jetzt echt schon Jahre her, aber wir hatten damals schon Partner mit bis zu $ 1300 / Stunde abgerechnet - aus der Inhouse-Perspektive wäre es wahnwitzig, das Team für easy Standardkram zu nehmen (passiert natürlich trotzdem manchmal).
Ich habe ,,absolute Nr. 1 im Gebiet" angefangen und bin dann nach 2 Jahren zu T2-/T3+ gewechselt. Im Durchschnit war freilich das Team in der ersten Kanzlei sehr viel ehrgeiziger und die Fälle größer (und manchmal auch komplexer). Ist ja irgendwie klar: Wenn man sich im Ansatz schon fragt: ,,Warum soll ich für das gleiche Gehalt 25% mehr arbeiten? (Tier1)" ist man ein vernünftiger Mensch - wird im Zweifel aber von den ,,Wahnsinnigen", die alles in die Karriere stecken wollen und dafür jeden Einsatz bringen, überholt. Macht ja nichts!
Und nur weil man die ,,Einstiegsanforderungen" (2x VB) erfüllt, ist es ein bisschen Augenwischerei, dann davon auszugehen, dass alle GK-Associates auf dem gleichen Level sind. In Kanzlei 1 hatte ich regelmäßig Bewerbungen mit tollen US-LLMs (die ja mit hohen Noten / Ehrgeiz korrelieren) oder anderen verrückten Leistungen (einmal: 18 Punkte in der Wahlstation im fachlich einschlägigen OLG-Senat...Oder parallel komplettes VWL-Studium absolviert) auf dem Tisch, bei der zweiten Kanzlei sehe ich fast nie Bewerbungen mit US-LLM und wir stellen auch mal mit 2x Nicht-VB ein. Freilich sind super ehrgeizige Menschen nicht immer bessere Juristen (oder angenehmere Kollegen), aber Jura ist ja eher ein Fleißfach - wenn man 50% mehr arbeitet, ist das schon hilfreich.
Jede Kanzlei hat natürlich ihre Stammmandanten und was da auf den Schreibtisch kommt, ist von der Komplexität natürlich eher Zufall. Aber wenn ein Unternehmen jetzt das Gefühl hat: "Das ist jetzt die größte Rechtssache, die wir je hatten", wird es im Zweifel zur Sicherheit eher einen Pitch machen und dabei neben der Stammkanzlei auch die Tier-1 Marktührer einladen. Und oft hat Tier-1 auch so viel Arbeit, dass sie ihre Stundensätze so hochtreiben können, dass nicht zu viel Alltagsgeschäft reinkommt. Bei mir ist das jetzt echt schon Jahre her, aber wir hatten damals schon Partner mit bis zu $ 1300 / Stunde abgerechnet - aus der Inhouse-Perspektive wäre es wahnwitzig, das Team für easy Standardkram zu nehmen (passiert natürlich trotzdem manchmal).
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