26.10.2022, 21:01
Noch zur Ergänzung: in meiner praktischen Tätigkeit als Rechtsanwaltin schreibe ich keine Aufsätze. Ich schreibe Mails, die zielorientiert ausgerichtet sind und für den Mandanten verständlich sein müssen. Ich schreibe keine juristisch hochtrabenden Texte, argumentiere für dieses oder jenes Argument o.ä. Ich sage dem Mandanten kurz und knackig, was er aus meiner Sicht tun sollte und warum.
Nicht selten passiert das sogar am Telefon.
Das juristische Blabla interessiert den Mandanten nicht. Er versteht es in der Regel nicht einmal, wenn ich ihm einen juristischen Aufsatz schreiben würde. Der Mandant will wissen, was er tun muss, wie hoch die Chancen und wie hoch das Haftungsrisiko ist. Mehr nicht.
Für diese kurze, knackige Mail oder das Telefonat reicht mir die durchdachte Lösungsskizze. Ich gehe im Kopf den Fall durch, mache mir Notizen und schaue auftretende Fragen noch einmal nach wenn ich mir unsicher bin. So funktioniert meine Arbeit als Anwältin.
Für den Richter ist die Lage tatsächlich noch eine andere. Der liegt näher an der Examenssituation mit seinem Urteil. Er schreibt aber auch für Juristen und nicht für juristische Laien. Ok, naja sagen wir mal so, zumindest werden die Urteile in der Regel von Juristen gelesen und dem Mandanten "übersetzt", denn die verstehen von einem Urteil in der Regel nur Bahnhof.
Auch der Richter wird jedoch keine 30 Seiten per Hand schreiben.
Nicht selten passiert das sogar am Telefon.
Das juristische Blabla interessiert den Mandanten nicht. Er versteht es in der Regel nicht einmal, wenn ich ihm einen juristischen Aufsatz schreiben würde. Der Mandant will wissen, was er tun muss, wie hoch die Chancen und wie hoch das Haftungsrisiko ist. Mehr nicht.
Für diese kurze, knackige Mail oder das Telefonat reicht mir die durchdachte Lösungsskizze. Ich gehe im Kopf den Fall durch, mache mir Notizen und schaue auftretende Fragen noch einmal nach wenn ich mir unsicher bin. So funktioniert meine Arbeit als Anwältin.
Für den Richter ist die Lage tatsächlich noch eine andere. Der liegt näher an der Examenssituation mit seinem Urteil. Er schreibt aber auch für Juristen und nicht für juristische Laien. Ok, naja sagen wir mal so, zumindest werden die Urteile in der Regel von Juristen gelesen und dem Mandanten "übersetzt", denn die verstehen von einem Urteil in der Regel nur Bahnhof.
Auch der Richter wird jedoch keine 30 Seiten per Hand schreiben.
Nachrichten in diesem Thema
Verständnis für den Zeitdruck im Examen - von Chole - 26.10.2022, 18:18
RE: Verständnis für den Zeitdruck im Examen - von Gast - 26.10.2022, 18:23
RE: Verständnis für den Zeitdruck im Examen - von DrängelerKnüller - 26.10.2022, 18:24
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RE: Verständnis für den Zeitdruck im Examen - von guga - 27.10.2022, 00:33
RE: Verständnis für den Zeitdruck im Examen - von Gast - 27.10.2022, 14:16










