17.08.2021, 20:17
(17.08.2021, 19:46)Gästle schrieb:(17.08.2021, 09:56)HendrikBerlin schrieb: Moin Leute,
ich werde zum 01.11.2021 beim Land Berlin verbeamtet und mich quält die Entscheidung über die Krankenversicherung. Insbesondere gibt es in Berlin nunmehr die Pauschale Beihilfe, so dass man ggf. mit der PKV monetär nicht eindeutig besser fährt. Grundsätzlich wäre die GKV ein Tick teurer, jedoch dann als Pensionär mE deutlich günstiger (auch wenn dann im Rahmen der Beihilfe 70% zum Beitrag bezuschusst werden).
Bisher habe ich folgende Vorteile/Nachteile zusammentragen können:
Vorteile PKV
- bessere Leistungen, schnelle Termine
- zunächst etwas geringerer Beitrag (der Beitragsunterschied ist zunächst größer, nach Berechnung im Brutto-Netto-Rechner ist es jedoch kaum ein Unterschied; wahrscheinlich weil bei der PKV nur der "Basistarif" steuerlich berücksichtigt wird)
- fast alle Beamten sind in der PKV?
- man zahlt einen festen Beitrag (der steigt natürlich irgendwann); bei der GKV werden noch weitere Einnahmen berücksichtigt (Kapitalerträge, Mieteinnahmen etc.; die sind zwar momentan gering, aber man hat ja Ziele..); Beitragsbemessungsgrenze ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, wodurch die Beiträge in der GKV für Gutverdienende auch erheblich gestiegen sind.
Vorteile GKV
- Beitrag zur Solidargemeinschaft und kein Patient 1. Klasse
- Im Alter/Pension geringere Beiträge
- Beitrag bemisst sich nach der Besoldung; d.h bei Sabbaticals, Teilzeit geringerer Beitrag
- keine Gesundheitsprüfung (ich habe zwar relevante Vorerkrankungen, war deswegen schon lange nicht mehr in Behandlung; dennoch könnte es immer wieder sein, dass eine Behandlung notwendig sein wird (Blick in die Glaskugel). Entsprechend besteht die Sorge wegen Beitragsanpassungen oder sogar Kündigungen durch die PKV; aktuell müsste ich mangels Behandlungen oder angeratenen Behandlungen nichts hierzu im Antrag erwähnen).
- weniger Papierkram (aber ganz ohne wird es auch nicht gehen)
Ich habe mit einem Berater gesprochen, der mit mir diverse Angebote durchgegangen ist. Der ist aber nicht ganz unabhängig und schwört natürlich auf die PKV. In meinem Umfeld bekomme ich ganz unterschiedliche Meinungen. Einige, die freiwillig i der GKV versichert sind und nicht in die PKV wechseln würden. Wobei alle Beamtenfreunde in der PKV sind; die sind jedoch überwiegend beim Bund beschäftigt (wo es keine Pauschale Beihilfe gibt).
Was meint ihr? Ggf. war schon jemand in der gleichen Situation und hat sich mit der pauschalen Beihilfe in Berlin auseinandergesetzt. Ich bin für jeden (sinnvollen) Beitrag dankbar!
Beste Grüße
Hendrik
Bedenke einen späteren Wechsel in ein BL, das die pauschale Beihilfe nicht anbietet. Dann musst du entweder allein die GKV stemmen oder in die PKV wechseln. Ein Wechsel in die PKV ist bekanntlich teurer, je älter man ist, von bis dahin auftretenden Vorerkrankungen ganz zu schweigen.
Das ist ein sehr komplexes Thema. Für die „richtige“ Entscheidung müsste man dabei in die Zukunft schauen können. Niemand kann einem aber heute sagen, ob es in sagen wir 40 Jahren noch eine GKV im heutigen Zuschnitt oder private Krankenvollversicherungen gibt.
Jeder muss daher blind Entscheidungen treffen, das kann auch zu merkwürdigen Verhsltensweisen führen. Ich kenne einen freiwillig gesetzlich Versicherten, der sich regelmäßig privatärztlich durchchecken lässt, davon dann aber die Hälfte selbst zahlt, nur um das Gefühl zu haben, dass die Beihilfe nicht ganz verloren geht.
Ich habe aufgrund diverser Vorerkankungen von der sog. Öffnungsaktion Gebrauch gemacht, den maximalen Beitrags-Zuschlag von 30 % gefangen, und zahle für die beiden Kinder eigene Beiträge. In der GKV wären beide kostenlos mitversichert. Die Beiträge in der PKV für uns drei betragen zusammen 490 Euro monatlich, die Freiwillige GKV für uns 3 würde angesichts meiner Besoldung etwa 750 Euro monatlich betragen, momentan also angesichts der besseren Versorgung und schnelleren Terminvergabe ein guter Deal, aber sowohl Beitragsbemessungsgrenze und Bezüge - also auch die GKV-Beiträge - steigen, als auch die PKV-Beiträge steigen, man wird sehen, wer schneller steigt.
Aber selbst wenn die PKV-Beiträge irgendwann überholen sollten, wäre es mir das Wert, denn eine gute medizinische Versorgung ist mir einiges Wert, und ich bin bereit, dafür auch zu bezahlen. Ich glaube dabei nicht, dass die Beiträge in der PKV für Beamte und Richter unbezahlbar werden, wir leben in einer Beamtenrepublik, man wird schon für sich und seinesgleichen sorgen.
Eine Anmerkung noch: Bei Dir klingt es so, als sei die pauschale Beihilfe verpflichtend, aber nach meinem Eindruck setzt sie einen Antrag voraus.
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Krankenversicherung Verbeamtung - von HendrikBerlin - 17.08.2021, 09:56
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